Webcode: 01039009

Nmin-Richtwerte für die Sommerungen mit Aussaatzeitpunkt März 2021

Die Nmin-Ergebnisse für die Sommerungen mit Aussaatzeitpunkt März 2021 liegen vor. Aufgrund der deutlich geringeren Niederschläge im Februar im Vergleich zum letzten Jahr liegen die Werte oberhalb der im letzten Frühjahr ermittelten Werte.

Die Stickstoffdüngung kann nur dann bedarfsgerecht bemessen werden, wenn neben dem N-Bedarf der Kultur auch die verfügbare Stickstoffmenge im Boden (Nmin) bekannt ist.

Werden auf den Betriebsflächen keine eigenen Nmin-Untersuchungen durchgeführt, so können die Nmin-Richtwerte der Landwirtschaftskammer Niedersachsen für die Düngebedarfsermittlung herangezogen werden.

Mit der Probenahme zu den Sommerungen wurde in diesem Jahr Mitte Februar begonnen. Infolge der geringeren Niederschläge und einer damit einhergehenden guten Befahrbarkeit der Flächen konnten im Vergleich zum letzten Jahr deutlich mehr Flächen beprobt werden, sodass rd. 200 Proben für die Nmin-Richtwerte zu Sommerungen mit Aussaatzeitpunkt März 2021 vorliegen. Sofern für eine Kultur in einem Bodenklimaraum (BKR) kein Nmin-Wert angegeben sein sollte, kann auf einen Nmin-Wert eines vergleichbaren Bodenklimaraumes zurückgegriffen werden. Die jeweiligen BKR sind der Land & Forst-Ausgabe – 11/2021 zu entnehmen.

Anders als im letzten Jahr ergeben sich Änderungen bei der Darstellung der Werte. Die Richtwerte für die Bodenklimaräume 45 und 47, sowie 48 und 50 werden dieses Jahr zusammengefasst. Die Unterteilung der Nmin-Werte erfolgt analog zum letzten Jahr in Abhängigkeit von der Vorfrucht. Es wird zwischen Getreide- und Blattvorfrüchten unterschieden. Bei der Vorfrucht Getreide wird zusätzlich das Kriterium des Zwischenfruchtanbaus berücksichtigt.  Eine Unterscheidung ist sinnvoll, da die Vorfrüchte oftmals einen wesentlichen Einfluss auf die Stickstoffvorräte im Boden haben. So hat beispielsweise die Zwischenfrucht abhängig vom Umbruchzeitpunkt oftmals einen entsprechenden Einfluss auf die Nmin-Werte im Frühjahr.

 

Aktuelle Nmin-Werte

In der nachstehenden Tabelle sind die Nmin-Werte für die Sommerungen mit Aussaattermin im März differenziert nach Vorfrüchten und Bodenklimaräumen dargestellt. Es zeigt sich, dass die diesjährigen Werte über den Werten des letzten Jahres liegen.

Tabelle 1: Nmin Richtwerte für Sommerungen mit Aussaat /Pflanzung im März 2021

Bodenklimaraum

Schicht Vorfrucht Blattfrucht Vorfrucht Getreide mit Zwischenfrucht

Vorfrucht Getreide ohne Zwischenfrucht

[cm] [kg Nmin/ha] [kg Nmin/ha]

[kg Nmin/ha]

48; 50 
 sandige Böden
(West)

 0-30 13 18 -
30-60  9 12 -
60-90 11 7 -
0-90  
33 (22)
37 (36) - (26)
Spanne 15 - 67 21 - 60 -

9; 46; 51
sandige Böden
(Ost) 

 0-30 18 17 19
30-60  11 9 10
60-90  10 8 13
0-90   39 (25) 34 (22) 42 (21)
Spanne 17 - 88 15 - 83 27 - 50

45; 47
Lehmböden,
leichte Lehmböden

 0-30  - 21 20
30-60  - 14 19
60-90  - 10 19
0-90   - (30) 45 (33) 58 (37)
Spanne - 20 - 90 24 - 87

11; 34
schwere Lehmböden, Hügelland
(>200 m Höhenlage)

 0-30  - 15 -
30-60  - 12 -
60-90  - 12 -
0-90   39 (27) - (49)
Spanne - 25 - 54

52 
Marschen, Tonböden

 0-30  18 21 15
30-60  20 16 18
60-90  22 12 17
0-90   60 (49) 49 (26) 50 (31)
Spanne 37 - 98 24 - 93 27 - 69

Sofern keine Angabe zu einer Kultur vorhanden ist, wurde keine Fläche im BKR beprobt.
Werte in Klammern: Nmin-Werte des Vorjahres

Nmin-Werte nach Blattvorfrüchten

Infolge des hohen Anteils an Winterungen konnten nicht in allen BKR entsprechende Nmin-Proben zu Sommerungen nach Blattvorfrüchten gezogen werden.

Konnten Werte ermittelt werden, so bewegen sich die jeweiligen Nmin-Werte nach Blattvorfrüchten im Mittel zwischen ca. 35 – 60 kg Nmin/ha. Somit liegen die Werte oberhalb der Nmin-Werte aus dem letzten Jahr. Der im Boden vorhandene Stickstoff ist gleichmäßig über die einzelnen Bodenschichten verteilt. Es ist davon auszugehen, dass durch die geringeren Niederschläge im Februar im Vergleich zum letzten Jahr der Anteil des bodenbürtigen Stickstoffs, der in tiefere Bodenschichten verlagert wurde, deutlich geringer ist als im Vorjahr. Mit Ausnahme einer kurzen Wärmeperiode Mitte Februar lagen die Temperaturen im Probenahmezeitraum oftmals unter dem langjährigen Mittel, sodass eine erhöhte N-Mineralisation als Grund für höhere Nmin-Werte weitestgehend ausgeschlossen werden kann.

Nmin-Werte nach den Vorfrüchten Getreide mit Zwischenfrucht und ohne Zwischenfrucht

Auch bei der Vorfrucht Getreide zeigt sich unabhängig vom Zwischenfruchtanbau ein ähnliches Bild wie bei den Blattvorfrüchten. Die Nmin-Werte liegen oberhalb der im letzten Frühjahr gemessenen Werte. Der Stickstoff ist gleichmäßig über die drei Bodenschichten verteilt. Im Mittel liegen die Werte zwischen ca. 35 – 50 kg Nmin/ha. Auf den Flächen mit Zwischenfruchtanbau wurden tendenziell niedrigere Nmin-Werte ermittelt. In diesem Zusammenhang ist zu berücksichtigen, dass die Nmin-Proben in der Regel auf Zwischenfruchtflächen gezogen wurden, die noch nicht umgebrochen waren und somit keine N-Freisetzung aus der Zwischenfrucht erfolgte.

Die Nmin-Richtwerte für Sommerungen mit Aussaatzeitpunkt März können für die N-Düngebedarfsermittlung der Kulturen Sommergetreide, Zuckerrüben und frühe Kartoffeln herangezogen werden. Die Nmin-Richtwerte für die Kulturen Mais, Kartoffeln sowie verschiedene Gemüsekulturen mit dem Aussaatzeitpunkt April werden in einem gesonderten Artikel veröffentlicht.

Fazit

  • Aufgrund der geringeren Niederschläge vor allem im Februar liegen die diesjährigen Nmin-Werte flächendeckend über denen des letzten Jahres.
  • Im Mittel der untersuchten Proben ist der Stickstoff gleichmäßig über alle drei Bodenschichten verteilt.
  • Auf den Flächen mit Zwischenfruchtanbau wurden tendenziell niedrigere Nmin-Werte ermittelt.
  • Bei besonderen Standort- und Bewirtschaftungsbedingungen sind betriebseigene Nmin-Untersuchungen zu empfehlen.
  • Sofern für eine Kultur in einem BKR kein Nmin-Wert angegeben sein sollte, kann auf einen Nmin-Wert eines vergleichbaren BKR zurückgegriffen werden.
  • Bis Mitte April werden wir abschließend über die Nmin-Untersuchungen zu den Sommerungen mit Aussaat bzw. Pflanzung im April in den jeweiligen BKR informieren.

Kontakt:
Düngebehörde
Telefon: 0441 801-750
Telefax: 0441 801-440
E-Mail:


Stand: 07.04.2021



PDF: 33471 - 116.41015625 KB   Bodenklimaräume   - 116 KB  
PDF: 35759 - 176.999023438 KB   Nmin Richtwerte 2021   - 177 KB