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Lage- und Preisbericht am 21.02.2020


Ferkelmarkt weiterhin knapp versorgt

Schlachtschweineangebot bleibt klein

Wenig Preisbewegung am Schlachtrindermarkt

Steigende Milchanlieferung an die deutschen Molkereien

Voraussichtlich weniger Weizen, mehr Sommerkulturen

Raps erneut schwächer

Preisaufschläge bei Kartoffeln nur für beste Qualität


Ferkelmarkt weiterhin knapp versorgt

Die in Deutschland angebotenen Ferkel trafen im Januar und Februar des laufenden Jahres auf eine insgesamt rege Nachfrage der Schweinemäster. Die verfügbaren Stückzahlen reichten dabei nicht aus um alle Lieferwünsche zu erfüllen. Das aus dem benachbarten Ausland wie Dänemark und den Niederlanden bereitgestellte Angebot entwickelte sich ebenfalls weiter abnehmend und musste eher als klein bezeichnet werden. Die bestehende Angebotslücke sorgte hierzulande entsprechend für stetig ansteigende Ferkelpreise und auch in der gesamten EU. In Deutschland erreichte die Ferkelpreisfeststellung der VEZG in der zu Ende gehenden Woche 77,- Euro je 25 kg Ferkel. Das ist das höchste erreichte Preisniveau seit Mai 1997. Damals kletterten die Ferkelpreise bedingt durch Auswirkungen europäischen Schweinepest kurzzeitig ein Niveau von rund 80 Euro.

Schlachtschweineangebot bleibt klein

Das in Deutschland aber auch anderen europäischen Nachbarländern zur Verfügung stehende Angebot schlachtreifer Schweine fiel zu Monatsbeginn weiterhin nur überschaubar aus. Die Nachfrage der Schlachtunternehmen ging dabei fortgesetzt über den bestehenden Bedarf hinaus. Nicht immer konnten alle Lieferwünsche erfüllt werden. Weiter ansteigende Auszahlungspreise sind die Folge. Die Schlachtungen in Deutschland bewegten sich in den zwei zurückliegenden Wochen unterhalb von 900.000 Schweinen pro Woche. Kumuliert wurden bis zur 8. Kalenderwoche im laufenden Jahr rund 4,4 Prozent weniger Schweine geschlachtet als im entsprechenden Vorjahreszeitraum. Für die Schlachtwoche vom 27.02 bis zum 04.03.2020 nannte die Vereinigung der Erzeugergemeinschaften für Vieh und Fleisch (VEZG) ihren Mitgliedern einen Schlachtschweinepreis in Höhe von 2,02 €/kg Schlachtgewicht. Das waren 6 Cent mehr als eine Woche zuvor..

Wenig Preisbewegung am Schlachtrindermarkt

Im Verlauf der zurückliegenden neunten Kalenderwoche standen weiterhin vornehmlich Schlachtkühe im Mittelpunkt der Nachfrage der Schlachtunternehmen. Die dabei zur Verfügung stehenden Angebotsmengen reichten dabei nur knapp aus, um den bestehenden Bedarf der Abnehmer zu decken. Fortgesetzt fest tendierende Auszahlungspreise waren im Wochenverlauf die Folge. Vergleichsweise zäh entwickelt sich weiterhin das Geschäft mit Jungbullen, insbesondere besseren Qualitäten. Diese wurden zwar seitens der Schlachtunternehmen durchaus geordert, doch gelang es in diesem Bereich kaum höhere Preisforderungen durchzusetzen. Gleiches galt auch für höherwertige Färsenqualitäten. Jungbullen der Handelsklasse O3 waren etwas besser gefragt und konnten mitunter zu geringfügig erhöhten Kursen abgesetzt werden. Am Donnerstag, den 27.012.2020 nannte die Vereinigung der Erzeugergemeinschaft für Vieh und Fleisch (VEZG) bundesweit für QS-Ware einen R3-Jungbullenpreis für Fleckvieh und Fleischrassen in Höhe von 3,69 EUR/kg SG. Das war ebenso viel wie eine Woche zuvor. Die Preise für Kühe der Handelsklasse O3 (310 kg) stiegen gegenüber der Vorwoche um einen Cent auf ein Niveau von 2,81 Euro je Kilogramm Schlachtgewicht.

Steigende Milchanlieferung an die deutschen Molkereien

Durch die für die Jahreszeit vergleichsweise milden Temperaturen stieg die Milchanlieferung an die deutschen Molkereien weiter an. Im Vergleich zur Vorwoche wurden in der 7. Kalenderwoche 0,8 % mehr Milch abgeliefert. Die Vorjahreslinie wurde zuletzt um 1,3 % überschritten, so die Zentrale Milchmarktberichterstattung (ZMB). Leicht belebt, aber nach wie vor auf normalem Niveau bewegte sich die Nachfrage nach Butter im 250 g Päckchen. An der Süddeutschen Butter- und Käse-Börse in Kempten tendierten die Kurse zuletzt auf vorherigen Niveau stabil. Auch am Markt für Butter im 25 kg Block war eine Belebung der Nachfrage zu beobachten. Infolge von Preisschwächen beim Produkt Sahne gaben die Notierungen in Kempten zuletzt für Blockbutter leicht nach. In der Berichtswoche herrschte eine sehr rege Nachfrage nach Käse sowohl vom Lebensmitteleinzelhandel als auch von der Lebensmittelindustrie vor. Das für den Absatz von Magermilchpulver wichtige Exportgeschäft wurde zuletzt in Richtung Asien durch das Corona Virus ausgebremst. Marktbeteiligte berichteten jedoch auch von einem regen Geschäftsverlauf in Richtung Mittlerer Osten und Nordafrika. An der Börse in Kempten gaben die Notierungen sowohl für Magermilchpulver in Lebensmittel- als auch Futtermittelqualität nach. Der vom Institut für Ernährungswirtschaft Kiel (ife) ermittelte Kieler Rohstoffwert Milch sank im Monat Februar um 0,7 Cent auf 35,5 Cent pro Kilogramm Milch (4 % Fett, 3,4 % Eiweiß).

Voraussichtlich weniger Weizen, mehr Sommerkulturen

Vorläufigen Schätzungen des Handelsverbands COCERAL zufolge dürfte die EU-Getreideernte 2020 um etwa 5 Mio. t (-1,7 %) kleiner ausfallen als im vergangenen Jahr. Für Weizen rechnet man sogar mit Einbußen von mehr als 5 %. Die Prognosen gründen im Wesentlichen auf einen entsprechenden Rückgang der Anbauflächen und auf die Annahme geringerer Erträge. Das hat das käuferseitige Interesse an der Kontrahierung von Teilmengen des zukünftigen Bedarfs etwas belebt. Erzeugern wurden zuletzt Verträge für Herbst- und Winterlieferungen von Brotweizen B mit 12 % Protein, Fallzahl 230 und 75 kg/hl zu 173 – 180 €/t angeboten. Wie die Erträge tatsächlich ausfallen ist naturgemäß noch recht unsicher. Daher sind erhebliche Korrekturen in den nächsten Monaten durchaus möglich. Die Bereitschaft zum Vertragsabschluss hat auf der Erzeugerseite schon zugenommen, gilt aber als noch steigerungsfähig. Ein steigendes Ernteaufkommen wird bereits für Roggen und Sommerkulturen erwartet..

Raps erneut schwächer

Auch die Rapsernte, die in den vergangenen Jahren mehrfach enttäuscht hatte, könnte wieder zunehmen. Das setzt momentan auch die Kurse am Terminmarkt unter Druck. Vertragsangebote um 375 €/t ex Ernte stoßen aber immer noch auf begrenzte Resonanz, auch wegen unsicherer Ertragsaussichten.

Preisaufschläge bei Kartoffeln nur für beste Qualität

Der Kartoffelmarkt tendiert nicht mehr so fest wie im Januar. Angepeilte Preisanhebungen sind offenbar bis auf weiteres nicht erreichbar. Auch die Exportdynamik hat deutlich nachgelassen. Sorten, die gut für verschiedene Verwendungsbereiche geeignet sind, drängen momentan sogar verstärkt in den Markt für frische Speisekartoffeln. Vor einigen Wochen war es eher umgekehrt, als Verarbeitungsbetriebe sich noch mit Partien eindeckten, die eigentlich für die Abpackung vorgesehen waren. Preisaufschläge für Kistenware konnten zunächst noch teilweise durchgesetzt werden, inzwischen aber oft nicht mehr. Das liegt nicht selten auch daran, dass selbst bei gekühlter Kistenlagerung relativ häufig leichte bis mittlere Qualitätsmängel wie Silberschorf auftreten. Ob von der regenbedingt absehbar späten Auspflanzung der Frühkartoffeln ein Impuls für eine wieder festere Entwicklung ausgehen wird, bleibt abzuwarten.