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Lage- und Preisbericht vom 14.12.2018


Futtergetreide weiter stabil bewertet

Stabile Schweinepreise haben Bestand

Schlachtrinderangebot wird kleiner

Weizenkurse ziehen an

Biodiesel stützt den Raps

Anhaltender Nachfrageüberhang bei Kartoffeln


Futtergetreide weiter stabil bewertet

Mitte Dezember entwickelte sich die Lage am Markt für Futtergetreide vornehmlich unverändert. Seitens der Lagerhalter zeigt man zum Ende des laufenden Jahres wenig Verkaufsbereitschaft. Andererseits ist man auf Stufe der Getreideverarbeiter scheinbar mit genügend Ware versorgt, sodass sich das kurzfristige Kaufinteresse ebenfalls in Grenzen hält. Insgesamt wird die Marktlage bei geringem Handelsvolumen als ausgeglichen beschrieben. Sowohl die zum Ende der laufenden Woche genannten Erzeugerpreise als auch die verlangten Forderungen des Handels für Zukaufsgetreide lagen somit an der bisherigen Basis. Im weiteren Jahresverlauf rechnen die Marktbeteiligten mit wenig Veränderung der bis zuletzt vorherrschenden Marktverhältnisse.

Stabile Schweinepreise haben Bestand

Die schon zuvor vorherrschend ausgeglichene Lage am deutschen Schlachtschweinemarkt hatte auch in der zweiten Dezemberwoche Bestand. Die tendenziell weiter zurückgehenden Angebotsstückzahlen mit ihren gleichzeitig zurückgehenden Schlachtgewichten fanden im Verlauf der zurückliegenden Woche zügig und vollständig ihre Abnehmer. Im weiteren Verlauf entwickelt sich zunehmend ein Bestellmarkt. Die Absatzmöglichkeiten dürften feiertagsbedingt entsprechend eingeschränkter ausfallen. In preislicher Hinsicht wird fortgesetzt mit unveränderten Schlachtschweinepreisen gerechnet. Für die Schlachtwoche vom 13. bis 19.12.2018 nannte die Vereinigung der Erzeugergemeinschaften für Vieh und Fleisch (VEZG) ihren Mitgliedern einen Auszahlungspreis für Schlachtschweine in Höhe von 1,36 € je Kilogramm Schlachtgewicht. Das war ebenso viel wie eine Woche zuvor.

Schlachtrinderangebot wird kleiner

Am deutschen Schlachtrindermarkt waren in der 50. Woche etwas freundlichere Entwicklungen zu beobachten. Dies galt sowohl für weibliche Schlachttiere als auch für Jungbullen. Die über alle Gattungen hinweg zurückpendelnden Angebotsstückzahlen reichten dabei im Wochenverlauf nur noch knapp aus, um die nach wie vor rege Nachfrage der Schlachtunternehmen zu decken. Insbesondere im Bereich der Schlachtkühe und schwächeren Färsenqualitäten stiegen die Preise im Vergleich zu den Vorwochen spürbarer an. Leichte Preisanhebungen konnten aber auch für Jungbullen durchgesetzt werden. Im weiteren Verlauf wird weiterhin mit kleiner als zuvor ausfallenden Angebotsmengen gerechnet, sodass weitere Preisbefestigungen nicht ausgeschlossen werden; wenngleich sich auch der Schlachtrindermarkt mit näher rückendem Weihnachtsfest zu einem Bestellmarkt wandeln dürfte. Am Donnerstag, den 13.12.2018 nannte die Vereinigung der Erzeugergemeinschaften für Vieh und Fleisch (VEZG) bundesweit für QS-Ware einen R3-Jungbullenpreis für Fleckvieh und Fleischrassen in Höhe von 3,85 Euro je Kilogramm Schlachtgewicht. Das waren 2 Cent mehr als vor Wochenfrist. Die Preise für Kühe der Handelsklasse O3 (310 kg) stiegen um 7 Cent auf 2,42 Euro je kg SG an.

Weizenkurse ziehen an

Auf den Getreidemärkten hat sich Mitte Dezember eine bemerkenswert feste Tendenz eingestellt. Die Terminkurse haben wieder das Niveau von Ende August erreicht. Der Absatz von Brot- und Futtergetreide hat Schwung aufgenommen. Die Verkaufsbereitschaft ist offenbar leicht gestiegen, aber auch die Weizennachfrage hat sich spürbar belebt. Die Preistendenz ist überwiegend fest, auch weil sich die Exportaussichten verbessert haben. Neben Gerste, die in den vergangenen Wochen sehr gefragt war, zeigen Roggen und Körnermais regional leichte Schwächen. Angebotsdruck gibt es aber nach wie vor nicht.

Biodiesel stützt den Raps

Gemessen an seiner Preisrelation gegenüber Weizen ist Raps seit mehr als einem halben Jahr eigentlich unterbewertet. Während das Preisverhältnis zeitweise deutlich über 2:1 lag, bewegt es sich in letzter Zeit klar unter dieser Marke. Dafür werden in erster Linie die preiswerteren konkurrierenden Ölsaaten und speziell das billige Palmöl verantwortlich gemacht. Im Unterschied zu anderen Ländern wird Biodiesel hierzulande aber zum größten Teil aus Rapsöl hergestellt und das verfügbare Rapsangebot ist im laufenden Wirtschaftsjahr besonders klein. Außerdem kann Rapsöl in diesem Bereich jedenfalls in der kalten Jahreszeit kaum durch das zähflüssigere Palmöl ersetzt werden. Eine gewisse Entspannung könnte es daher zum Ende des Winters geben. Die Rapsimporte werden aber sehr wahrscheinlich rückläufig sein. Mit großen Importmengen aus Australien ist wegen der dort ebenfalls sehr schlechten Ernte nicht zu rechnen.

Anhaltender Nachfrageüberhang bei Kartoffeln

Die Lage am vorweihnachtlichen Kartoffelmarkt ist fortgesetzt sehr stabil. Der Lebensmitteleinzelhandel ordert im erwarteten Umfang. Die entsprechende leichte Belebung ist spürbar, führt aber nur vereinzelt zu geringen Preisanhebungen. Auch aus der Gastronomie kommen einige positive Impulse, ebenso wie aus weiterhin dem Versandgeschäft. Offenbar wegen häufiger Schalenverletzungen gibt es jetzt doch auch immer wieder Druckpartien, die aus Großraumlägern kommen und auf den Markt drängen. Die Absortierung ist daher kaum geringer als in Normaljahren. Neben Silberschorf treten vermehrt Verkorkungen auf. Da der Markt in allen Bereichen derzeit sehr aufnahmefähig ist, sind die Mengenverluste insgesamt dennoch wesentlich geringer. Die Schälbetriebe haben sich ebenso wie die Verarbeitungsindustrie längst auf die besondere Situation in diesem Jahr eingestellt.