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Nmin-Richtwerte für die Sommerungen mit Aussaatzeitpunkt März, 2020

Aufgrund der dauerhaften Niederschlagsereignisse im Februar und der damit verbundenen späten Befahrbarkeit der Ackerflächen verzögerte sich die Nmin-Probenahme zu den Sommerungen, so dass die Nmin-Richtwerte für diese Kulturen in diesem Jahr etwas später als in den vorangegangenen Jahren vorliegen.

Aufgrund der hohen Niederschlagsmengen und des dadurch verkürzten Zeitfensters für die Nmin-Probenahme konnten in diesem Jahr im Vergleich zu den Vorjahren weniger Flächen für die Sommerungen untersucht werden. So sind in diesem Jahr rd. 140 Flächen für die Nmin-Richtwerte herangezogen worden. Grundsätzlich wurde aber unter Berücksichtigung der jeweiligen Anbauverhältnisse eine repräsentative Anzahl von Flächen untersucht. 

Die Probenahme erfolgte analog zu den Winterungen in den entsprechenden Boden-Klima-Räumen in Niedersachsen. Die Darstellung der Nmin-Richtwerte zu den Sommerungen erfolgt nach der Anbaubedeutung der jeweiligen Kulturen in den jeweiligen Bodenklimaräumen (BKR).

Hinsichtlich der Abbildung der Nmin-Richtwerte zu den Sommerungen werden ab diesem Jahr einige Veränderungen vorgenommen. Zum einem werden die Nmin-Richtwerte nach dem jeweiligen Aussaattermin der jeweiligen Kulturen (März und April) unterteilt und zum anderen in Abhängigkeit von der Vorfrucht dargestellt, da die Vorfrüchte einen wesentlich größeren Einfluss auf den Stickstoff-Vorrat im Boden haben, als die geplante Folgekultur. So können beispielsweise Flächen mit gleicher Hauptfrucht (z. B. Sommergerste) mit einer gut entwickelten Zwischenfrucht deutlich niedrigere Nmin-Werte im Vergleich zu einer brachliegenden Fläche im Frühjahr aufweisen. Und auch nach Blattvorfrüchten können bei guten Mineralisationsbedingungen über Winter, wie es oft in den letzten Jahren der Fall war, bereits hohe Mengen Stickstoff im durchwurzelbaren Boden nachgewiesen werden.

Die Nmin-Richtwerte für Sommerungen mit Aussaat März können für die Kulturen Sommergetreide, Zuckerrüben und frühe Kartoffeln zur Bedarfsermittlung herangezogen werden, die Nmin-Richtwerte für Sommerungen mit Aussaat April für die Kulturen Kartoffeln und Mais sowie verschiedene Gemüsekulturen.

Ein wesentliches Unterscheidungsmerkmal für die mit Sommerungen zu bestellenden Flächen ist zukünftig die Einteilung nach Getreide- oder Blattvorfrüchten. Bei der Vorfrucht Getreide wird als ein weiteres Auswahlkriterium eine evtl. nachfolgende Zwischenfrucht berücksichtigt, so dass bei Getreidevorfrüchten zwischen Flächen mit und ohne Zwischenfrüchten unterschieden wird. In der Regel werden die nach Getreide folgenden Zwischenfrüchte im Herbst organisch oder mineralisch angedüngt, wobei bei der Auswertung der Nmin-Ergebnisse nicht zwischen einer organischen und mineralischen Andüngung unterschieden wurde.

Sind entsprechende Nmin-Richtwerte in einem Bodenklimaraum nicht abgebildet, so kann bei gleicher Bodenart auf Werte eines Nachbarbodenklimaraumes bei vergleichbarer Vorfrucht zurückgegriffen werden.

Nmin-Richtwerte zu Sommerungen

In der nachfolgenden Tabelle sind die Nmin-Werte für die Sommerungen mit Aussaattermin im März mit der neuen Unterteilung nach der „Vorfrucht Blatt“ oder „Vorfrucht Getreide mit Zwischenfrucht“ oder „Vorfrucht Getreide ohne Zwischenfrucht“ abgebildet.

Tabelle 1: Nmin-Richtwerte für Sommerungen (Aussaat März) Niedersachsen - Stand 23.03.2020

Region LK Bodenklima-
raum
Schicht cm Sommerungen Aussaat /Pflanzung März
VF Blattfrucht      kg Nmin/ha VF Getreide
mit Zwischenfrucht
kg Nmin/ha
VF Getreide
ohne Zwischenfrucht
kg Nmin/ha
Region BSt Emsland; Oldenburg, Osnabrück  CLP; EL; NOH; OS 48
 sandige Böden
Nordwest
 0-30 cm  9 14 -
30-60 cm  8 11 -
60-90 cm  10 11 -
0-90   27 36 -
Spanne 12 - 48  11 - 65 -
Region BSt Emsland,
Nienburg
Oldenburg 
AUR; CLP; DH; EL; FRI; LER; NI, OL; WST; WTM 50
sandige Böden
Nordwest
 0-30 cm  8 - 10
30-60 cm  5 - 8
60-90 cm  4 - 8
0-90   17 - 26
Spanne 15 - 18 - 16 - 35
Regionen BSt
Braunschweig
Bremervörde
Hannover
Nienburg
Uelzen
BS; CE; DAN; GF; H; HE; HK; NI; PE; ROW; UE; VER; WF; WL; WOB 9; 46; 51
sandige Böden
Nordost
 0-30 cm  9 9 9
30-60 cm  7 7 7
60-90 cm  9 5 5
0-90   25 22 21
Spanne 10 - 51 12 - 67 12 - 32
Region BSt Nienburg
Osnabrück
Oldenburg 
DH; OL; OS; VEC 47
leichte Lehmböden
 0-30 cm  8 11 11
30-60 cm  11 10 9
60-90 cm  11 7 7
0-90   30 28 27
Spanne 12 - 60 12 - 58 12 - 51
Region BSt
Braunschweig
Bremervörde
Hannover
Nienburg
Uelzen
GÖ; GS; HE; HI; HM; HOL; NI; NOM; OHA; PE; SHG; SZ; WF 45
Lehmböden
 0-30 cm  - 15 13
30-60 cm  - 13 16
60-90 cm  - 8 18
0-90   - 37 47
Spanne - 15 - 86 23 - 79
GÖ; GS; HM; HOL; OHA; NOM; SHG 11; 34
schwere Lehmböden,
Höhenlagen
(<200 m Höhenlage)
 0-30 cm  - 11 12
30-60 cm  - 10 13
60-90 cm  - 7 24
0-90   - 27 49
Spanne - 15 - 42 44 - 55
Region BSt
Aurich
Bremervörde 
AUR; BRA; EMD; FRI; LER; WHV; WTM,
CUX; LG; STD;WL
52
Marschen, Tonböden
 0-30 cm  13 8 11
30-60 cm  18 9 11
60-90 cm  18 8 10
0-90   49 26 31
Spanne 34 - 74 15 - 31 21 - 41
Sofern keine Angabe vorhanden ist, wurde keine Fläche im BKR beprobt.
In diesem Fall kann ein Nmin-Wert aus einem vergleichbaren BKR herangezogen werden.

Flächen mit „Vorfrucht Blatt

Auf den Standorten mit Blattvorfrüchten liegen die Nmin-Werte in den einzelnen Bodenklimaräumen zwischen 17 kg N/ha und 49 kg N/ha. Auf den leichten, sandigen Standorten im nordwestlichen und nordöstlichen Niedersachsen liegen die Nmin-Werte zwischen 17 kg N/ha und 27 kg N/ha und befinden sich damit auf einem niedrigen Niveau, was maßgeblich auf eine N-Verlagerung infolge der hohen Niederschläge zurückzuführen sein dürfte. Eine Ausnahme bilden die Marschen, die aufgrund der Standortverhältnisse mit ca. 50 kg N/ha höhere Nmin-Werte aufweisen, wobei der Nmin-Vorrat über alle Bodenschichten relativ gleichmäßig verteilt ist.

Infolge der Witterungsbedingungen konnten auf den Lehmböden Niedersachsens im Herbst letzten Jahres in der Regel nach Blattfrüchten Winterungen angebaut werden, so dass kaum Sommerungen nach Blattfrüchten für die Nmin-Beprobung auf diesen Standorten zur Verfügung standen. Sollte eine Sommerung auf einer Fläche mit Blattvorfrucht angebaut werden, so kann in diesem Fall der Nmin-Werte mit der Vorfrucht Getreide ohne Zwischenfrucht zur N-Bedarfsermittlung herangezogen werden. Blattfrüchte, wie z.B. die Zuckerrübe oder der Mais, nutzen den bodenbürtigen Stickstoff aufgrund ihrer langen Vegetationszeit sehr gut aus und hinterlassen bei einer bedarfsgerechten N-Düngung oftmals geringe Stickstoffmengen im Boden. Aus Ernterückstände kann jedoch bei guten Mineralisationsbedingungen über Winter bereits Stickstoff mineralisiert werden, so dass ggf. höhere Nmin-Werte im Frühjahr zu verzeichnen sind.

Flächen mit „Vorfrucht Getreide mit und ohne Zwischenfrucht

Auch auf diesen Flächen liegen die Nmin-Werte insgesamt auf einem recht geringen Niveau.  In den Regionen mit leichten, sandigen Böden schwanken die Nmin-Werte zwischen 22 bzw. 21 kg N/ha im BKR 9, 46, 51 (leichte Böden Nordost) und 26 kg N/ha im BKR 50 (sandige Böden Nordwest).

Im BKR 48 (sandige Böden Nordwest) liegen die Nmin-Werte mit 36 kg N/ha geringfügig höher. Dieses ist ggf. auf die N-Nachlieferung aus der Zwischenfrüchten und die günstigeren N-Mineralisationsbedingungen aufgrund der milden Winterwitterung zurückzuführen.

Auch auf den leichten Lehmstandorten im BKR 47 liegen die Nmin-Werte mit 28 kg bzw. 27 kg N/ha auf einem niedrigen Niveau. Auch hier ist kein Einfluss durch eine über Winter angebaute Zwischenfrucht zu erkennen.

Erst auf den schwereren Standorten, wie z.B. dem BKR 45 liegen die Nmin-Werte insgesamt mit 37 kg und 47 kg N/ha etwas höher. Auf diesen Standorten ist ein Einfluss des vorangegangenen Zwischenfruchtanbaus zu erkennen. Dieses trifft auch für die schweren Lehmböden und Höhenlagen zu. Auch hier wird der Unterschied zwischen den Flächen mit und ohne Zwischenfruchtanbau deutlich.

Insgesamt ist die Schwankungsbreite der Nmin-Werte in diesem Frühjahr etwas geringer, da auf allen Standorten in der Regel spätestens ab Anfang Februar eine Wassersättigung erreicht war. Im Vergleich zum Vorjahr 2019, wo auf einem Großteil der Flächen mit hoher Feldkapazität keine Wassersättigung erreicht worden ist, sind auch diese Standorte seit Anfang – Mitte Februar wassergesättigt und starten mit einer guten Wasserversorgung in die kommende Vegetation.

Wann gibt es Abweichungen?

Durch besondere Bewirtschaftungsverhältnisse, wie eine langjährige organische Düngung oder dem Anbau von Leguminosen oder Kleegrasmischungen gibt es immer wieder vereinzelt sehr hohe Nmin-Werte. So wurde beispielsweise auf einem der untersuchten Standorte ein ungewöhnlich hoher Nmin-Wert von 125 kg N/ha ermittelt. Auf dieser Fläche erfolgte 2018 der Anbau von Erbsen, 2019 wurde Winterweizen angebaut und im Herbst 2019 erfolgte dann eine Tiefenlockerung des Bodens. Aus diesen Erkenntnisse wird deutlich, dass bei besonderen Anbaubedingungen eigene Nmin-Untersuchungen immer angeraten sind. Daher sollte der Flächenhistorie in solchen Fällen immer eine besondere Bedeutung geschenkt werden.

Anpassung der Bedarfsermittlung

Neben den betriebseigenen Nmin-Analysen, die wie beschrieben bei besonderen Bewirtschaftungsbedingungen durchgeführt werden sollten, können alternativ die vorliegenden Nmin-Richtwerte für die aktuelle Düngebedarfsermittlung nach geltender DüV herangezogen werden.

Mit den nun veröffentlichten endgültigen Nmin-Richtwerten ist eine Anpassung der Düngebedarfsermittlungen an die aktuellen Nmin-Werte erforderlich. Die bisher auf Nmin untersuchten Flächen werden auch über die Homepage der LWK Niedersachsen veröffentlicht.

Bis Mitte April werden Sie abschließend über die Nmin-Untersuchungen zu den Sommerungen mit Aussaat bzw. Pflanzung im April in den Regionen des Kammergebietes informiert.

Autoren:

Tim Eiler, Düngebehörde

Dr. Dagmar Matuschek, FB Pflanzenbau, Saatgut


Kontakt:
Düngebehörde
Telefon: 0441 801-750
Telefax: 0441 801-440
E-Mail:


Stand: 25.03.2020



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