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Lage- und Preisbericht am 07.08.2020


Milchanlieferung über Vorjahresniveau

Schweinepreise weiter unverändert

Jungbullen etwas fester bewertet

Weizen tendiert relativ fest, Roggen und Braugerste schwächer

Kein Angebotsdruck bei Raps

Schwaches Versandgeschäft mit Frühkartoffeln


Milchanlieferung über Vorjahresniveau

In der 30. Kalenderwoche war die Milchanlieferung an die deutschen Molkereien saisonal weiter rückläufig. Laut Schnellberichterstattung der ZMB wurden im Vorwochenvergleich 0,7 % weniger, aber im Vorjahresvergleich 1,3 % mehr Milch abgeliefert. Kurz vor dem Ende der Ferienzeit berichteten Marktteilnehmer von einer anhaltend stetigen bis regen Nachfrage nach abgepackter Butter. An der Süddeutschen Butter- und Käse-Börse in Kempten tendierte die Notierung leicht fester. Sowohl am Binnenmarkt als auch im Exportgeschäft herrschte eine ruhige Nachfrage nach Blockbutter vor. Hintergrund ist eine anhaltend abwartende Haltung der Käufer, da Unsicherheit über die weitere Entwicklung der Corona Pandemie herrscht. Die Notierung in Kempten entwickelte sich seitwärts. Stabile bis feste Tendenzen waren am Käsemarkt zu beobachten. Marktbeteiligte berichteten hier zuletzt von abnehmenden Beständen in den Reifelagern. Insbesondere in den Ferienregionen war die Nachfrage zuletzt lebhaft. Auch nach Südeuropa wurde in der Berichtswoche Käse in einem guten Umfang exportiert. Bei der amtlichen Preisnotierung für Schnittkäse in Hannover tendierte Blockware fest und Brotware seitwärts. Ein ferienbedingt ruhiger Verlauf war an den Märkten für Milchdauerwaren zu beobachten. Marktbeteiligte berichteten von einer guten Auftragslage der Hersteller für Magermilchpulver. Mit neuen größeren Geschäftsabschlüssen wird allerdings erst nach dem Ende der Urlaubszeit gerechnet. Im Exportgeschäft hat sich die Wettbewerbsfähigkeit durch den Kursanstieg des Euros sowie günstiger Offerten aus den USA verschlechtert.

Schweinepreise weiter unverändert

Am deutschen Schlachtschweinemarkt entwickelten sich Angebot und Nachfrage im Verlauf der zurückliegenden Berichtswoche insgesamt ausgeglichener als zuvor. Regional bestehen weiterhin allerdings gewisse Angebotsüberhänge aufgrund der deutlich eingeschränkten Schlacht- und Zerlegekapazitäten. Mit der Wiederaufnahme der Schlachtung und Verarbeitung in Rheda-Wiedenbrück beginnt sich die Lage allerdings auch im Nordwesten wieder etwas zu entspannen. Im Süden Deutschlands berichteten die Marktbeteiligten bereits in der vergangenen Woche von wieder ausgeglichenen Marktverhältnissen. Spielraum für Preisbefestigungen bestand dabei zuletzt allerdings noch nicht. Für die Schlachtwoche vom 06. bis zum 12.08.2020 nannte die Vereinigung der Erzeugergemeinschaften für Vieh und Fleisch (VEZG) ihren Mitgliedern einen Schlachtschweinepreis in Höhe von 1,47 Euro je Kilogramm Schlachtgewicht. Das war ebenso viel wie eine Woche zuvor.

Jungbullen etwas fester bewertet

Im Verlauf der zurückliegenden 32. Kalenderwoche waren am deutschen Schlachtrindermarkt insgesamt weiterhin nur verhältnismäßig kleine Angebotsstückzahlen zu beobachten. Dies galt sowohl für Jungbullen, insbesondere aber für weibliche Schlachttiere. Seitens der Schlachtunternehmen bestand dabei durchaus Bedarf. Einige maßgebliche Schlachtunternehmen zeigten dabei, trotz der warmen Witterung, größeres Interesse an qualitativ höherwertigen Jungbullen. Die Auszahlungspreise entwickelten sich zu Wochenbeginn fortgesetzt fester. Im Bereich der weiblichen Gattungen konnten ebenfalls leichte Preiserhöhungen durchgesetzt werden. Im weiteren Wochenverlauf wurde diese Entwicklung bestätigt. Am Donnerstag, den 06.08.2020 nannte die Vereinigung der Erzeugergemeinschaften für Vieh und Fleisch (VEZG) bundesweit für QS-Ware einen R3-Jungbullenpreis für Fleckvieh und Fleischrassen in Höhe von 3,60 EUR/kg SG. Das waren 4 Cent mehr als vor Wochenfrist. Die Preise für Kühe der Handelsklasse O3 (310 kg) stiegen um 1 Cent auf ein Niveau von 2,67 Euro je Kilogramm Schlachtgewicht an.

Weizen tendiert relativ fest, Roggen und Braugerste schwächer

Die Weizenernte ist bereits weit fortgeschritten. Voraussichtlich kann sie schon in der kommenden Woche auch in den höheren Lagen und in den Küstenmarschen ohne Qualitätsbeeinträchtigungen beendet werden. Die Tendenz zu einem etwas niedrigeren Proteingehalt hat sich bislang bestätigt. Die Fallzahlen sind durchweg gut, das Naturalgewicht im Normalbereich und die Erträge überwiegend ansprechend. Der gestiegene Eurokurs und der aktuell preisgünstige Weizen aus der Schwarzmeerregion belasten vorläufig die Wettbewerbsfähigkeit der EU-Exporte. Dennoch zeigen die hiesigen Weizennotierungen derzeit kaum Schwächen, denn das Aufkommen wird insgesamt deutlich kleiner ausfallen als im vergangenen Jahr. Auch für den Drusch der Sommergerste sind die Witterungsbedingungen günstig, die Marktaussichten für Braugerste wegen des coronabedingt schwachen Bierabsatzes allerdings weiterhin weniger positiv.

Kein Angebotsdruck bei Raps

Bis auf wenige Restflächen ist die Rapsernte beendet. Erträge und Ölgehalte liegen im Mittel über den Vorjahreswerten. Der Markt ist gut aufnahmefähig und zeigt weiter keine Schwächen.

Schwaches Versandgeschäft mit Frühkartoffeln

Für freie Verarbeitungskartoffeln gibt es derzeit kaum eine Nachfrage. Ein Teil der Produktionslinien befindet sich noch in der Werkspause. Soweit bereits neue Ernte aufgenommen wird geschieht dies meist auf Vertragsbasis. Die klassische Frühkartoffelsaison geht zwar in dieser Woche zu Ende und die Preise werden absehbar weiter nachgeben, aber noch ist vertragsfreie Ware nicht konkurrenzfähig. Auf dem Frischmarkt ist das verfügbare Angebot momentan nahezu überall bedarfsdeckend. Daher gibt es kaum Spielraum für das überregionale Versandgeschäft. Die Qualität der gerodeten Kartoffeln ist in der Regel durchaus gut und der Anteil der Absortierung entsprechend gering. Der flotte Absatz in den Tourismusgebieten an der Küste stützt bis auf weiteres insbesondere den Absatz gesackter Ware.