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Hinweise zur Düngung im Spargelanbau

Ideale „Spargelböden“ für gute und qualitativ hochwertige Spargelerträge sind sandige und schwach humose Standorte. Um eine erfolgreiche Spargelkultur auf einem solchen Standort etablieren zu können, ist eine entsprechende Vorbereitung des Standortes entscheidend. Diese Standortverbesserungen werden u.a. durch eine Aufbringung von organischer Substanz und deren tiefenwirksame Einarbeitung erreicht.

Auswahl des organischen Nährstoffträgers

Zur Vorbereitung des Standortes können verschiedene organische Wirtschaftsdünger eingesetzt werden. Die Auswahl eines geeigneten Wirtschaftsdüngers sollte u.a. anhand folgender Kriterien erfolgen:

  • Humuswirkung
  • Nährstoffgehalte und deren Nährstoffausnutzung
  • Rechtliche Rahmenbedingungen zum Einsatz eines Wirtschaftsdüngers

Die Vorbereitung kann im Pflanzjahr oder im Vorjahr zu einer vorbereitenden Zwischenfrucht erfolgen. Festmist von Huf- und Klauentieren sowie Kompost können unabhängig von der Vorfrucht und ohne Begrenzung auf 30 kg NH4-N/ha bzw. 60 kg Gesamt-N/ha im Vorjahr ausgebracht werden. Es ist lediglich die Sperrfrist vom 15. Dezember bis 15. Januar zu berücksichtigen. Die maximal auszubringende Festmist- bzw. Kompostmenge orientiert sich am Düngebedarf der nachfolgenden Spargelkultur. Hierbei ist die ausgebrachte P-Menge zu 100 % anzurechnen. Bei Festmisten von Huf- und Klauentieren sowie Komposten sind die N-Ausnutzungen gem. Anlage 3, DüV anzusetzen (z. B. Rindermist: 25 % Mindestwirksamkeit). Für die beispielhaft gegebene Mistmenge gilt nicht die 10 %-Vorjahresnachlieferung, da der im Herbst mit dem Mist aufgebrachte Stickstoff zum Spargel mit einer Mindestausnutzung in Höhe von 25 % zu berücksichtigen ist. Weiterhin ist zu beachten, dass die mit einer organischen Dünung aufgebrachte N-Menge im Durchschnitt der landwirtschaftlich genutzten Flächen 170 kg N/ha und Jahr nicht überschreiten darf. Für Kompost gilt, dass im Durchschnitt von drei Jahren auf allen landwirtschaftlich genutzten Flächen nicht mehr als 510 kg N aufgebracht werden dürfen.

Düngebedarfsermittlung (DBE) und Nährstoffvergleich (NV) nach DüV

Mit einer organischen Düngung werden in der Regel wesentliche Mengen an N (50 kg Gesamt-N/ha x Jahr) und Phosphat (30 kg P205/ha x Jahr) ausgebracht. Diese Nährstoffmengen müssen nach den Regelungen der DüV berücksichtigt werden. Dazu gehört, dass sie im Rahmen der DBE und des NV dokumentiert werden.

Aufgrund der besonderen Anforderungen der Dauerkultur Spargel ist für die ersten drei Jahre der Nährstoffbedarf zum Aufbau des Spargelrhizoms zu berücksichtigen. In der DüV sind für die ersten drei Jahre entsprechende N-Bedarfswerte angegeben (Tab. 1).

Tab. 1. Stickstoffbedarfswerte* für Spargel in Abhängigkeit vom Ertragsniveau sowie die notwendige Probenahmetiefe zur Ermittlung des Mineralstickstoffgehaltes (Nmin) im Boden

  Ertragsniveau Stickstoffbedarfswert  Stickstoffabfuhr Probenahmetiefe Nmin
(dt/ha) (kg N/ha) (kg N/ha)* (cm)
Spargel 1. Standjahr 0 140 0 0-60
Spargel 2. Standjahr 20 160 5,2 0-90
Spargel 3. Standjahr 80 160 20,8 0-90
Spargel ab 4. Standjahr 100 80 26 0-90
*nach Anlage 4 Tabelle 4 DüV

Zur Ermittlung des N-Düngebedarfes sind zusätzlich Zu- und Abschläge vorzunehmen. Zu beachten ist, dass bei einer Vorbereitung des Standortes im Pflanzjahr die mit einer organischen Düngung im Vorjahr ausgebrachten Gesamt-N-Mengen bei der DBE im Pflanzjahr angerechnet werden müssen (für Champost und Kompost in den ersten drei Anlagejahren je mit 4%, 3% und 3% und für übrige organische Düngemittel 10% im Pflanzjahr). Weitere grundlegende Informationen hierzu finden Sie auf den Internetseiten der Düngebehörde der LWK Niedersachsen. Eine Excel-Anwendung zur DBE finden sie unter Webcode 01034537.

Nach der DüV muss auch für P2O5 eine Düngebedarfsermittlung erfolgen. Dabei kann der ermittelte P2O5-Düngebedarf für bis zu drei Jahre ermittelt und gedüngt werden. Für P2O5 (sowie auch für K2O und MgO) richtet sich der jeweilige Düngebedarf entsprechend der guten fachlichen Praxis nach der jeweiligen Nährstoffgehaltsklasse des Bodens (Tab. 2).

Tab. 2: Düngebedarf für Spargel

Düngebedarf für Spargel in den Standjahren 1 – 3 nach Gehaltsklassen

Bodengehaltsklasse

Bewertung

P2O5

[kg/ha]

K2O

[kg/ha]

MgO (mittel und schwerer Boden)

[kg/ha]

MgO (leichter Boden)

[kg/ha]

A

niedrig

100

300

80

100

B

mittel

75

230

60

80

C

normal – anzustreben

50

175

40

60

D

hoch

25

85

20

30

E

sehr hoch

0

0

0

0

Düngebedarf für Spargel ab dem 4. Standjahr nach Gehaltsklassen

Bodengehaltsklasse

Bewertung

P2O5

[kg/ha]

K2O

[kg/ha]

MgO (mittel und schwerer Boden)

[kg/ha]

MgO (leichter Boden)

[kg/ha]

A

niedrig

40

180

80

60

B

mittel

30

135

60

45

C

normal – anzustreben

20

90

10

30

D

hoch

10

45

5

15

E

sehr hoch

0

0

0

0

Quelle: Paschold

Anzustreben ist jeweils die Gehaltsstufe C. In den Gehaltsklassen A und B werden entsprechende Zuschläge zur Düngung empfohlen, um den Bodenvorrat anzuheben. In der Gehaltsklasse D sollte für P2O5, K2O und MgO die Düngung entsprechend reduziert werden und in Gehaltsstufe E eine Aussetzung der Düngung erfolgen. Nach DüV gilt für P2O5, dass ab einem P2O5-Bodengehalt von 20 mg P2O5/100 g Boden (CAL) eine Düngung nur nach P2O5-Abfuhr erfolgen darf. Bei einer Aufdüngung eines Standortes in den P2O5-Gehaltsklassen A und B ist darauf zu achten, dass im Rahmen eines Nährstoffvergleiches gesamtbetrieblich ein maximaler Bilanzüberschuss von 10 kg P2O5/ha im Mittel von 6 Jahren eingehalten werden muss.

Besonderheiten für Junganlagen

Bei einer Spargelneuanlage muss das im Vorbereitungsjahr für drei Jahre ausgebrachte P2O5 in der DBE zu 100% angerechnet werden. In den ersten drei Jahren steht einem hohen P2O5-Bedarf für den Rhizomaufbau ein vergleichsweise geringer Entzug gegenüber. Als Besonderheit beim Spargelanbau gilt analog zu der Vorgehensweise in anderen Bundesländern als P2O5-Abfuhr die P2O5-Einlagerung in das Rhizom, da das darin aufgenommene P2O5 dem Boden entzogen ist. Es dürfen die entsprechenden Werte für die Einlagerung nach Tabelle 3 zugrunde gelegt werden, die die P2O5-Abfuhr sowie die P2O5-Rhizomeinlagerung unterteilt nach Standjahren verdeutlicht. Zudem dürfen im Rahmen des Nährstoffvergleiches daher die für den Rhizomaufbau erforderlichen P2O5-Frachten bzw. P2O5-Einlagerungen in das Rhizom (insgesamt 152 kg P2O5/ha in drei Jahren, Tab. 3) zusätzlich zu den mit den Erträgen im zweiten und dritten Standjahr abgefahrenen P-Mengen (insgesamt 8,2 kg P2O5/ha in drei Jahren) berücksichtigt werden. Im Falle von Kompost und Champost sind beim Nährstoffvergleich 30% des ausgebrachten Gesamt-N anzurechnen. In diesem Zusammenhang ist die über Kompost und Champost ausgebrachte Stickstoffmenge im Nährstoffvergleich einzutragen und bei den unvermeidlichen Verlusten und erforderlichen Zuschlägen ein Abzug in Höhe von 70 % in Ansatz zu bringen.

Tab. 3. Phosphatabfuhr und P-Rhizomeinlagerung für Spargel in Abhängigkeit von dem Standjahr.

 

Phosphatabfuhr

Rhizomeinlagerung

(kg P2O5/ha)

(kg P2O5/ha)*

Spargel 1. Standjahr

0

37

Spargel 2. Standjahr

1,64

60

Spargel 3. Standjahr

6,56

55

Spargel ab 4. Standjahr

8,2

 

* in den ersten drei Jahren können insgesamt 152 kg P2O5/ha für die Einlagerung in das Rhizom berücksichtigt werden
Quelle: Paschold

 


Kontakt:
Dr. Hendrik Führs
Beratung im Gartenbau
Telefon: 0511 4005-2314
Telefax: 0511 4005-2300
E-Mail:
Tim Eiler
Leiter Sachgebiet Düngerecht
Telefon: 0441 801-735
Telefax: 0441 801-440
E-Mail:


Stand: 06.03.2019