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Lage- und Preisbericht am 06.12.2019


Milchpreise für Dezember leicht fester

Schweine fortgesetzt rege gefragt

Ausgeglichener Schlachtrindermarkt

Weizen attraktiv für Mischfutterhersteller

Enger Rapsmarkt

Schwieriger Marktausgleich bei Speisekartoffeln


Milchpreise für Dezember leicht fester

An die deutschen Molkereien wurde zum Ende des Monats November in der 47. Kalenderwoche wieder mehr Milch abgeliefert. Laut Schnellberichterstattung der ZMB betrug der Anstieg 0,9 % im Vergleich zur Vorwoche. Die Vorjahreslinie wurde zuletzt um 0,4 % überschritten. Am Markt für abgepackte Butter hat die absatzstärkste Zeit des Jahres begonnen und Marktbeteiligte berichteten von umfangreichen Bestellungen aus dem Lebensmitteleinzelhandel. Dennoch gaben die Notierungen an der Süddeutschen Butter- und Käse-Börse in Kempten aufgrund größerer Ergänzungen aus Lagerbeständen um 12 Cent nach. Weiterhin ruhig verliefen die Geschäfte am Markt für Blockbutter. Am deutschen Käsemarkt herrschten insgesamt sehr stabile Preisentwicklungen vor. Mit den näher rückenden Weihnachtsfeiertagen nahmen die Bestellungen aus dem Lebensmitteleinzelhandel weiter zu. Anhaltend feste Tendenzen waren am Markt für Magermilchpulver zu beobachten. Neben der Abwicklung und Bedienung fester Lieferverträge, gingen fortlaufend neue Anfragen in den Produktionswerken ein. Demgegenüber stand ein nur knapp ausreichendes Angebot an Magermilchpulver. Für etwas Entspannung könnten hier die steigenden Milchmengen sorgen. Die Weltmarktpreise tendierten am jüngsten Handelstermin an der Global Dairy Trade in Summe leicht schwächer. Der Preisindex sank um 0,5 %.

Schweine fortgesetzt rege gefragt

Wie auch schon in den vorangegangenen Wochen reichte das Angebot an Schlachtschweinen im Verlauf der 49. Kalenderwoche nur knapp aus, um den bestehenden Bedarf der Schlachtunternehmen zu decken. Die umfangreichen Exportmöglichkeiten als auch das sich stetig entwickelnde Inlandsgeschäft hatten eine rege Nachfrage der Schlachtunternehmen zur Folge, die auch trotz der weiter angestiegenen Preise in der Berichtswoche Bestand hatte. In der laufenden Woche wird mit gleichfalls flott verlaufenden Absatzgeschäft gerechnet. Fortgesetzt fester tendierende Preise waren die Folge. Für die Schlachtwoche vom 05.11. bis zum 11.12.2019 nannte die Vereinigung der Erzeugergemeinschaften für Vieh und Fleisch (VEZG) ihren Mitgliedern einen Schlachtschweinepreis in Höhe von 2,03 €/kg Schlachtgewicht. Das waren 3 Cent mehr als eine Woche zuvor.

Ausgeglichener Schlachtrindermarkt

Anfang Dezember entwickelt sich die Lage am deutschen Schlachtrindermarkt wieder ausgeglichener. Der sich insgesamt stetig bis etwas belebter entwickelten Nachfrage stand ein zurückpendelndes Angebot gegenüber. Insgesamt entsprachen die verfügbaren Stückzahlen an Jungbullen und weiblichem Schlachtvieh wieder annähernd der vorherrschenden Nachfrage. Auf stabiler Basis liegende Auszahlungspreise waren zu Beginn der Berichtswoche die Folge. Im weiteren Verlauf wurden diese mindestens bestätigt. Am Donnerstag, den 05.12.2019 nannte die Vereinigung der Erzeugergemeinschaft für Vieh und Fleisch (VEZG) bundesweit für QS-Ware einen R3-Jungbullenpreis für Fleckvieh und Fleischrassen in Höhe von 3,71 EUR/kg SG. Das war ebenso viel wie vor einer Woche. Die Preise für Kühe der Handelsklasse O3 (310 kg) verblieben unverändert auf dem Niveau von 2,52 EUR/kg SG.

Weizen attraktiv für Mischfutterhersteller

Anders als im vergangenen Jahr ist EU-Weizen schon längst konkurrenzfähig im internationalen Wettbewerb. Das rege Ausfuhrgeschäft sorgt für eine stetige Nachfrage nach Weizen auch in Norddeutschland. Die Preise haben bereits deutlich angezogen, sind aber immer noch moderat und durchaus attraktiv auch für die Mischfutterhersteller. Das liegt in erster Linie an dem relativ geringen Angebot von Körnermais. Dieser ist derzeit trotz umfangreicher Importe nur knapp 10 €/t günstiger als vor einem Jahr, Futterweizen dagegen um mehr als 30 €/t. Braugerste entwickelt sich momentan weitgehend parallel zur Futtergerste. Die schon vor dem eigentlich geplanten Brexit-Termin im Oktober vermehrt erfolgten Lieferungen aus Großbritannien haben einen Preisanstieg auf dem Kontinent weitgehend verhindert oder zumindest gedämpft. Immerhin können diese Mengen den Markt in den kommenden Monaten nicht mehr belasten. Ob sich der Braugerstenmarkt noch von dem für Futtergerste lösen und der Preis deutlicher nach oben abheben kann, wird allerdings demnächst im Wesentlichen von den Perspektiven im Hinblick auf die nächste Ernte abhängen. Wegen der nässebedingt schwierigen Wintergetreideaussaat in Nordfrankreich und auf den britischen Inseln könnte etwas mehr Fläche für Sommergerste zur Verfügung stehen.

Enger Rapsmarkt

Raps kann nach wie vor zügig vermarktet werden. Die Importe sind rückläufig. Die weitere Entwicklung hängt auch vom Handessstreit zwischen den USA und China ab. Im Falle einer nachhaltigen Verständigung wäre mit einem Auftrieb für die Preise von Sojabohnen und auch anderen Ölsaaten zu rechnen.

Schwieriger Marktausgleich bei Speisekartoffeln

Der Speisekartoffelmarkt zeigt nach wie vor eine durchaus feste Tendenz. Mit nicht selten deutlich erhöhtem Aufwand bemühen sich die am Handel Beteiligten um den Ausgleich zwischen Angebot und Nachfrage. Das gelingt im Allgemeinen auch, wenngleich nicht immer ganz reibungslos. Der Bereich der Verarbeitungskartoffeln wird immer noch von den zuletzt regional sehr schwierigen Erntebedingungen beeinflusst. Niedersachsen ist davon zwar weniger betroffen als die nördlichen Niederlande und England, indirekt ergeben sich aber auch hier Auswirkungen. Nass geerntete und notleidende Partien drängen auf schnelle Verarbeitung und belasten kurzfristig den Markt für vertragsfreie Verarbeitungsware. Andererseits verstärkt das den Auftrieb am Terminmarkt, da auch Vertragsmengen teilweise davon betroffen sind und umdisponiert werden müssen.