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Lage- und Preisbericht am 17.01.2020


Futterkomponenten stabil bis fest bewertet

Schweinepreise erneut reduziert

Schlachtkühe bevorzugt gefragt

Aufwind am Getreidemarkt durch gutes Exportgeschäft

Raps kann Preisspitze nicht halten

Speisekartoffeln aus Kistenlägern ziehen an


Futterkomponenten stabil bis fest bewertet

Im Bereich der verschiedenen Futterkomponenten wurden Produkte aus dem Sojasegment zuletzt stabil bis fest bewertet. Vor dem Hintergrund einer möglichen Annäherung zwischen den USA und China wurden die Börsenkurse an den internationalen Märkten gestützt. Preisdämpfend wirken sich eher die guten Wetterbedingungen in den Hauptanbaugebieten Südamerikas aus. Die hierzulande verlangten Forderungen für Soja und Brasilschrot lagen zuletzt nahe an der Vorwochenbasis. Am Markt für Rapsschrot hatten die festen Marktentwicklungen zuletzt bestand. Das zur Verfügung stehende Angebot fällt überschaubar aus. Gleichzeitig besteht auf Seiten der Verarbeiter weiterhin größerer Bedarf. Da die Ölmühlen vielfach die Verarbeitung gedrosselt haben, dürfte Rapsschrot auch in den nächsten Wochen nicht in zu reichlichen Mengen am Markt verfügbar sein. Im Bereich der übrigen Futterkomponenten wurden Melasseschnitzel- und Weizenkleiepellets zuletzt zu stabilen bis festen Kursen bewertet.

Schweinepreise erneut reduziert

Die in den vergangenen Wochen entstandenen Angebotsüberhänge konnten im Verlauf der dritten Kalenderwoche noch nicht immer vollständig abgebaut werden. Regional waren allerdings wieder ausgeglichene Angebots- und Nachfrageverhältnisse zu beobachten. Im weiteren Verlauf wird auch anderenorts eine entsprechende Entwicklung erwartet, sodass auch mit einer wieder stabilen Preisentwicklung gerechnet werden kann. Für die Schlachtwoche vom 16. bis zum 22.01.2020 nannte die Vereinigung der Erzeugergemeinschaften für Vieh und Fleisch (VEZG) ihren Mitgliedern einen Schlachtschweinepreis in Höhe von 1,82 €/kg Schlachtgewicht das waren nochmals 4 Cent weniger als eine Woche zuvor.


Schlachtkühe bevorzugt gefragt

Im Verlauf der dritten Kalenderwoche waren am Markt für Schlachtrinder wiederum uneinheitliche Entwicklungen zu beobachten. Seitens der Schlachtunternehmen zeigte man vornehmlich Interesse an Schlachtkühen und abfallende Färsenqualitäten. In diesem Bereich konnten vielfach erneut etwas höhere Preise durchgesetzt werden. Jungbullen und dabei insbesondere die höheren Qualitäten hingegen wurden eher vernachlässigt. Das seitens der Jungbullenmäster bereitgestellte Angebot fiel dabei nicht gerade klein aus und reichte entsprechend gut aus, um den bestehenden Bedarf der Schlachtunternehmen zu decken. Letztere übten vor dem Hintergrund der guten Verfügbarkeit erneut Preisdruck aus. Am Donnerstag, den 16.01.2020 nannte die Vereinigung der Erzeugergemeinschaft für Vieh und Fleisch (VEZG) bundesweit für QS-Ware einen R3-Jungbullenpreis für Fleckvieh und Fleischrassen in Höhe von 3,70 EUR/kg SG. Das waren 3 Cent weniger als eine Woche zuvor. Die Preise für Kühe der Handelsklasse O3 (310 kg) stiegen um 4 Cent auf ein Niveau von 2,69 EUR/kg SG an.
 

Aufwind am Getreidemarkt durch gutes Exportgeschäft

Brot- und Futtergetreide werden Mitte Januar rege nachgefragt. Das flotte Exportgeschäft wirkt auch stimulierend auf den Handel im Binnenland. Der Umfang der EU-Weizenausfuhren übersteigt den vergleichbaren Vorjahresstand bereits um fast 60 %. US-Weizen ist preisbedingt derzeit kaum konkurrenzfähig im internationalen Wettbewerb. Speziell in Norddeutschland kommt noch hinzu, dass der Anbau von Winterweizen zur Ernte 2020 hier besonders kräftig eingeschränkt wurde. Der Rückgang der Anbaufläche beträgt den vorläufigen Angaben des statistischen Bundesamts zu Folge im Durchschnitt des Bundesgebiets etwa 7 %, fällt in Sachsen-Anhalt, Niedersachsen und Schleswig-Holstein aber erheblich höher aus. Gerste kann ebenfalls zügig vermarktet werden, auch wenn die Dynamik hier mit dem Weizen nicht ganz mithalten kann. Reichte der Gerstenpreis vor einem Jahr noch an den für Weizen heran, so gibt es momentan doch wieder eine deutliche Preisdifferenz.

Raps kann Preisspitze nicht halten

Beim Raps hat sich die Marktsituation zunächst weiter zugespitzt. Auch die Lagerbestände in Kanada wurden nach unten korrigiert. Im Wochenverlauf geben die Terminkurse allerdings erheblich nach.

Speisekartoffeln aus Kistenlägern ziehen an

Das vermarktbare Speisekartoffelangebot ist klein und kann den Bedarf nur noch mit Mühe decken. Trotz käuferseitig erhöhter Kompromissbereitschaft gelingt es kaum, den durchschnittlichen Sortierabgang deutlich unter 15 % zu drücken. Einwandfreie Ware ist knapp und für den überregionalen Versand sowie den wiederauflebenden Osteuropaexport sind nur sehr begrenzte Mengen verfügbar. Auch der relativ hohe Abgang aus der Pflanzgutaufbereitung bringt nur wenig Entspannung. Insbesondere bei Kistenware ziehen die Preise deutlich an. Auch auf dem Markt für freie Verarbeitungsware setzt sich die feste Markttendenz fort. Die meisten Werke haben nur eine kurze Verarbeitungspause eingelegt und arbeiten längst wieder auf Hochtouren. Die aus Lieferverträgen resultierenden Mengen reichen oft nicht, da die erwarteten Erträge nicht erzielt wurden oder die Qualitätsanforderungen nicht erfüllt werden können.