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Ausnahmen von der Schleppschlauchpflicht möglich

Gemäß Düngeverordnung besteht die Möglichkeit, dass unter bestimmten Voraussetzungen Ausnahmen von der Schleppschlauchpflicht auf bestelltem Ackerland gewährt werden können. Informieren Sie sich im nachfolgenden Artikel zu diesem Thema.

Bekanntlich dürfen gemäß § 6 Abs. 3 S. 1 und 2 der Düngeverordnung Gülle, Jauche, Gärreste und andere flüssige organische und organisch-mineralische Düngemittel mit wesentlichen verfügbaren Stickstoffgehalten auf bestelltem Ackerland nur noch streifenförmig auf den Boden aufgebracht oder direkt in den Boden eingebracht werden. Die Technik steht in Form von Schleppschlauch- und Schleppschuhverteilern bzw. Injektionsgeräten zur Verfügung.

Sinn der Regelung ist die Verringerung von Ammoniak (NH3)-Emissionen in die Atmosphäre, die bei breitflächiger Ausbringung von Gülle, Gärrest etc. deutlich höher sind als bei bodennaher Ausbringung mittels Schleppschlauch- oder vergleichbaren Systemen. Parallel dazu wird die N-Effizienz gesteigert.

Der Gesetzgeber hat jedoch geregelt, dass die nach Landesrecht zuständige Stelle (in Niedersachsen die Düngebehörde bei der Landwirtschaftskammer) Ausnahmen von der Pflicht bodennah auszubringen genehmigen kann, soweit deren Einhaltung und eine Aufbringung mittels anderer Verfahren auf Grund der naturräumlichen oder agrarstrukturellen Besonderheiten des Betriebes unmöglich oder unzumutbar sind.

Es gibt Situationen, bei denen eine Ausbringung mit modernen Schleppschlauchverteilern und entsprechend großen Fassvolumina und Arbeitsbreiten aufgrund naturräumlicher Gegebenheiten nicht möglich ist. Ein solcher Ausnahmefall liegt insbesondere dann vor, wenn ein Einsatz der für die Einhaltung der Vorgaben erforderlichen Geräte aus Sicherheitsgründen ausscheidet. Die Ausbringung auf Ackerflächen mit starker Hangneigung stellt in diesem Zusammenhang den zuvor genannten Ausnahmefall dar. Zum einen kann es bei Kurvenfahrten am Vorgewende zum Bodenkontakt des Gestänges kommen, zum anderen besteht unter Umständen eine Kippgefahr, so dass die Ausbringung mit solchen Geräten aus Sicherheitsgründen ausscheidet.

Für solche Fälle hat die Düngebehörde ein Antragsverfahren entwickelt, um betroffenen Landwirten eine organische Düngung in stehende Bestände auch bei starken Hanglagen zu ermöglichen. Die Abgrenzung, ob eine starke Hangneigung besteht und damit eine Genehmigung erteilt wird, erfolgt aus Praktikabilitätsgründen anhand der Einstufung des betroffenen Feldblocks in seine jeweilige CC-Erosionsklasse. Nur Feldblöcke in der Gebietskulisse "CC-Wasser2" sind genehmigungsfähig. Diese befinden sich vornehmlich in den Mittelgebirgslagen Südniedersachsens. Die Einstufung der Feldblöcke kann im Feldblockfinder eingesehen werden. Dort in der Auswahlliste links das Kästchen "CC Erosion Wasser" anklicken.

Antragsformulare stehen ab sofort als Anlage zu diesem Artikel zum Download bereit. Diese können direkt am PC ausgefüllt werden. Anschließend ausdrucken, unterschreiben und als Scan online an die E-Maildresse hangneigung@lwk-niedersachsen.de senden.

Genehmigungsauflagen können der Seite 3 des Antrags entnommen werden. Wird eine Genehmigung erteilt, gilt diese für das Antragsjahr und die beiden Folgejahre. Die von der Kammer zu erhebende Gebühr beträgt 100 EUR plus 5 EUR je ha.

 

Weitere Informationen geben die regionalen Dienststellen der Landwirtschaftskammer.


Kontakt:
Jelko Djuren
Kontrolle Düngerecht
Telefon: 0441 801-775
Telefax: 0441 801-778
E-Mail:
Andreas Reichel
Düngeverordnung, WEB Module Düngung, Düngeplanung
Telefon: 0441 801-275
Telefax: 0441 801-440
E-Mail:


Stand: 24.02.2020