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Unvermeidliche Verluste und erforderliche Zuschläge auf dem Grünland sowie im Feldgras- und Silomaisanbau

In vielen Regionen Niedersachsens waren im Jahr 2018 die Grünland-, Feldgras- und Silomaiserträge  infolge der Dürre deutlich niedriger als in den Vorjahren. Liegen die Erträge im Jahr 2018 um mehr als 20 % unter den 3-jährigen Durchschnittserträgen, können analog zum Marktfruchtbau die nicht zu vertretenden Ernteausfälle auf dem Grünland und im Feldgras- und Silomaisanbau durch die Berechnung unvermeidlicher Verluste bzw. erforderlicher Zuschläge bei der Ermittlung der N- und P2O5-Kontrollwerte berücksichtigt werden (§ 8, Abs. 5 DüV).

Da bei einer innerbetrieblichen Futterverwertung die Grundfuttererträge i. d. R. nicht gewogen werden, besteht für Betriebe, die über keine Ertragsaufzeichnungen verfügen die Möglichkeit, die Mindererträge auf dem Grünland und beim Feldgras- und Silomaisanbau auf der Grundlage der Ertragsdaten aus dem Dürrebeihilfeprogramm zu ermitteln. In diesem Zusammenhang wurden auf Grundlage des Dürrebeihilfeprogramms die prozentualen Mindererträge in den jeweiligen Landkreisen (LK) ermittelt und in Anlage 1 dargestellt. Die unvermeidlichen Verluste und erforderlichen Zuschläge nach § 8 Abs. 5 sind wie folgt zu berechnen:

  • Der Minderertrag im Jahr 2018 wird auf Grundlage des durchschnittlichen Ertragsniveaus der letzten 3 Jahre und des prozentualen Minderertrages im Jahr 2018 berechnet.
  • Auf der Grundlage der jeweiligen Mindererträge werden in einem zweiten Rechenschritt unvermeidliche Verluste/erforderliche Zuschläge ermittelt. In diesem Zusammenhang wird die Anbaufläche mit den jeweiligen Mindererträgen und den N- und P2O5-Gehalten im Erntegut multipliziert.
  • Anschließend wird die Summe der unvermeidlichen Verluste/erforderlichen Zuschläge berechnet und gemäß Anlage 5 DüV in Zeile 11 des Nährstoffvergleichs übertragen.

Die Berechnung der unvermeidlichen Verluste/erforderlichen Zuschläge kann mit Hilfe eines Formblattes (s. Anlage) durchgeführt werden. Die anzusetzenden N- und P2O5-Gehalte im Erntegut sind in Anlage 2 aufgeführt.

Die Vorgehensweise ist nachfolgend an einem Beispiel erläutert:

 

Unvermeidliche Verluste und erforderliche Zuschläge

Landkreis

Nutzung

Anbaufläche [ha]

Ø Ertrags-niveau der letzten 3 Jahre [dt/ha]

Minderertrag 2018 [%]

Minderertrag 2018

[dt/ha]

N-Gehalt

[kg/ha]

P2O5-Gehalt

[kg/ha]

[kg N/Betrieb]

[kg P2O5/Betrieb]

Anlage 1

Anlage 2

Anlage 2

359 Stade

Silomais 32% TS

10

500

28

140

0,43

0,18

602

252

359 Stade

Grünland 4-Schnittnutzung

90

90

50

45

2,70

0,81

10935

3281

353 Harburg

Silomais 32% TS

10

500

30

150

0,43

0,18

645

270

 

Summe unvermeidliche Verluste und erforderliche Zuschläge:

12182

3803

 

Es werden 20 ha Silomais (10 ha im LK Harburg und 10 ha im LK Stade) und 90 ha Grünland im LK Stade angebaut bzw. bewirtschaftet. Beim Grünland sind 50 % Minderertrag und beim Silomais 28 bzw. 30 % Minderertrag anzusetzen (s. Anlage 1). Auf Grundlage der angegebenen Durchschnittserträge errechnen sich Mindererträge von 45 dt TM/ha auf dem Grünland sowie 140 bzw. 150 dt FM/ha beim Silomais. Die jeweiligen Mindererträge werden mit den N- und P2O5-Gehalten im Erntegut und der Anbaufläche multipliziert, so dass sich die unvermeidlichen Verluste/erforderlichen Zuschläge hinsichtlich der jeweiligen Anbauflächen ergeben. Anschließend wird die Summe der unvermeidlichen Verluste/erforderlichen Zuschläge berechnet (12182 kg N und 3803 kg P2O5) und in die Zeile 11 des Nährstoffvergleichs übertragen. Ein Übertrag der unvermeidlichen Nährstoffverluste/erforderlichen Zuschläge in den Nährstoffvergleich darf nur durchgeführt werden, wenn entsprechend geringe Erträge im Nährstoffvergleich berücksichtigt werden.

Zur Vereinfachung der oben dargestellten Berechnung steht eine entsprechende Excel-Anwendung im Dateianhang zur Verfügung "Anwendung zur Berechnung der unvermeidlichen Verluste & erforderlichen Zuschläge" für den Nährstoffvergleich 2018.


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Stand: 11.02.2019