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Feldtag "Landwirtschaft und Wasserschutz" 2018 in Hamerstorf

Rund 120 TeilnehmerInnen kamen am 11.06.2018 zum Feldtag in Hamerstorf zusammen, um sich über aktuelle Ergebnisse zu den Versuchen der Landwirtschaftskammer (LWK) Niedersachsen informieren zu lassen. Der Wasserschutzversuch und die ergänzenden Nmin-Untersuchungen in einem Beregnungsversuch in Hamerstorf werden im Rahmen der landesweiten Aufgaben der LWK Niedersachsen im kooperativen Trinkwasserschutz gemäß § 28 NWG aus der Wasserentnahmegebühr des Landes finanziert.

 

 

 

 

Dr. Jürgen Grocholl (Bezirksstellenleiter Uelzen, LWK Niedersachsen), Georg Kühling vom Niedersächsische Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) und Andrea Knigge-Sievers (LWK Niedersachsen) begrüßten alle TeilnehmerInnen. Anschließend wurden an vier Stationen im Feld aktuelle Forschungsergebnisse vorgestellt und diskutiert. Thema der Veranstaltung war u.a. die Reduzierung von Nitrateinträgen in das Grundwasser über eine ganzjährige Begrünung der Ackerfläche. Außerdem wurden die Möglichkeiten zur mechanischen Unkrautbekämpfung anhand einer kameragesteuerten Hacke vorgestellt. Pflanzenbau- und Boden-Fachleute diskutierten dabei mit den angehenden und praktizierenden Landwirtinnen und Landwirten sowie VertreterInnen verschiedener Kooperationen Trinkwasserschutz. Im Anschluss stellte Landwirt Ruven Bremer vom Bauckhof Kleinsüstedt ein Gerät zur Tiefenlockerung, Stoppelbearbeitung und Zwischenfruchtbestellung vor.

 

Station 1) Stickstoffdüngung gezielt einsetzen - Ergebnisse aus dem Wasserschutzversuch

  • Im Wasserschutzversuch in Hamerstorf geht es sowohl um die Auswirkungen der Fruchtfolgegestaltung, als auch um die Untersuchung des Einflusses der Höhe und Form der N-Düngung.
  • Ziel des Versuchs ist es, die Auswirkungen einer grundwasserschutzorientierten Fruchtfolge und einer angepassten N-Düngung im Vergleich zu einer konventionellen Fruchtfolge zu untersuchen und Empfehlungen für die Beratung herzuleiten.
  • In der Wasserschutzfruchtfolge wird eine möglichst ganzjährige Bodenbedeckung in einer regionstypischen Fruchtfolge (Kartoffel – Winterroggen – Silomais – Braugerste), die über den Anbau von Zwischenfrüchten und Untersaaten erfolgt, angestrebt.
  • Der Versuch läuft in 2018 im 5. Jahr. Erste Ergebnisse zeigen, dass eine reduzierte N-Düngung teilweise gleiche Erträge erzielt, bei einer Untersaat in einigen Varianten jedoch Mindererträge folgen. Durch die Schnittnutzung der Untersaat wird die Nitratauswaschung über Winter reduziert, aber die N-Salden liegen deutlich höher.
  • Die ganzjährige Begrünung stellt große Herausforderungen an die Bewirtschaftung.

 

Station 2) Wie wirkt sich die Fruchtfolge auf das Grundwasser aus - Ergebnisse aus den Sickerwasseruntersuchungen LBEG

  • Ergänzend durch das LBEG werden im Wasserschutzversuch parzellengenaue Sickerwasseruntersuchungen in Abhängigkeit von der N-Düngung und Fruchtfolgegestaltung vorgenommen, um die Nitratkonzentration am Standort messen zu können.
  • Erste Trends zeigen, dass nach Kartoffel im Winterhalbjahr 14/15 deutlich mehr Stickstoff ausgewaschen wurde als nach Winterroggen.
  • Eine Grasuntersaat im GPS-Roggen und dessen Schnittnutzung hat im Winterhalbjahr 15/16 die herbstliche Stickstoffauswaschung deutlich gegenüber einer Schwarzbrache nach Winterroggen reduziert.
  • Im Versuchsjahr 2018 wird in der grundwasserschutzorientierten Fruchtfolge eine sehr frühe Kartoffelsorte mit nachfolgender Zwischenfrucht angebaut, um den mineralischen Stickstoff nach der Ernte zu binden.

 

Station 3) Möglichkeiten der mechanischen und mechanisch-chemischen Unkrautbekämpfung - Versuchsergebnisse der LWK Niedersachsen und Vorstellung von Geräten zur mechanischen Unkrautbekämpfung

  • In laufenden Versuchen der Landwirtschaftskammer Niedersachsen werden niedersachsenweit rein mechanische Unkrautbekämpfungsverfahren und Kombinationen von mechanischer und chemischer Unkrautbekämpfung in verschiedenen Kulturen erprobt mit dem Ziel, chemische Pflanzenschutzmaßnahmen zu ergänzen, zu reduzieren oder zu ersetzen.
  • Zur Veranschaulichung der technischen Möglichkeiten wurde im Rahmen der mechanischen Unkrautbekämpfung eine GPS gesteuerte Rübenhacke und ein Striegel vorgestellt.
  • Die Ergebnisse der Versuche zu den unterschiedlichen chemischen und mechanischen Pflanzenschutzanwendungen wurden diskutiert.

 

Station 4) Beregnung und Wasserschutz - Wie passt das zusammen?

  • Hamerstorf ist die einzige der 12 Versuchsstationen der LWK Niedersachsen an der Beregnungsversuche durchgeführt werden.
  • Mit dem Versuch sollen der Einfluss der Beregnung auf den Ertrag und Qualität der Ernteprodukte untersucht sowie die N-Dynamik im Boden nach der Ernte über den Nmin-Gehalt ermittelt werden.
  • Die Ergebnisse zeigen, dass sich bei allen Kulturen mit Hilfe der Beregnung vor allem in Trockenjahren eine Ertragsabsicherung auf höherem Niveau erreichen lässt. Durch die relativ stabilen Erträge kann ein sicherer Entzug der gedüngten Nährstoffe gewährleistet werden.
  • Die Rest-Nmin Gehalte nach der Ernte lagen 2016 in der nach N- Bedarfswert gedüngten Varianten unter 20 kg Nmin/ha, 2017 bei 30-36 Nmin/ha. Durch den nachfolgenden Anbau von Ölrettich sank der Wert auf 14 kg Nmin/ha im November ab. So können insbesondere Nährstoffüberschüsse nach der Ernte – wie sie auf Flächen ohne Beregnungsmöglichkeit in Trockenjahren vorkommen – minimiert werden.

 



Kontakt:
Andrea Knigge-Sievers
Telefon: 0441 801-431
Telefax: 0441 801-440
E-Mail:
Marie-Christin Albers
Wasserschutzversuche im Rahmen der Landesweiten Aufgaben §28 NWG
Telefon: 0441 801-412
Telefax: 0441 801-440
E-Mail:


Stand: 13.06.2018