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Lage- und Preisbericht am 17.09.2021


Ferkelpreise bei Weitem nicht kostendeckend

Schweinepreise auf niedrigem Niveau unverändert

Gute Färsen und Jungbullen fest bewertet

Getreide: Geringere Ernteerwartungen treiben Kurse erneut

Ölsaaten: Kanadische Rapsernte weiter gesenkt

Kartoffeln: Ruhige Nachfrage belastet Preisentwicklung


Ferkelpreise bei Weitem nicht kostendeckend

Die niedrigen Schlachtschweinepreise, hohe Futterkosten sowie vor Allem die vielfach pessimistische Erwartungshaltung hinsichtlich einer wieder Verbesserten wirtschaftlichen Lage in der Schweinemast, haben in den vergangenen Wochen zu einer zunehmenden Nachfragezurückhaltung der Mäster nach Ferkeln geführt. Trotz eines insgesamt nicht sonderlich großen deutschen Ferkelangebotes baute sich Angebotsdruck auf dem Ferkelmarkt, nicht zuletzt auch aufgrund zunehmender Importe aus Dänemark und den Niederlanden, auf. Was mit deutlicher ausfallenden Preisrücknahmen verbunden war. Eine Stabilisierung der Markt- und Preislage kann erst mit einer sich entsprechend verbesserten Situation am Schlachtschweinemarkt erwartet werden. Die jüngst nicht weiter nachgebenden Preise für Schlachtschweine geben hier zumindest etwas Hoffnung. Das erreichte Preisniveau für Ferkel reicht bei Weitem nicht mehr zur Deckung der in der Ferkelproduktion entstehenden Kosten. Hält diese Situation noch länger an, dürfte viele Ferkelerzeuger in Deutschland gezwungen sein Ihre Produktion einzustellen. Vielenorts musste dabei zuletzt schon vermehrt ein Aufgeben der Betriebe beobachtet werden.

Schweinepreise auf niedrigem Niveau unverändert

Der Handel mit Schlachtschweinen gestaltet sich im Verlauf der zurückliegenden 37. Kalenderwoche im Bereich der Bundesrepublik uneinheitlich. Während im Süden weitgehend ausgeglichene Angebots- und Nachfrageverhältnisse vorherrschend waren, fielen die im Nordwesten zur Verfügung stehenden Angebotsstückzahlen weiterhin umfangreich aus. Erschwerend wirken sich dabei die reduzierten Schlachtungen infolge von Corona-Infektionen bzw. Personalmangel in einzelnen Schlachtbetrieben aus. Größere Angebotsüberhänge blieben zwar weitgehend aus, doch wurde das Verkaufsgeschäft lebender Schweine eher als zähfließend beschrieben. Die Preise für Schlachtschweine entwickelt sich dabei weiterhin auf der erreichten niedrigen Basis unverändert. Für die Schlachtwoche vom 16. bis zum 22.09.2021 nannte die Vereinigung der Erzeugergemeinschaften für Vieh und Fleisch (VEZG) ihren Mitgliedern einen Schlachtschweinepreis in Höhe von 1,25 EUR/kg SG. Das war ebenso viel wie eine Woche zuvor.

Gute Färsen und Jungbullen fest bewertet

Im Verlauf der 37. Kalenderwoche entwickelte sich die Nachfrage am deutschen Schlachtrindermarkt fortgesetzte rege. Das demgegenüber stehende Angebot fiel dabei nur knapp bedarfsdeckend aus. Im Mittelpunkt der Nachfrage der Schlachtunternehmen standen dabei neben Jungbullen insbesondere bessere Färsenqualitäten. Die Auszahlungspreise entwickelten sich zu Beginn der Berichtswoche entsprechend fester. Schlachtkühe standen ebenfalls nur in begrenzten Mengen zur Verfügung, wurden aber nicht ganz so flott nachgefragt. Stabile Preise waren hier die Folge. Im weiteren Wochenverlauf wurde diese Entwicklung bestätigt. Fortgesetzt wird weiterhin mit stabilen bis fest tendierenden Preisen gerechnet. Am Donnerstag, den 16.09.2021 nannte die Vereinigung der Erzeugergemeinschaften für Vieh und Fleisch (VEZG) bundesweit für QS-Ware einen R3-Jungbullenpreis für Fleckvieh und Fleischrassen in Höhe von 4,12 EUR/kg SG. Das waren 2 Cent mehr als vor Wochenfrist. Die Preise für Kühe der Handelsklasse O3 (310 kg) tendierten auf einem Niveau von 3,40 Euro je Kilogramm Schlachtgewicht stabil.

Getreide: Geringere Ernteerwartungen treiben Kurse erneut

Am Getreidemarkt hat sich die Stimmung zur Wochenmitte wieder verbessert. Während nach dem USDA-Bericht zum Wochenende eine leichte Entspannung der Marktlage signalisiert wurde, gaben zuletzt die Zahlen aus Kanada wieder etwas Auftrieb. Bereits in den Vorwochen hat sich eine kleine Weizenernte des Hauptexporteurs Kanada abgezeichnet. Aufgrund starker Trockenheit wurde ein Minus von 35% zum Vorjahr avisiert. Nach der Aktualisierung vom Dienstag wurde diese Menge noch einmal weiter gesenkt auf 15,3 Mio. t und demnach erhöht sich das Minus zum Vorjahr auf 41%. Zusätzlich senkte auch Frankreich seine Ernteerwartung weiter ab um 600.000 t auf 36,06 Mio. t. Zudem ist aus diesem Land nur ein geringer Teil an exportfähiger Ware aufgrund der schlechten Qualitäten zu erwarten. Zu diesen Prognosen kommen auch noch neue Zahlen aus Russland. Medienberichten zufolge planen die russischen Farmer den Winterweizenanbau einzuschränken, da die Exportsteuer die Unsicherheiten für zukünftige Handelsaktivitäten schürt und die Sorge um ungünstige Witterung steigt. Russische Analysten erwarten eine um bis zu 1 Mio. ha kleinere Anbaufläche. Ausgehend von diesen Meldungen haben sich die Weizenkurse wieder in die Gewinnzone begeben, was sich auch auf die Erzeugerpreise niederschlagen kann.

Ölsaaten: Kanadische Rapsernte weiter gesenkt

Der Rapskontrakt an der Pariser Warenterminbörse hat zuletzt die 590-Euro-Marke überwunden und kommt demnach der 600 EUR/t näher. Befeuert wurde die sehr freundliche Stimmung zuletzt von den Zahlen des kanadischen Statistikamtes. Bereits in der vergangenen Woche wurde die Ernteerwartung auf nur noch 14,7 Mio. t geschätzt, was einem Minus von ca. 25% zum Vorjahr entspricht. In der aktuellen Meldung wurde diese Menge ein weiteres Mal nach unten korrigiert. Demnach wurde die letzte Schätzung noch einmal um knapp 2 Mio. t gesenkt, sodass sich Erntemenge auf 12,8 Mio. t belaufen wird. Der Vorjahreswert wird damit um 34% verfehlt. Entsprechend gering wird die Menge sein, die dem Exportmarkt dann noch zur Verfügung stehen kann. Angesichts dieser Entwicklung ist auch in den nächsten Tagen mit einer weiterhin stabilen Preisentwicklung beim Raps auszugehen. An der Börse ist die 600-Euro-Marke zum Greifen nahe.

Kartoffeln: Ruhige Nachfrage belastet Preisentwicklung

Am Markt für Speisekartoffeln wurden die Preise weiter zurückgenommen. Aktuell beherrscht Angebotsdruck das Geschehen. Die jüngsten Niederschläge könnten jedoch die Rodeaktivitäten wieder eindämmen und somit für eine Entspannung sorgen. Starkregen in Teilen Niedersachsen hat die Böden verschlemmt und die Befahrbarkeit verschlechtert. Zudem erhöht sich die Gefahr von Krankheiten im Lager, wenn die Kartoffeln zu feucht gerodet werden. Dementsprechend muss ein Abtrocknen der Flächen abgewartet werden. Die Nachfrage hat sich in den vergangenen Tagen auch nicht weiter belebt, sodass von dieser Seite keine preislichen Impulse zu erwarten sind. Am Markt für Veredlungskartoffeln laufen die Verarbeitungen auf Hochtouren. Hier werden aber hauptsächlich Verträge abgewickelt und die freie Ware ist derzeit kaum gefragt. Dementsprechend haben auch in diesem Sektor die Preise leicht nachgegeben.