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Getreide- und Ölsaatenmarkt

Hier finden Sie eine Zusammenfassung des aktuellen WASDE Reports zum Getreide- und Ölssatenmarkt des amerikanischen Landwirtschaftsministeriums (USDA) vom 09.02.2021 und die Reaktionen der Märkte:

Weizen
Die Weizenkurse gaben trotz der bullishen Zahlen des USDA weiter nach. An der Euronext rutschte der Frontmonat auf 223,75 EUR/t und damit weitete sich die Differenz zum Hochpunkt von Mitte Januar bereits auf 12 EUR/t aus. Als Taktgeber wirkte am gestrigen Handelstag die US-Börse, die ebenfalls im Minus schloss. Dabei hätten die USDA-Zahlen auch eine andere Entwicklung vermuten lassen. Die globalen Endbestände wurden von den US-Experten stärker nach unten korrigiert als im Vorfeld erwartet worden war. Demnach sollen sich diese auf nur noch 304 Mio. t belaufen nach 313,2 Mio. t im Vormonatsbericht. Allerdings wurde die Produktion auch auf einen Rekordwert von 773,4 Mio. t angehoben und steht einem Verbrauch von 769,3 Mio. t gegenüber. Der Bedarf Chinas erhöhte sich um 5 Mio. t auf 140 Mio. t und gleichzeitig stiegen die Importprognosen für das Reich der Mitte im Vergleich zum Vormonat um 1 Mio. t auf 10 Mio. t an. Im Vorjahr waren es lediglich 5,4 Mio. t. Für Europa spiegelte sich die gute Stimmung an den Exportmärkten wider. Erneut setzte das US-Agrarministerium die EU-Exportzahlen um 0,5 Mio. t höher auf 27 Mio. t. Dementsprechend sinken die Endbestände in Europa weiter. Diese wurden auf 10,6 Mio. t geschätzt und fallen damit um 3,7 Mio. t geringer aus als im Wirtschaftsjahr 19/20. Das Minus zum Wirtschaftsjahr 18/19 beläuft sich bereits auf 5,3 Mio. t. Dennoch ruderten die Börsenkurse zunächst zurück, verursacht durch die überraschende Schwäche der Maisnotierungen. 

Ölsaaten
Nach dem USDA-Bericht ging es für die Rapskurse an der Euronext weiter bergauf. Mittlerweile erreichte der Frontmonat 446,25 EUR/t und auch der neuerntige August-Kontrakt hat bereits zum Jahres-Start die 400-Euro-Marke überschritten. Für gute Stimmung sorgte der erneute Sprung der Sojabohnen über die 14-Dollar-Marke. Das USDA senkte die US-Bestände stärker als erwartet. Diese fielen auf 3,25 Mio. t und verfehlen damit die Vorjahresmenge um gut 11 Mio. t. Zurückzuführen ist dies auf die starke Nachfrage Chinas nach US-Ware. Die US-Exportmenge wurde auf 61,24 Mio. t erhöht und übersteigt damit die Vorjahresmenge um deutliche 15,5 Mio. t. Auf globaler Ebene fiel die Abwärtskorrektur nicht so stark aus. Die Weltendbestände wurden auf 83,4 Mio. t geschätzt und lagen damit sogar über dem Ergebnis der Analysten-Schätzung im Vorfeld.  Unverändert blieben die Produktionszahlen sowohl für die USA als auch für Südamerika. Die argentinische Erntemenge wird auf 48 Mio. t prognostiziert und für Brasilien werden 133 Mio. t erwartet. 

Mais
Für den Mais ging es nach der Veröffentlichung des USDA-Berichtes bergab. Entgegen der Analysten-Umfrage wurden die globalen Endbestände nach oben korrigiert. Demnach belaufen sich diese auf 286,5 Mio. t nach 283,8 Mio. t im Vormonat. Die Schätzung im Vorfeld lagen im Durchschnitt bei 279,8 Mio. t. Ein Plus ergab sich dabei für China. Hier stiegen die Endbestände von 191,7 Mio. t auf 196,2 Mio. t an. Als Ursache können die deutlich gestiegenen Importzahlen herangezogen werden. Diese erhöhten sich um 6,5 Mio. t. Eine Erhöhung der Exportzahlen wurden für die USA und Südafrika prognostiziert. Auf der Angebotsseite blieben die Zahlen nahezu unverändert. Die Erntemengen der Hauptexportländer USA, Brasilien, Argentinien und der Ukraine blieben auf dem Niveau des Vormonats. Für Brasilien wurden also mögliche Beeinträchtigung der Safrinha-Ernte aufgrund der verzögerten Erntearbeiten auf den Bohnenfeldern wurden noch nicht berücksichtigt.
 


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Stand: 10.02.2021