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Lage- und Preisbericht vom 21.06.2019


Ferkelmarkt entwickelt sich ausgeglichen

Schweinepreis feiertagsbedingt unverändert

Jungbullen- und Schlachtkuhpreise stabilisiert

Getreide zunächst fest, dann wieder etwas nachgebend

Erholung von Raps setzt sich fort

Vorerst nur gebremster Preisrückgang bei Frühkartoffeln


Ferkelmarkt entwickelt sich ausgeglichen

Am deutschen Ferkelmarkt herrschten im Juni zuletzt ausgeglichene Angebots- und Nachfrageverhältnisse vor. Tendenziell hatte sich die Verfügbarkeit von Ferkeln in den letzten Wochen wieder etwas verbessert. Zuvor bestehende Wartezeiten bei der Bestellung haben sich vielfach wieder verkürzt. Insgesamt wurde die Nachfrage der Mäster bis zuletzt aber weiterhin als stetig bis rege beschrieben. Angebotsüberhänge sind keineswegs vorhanden. Unterstützt wird das Marktgeschehen hierzulande dabei durch ein ebenfalls zügiges Absatzgeschäft im Europäischen Ausland. So wird weiterhin von flott verlaufenden Ferkelverkäufen aus Dänemark und auch aus den Niederlanden berichtet, wenngleich letztere von einer nunmehr saisongemäß beruhigten Nachfrage aus Spanien berichten. In Deutschland wird in den kommenden Wochen angebotsbedingt von einer relativ stabilen Entwicklung am Ferkelmarkt ausgegangen. Begleitet werden dürfte dieses durch einen insgesamt anhaltend fest gestimmten Schlachtschweinemarkt. 

Schweinepreis feiertagsbedingt unverändert

Das am deutschen Schlachtschweinemarkt innerhalb der 25. Kalenderwoche seitens der Mäster bereitgestellte Angebot fiel weiterhin nur übersichtlich aus. Angesichts des weiteren Feiertages in einigen Bundesländern reichten die bereitgestellten Mengen aber gerade aus, um den bestehenden Bedarf der Schlachtunternehmen zu decken. Unveränderte Auszahlungspreise waren die Folge. Im weiteren Verlauf und nach dem Ende der Feiertagswochen wird in Deutschland infolge der durchgeführten Bestandsreduzierungen von einem insgesamt nur relativ knapp versorgten Schlachtschweinmarkt ausgegangen, so dass trotz beginnender Sommerferien mit einem sich fest entwickelnden Schlachtschweinemarkt gerechnet wird. Unterstützend wirkt sich dabei das wahrscheinlich auch weiterhin umfangreicher ausfallende Exportgeschäft Deutschlands und vieler EU-Mitgliedsländer in Richtung Asien, insbesondere nach China aus. Für die Schlachtwoche vom 20. bis zum 26.06.2019 nannte die Vereinigung der Erzeugergemeinschaften für Vieh und Fleisch (VEZG) ihren Mitgliedern einen Schlachtschweinepreis in Höhe von 1,83 Euro je Kilogramm Schlachtgewicht. Das war ebenso viel wie eine Woche zuvor.

Jungbullen- und Schlachtkuhpreise stabilisiert

Zum Ende der Woche waren am deutschen Schlachtrindermarkt wieder stabilere Entwicklungen zu beobachten. Ursache war ein weiter zurückpendelndes Angebot, welches gerade ausreichte, um den Bedarf der Schlachtunternehmen zu decken. Für einige besonders gefragte Gattungen konnten dabei zu Wochenbeginn auch leichte Preisaufschläge durchgesetzt werden. Insbesondere gelang dies im Bereich der Schlachtkühe. Aber auch Jungbullen wurden zuletzt geringfügig fester bewertet. Bleibt es bei weiterhin nur kleinen Angebotsstückzahlen ist auch im weiteren Verlauf von einer Stabilisierung des Marktgeschehens auszugehen. Am Donnerstag, den 20.06.2019 nannte die Vereinigung der Erzeugergemeinschaft für Vieh und Fleisch (VEZG) bundesweit für QS-Ware einen R3-Jungbullenpreis für Fleckvieh und Fleischrassen in Höhe von 3,40 EUR/kg SG. Das waren 2 Cent mehr als vor Wochenfrist. Die Preise für Kühe der Handelsklasse O3 (310 kg) stiegen um 5 Cent auf einem Niveau von 2,95 EUR/kg SG an.

Getreide zunächst fest, dann wieder etwas nachgebend

Zu Wochenbeginn zogen die Terminkurse für Weizen noch an. Sie haben damit den Stand von Ende Mai fast wieder erreicht, das Niveau von Ende März und Anfang April aber nicht. Der Antrieb dafür kommt ausschließlich vom Futtergetreidemarkt. Dieser gilt wegen der erheblich geringeren Maisaussaatfläche in den USA als demnächst global eher angespannt. Für Weizen zeichnet sich allerdings weiter eine mögliche Aufstockung der Lagervorräte ab, was die Preise dann auch gleich wieder etwas unter Druck setzte. Auch Gerste tendiert vor dem Erntebeginn leicht schwächer. Die weitere Entwicklung wird dann auch von den erzielten Erträgen abhängen.

Erholung von Raps setzt sich fort

Raps konnte sich wieder befestigen und offenbar den Trend nach oben fortsetzen. Der Internationale Getreiderat hält trotz einer noch einmal auf voraussichtlich nur noch unter 70 Mio. t verringerten Produktionsschätzung für das kommende Wirtschaftsjahr 2019/20 einen Wiederaufbau der globalen Raps-Lagerbestände für möglich. In 2018/19 lag die Rapserzeugung bei 70,3 und in 2017/18 noch bei 74,2 Mio. t. Möglich werden soll dies durch einen deutlich verringerten Verbrauch. Das in der Europäischen Union noch einmal erheblich rückläufige Rapsaufkommen könnte teilweise durch wieder steigende Importe aus der Ukraine und eventuell aus Australien ausgeglichen werden. Das ist allerdings noch recht unsicher, weil in Australien der Raps gerade erst ausgesät wird und es dort teilweise noch sehr trocken ist.

Vorerst nur gebremster Preisrückgang bei Frühkartoffeln

Anders als im vergangenen Jahr lässt wüchsiges Wetter derzeit eine eher umfangreiche Kartoffelernte erwarten. Das gilt zunächst jedenfalls für die Frühkartoffeln. Die Preise geben auch schon nach, aber nicht in dem normalerweise üblichen Maß und Tempo. Auf Grund des sehr geringen Aufkommens im vergangenen Jahr sind die Läger praktisch überall leer. Das gilt auch weitgehend für die Produkte der kartoffelverarbeitenden Industrie. Diese sieht sich daher veranlasst, möglichst zeitig mit der Aufnahme von Frühkartoffeln aus neuer Ernte zu beginnen. Das wird voraussichtlich auch einiges mehr an Menge absorbieren als sonst und somit dem frischen Speisekartoffelmarkt entziehen. So sollte es eigentlich auch im Juli trotz schon rückläufiger Tendenz wohl noch gute Voraussetzungen für eine gewisse Preisstabilität geben. Freie Ware kann bis auf weiteres deutlich teurer als kontraktgebundene Mengen sein.