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Lage- und Preisbericht am 11.10.2019


Leicht festere Tendenzen am Milchmarkt

Schlachtschweinepreise weiterhin stabil

Jungbullen fest bewertet

Stetige Getreidenachfrage aus der Mischfutterindustrie

Raps nur noch leicht steigend

Flottes Versand- und Exportgeschäft mit Speisekartoffeln


Leicht festere Tendenzen am Milchmarkt

In der 39. Kalenderwoche war die Milchanlieferung an die deutschen Molkereien saisonal weiter rückläufig. Laut Schnellberichterstattung der ZMB wurden 0,3 % weniger Milch abgeliefert als in der Woche zuvor. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum wurden zuletzt 0,9 % mehr Milch abgeliefert.

Abgepackte Butter wurde typisch für die Jahreszeit rege nachgefragt. An der Süddeutschen Butter- und Käse-Börse in Kempten tendierten die Preise auf dem Niveau der Vorwoche seitwärts. Am Markt für Blockbutter herrschte, aufgrund bestehender Unsicherheiten über die Rohstoffverfügbarkeit, eine eher abwartende Haltung der Marktteilnehmer vor. Durch die knappe Rohstoffverfügbarkeit in den vergangenen Wochen sanken die Bestände in den Käse-Reifelagern auf ein niedriges Niveau. Die Nachfrage nach Käse war, wie in den Wochen zuvor, sowohl aus dem Lebensmitteleinzelhandel als auch der Industrie lebhaft. In der Tendenz wird aufgrund des knappen Angebots mit festen Notierungen gerechnet. An den Märkten für Milchdauerwaren herrschten fortgesetzt stabile bis feste Entwicklungen vor. Die Nachfrage nach Magermilchpulver verlief weiterhin lebhaft. Demgegenüber stand jedoch nur ein knappes Angebot am freien Markt.

Schlachtschweinepreise weiterhin stabil

Am deutschen Schlachtschweinemarkt ergaben sich im Verlauf der 41. Kalenderwoche keine wesentlichen Veränderungen. Teilweise fielen die zur Verfügung stehenden Mengen, bedingt auch durch den vorangehenden Feiertag, umfangreicher aus. Die vorherrschende Nachfrage der Schlachtunternehmen sorgte aber für einen reibungslos verlaufenden Absatz der zur Verfügung stehenden Angebotsstückzahlen. Auch im weiteren Verlauf rechnen die Marktbeteiligten mit fortgesetzt ausgeglichenen Angebots- und Nachfrageverhältnissen. Unveränderte Preise sind die Folge. Für die Schlachtwoche vom 10. bis zum 16.10.2019 nannte die Vereinigung der Erzeugergemeinschaften für Vieh und Fleisch (VEZG) ihren Mitgliedern einen Schlachtschweinepreis in Höhe von 1,85 EUR je Kilogramm Schlachtgewicht. Das war ebenso viel wie in der Woche zuvor.

Jungbullen fest bewertet

In der 41. Kalenderwoche konzentrierte sich das Interesse der Schlachtunternehmen vornehmlich auf Jungbullen, welche damit insgesamt recht zügig geordert wurden. Das dabei zur Verfügung stehende Angebot entsprach gerade dem bestehenden Bedarf. Sehr stabile bis leicht anziehende Preise waren dabei im Wochenverlauf die Folge. Auch fortgesetzt rechnen die Marktbeteiligten hier mit einem sich fest entwickelnden Markt. Im Bereich der weiblichen Gattungen zeigte man etwas weniger Interesse, wenngleich die nicht zu umfangreich ausfallenden Angebotsstückzahlen ebenfalls vollständig nachgefragt wurden. Stabile Auszahlungspreise waren hier die Regel. Am Donnerstag, den 10.10.2019 nannte die Vereinigung der Erzeugergemeinschaften für Vieh und Fleisch (VEZG) bundesweit für QS-Ware einen R3-Jungbullenpreis für Fleckvieh und Fleischrassen in Höhe von 3,66 EUR/kg SG. Das waren 2 Cent mehr als vor Wochenfrist. Die Preise für Kühe der Handelsklasse O3 (310 kg) verblieben auf einem Niveau von 2,65 EUR/kg SG.

Stetige Getreidenachfrage aus der Mischfutterindustrie

Futtergerste kann zügig an die Mischfutterindustrie abgesetzt werden. Auch für Weizen gibt es noch eine stetige Nachfrage aus diesem Bereich. Diese könnte demnächst mit der Verfügbarkeit von neuerntigem Körnermais etwas abflauen. Importierter Mais ist schon zeitnah verfügbar. Bis Körnermais aus hiesiger Erzeugung verbreitet eingesetzt werden kann werden noch einige Wochen vergehen. Der Angebotsdruck wird dann zwar zunehmen, sich aber voraussichtlich in engen Grenzen halten. Wegen der auch in diesem Jahr in vielen Gebieten angespannten Grundfutterversorgung sind erneut zahlreiche Flächen schon frühzeitig abgehäckselt worden, für die eigentlich eine Nutzung als Körnermais vorgesehen war.

Raps nur noch leicht steigend

Die Terminkurse für Raps treten seit Mitte September auf der Stelle und kommen nach einem 6-monatigen fast kontinuierlichen Anstieg offenbar kaum noch voran. Auf dem erreichten Niveau kann inländischer Raps immer schwerer mit Importen konkurrieren. Auch die Nachfrage aus der Biodieselindustrie könnte ihren Höhepunkt wegen des zeitlichen Vorlaufs schon bald überschritten haben, obwohl die kalte Jahreszeit erst beginnt. Andererseits ist wegen des geringeren Sojabohnenaufkommens in Nordamerika bis auf weiteres nicht mit einer größeren Schwäche auf den Ölsaatenmärkten und damit auch für Raps zu rechnen.

Flottes Versand- und Exportgeschäft mit Speisekartoffeln

Kartoffeln können weiterhin durchaus zügig vermarktet werden. Schon während der bald abgeschlossenen Speisekartoffelernte fanden größere Mengen sofort Absatz im überregionalen Versand und fehlen somit nun in den Lägern. Die Voraussetzungen dafür, dass sich das flotte Versand- und Exportgeschäft fortsetzt sind nicht schlecht. Wirklich knapp sind Speisekartoffeln mit Ausnahme großer Kaliber zwar nicht, doch eine gewisse Anspannung des Marktes ist unverkennbar. Die Absortierung war zuletzt offenbar etwas, aber nicht wesentlich größer als in Normaljahren. Probleme ergeben sich daraus nicht, denn optisch nicht einwandfreie Ware findet in der Regel sofort Aufnahme in Schälbetrieben. In der Verfütterung oder in Biogasanlagen landen Kartoffeln höchstens im seltenen Ausnahmefall. Der fest tendierende Terminmarkt signalisiert auch ein wieder zunehmendes Interesse der Verarbeitungsindustrie an freier Ware.