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Lage- und Preisbericht am 22.05.2020


Kein drängendes Ferkelangebot

Schlachtschweinepreise wieder angestiegen

Kleines Schlachtrinderangebot bedingt feste Preistendenz

Weltweit hohe Getreideernte erwartet

Rapskurse tendieren fester

Erste Frühkartoffeln gerodet


Kein drängendes Ferkelangebot

Die am deutschen Ferkelmarkt verfügbaren Angebotsmengen fielen in den letzten Wochen vergleichsweise klein aus, dennoch sorgte die schwächere Preisentwicklung am Markt für Schlachtschweine für stärker aufkommenden Preisdruck. Stark zurückgesetzte Auszahlungspreise waren in der ersten Maihälfte die Folge. Mit der Stabilisierung der Preise für Schlachtschweine blieben auch am Ferkelmarkt weitere Preisabschläge aus, sodass sich die Preise ab der 21. Kalenderwoche wieder stabilisieren konnten. In der weiteren Entwicklung erwarten die Marktbeteiligten in Bezug auf die letzten Viehzählungsergebnisse und vor dem Hintergrund der weiter fortschreitenden Strukturveränderung insgesamt weiterhin kein drängendes Angebot. Abgeleitet von der saisonalen Entwicklung in anderen Jahren wären seitwärts gerichtete bis sogar fallende Ferkelpreise wahrscheinlich. Ausschlaggebend und maßgeblich preisbestimmend dürfte allerdings die weitere Entwicklung der Schlachtschweinepreise bleiben. Im Falle einer positiven Entwicklung könnten auch die Ferkelpreise davon profitieren.

Schlachtschweinepreise wieder angestiegen

Am deutschen Schlachtschweinemarkt begrenzte der Feiertag als auch das Corona-Geschehen die möglichen Schlachtungen. Das dabei zur Verfügung stehende Angebot fiel, unter anderem bedingt durch teilweise noch vorhandene Überhänge aus der Vorwoche, für die bestehende Nachfrage der Schlachtunternehmen gut bedarfsdeckend aus. Vor dem Hintergrund der teilweisen Wiedereröffnung der Gastronomie waren auf der Absatzseite der Fleischmärkte allerdings gewisse Impulse zu verzeichnen. Insgesamt konnten sich die Auszahlungspreise für Schlachtschweine zunächst stabilisieren und zuletzt wieder befestigen. Für die Schlachtwoche vom 21. bis zum 27.05.2020 nannte die Vereinigung der Erzeugergemeinschaften für Vieh und Fleisch (VEZG) ihren Mitgliedern einen Schlachtschweinepreis in Höhe von 1,66 Euro je Kilogramm Schlachtgewicht. Das waren 6 Cent mehr als eine Woche zuvor.

Kleines Schlachtrinderangebot bedingt feste Preistendenz

Im Verlauf der 21. Kalenderwoche waren am deutschen Schlachtrindermarkt insgesamt etwas freundlichere Entwicklungen zu beobachten. Vor dem Hintergrund eines nur sehr übersichtlich ausfallenden Angebotes an Jungbullen und weiblichen Gattungen sowie einer tendenziell wieder zunehmenden Nachfrage der Schlachtunternehmen waren etwas höhere Preise am Markt durchsetzbar. Dies galt sowohl für Schlachtkühe, welche in nur sehr kleinen Stückzahlen am Markt zur Verfügung standen, als auch für Jungbullen. Die Auszahlungspreise für gute Färsenqualitäten konnten sich auf der erreichten Basis behaupten. Am Mittwoch, den 20.05.2020 nannte die Vereinigung der Erzeugergemeinschaft für Vieh und Fleisch (VEZG) bundesweit für QS-Ware einen R3-Jungbullenpreis für Fleckvieh und Fleischrassen in Höhe von 3,40 EUR/kg SG. Das waren 8 Cent mehr als am vorausgegangenen Donnerstag. Die Preise für Kühe der Handelsklasse O3 (310 kg) stiegen ebenfalls um 8 Cent auf ein Niveau von 2,38 Euro je Kilogramm Schlachtgewicht.

Weltweit hohe Getreideernte erwartet

Die global große Ernteerwartung sowie verbesserte Witterungsbedingungen in Teilen Europas, der Schwarzmeerregion sowie in den USA sorgen weiter für Preisdruck an den Börsen. Der Kassamarkt blieb davon bislang unbeeindruckt und die Preise tendierten weitgehend unverändert. Hierzulande wird jedoch eine nicht zu umfangreiche Getreideernte erwartet, da Niederschläge fehlen. Das hat bereits Auswirkungen auf die Vermarktung der neuen Ernte, wenngleich nur wenige Abschlüsse zu Stande kamen. Hinzu kommt, dass Betriebe bereits damit begonnen haben aus ihrem Getreide Ganzpflanzensilage herzustellen. Mitunter könnte das Exportgeschäft Europas von den Handelsstreitigkeiten zwischen den Australiern und den Amerikanern mit den Chinesen im Zuge der Aufklärung der Corona-Pandemie profitieren. Am Markt für Mais stützten einerseits die festen Entwicklungen am Energiemarkt die Kurse, andererseits wirkten die hohen Ernteerwartungen in den USA begrenzend.

Rapskurse tendieren fester

Die geringeren Ernteerwartungen für die kommende Saison sowie die gestiegenen Rohölpreise lassen, mit Unterstützung der festen Entwicklungen am Sojamarkt, die Rapspreise fester tendieren.

Erste Frühkartoffeln gerodet

Das am hiesigen Markt verfügbare Angebot an alterntigen Kartoffeln fällt zunehmend kleiner aus. Marktbeteiligte erwarten, dass Restmengen noch bis in den Monat Juni verfügbar sein dürften. Ausgenommen hiervon sind, wie auch schon in der Woche zuvor, mehlig kochende Sorten. Der Schwerpunkt im Handel mit Kartoffeln lag zuletzt bei importierter Frühware aus dem Mittelmeerraum sowie aus Frankreich. Die ersten Frühkartoffeln aus hiesigem Anbau wurden bereits in kleinem Umfang gerodet. Nennenswerte Mengen sind jedoch erst mit dem Monatswechsel zu erwarten, da sich die Ernte durch die kühlen Temperaturen verzögert. Der Absatz im Bereich der Industriekartoffeln gestaltete sich weiterhin schwierig. Marktbeteiligte erhoffen sich eine weitere Belebung durch die Öffnung der Gastronomie. Die Preise entwickelten sich zuletzt auf dem Niveau der Vorwoche seitwärts und es waren kaum Änderungen zu beobachten.