Die hier gezeigten Preise sind, mit Ausnahme der Amtlichen Notierungen und den Kursen für Rohöl und Dollar, historisch. Aktuelle Marktinformationen sind über unsere Serviceangebote per App, E-Mail, Anrufbeantworter und SMS erhältlich.

Marktbericht Milch
am 18.03.2020

In der neunten Kalenderwoche sind die Milchanlieferungen der deutschen Molkereien nicht weiter angestiegen. Laut Schnellberichterstattung der ZMB wurde ebenso viel Milch erfasst wie in der Woche zuvor. Damit wird das Vorjahresniveau allerdings weiter deutlicher, und zwar um 1,7 % übertroffen. Auch in Frankreich wurde 1,7 % mehr Milch erfasst als in der Woche des Vorjahres. Die Nachfrage nach Produkten des weißen Sortimentes entwickelte sich dabei ungewöhnlich rege. Vor dem Hintergrund des Ausbruchs des Corona Virus haben sich die Haushalte scheinbar stärker bevorratet. Insbesondere die Bestellung für H-Milch hatte stark zugenommen. Aber auch bei anderen Frischmilchprodukten war ein erhöhter Absatz festzustellen.
Butter:
Am Buttermarkt hat die Nachfrage nach abgepackter Ware zuletzt ebenfalls stark zugenommen. So wurden in der ersten Märzwoche deutlich höhere Mengen bestellt als üblicherweise in den Wochen vor Weihnachten. Die Nachfrage übertraf vielfach das zur Verfügung stehende Angebot und die Bestellung konnte nicht in vollem Umfang bedient werden. Auch hier wird als Ursache die stärkere Bevorratung der Haushalte angeführt. Auch zuletzt hielten die hohen Bestellungen an. In der weiteren Entwicklung rechnen die Marktbeteiligten auch im Hinblick auf die Osterfeiertage mit einer weiterhin flotten Nachfrage. Die Molkereiabgabepreise für abgepackte Butter blieben auf dem zu Monatsbeginn verringert Niveau unverändert. Auch am Markt für Blockbutter herrscht eine zügige Nachfrage vor. Teilweise versuchten Abnehmer geschlossene Kontrakte vorzeitig abzurufen. Das Neugeschäft hingegen lief relativ ruhig und es kamen nur wenig neue Aufträge zustande. Die Produktion von Blockbutter wurde als verhältnismäßig gering beschrieben, da der Großteil aus der laufenden Produktion derzeit ausgeformt wird. Die Notierung für Blockbutter in Kempten ist am 11.03.2020 in einer Spanne von 3,40-3,60 € je Kilogramm unverändert ausgefallen.
Käse:
Die Lage am deutschen Käsemarkt wurde zuletzt durch eine hohe Nachfrage aus dem Bereich der privaten Haushalte gekennzeichnet. Der Lebensmitteleinzelhandel in Deutschland und auch in anderen EU Ländern orderte sehr große Mengen, welche jedoch nicht vollständig zur Verfügung gestellt werden konnten. Bei Bestellung nach Drittländern hat das Coronageschehen vielfach zu steigenden Transportkosten geführt. Die Bestände in den Reifelagern bewegen sich weiterhin auf einem niedrigen Niveau. Die Preise für Schnittkäse entwickelten sich zuletzt auf dem erreichten Niveau stabil. Für längerfristige Abschlüsse werden höhere Preise gefordert.
Milchpulver:
Am Markt für Milchpulver hatten sich die Handelsaktivitäten im Verlauf der zurückliegenden Berichtswoche beruhigt. Auch dies wird seitens der Marktbeteiligten auf den Ausbruch des Corona-Virus zurückgeführt. Diese Entwicklung war auch im gesamten Weltmarkt festzustellen. Teilweise kommen neue Abschlüsse zustande, allerdings halten sich die gehandelten Mengen in engeren Grenzen. Die Kosten für die Lieferung nach China hatten sich erhöht. Zuletzt gab es allerdings Informationen, dass die Abfertigung in den chinesischen Häfen allerdings wieder zügiger verläuft. Die Preise für Magermilchpulver in Lebensmittelqualität entwickelten sich uneinheitlich, insgesamt gaben diese nach. Auch Futtermittelware wurde bei ruhiger Nachfrage schwächer gehandelt. Auch am Markt für Vollmilch- und Molkenpulver war ein ruhiger Marktverlauf vorherrschend. Die Preise zeigten hier ebenfalls Schwächen.
Markt und Börse:
Schwächere Tendenzen waren erneut am Spotmarkt in Italien zu beobachten, wo der Kurs um 1,00 EUR auf 35,30 EUR/100 kg (3,6 % Fett) sank. Freie Milch in den Niederlanden wurde in der 11. KW zuletzt ebenfalls um einen Euro schwächer als in der Vorwoche und damit mit 33,50 EUR/100 kg (4,4 % Fett) bewertet.