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Lage- und Preisbericht am 11.06.2021


Milchmarkt tendiert stabil

Kleines Schlachtschweineangebot und dennoch Hauspreise

Weibliche Schlachtrinder besonders knapp

Getreide:  US-Agrarministerium erwartet Rekordernte

Ölsaaten: Aufbau der Sojaendbestände im kommenden Wirtschaftsjahr

Kartoffeln: Frühkartoffeln rücken in den Fokus


Milchmarkt tendiert stabil

In der 21. Kalenderwoche war eine stabile Milchanlieferung in Deutschland zu beobachten. Laut ZMB wurden 0,1 % mehr Milch abgeliefert als in der Vorwoche, wodurch die Vorjahreslinie um 0,2 % unterschritten wurde. Die stetige Nachfrage nach abgepackter Butter auf Ladenstufe setzte sich in der 23. Kalenderwoche weiter fort. Belebende Impulse waren nicht zu beobachten, da sich durch die Öffnungen der Gastronomie der Verzehr langsam wieder verschiebt. Die Notierung an der Süddeutschen Butter- und Käse-Börse in Kempten tendierte mit 4,20 EUR/kg in der oberen Spanne leicht fester. Die Öffnungen in der Gastronomie haben in der zurückliegenden Berichtswoche zu einem Anstieg der Nachfrage nach Käse geführt. Auf Ladenstufe wurde Käse auf bisherigem Niveau stetig nachgefragt. Marktbeteiligte berichten aus den Exportgeschäft von einem Anstieg der Bestellungen durch die Öffnungsschritte, vor allem in Südeuropa. Am Markt für Magermilchpulver kamen in der abgelaufenen Berichtswoche nur wenig neue Abschlüsse zustande. Insgesamt hat sich die Nachfrage am Markt beruhigt und EU Ware steht derzeit in Konkurrenz zu günstigen Offerten aus den USA. Da die Produktionswerke hierzulande weiterhin über eine hohe Auslastung durch die Abwicklung bestehender Kontrakte verfügen, kam kein Angebotsdruck auf. An der Börse in Kempten waren sowohl für Magermilchpulver in Lebensmittel- als auch Futtermittelqualität stabile Preisentwicklungen vorherrschend.

Kleines Schlachtschweineangebot und dennoch Hauspreise

Am deutschen Schlachtschweinemarkt fiel das in der 23. Kalenderwoche zur Verfügung stehende Angebot an schlachtreifen Schweinen insgesamt weiterhin nur sehr übersichtlich aus. Die dennoch genannten Hauspreise maßgeblicher Schlachtunternehmen konnten, dem Vernehmen nach, vielfach umgangen werden, zudem andere Abnehmer sich mitunter auch durchaus aufnahmebereit zeigten. Im weiteren Verlauf erwarten die Marktbeteiligten ein fortgesetzt nur relativ kleines Schlachtschweineangebot welches auf eine durchaus entsprechende Nachfrage treffen dürfte. Stabile Preisentwicklungen waren zuletzt die Folge. Für die Schlachtwoche vom 10. bis zum 16.06.2021 nannte die Vereinigung der Erzeugergemeinschaften für Vieh und Fleisch (VEZG) ihren Mitgliedern einen unveränderten Schlachtschweinepreis in Höhe von 1,57 Euro je Kilogramm Schlachtgewicht.

Weibliche Schlachtrinder besonders knapp

Das auf dem deutschen Schlachtrindermarkt innerhalb der 23. Kalenderwoche seitens der Rindviehhalter zur Verfügung gestellte Angebot reicht insgesamt nur knapp aus, um die bestehende Nachfrage zu bedienen. Insbesondere im Bereich der weiblichen Gattungen überschritt die Nachfrage das Angebot. Deutlich fester tendierende Preise waren in diesem Segment die Folge. Jungbullen wurden ebenfalls stetig nachgefragt. Sehr stabile Preise waren im Wochenverlauf die Folge. Am Donnerstag, den 10.06.2021 nannte die Vereinigung der Erzeugergemeinschaften für Vieh und Fleisch (VEZG) bundesweit für QS-Ware einen unveränderten R3-Jungbullenpreis für Fleckvieh und Fleischrassen in Höhe von 3,95 EUR/kg SG. Die Preise für Kühe der Handelsklasse O3 (310 kg) stiegen um 10 Cent auf ein Niveau von 3,25 Euro je Kilogramm Schlachtgewicht an.

Getreide:  US-Agrarministerium erwartet Rekordernte

Am Getreidemarkt war das Preisniveau in den vergangenen Tagen weiterhin fest. Auch wenn die Aussichten auf den hiesigen Feldern zumeist als sehr zufriedenstellend beurteilt werden, stützen insbesondere die Sorgen um die US-Bestände, die unter Trockenheit zu leiden haben, die Preisentwicklung. Gestern wurde der monatliche USDA-Bericht veröffentlicht. Demnach werden sowohl die globale Produktion, aber auch der globale Verbrauch neue Rekordhöhen erreichen. Die Endbestände werden sich nach Meinung der US-Analysten auf 296,8 Mio. t erhöhen und übersteigen damit sowohl die Vormonatsschätzung als auch die Erwartungen. Die höheren Produktionsmengen stützen sich auf die guten Aussichten für die EU-Ernte. Hier werden insbesondere Deutschland, Frankreich und Rumänien zu dem guten Ergebnis beitragen. Aber auch in Russland entwickeln sich die Bestände gut und dementsprechend wurde die Produktionsprognose um 1 Mio. t auf 86 Mio. t erhöht. Ausschlaggebend für die weitere Preisfindung wird das Wetter in den kommenden Wochen, und damit die Ertragsentwicklung in den kommenden Wochen sein.

Ölsaaten: Aufbau der Sojaendbestände im kommenden Wirtschaftsjahr

Am Kassamarkt hielten sich die Rapspreise zuletzt auf einem hohen Niveau. Alte Ware ist knapp und die Sorge um eine enge Versorgungslage im kommenden Wirtschaftsjahr lassen auch die Ex-Ernte-Preise weiter ansteigen. Allerdings kann sich in den kommenden Tagen eine leicht schwächere Tendenz einstellen. Wie das US-Agrarministerium in seinem aktuellen Bericht mitteilte, wird für die EU eine leichte Aufwärtskorrektur der Erntemenge auf 17,2 Mio. t erwartet. Insbesondere in Deutschland, Frankreich und Polen wird mit guten Erträgen gerechnet. Auch die Versorgungsbilanz der Sojabohnen hat sich etwas verbessert. Höhere Produktionsaussichten in den USA und Südamerika ermöglichen sogar einen Aufbau der Endbestände im Wirtschaftsjahr 21/22 auf 92,6 Mio. t.

Kartoffeln: Frühkartoffeln rücken in den Fokus

Der Abbau der Lagervorräte der alten Ernte schreitet voran und der Fokus am Speisekartoffelmarkt richtet sich auf die Frühkartoffelsaison. Die Restbestände an alterntiger Ware in guter Qualität kann immer noch gut abgesetzt werden. Leichte Unterstützung bieten dabei die Lockerungen der Corona-Maßnahmen mit den Öffnungen der Restaurants und Kantinen. Auch in den Urlaubsregionen steigt die Nachfrage. Preislich werden jedoch keine Impulse mehr erwartet. Die Importware aus Ägypten, Israel und Spanien ergänzt weiterhin das Angebot. Und zudem kommen die ersten Frühkartoffeln aus Deutschland auf den Markt. Diese losschalige Ware findet ihren Absatz zunächst an den Großmärkten sowie im Direktverkehr ab-Hof oder über den Wochenmarkt. Das immer noch vorhandene Angebot an alterntiger Ware ließ die Nachfrage zunächst schleppend anlaufen. Die Rodearbeiten liefen ebenfalls langsam an und wurden am Wochenende regional durch Starkregen und Gewitter zum Teil stark beeinträchtig. Mittlerweile sorgt jedoch das sonnige Wetter für gute Rodebedingungen. Wo möglich streben die Betriebe die Reifeförderung an.