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Marktbericht Milch
am 08.01.2020

In der 50. Kalenderwoche stieg die Milchanlieferung an die deutschen Molkereien weiter an. Laut Schnellberichterstattung der ZMB wurden im Vorwochenvergleich 0,4 % mehr Milch abgeliefert, wodurch die Vorjahreslinie um 0,9 % überschritten wurde.
Insgesamt war über die Feiertage hinweg keine Veränderung des Marktverlaufs zu beobachten. Notierungen an der Süddeutschen Butter- und Käsebörse in Kempten fanden nicht statt. Ebenso gab es keine Preisnotierung für Schnittkäse in Hannover.
Ersten vorläufigen Zahlen zur Folge ist die Milchanlieferung im Jahr 2019 EU-weit nur leicht gestiegen. Die Anlieferungsmenge an die Molkereien stieg um 0,5 % auf 158,1 Mio. t Milch. Dabei wurden in Irland, dem Vereinigten Königreich, Polen und Dänemark die größten Steigerungen registriert. Dagegen war in den Niederlanden der stärkste Rückgang des Milchaufkommens zu beobachten. Hintergrund ist eine Verringerung des Kuhbestandes durch die Einführung von Phosphatrechten. Auch in den beiden größten Produktionsländern der EU Deutschland und Frankreich nahm die Milchanlieferung ab. Wie auch schon im Jahr 2018 beeinflusste die Trockenheit in den Sommermonaten den Grundfutteraufwuchs beträchtlich. Das hatte eine Verschlechterung der Rentabilität durch hohe Futterkosten und einen Abbau des Milchviehbestandes zur Folge.
Stärker als die Milchmenge erhöhten sich die Milchinhaltsstoffe. Bis Oktober 2019 stieg der Fettgehalt um 0,04 % auf 4,05 %. Der Milcheiweißgehalt erhöhte sich ebenfalls und übertraf das Niveau der vergangenen drei Jahre. Insgesamt stieg das Aufkommen von Milcheiweiß in der EU um 1,4 %.
Für das Jahr 2020 wird ein moderater Anstieg der Milchanlieferung in der EU erwartet. Die ZMB schätzt die Steigerung auf 1,0 %. Hier trägt jedoch der zusätzliche Produktionstag durch das Schaltjahr einen nicht unerheblichen Teil hinzu. Außerdem wurden für diese Annahme normale Witterungsverhältnis unterstellt.
Ähnlich wie in der EU entwickelte sich die Milchproduktion global nur verhalten. Die wichtigsten Exportländer konnten im Schnitt die Milchmenge nur moderat steigern. Ursachen dafür waren häufig die Folgen von Wetterkapriolen. Demgegenüber stand eine höhere Nachfrage nach Milchprodukten am Weltmarkt und insbesondere aus China. Seit Sommer 2019 sind die Interventionsbestände der EU mit Magermilchpulver abgebaut. Dies trug zur positiven Preisentwicklung der Exportpreise bei. Die gute Versorgungslage am Weltmarkt mit Milchfett hemmte jedoch vielfach die positive Preisentwicklung. Unterm Strich werden jedoch für die ersten Monate des Jahres 2020 aufgrund der guten Verwertungsmöglichkeiten für Vollmilchpulver stabile bis leicht festere Erzeugerpreise erwartet.