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Lage- und Preisbericht vom 18.04.2019


Rege Ferkelnachfrage

Schlachtschweinepreise über Ostern stabil

Geschäft mit Jungbullen enttäuscht

Wettermarktphase beginnt

Raps tendiert eher fest

Langsamer Übergang zu Frühkartoffeln


Rege Ferkelnachfrage

Das Geschäft mit Ferkeln entwickelt sich in Deutschland und in den anderen EU-Ländern im April fortgesetzt sehr rege. Die deutlich ansteigenden Schlachtschweinepreise sorgten zuletzt auch am Ferkelmarkt für sehr starke Preiserhöhungen. In vielen anderen EU-Mitgliedsstaaten war eine ähnliche Entwicklung zu beobachten. Deutlicher ansteigende Kurse verzeichnet man zuletzt in Spanien, Dänemark und den Niederlanden. In den letzten Wochen konnte die Nachfrage der Mäster mitunter nur verzögert gedeckt werden, da insgesamt nicht immer ausreichende Ferkelstückzahlen am Markt verfügbar waren. Auch fortgesetzt können Wartezeiten nicht ausgeschlossen werden. Einhergehend mit einem fortgesetzt knapper ausfallenden Angebot und unterstützt durch Preisbefestigungen am Schlachtschweinemarkt sind auch in den nächsten Wochen ansteigende Ferkelpreise möglich.

Schlachtschweinepreise über Ostern stabil

Die am deutschen Schlachtschweinemarkt in der Karwoche verfügbaren Angebotsstückzahlen fielen fortgesetzt nicht allzu umfangreich aus. Vor dem Hintergrund der über Ostern fehlenden Schlachttage können die Angebots- und Nachfrageverhältnisse aber als weitgehend ausgeglichen beschrieben werden. Stabile Auszahlungspreise für Schlachtschweine waren zuletzt die Folge. Für die Schlachtwoche vom 18. bis zum 24.04.2019 nannte die Vereinigung der Erzeugergemeinschaften für Vieh und Fleisch (VEZG) ihren Mitgliedern einen Schlachtschweinepreis in Höhe von 1,73 Euro je Kilogramm Schlachtgewicht. Das war ebenso viel wie eine Woche zuvor. Fortgesetzt rechnen die Marktbeteiligten mit keiner wesentlichen Veränderung auf der Angebotsseite. Die Inlandsnachfrage dürfte sich, eine entsprechende Wetterlage vorausgesetzt, im Hinblick auf den Maifeiertag und einem saisongemäß einsetzenden Grillgeschäft beleben. Andererseits stören feiertagsbedingte Schlachtausfälle den normalen Ablauf. Von einer festen Preisentwicklung wird dennoch ausgegangen.

Geschäft mit Jungbullen enttäuscht

Wie auch schon in den letzten Wochen entwickelte sich der Verlauf der Schlachtrinderpreise in der Karwoche uneinheitlich. Schlachtkühe standen am Markt weiterhin in nur sehr übersichtlichen Angebotsstückzahlen zur Verfügung, während sich die Nachfrage insgesamt zügig entwickelte. Nicht immer konnten alle Anfragen erfüllt werden. Weiter leicht steigende Auszahlungspreise waren die Folge. Jungbullen hingegen wurden seitens der Schlachtunternehmen fortgesetzt nur verhalten geordert. Begründet wurde diese Entwicklung weiterhin mit Einfuhren aus anderen EU-Staaten. Zudem präferierte der Lebensmittelhandel vielfach Aktionen mit Rindfleisch aus zum Beispiel Kanada, den USA, Südamerika und sogar Australien. Vor dem Hintergrund der zuletzt hierzulande kleiner ausfallenden Anlieferungsstückzahlen konnten sich die Preise im Wochenverlauf auf niedrigem Niveau stabilisieren. Am Donnerstag, den 18.04.2019 nannte die Vereinigung der Erzeugergemeinschaften für Vieh und Fleisch (VEZG) bundesweit für QS-Ware einen R3-Jungbullenpreis für Fleckvieh und Fleischrassen in Höhe von 3,48 Euro je Kilogramm Schlachtgewicht. Das war ebenso viel wie vor Wochenfrist. Die Preise für Kühe der Handelsklasse O3 (310 kg) wurden um 3 Cent auf 2,89 Euro je kg Schlachtgewicht erhöht.

Wettermarktphase beginnt

Nach langer Stagnation läuft der EU-Weizenexport seit einigen Wochen doch noch ziemlich flott. Das sorgt für einen zügigen Abbau der Lagervorräte und führt am Ende eventuell sogar zu einer angespannten Marktbilanz. Da der April nicht nur in Niedersachsen absehbar viel zu trocken ausfällt, dürften die bisherigen positiven Ausblicke auf die kommende Ernte deutlich zu korrigieren sein. Die Aussicht auf eine demnächst wieder reichlichere Versorgungslage ist noch lange nicht gesichert. Ohnehin beginnt jetzt die sogenannte Wettermarktphase. Wenn es in den wichtigen Anbaugebieten nicht bald ausgiebig regnet, dürfte sich an den Märkten umgehend eine gewisse Nervosität einstellen. Dem entsprechend wäre dann auch mit schnell steigenden Terminkursen und Marktpreisen zu rechnen.

Raps tendiert eher fest

Die Notierungen für Raps befinden sich seit Anfang März in einem klaren Aufwärtstrend. Zum Stand von Ende Januar fehlen aber noch mehr als 10 €/t. In Australien stehen nach umfangreichen Ausfuhren nur noch sehr begrenzte Rapsmengen für den Export zur Verfügung. Etwas Unterstützung kommt auch weiterhin von den sinkenden Lagerbeständen bei Palmöl, allerdings kaum aus dem Sojabereich. Die kürzliche Preiserholung von Sojabohnen und Sojaschrot wird voraussichtlich nicht nachhaltig sein.

Langsamer Übergang zu Frühkartoffeln

Weiterhin sind keine Anzeichen für eine Schwäche auf dem Speisekartoffelmarkt erkennbar. Zu Ostern rücken verstärkt Frühkartoffeln aus dem Mittelmeerraum in Fokus des Handels. Komplett verdrängt werden alterntige Speisekartoffeln damit aber noch nicht. In Niedersachsen ist gut erhaltene Lagerware jedenfalls durchaus noch verfügbar, wenn auch natürlich nicht mehr reichlich. Konsumenten warten ebenso wie der Handel auf neuerntige Kartoffeln, aber das Angebot ist knapp. Etwas Entspannung wird wohl erst eintreten, wenn Lieferungen aus Spanien kommen. Bei Verarbeitungskartoffeln haben die Terminkurse zwar nachgegeben, in erster Linie aber wohl nur aus markttechnischen Gründen im Zusammenhang mit dem auslaufenden Aprilkontrakt.