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Nitrat- und phosphatsensible Gebiete – welche Vorgaben gelten nach Veröffentlichung LandesDüV?

Die Landesdüngeverordnung (NDüngGewNPVO) mit Ausfertigungsdatum vom 03.05.2021 ist seit dem 08.05.2021 gültig. Damit sind die Nitrat- und Phospatsensiblen Gebiete für dieses Jahr klar definiert. Informieren Sie sich im folgenden Artikel über die verbindlichen Regeln in diesen Gebieten.

Welche Gebietskulissen gelten?

Seit dem Inkrafttreten der neuen Landesdüngeverordnung sind die Gebietkulissen festgelegt. 

Gebiet / Kulisse

Symbol LEA-Portal

Maßnahmentyp

Kulisse: Mit Nitrat belastete Gebiete
(Rote Gebiete)
(seit 08.05.2021)

Nitrat-Maßnahmen
Bund/Land

Auffangkulisse Oberflächengewässer
(seit 01.01.2021)

[gilt landesweit]

Phosphat-Maßnahme
Auffangkulisse

Kulisse Eutrophierte Gebiete
(Gelbe Gebiete)
(Landesdüngeverordnung, seit 08.05.2021)

Phosphat-Maßnahmen
Land

 


Wo kann ich die Kulissen einsehen?

Zur Überprüfung ob ggf. eine betriebliche Betroffenheit vorliegt, können über das LEA-Portal die Gebietskulissen in einer interaktiven Karte eingesehen werden.

Betriebe und bevollmächtigte Berater*innen verwenden an dieser Stelle das Schlaginfo-Portal und können sich hier die beantragten Flächen aus ANDI 2020 in Verbindung mit den Gebietskulissen anzeigen lassen.
 


Welche Maßnahmen gelten ab dem aktuell in der jeweiligen Kulisse?

1) Nitratmaßnahmen:
Folgende Auflagen gelten in Niedersachsen in den mit Nitrat belasteten Gebieten (Rote Gebiete):

  1. Reduzierung des ermittelten N-Düngebedarfs um 20 % im Durchschnitt der gesamten Fläche in Roten Gebieten
    Ausnahme: Gilt nicht für Betriebe, die im Durchschnitt ihrer Flächen im belasteten Gebiet nicht mehr als 160 kg Gesamt-N/ha und davon nicht mehr als 80 kg Gesamt-N/ha in Form von mineralischen Düngemitteln aufbringen.
     
  2. Einhaltung einer schlagbezogenen N-Obergrenze von 170 kg N/ha für die Aufbringung von organischen Düngemitteln.
    Ausnahme: Gilt nicht für Betriebe, die im Durchschnitt ihrer Flächen im belasteten Gebiet nicht mehr als 160 kg Gesamt-N/ha und davon nicht mehr als 80 kg Gesamt-N/ha in Form von mineralischen Düngemitteln aufbringen.
     
  3. Sperrfrist vom 01.Oktober bis 31. Januar auf Grünland und Ackerland mit mehrjährigem Feldfutterbau
     
  4. Sperrfrist vom 01. November bis 31. Januar für das Aufbringen von Festmist von Huf- oder Klauentieren und Kompost
     
  5. Verbot der Aufbringung von Düngemitteln mit einem wesentlichen N-Gehalt zu Wintergerste, Zwischenfrüchten ohne Futternutzung und Winterraps im Herbst.
    Ausnahme: Eine N-Herbstdüngung zu Winterraps ist zulässig, wenn der Nmin-Wert im Boden 45 kg N/ha nicht überschreitet. Zwischenfrüchte ohne Futternutzung können mit Festmist von Huf- oder Klauentieren oder Kompost bis zu 120 kg Gesamt-N gedüngt werden.
     
  6. Beschränkung der N-Menge über flüssige organische einschließlich flüssiger Wirtschaftsdünger auf Grünland und Ackerland mit mehrjährigem Feldfutterbau auf 60 kg N/ha innerhalb des Zeitraumes vom 01.09.-30.09.
     
  7. Zwischenfruchtanbaugebot, sofern die nachfolgende Sommerung ab 01. Februar gedüngt werden soll.
    Ausnahme: Ernte der Vorfrucht nach dem 01. Oktober oder Gebiet mit < 550 mm Niederschlag im langjährigen Mittel
     
  8. Einarbeitungsfrist 1 Stunde
     
  9. Verpflichtende Frühjahrs Nmin-Untersuchung (ab Frühjahr 2022)

Weggefallen sind die verpflichtende Wirtschaftsdüngeruntersuchung und auch die diskutierte Maßnahme Untersaat im Mais.


2) Phosphat-Maßnahmen Bund

Folgende Auflagen gelten für alle Schläge in Niedersachsen (Auffangkulisse)

Abstandstregelungen zu Oberflächengewässer:

  • 5 m Mindestabstand zu Oberflächengewässern
  • 1 m Mindestabstand bei Verwendung präziser Aufbringtechnik (Grenzstreueinrichtung)
  • Hinsichtlich der Abstandsregelungen zu Gewässern auf hängigem Gelände gelten sehr differenzierte Abstandsregelungen und Einarbeitungsauflagen. Die Abstandsauflagen sind in nachfolgender Tabelle zusammengestellt.

Tabelle 1: Abstandsauflagen Hangneigung

Durchschnittliche Hangneigung in % (innerhalb eines Abstandes bis ...zur BÖK1)

Keine Düngung erlaubt Düngung m. zusätzlichen Auflagen Zusätzliche Auflagen unter folgenden Bedigungen
Innerhalb eines Abstandes von ... zur BÖK1 Auflage zur Gabenteilung Auflagen unbestellte Flächen Auflagen bestellte Flächen (innerhalb des Abstandes von 20 bzw. 30 m zur BÖK1)
< 5%

5 m 3)
(bei präziser Ausbring-
technik 1 m)

- - - -
ab 5% bis < 10%

5 m 3)
(bei präziser Aus-
bringtechnik 3 m)

5 - 20 m 3)
(bei präziser Ausbringtechnik
 3 – 20 m)
- sofortige Einarbeitung

a) Reihenkultur mit Abstand > 45 cm:
nur bei ausreichend entwickelter Untersaat oder sofortiger Einarbeitung

b) ohne Reihenkultur: nur bei hinreichender Bestandsentwicklung oder

c) bei Anbau im Mulchsaat-/ Direktsaatverfahren

ab 10% bis < 15%
(bis 20 m)
10 m 3) 10 - 30 m 3) Gabenteilung2
erforderlich auf max. 80 kg N/ha
sofortige Einarbeitung auf der Gesamtfläche (gilt hier auch bei nicht hinreichend entwickeltem Pflanzenbestand)

> 15%
(bis 30 m)

10 m3 10 - 30 m

1) BÖK = Böschungsoberkante
2) wenn ermittelte Gesamtdüngermenge > 80 kg N/ha, dann Gabenteilung erforderlich.
3) seit dem 01.01.2021 neue Abstandsauflagen aufgrund der landesweiten, flächendeckenden Anwendung der „Auffangregelung“ nach § 13a Abs. 3 Satz 3 Nr. 4 DüV

(Als präzise Ausbringungstechnik gilt = platzierte Düngung über Schleppschlauch, -schuh, Schlitz- oder Injektionstechnik, Flüssigdüngerausbringung mit Feldspritze oder eine Grenzstreueinrichtung beim Düngerstreuer)

 

3) Phospatmaßnahmen Land

Folgende Auflagen gelten für die Kulisse Eutrophierte Gebiete (Gelbe Gebiete)

1) Verminderte Phosphatdüngung auf hoch und sehr hoch versorgten Böden

Tabelle 2: Phosphatdüngung nach Landesdüngeverordnung (NDüngGewNPVO, 2021)

Humusgehalt

mg P2O5 CAL/100 g Boden
im gewogenen Mittel
ab 01.01.2021

ab 01.01.2023

≤ 15 %
(h), h, sh

> 25 75 % der P-Abfuhr

50 % der P-Abfuhr

> 40

50 % der P-Abfuhr

keine Düngung*

> 15 %
a, H

> 12 75 % der P-Abfuhr

50 % der P-Abfuhr

> 20

50 % der P-Abfuhr

keine Düngung*

*) Ökologisch wirtschaftende Betriebe dürfen auch nach dem 1. Januar 2023 bis zu 50 % der erwarteten Nährstoffabfuhr aufbringen. 

Tabelle 3: Umrechnung der P2O5 – Gehalte in P-Gehalte

Mineralböden (≤ 15 % Humus)

Organische Böden (> 15 % Humus)

25 mg P2O5 = 10,9 mg P - Anfang Stufe D

12 mg P2O5 = 5,2 mg P - Anfang Stufe D

40 mg P2O5 = 17,5 mg P - Anfang Stufe E

20 mg P2O5 = 8,7 mg P - Anfang Stufe E

2) Phosphat Sperrfrist vom 01.12. bis 15.02.

  • Keine Aufbringung von Düngemitteln mit einem wesentlichen Gehalt an Phosphat in der Zeit vom 01. Dezember bis 15. Februar.

Weitere Informationen:

Bei etwaigen Fragen zur Ausweisung der Gebiete wenden Sie sich bitte an: ZALD@lwk-niedersachsen.de .

Das Niedersächsisches Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz hat zu diesem Thema die Presseinformation "Bestimmungen der neugefassten Landesdüngeverordnung" veröffentlicht.

Über die neusten Entwicklungen in diesem Zusammenhang informieren wir fortlaufend über den Artikel Informationen zum Thema „Rote Gebiete“.


Kontakt:
ZALD
Zentrale Ansprechstelle Landesdüngeverordnung
Telefon: 0441 801-444
Telefax: 0441 801-440
E-Mail:
Düngebehörde
Telefon: 0441 801-750
Telefax: 0441 801-440
E-Mail:


Stand: 27.05.2021