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Nmin-Richtwerte für die Winterungen 2021

Die Nmin-Ergebnisse für die Winterungen 2021 liegen vor. Trotz des Niederschlagsdefizites im Vergleich zum langjährigen Mittel liegen die Nmin-Werte im Bereich der fünfjährigen Durchschnittswerte.

Die Nmin-Werte sind im Rahmen der Düngeverordnung ein wesentlicher Bestandteil zur Ermittlung des N-Düngebedarfs.

Die Stickstoffdüngung kann nur dann richtig bemessen werden, wenn neben dem N-Bedarf der Kultur auch das N-Angebot des Bodens, d.h. die verfügbare Stickstoffmenge (Nmin) bekannt ist. U. a. ist vom N-Bedarfswert der in der durchwurzelbaren Bodenzone von 0 – 90 cm verfügbare Nmin-Gehalt des Bodens abzuziehen. Dieser Stickstoff liegt größtenteils in der Nitratform vor und ist in der Regel sofort pflanzenverfügbar. Die Ermittlung des Nmin-Wertes zu den Winterkulturen sollte vor der ersten Düngungsmaßnahme erfolgen. Der Nmin-Gehalt wird dann bei Winterraps zur ersten N-Gabe zu Vegetationsbeginn und bei Wintergetreide zur ersten N-Gabe zur Bestockung oder zur zweiten N-Gabe zum Schossen abgezogen.

Werden auf den Betriebsflächen keine eigenen Nmin-Untersuchungen durchgeführt, so können die Nmin-Richtwerte der Landwirtschaftskammer Niedersachsen für die Düngebedarfsermittlung herangezogen werden.

Ebenso hat die Witterung einen großen Einfluss auf die Nmin-Gehalte im Boden. Wie die nachfolgende Abbildung 1 belegt, war im Zeitraum von August 2020 bis Februar 2021 in den meisten Bodenklimaräumen in Niedersachsen ein Niederschlagsdefizit im Vergleich zum langjährigen Mittel zu verzeichnen, sodass vermutlich keine größeren N-Mengen in tiefere Bodenschichten verlagert wurden.

Abb. 1: Niederschlagsmengen von August 2020 – Februar 2021 an ausgewählten Wetterstationen in Niedersachsen

Aktuelle Nmin-Werte

Im Vergleich zu den Vorjahren wurde der Nmin-Probenumfang zu den Winterungen ausgeweitet, so dass ca. 500 Nmin-Proben zu Winterungen auf Praxisschlägen untersucht wurden. Im nordwestlichen Niedersachsen wurde in der dritten Januardekade mit der Probenahme begonnen. Infolge der starken Schneefälle und der niedrigen Temperaturen konnte in vielen Teilen Niedersachsens erst wieder in der dritten Februardekade bzw. in der ersten Märzwoche mit der Nmin-Probenahme begonnen werden, so dass die Nmin-Werte flächendeckend Anfang der 11. KW vorlagen. Die Darstellung der Ergebnisse erfolgt u.a. analog zu den Vorjahren in Abhängigkeit von den jeweiligen Boden-Klima-Räumen (BKR) in Niedersachsen (s. Abb. 2). Bei den Bodenklimaräumen sind Regionen mit ähnlichen Boden- und Klimaverhältnissen in Niedersachsen zusammengefasst.

Abbildung 2: Bodenklimaräume in Niedersachsen

In der Tabelle 1 sind die aktuellen Nmin-Werte differenziert nach Fruchtarten und Bodenklimaräumen dargestellt. Es wird deutlich, dass die Nmin-Werte im Bereich der Vorjahreswerte liegen, wobei auch in diesem Jahr eine entsprechende Schwankungsbreite bei der Betrachtung der Einzelwerte zu verzeichnen ist. Die Nmin-Werte zu Winterweizen werden wie in den Vorjahren differenziert nach Vorfrüchten dargestellt.

Tabelle 1: Nmin-Richtwerte 2021 für Winterraps und Wintergetreide, Stand 15.03.2021

Bodenklimaraum

Schicht

Raps Stoppelweizen Rübenweizen Winterweizen (Blattvorfrucht Ra, Ka, Ma) Wintergerste, -Roggen, -Tritical
[cm] [kg Nmin/ha] [kg Nmin/ha] [kg Nmin/ha] [kg Nmin/ha]

[kg Nmin/ha]

9; 46; 51
sandige Böden (Ost)

0-30 10 10 15 10 9
30-60 7 10 13 10 6
60-90 7 16 13 13 8
0-90 24 (25) 36 (34) 41 (43) 33 (39) 23 (27)
Spanne 11-43 20-48 29-61 15-68 9-56

48; 50
sandige Böden (West)

0-30 10     11 10
30-60 9     11 8
60-90 12     25 15
0-90 31 (29)     47 (33) 33 (37)
Spanne 12-53     27-86 10-80

45, 47
Lehmböden, leichte Lehmböden

0-30 13 13 16 14 11
30-60 9 12 20 16 10
60-90 7 16 19 22 11
0-90 29 (32) 41 (55) 55 (58) 52 (60) 32 (38)
Spanne 11-66 17-110 30-116 13-121 11-91
11, 34
schwere Lehmböden, Hügelland (>200m)
0-30 14 12 16 18 12
30-60 11 8 13 19 11
60-90 8 6 12 20 11
0-90 33 (28) 26 (38) 41 (44) 57 (46) 34 (35)
Spanne 13-77 15-37 32-45 33-73 24-63

52
Marschen
Tonböden

0-30 11 12 19 13 13
30-60 11 18 9 17 16
60-90 13 16 10 21 18
0-90 35 (37) 46 (57) 38 (54) 51 (64) 47 (58)
Spanne 15-83 21-113 38 29-93 21-68

Sofern keine Angabe zu einer Kultur vorhanden ist, wurde keine Fläche im BKR-Raum beprobt
Werte in Klammern: Durchschnittliche Nmin-Richtwerte - 5jähriges Mittel

Hinweis: Die Nmin-Werte aus der Veröffentlichung vom 05.03.2021 "Nmin - Werte aus dem westlichen Niedersachsen!" (webcode 01038259) behalten ihre Gültigkeit.


Winterraps

Die Nmin-Werte zu Winterraps liegen im Mittel zwischen ca. 25 – 35 kg Nmin/ha und entsprechen damit sehr gut den fünfjährigen Durchschnittswerten. Es ist davon auszugehen, dass der Winterraps infolge der günstigen Spätsommer- /Herbstwitterung das bodenbürtige Stickstoffangebot gut ausnutzte und sich infolge der günstigen Witterung in der Regel gut entwickeln konnte.

Winterweizen

Auch beim Winterweizen entsprechen die Nmin-Werte weitestgehend dem langjährigen Trend. Etwaige Unterschiede liegen in der Regel innerhalb der Fehlergrenze der Nmin-Methode. Auf den mineralisationsstarken Standorten (BKR 45;47, 11;34 und 52) liegen die Nmin-Werte beim Winterweizen nicht signifikant über den Nmin-Werten der sandigen Böden im östlichen Niedersachsen.

Die Verteilung des Stickstoffs im Bodenprofil ist bei allen untersuchten Flächen relativ gleichmäßig. Lediglich bei einigen Einzelproben ist ein aufbauendes Nmin-Profil zu erkennen, sodass größere Stickstoffmengen in der untersten Bodenschicht vorliegen. Es ist davon auszugehen, dass sich auch der Weizen infolge der günstigen Herbstwitterung gut entwickelte und das bodenbürtige Stickstoffangebot gut ausnutzte. Infolge der regionalen Niederschlagsdefizite im Zeitraum von August 2020 – Februar 2021 wurden vermutlich geringe Stickstoffmengen in tiefere Bodenschichten verlagert. Infolge der tiefen Temperaturen im Februar war die N-Mineralisation deutlich reduziert. Die nachfolgend kurzfristig deutlich erhöhten Lufttemperaturen führten vermutlich infolge der hohen Bodenwassergehalte zu keinen höheren Bodentemperaturen und damit zu keiner erhöhten N-Freisetzung aus dem Bodenvorrat. Vor diesem Hintergrund waren im Mittel aller untersuchten Bodenproben zu Winterweizen keine höheren Nmin-Werte im Vergleich zu den fünfjährigen Durchschnittswerten zu verzeichnen.

Wintergerste/Winterroggen/Wintertriticale

Unter Berücksichtigung der Fehlervarianz der Nmin-Methode entsprechen analog zum Winterweizen bei den übrigen Wintergetreidearten die diesjährigen Nmin-Werte den mehrjährigen Durchschnittswerten. Im Mittel der untersuchten Proben ist der Stickstoff gleichmäßig über alle drei Bodenschichten verteilt.   

Fazit

  • Trotz des Niederschlagsdefizites im Winter 2020/21 entsprechen die diesjährigen Nmin-Werte zu Winterungen den fünfjährigen Durchschnittswerten.
  • Im Mittel der untersuchten Proben ist der Stickstoff gleichmäßig über alle drei Bodenschichten verteilt.
  • Der Nmin-Bodenvorrat ist ein grundlegender Bestandteil der N-Düngebedarfsermittlung. Liegen keine eigenen Nmin-Werte vor, so sollte der N-Düngebedarf auf der Grundlage der Nmin-Richtwerte berechnet werden.
  • Bei besonderen Standort- und Bewirtschaftungsbedingungen sind betriebseigene Nmin-Untersuchungen zu empfehlen.
  • Sofern für eine Kultur in einem BKR kein Nmin-Wert angegeben sein sollte, kann auf einen Nmin-Wert eines vergleichbaren BKR zurückgegriffen werden.
  • Die Richtwerte für die Sommerungen werden zeitnah veröffentlicht. Bis Mitte April werden wir abschließend über die Nmin-Untersuchungen zu Mais in den Regionen des Kammergebietes informieren.

Autoren: Tim Eiler und Karen Peters


Kontakt:
Düngebehörde
Telefon: 0441 801-750
Telefax: 0441 801-440
E-Mail:


Stand: 27.04.2021



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