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Lage- und Preisbericht am 16.08.2019


Sojaschrotpreise verbleiben auf gedrücktem Niveau

Schlachtschweineangebot bleibt klein

Schlachtrinderpreise legen leicht zu

Hoffnungen auf besseres Weizenexportgeschäft

Auch Rapsimporte werden teurer

Lose Speisekartoffeln deutlich billiger


Sojaschrotpreise verbleiben auf gedrücktem Niveau

An den Märkten für Futterkomponenten standen die Preise für Sojaschrote an den internationalen Börsen tendenziell weiter unter Druck. Ursache sind die weiterhin nicht vorankommenden Handelsgespräche zwischen den USA und China. Hierzulande verblieben die Forderungen für Sojaschrote zu Beginn der Berichtswoche nah an der Vorwochenbasis. Teilweise waren auch hier nochmals gewisse Preisrückgänge infolge der reduzierten Börsenkursnotierungen zu beobachten. Die Handelsaktivitäten halten sich dabei in engeren Grenzen, da vielfach im Bereich der Mischfuttermittelindustrie eine gute Versorgungslage besteht. Zudem rechnen die Marktbeteiligten scheinbar kaum mit einer Befestigung der Märkte und warten entsprechend die weitere Entwicklung ab. Am Markt für Rapsschrot blieb bis zuletzt ebenfalls im Wesentlichen bei unveränderten Notierungen. Das verfügbare Angebot fällt zurzeit relativ gut aus. So haben die Ölmühlen dem Vernehmen nach größere Mengen an Raps importiert, sodass auch entsprechend mehr Rapsschrot zur Verfügung steht. Insgesamt rechnen die Marktbeteiligten in der weiteren Entwicklung, tendenziell mit gewissen Monatsaufschlägen.

 

Schlachtschweineangebot bleibt klein

Das in Deutschland verfügbare Schlachtschweineangebot fiel im Verlauf der 33. Kalenderwoche erneut sehr übersichtlich aus. Die seitens der Mäster bereitgestellten Angebotsmengen reichten dabei nicht aus, um den Bedarf der Schlachtunternehmen vollständig zu decken. Mit dem Ende der Schulferien hat sich die Nachfrage nach Schweinefleisch zudem weiter belebt. Die zuvor deutlicher heraufgesetzten Auszahlungspreise wurden somit im Wochenverlauf durchgängig bestätigt. In der Tendenz kann mit weiter erhöhten Schlachtschweinepreisen gerechnet werden. Für die Schlachtwoche vom 15. bis zum 21. August 2019 nannte die Vereinigung der Erzeugergemeinschaften für Vieh und Fleisch (VEZG) ihren Mitgliedern einen Schlachtschweinepreis in Höhe von 1,88 Euro je Kilogramm Schlachtgewicht. Das waren 3 Cent mehr als eine Woche zuvor. Einzelne Schlachtunternehmen gaben daraufhin auf unveränderter Basis verbleibende Hauspreise bekannt. Angesichts der übersichtlichen Angebotsmengen konnte diese, dem Vernehmen nach, aber häufig umgangen werden.

 

Schlachtrinderpreise legen leicht zu

In der zweiten Augusthälfte konnten am deutschen Schlachtrindermarkt insgesamt weiter belebte Absatzgeschäfte mit Rindfleisch beobachtet werden. Gleichzeitig fielen die zur Verfügung stehenden Angebotsstückzahlen an Jungbullen und auch weiblichen Schlachtrindern nur begrenzt aus. Männliche Schlachttiere standen dabei insbesondere im Fokus der Nachfrage. Auch vor dem Hintergrund der derzeit ansteigenden Preise fiel die Abgabebereitschaft der Rindviehhalter nur gering aus. Anziehende Auszahlungspreise waren im Verlauf der zurückliegenden Berichtswoche die Folge. Dies galt sowohl für Jungbullen als auch etwas abgeschwächt für weibliche Gattungen. Am Donnerstag, den 15.08.2019 nannte die Vereinigung der Erzeugergemeinschaft für Vieh und Fleisch (VEZG) bundesweit für QS-Ware einen R3-Jungbullenpreis für Fleckvieh und Fleischrassen in Höhe von 3,53 EUR/kg SG. Das waren 8 Cent mehr als vor Wochenfrist. Die Preise für Kühe der Handelsklasse O3 (310 kg) stiegen um einen Cent auf ein Niveau von 2,83 EUR/kg SG an.

 

Hoffnungen auf besseres Weizenexportgeschäft

Die Weizennotierungen haben in den vergangenen Wochen deutlich nachgegeben, auch weil die EU-Weizenausfuhren im neuen Wirtschaftsjahr bislang noch geringer sind als vor einem Jahr. Noch ist kaum absehbar, wie sich die Exportchancen in den kommenden Monaten entwickeln werden. Die in Russland kürzlich ebenfalls deutlich reduzierten Erntemeldungen nähren Erwartungen, dass der EU-Weizenexport früher in Gang kommen könnte.

Regional gibt es in diesem Jahr auch in Niedersachsen erneut gravierende Trockenschäden. Nachdem bereits in einigen Gebieten Triticale- und Roggenschläge, die eigentlich als Mähdruschgetreide geerntet werden sollten, vorzeitig abgehäckselt wurden, beginnt nun auch die Silomaisernte teilweise extrem früh.

 

Auch Rapsimporte werden teurer

Der Aufwärtstrend am Raps-Terminmarkt hält an. Die verfügbaren Mengen sind weiterhin knapp. Auch in der Ukraine blieben die Erträge erheblich hinter den Erwartungen zurück. Importe werden daher voraussichtlich weniger günstig verfügbar sein als bislang anzunehmen war.

 

Lose Speisekartoffeln deutlich billiger

Der Kartoffelmarkt befindet sich jetzt in der Übergangsphase von der Frühkartoffelzeit zur Haupternte. Die sehr zügige Flächenräumung der Frühkartoffeln hat den zeitigen Umstieg auf die mittelfrühen Sorten vorangetrieben. Der Entwicklungsstand der Pflanzen lässt das in den meisten Fällen durchaus schon zu, teilweise auch bedingt durch Reifeförderung. Die Erträge fallen dabei sehr unterschiedlich aus. Größere Kaliber und Übergrößen sind weiterhin eher knapp. Insgesamt ist das verfügbare Angebot derzeit ausreichend und die Preise geben erwartungsgemäß nach. Die weitere Entwicklung ist schwieriger einzuschätzen als im vergangenen Jahr. Durch die zuletzt günstigeren Wachstumsbedingungen könnten die späten Sorten vielleicht doch noch bessere Erträge bringen als zwischenzeitlich zu erwarten war. Dass die Speisekartoffelpreise so stark fallen werden wie die Terminkurse für Verarbeitungskartoffeln, ist allerdings wenig wahrscheinlich.