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Lage- und Preisbericht am 16.10.2020


Sehr feste Preisentwicklungen im Sojabereich

Schlachtschweinevermarktung stockt zunehmend

Schlachtkühe zuletzt schwächer bewertet

Futterbedarf treibt den Getreidemarkt

Raps bleibt stabil

Hohe Sortierverluste bei Kartoffeln


Sehr feste Preisentwicklungen im Sojabereich

Auf den Märkten für Futterkomponenten waren vor dem Hintergrund der zuletzt geringer als erwartet ausfallenden Sojaernte in den USA, fortgesetzt deutlich festere Kursentwicklung am Sojakomplex an den internationalen Börsen zu beobachten. Unterstützt wurde diese Entwicklung zuletzt durch relativ trockenes Wetter in Brasilien. Zudem sorgen die aktuell großen Sojaeinkäufe Chinas für eine starke Unterstützung dieser Entwicklung. Hierzulande verfügbares Sojaschrot wurde im Verlauf der zurückliegenden Berichtswoche ebenfalls sehr fest bewertet. Seitens der Marktbeteiligten deckt man dabei nur den dringend benötigten Bedarf, in der Hoffnung auf wieder fallende Preise. Zudem ist man vielfach verunsichert durch das Geschehen um die Afrikanische Schweinepest sowie die neuerlichen Corona-Infektionen und der damit verbundenen Auswirkungen auf den Schlachtviehmarkt. Am Markt für Rapsschrot wurde das zur Verfügung stehende Angebot zuletzt als nicht zu umfangreich beschrieben. Das gegenüberstehende Interesse hingegen entwickelte sich lebhaft. Die Preise für Rapsschrot tendierten, nicht zuletzt auch vor dem Hintergrund festerer Sojaschrot-Kurse, gleichfalls ansteigend.

Schlachtschweinevermarktung stockt zunehmend

Die Lage am deutschen Schlachtschweinemarkt wird weiterhin als schwierig beschrieben. In der zurückliegenden Berichtswoche fielen die Überhänge an schlachtreifen Schweinen vielfach erneut größer aus als noch eine Woche zuvor. Vor dem Hintergrund der durch das Corona-Geschehen verringerten Schlacht- und Zerlegekapazitäten ist die zeitnahe Abnahme der Schlachtschweine vielfach nicht mehr gewährleistet. Insbesondere im Nordwesten führen die Stückzahlbegrenzungen zweier großer Schlachtunternehmen zu größer werdenden Problemen. Auch in der weiteren Entwicklung rechnen Marktbeteiligte kurzfristig kaum mit einer schnellen Verbesserung der Situation. Die Auszahlungspreise für Schlachtschweine entwickeln sich dabei weiterhin unverändert auf niedriger Basis. Für die Schlachtwoche vom 15. bis zum 21.10.2020 nannte die Vereinigung der Erzeugergemeinschaften für Vieh und Fleisch (VEZG) ihren Mitgliedern einen unveränderten Schlachtschweinepreis in Höhe von 1,27 Euro je Kilogramm Schlachtgewicht.

Schlachtkühe zuletzt schwächer bewertet

In Deutschland waren im Verlauf der 42. Kalenderwoche auf dem Schlachtrindermarkt unterschiedliche Entwicklungen zu beobachten. Im Mittelpunkt des Interesses der Schlachtunternehmen standen dabei vielfach Jungbullen, insbesondere die besseren Qualitäten. Regional konnten dabei mehr oder weniger deutlich ausfallende Preisaufschläge durchgesetzt werden. Am deutlichsten fielen diese im Süden der Republik aus. Im Gegensatz dazu standen die Auszahlungspreise für Schlachtkühe und mindere Färsenqualitäten mitunter unter gewissem Preisdruck. Auf Seiten der Abnehmer war man nicht immer mehr bereit, bisherige Auszahlungspreise zu gewähren. Leichte Preisschwächen konnten nicht verhindert werden. Qualitativ höherwertige Schlachtfärsen wurden zumindest mit stabilen Preisen bewertet. Am Donnerstag, den 15.10.2020 nannte die Vereinigung der Erzeugergemeinschaften für Vieh und Fleisch (VEZG) bundesweit für QS-Ware einen R3-Jungbullenpreis für Fleckvieh und Fleischrassen in Höhe von 3,66 EUR/kg SG. Das waren 2 Cent mehr als vor Wochenfrist. Die Preise für Kühe der Handelsklasse O3 (310 kg) reduzierten sich um 3 Cent auf ein Niveau von 2,52 Euro je Kilogramm Schlachtgewicht.

Futterbedarf treibt den Getreidemarkt

Die Getreidepreise haben in den vergangenen Wochen aus mehreren Gründen angezogen. Die feste Tendenz auf internationaler Ebene resultiert aus reduzierten Schätzungen der Lagerbestände und auf trockenheitsbedingten Aussaatproblemen in wichtigen Anbauregionen. In Nordamerika kommen gegenwärtig in Folge der hohen Nachfrage auch Transport- und Logistikengpässe hinzu. Im jüngsten USDA-Bericht wurden die Schätzungen zwar auch für die anstehende Weizenernte in Argentinien und Australien nach unten korrigiert, andererseits aber die Annahmen über die eingebrachte Ernte in Russland so deutlich erhöht, dass man im laufenden Wirtschaftsjahr insgesamt mit einem möglichen Lagerbestandsaufbau bei Weizen rechnet. Für Futtergetreide unterstützt der Bericht die aktuell sehr feste Tendenz. Demnach ist in diesem Bereich mit global weiter abnehmenden Lagerbeständen zu rechnen. Auf den hiesigen Märkten hat sich der Futtergetreidebedarf noch nicht verringert, sondern kurzfristig sogar noch erhöht. Er trifft auf eine saisonal eher schwach ausgeprägte Abgabebereitschaft der Lagerhalter, zumal die Erzeugerpreise zunächst einmal nur mit Verzögerung reagierten. Aktuell scheint die Verkaufsneigung allerdings spürbar zuzunehmen.

Raps bleibt stabil

Raps erhält Unterstützung vom aktuell etwas angespannten Sojamarkt. Die bevorstehende kalte Jahreszeit begünstigt außerdem die Nachfrage nach Biodiesel auf Rapsölbasis. Im Binnenland werden höhere Preise gezahlt als an der Küste, die stärker von Importen beeinflusst wird.

Hohe Sortierverluste bei Kartoffeln

Zahlreiche Beschädigungen der Knollen stellen die Kartoffelvermarktung vor erhebliche Herausforderungen. Oft sind Schäden erst im Lager an Blauverfärbung und Verkorkungen erkennbar. Das wird voraussichtlich auch im weiteren Verlauf bei der Auslagerung zu hohen Verlusten durch Absortierung führen. Verschärft wird die Problematik durch die immer noch schwache Nachfrage der Schälbetriebe. Erzeuger die teilweise schon 30 %, in Einzelfällen auch mehr als 50 % Sortierabgang hinnehmen mussten, werden demnächst im Zweifel eher bereit sein, stark betroffene Partien einer Verwertung in der Rinderfütterung oder gleich in Biogasanlagen zuzuführen. Das jetzt noch insgesamt gut ausreichend erscheinende Angebot an Speisekartoffeln könnte daher in einigen Monaten stärker geschrumpft sein als in Normaljahren. Auch Verarbeitungskartoffeln, die noch geerntet werden, weisen häufiger Knollenschäden auf.