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Nmin-Richtwerte für das Jahr 2021 liegen vollständig vor

Nachfolgend werden die Nmin-Werte zu Mais sowie für Flächen, die im April mit Kartoffeln, Gemüse oder auch noch mit Zuckerrüben bestellt werden, dargestellt.  

Die Düngeverordnung gibt vor, dass vor dem Aufbringen wesentlicher Nährstoffmengen der Düngebedarf für jede Kultur zu ermitteln ist. Der Nmin-Wert im Boden ist hierbei von zentraler Bedeutung und muss bei der Ermittlung des N-Düngebedarfes entsprechend berücksichtigt werden. Für die Düngebedarfsermittlung können sowohl die von der Landwirtschaftskammer Niedersachsen veröffentlichten Richtwerte als auch Ergebnisse eigener Nmin-Beprobungen verwendet werden. Mit Hilfe der Bodenuntersuchung kann die Menge des im Boden vorhandenen leichtlöslichen und somit pflanzenverfügbaren Stickstoffs ermittelt werden. Die Probenahmetiefe für Nmin wurde bundeseinheitlich auf eine Bodentiefe von 0 bis 90 cm für alle Ackerfrüchte festgelegt.

Bei den veröffentlichten Nmin-Richtwerten handelt es sich um Mittelwerte auf Grundlage von Einzeluntersuchungen, die vielfach größeren Schwankungen unterliegen. Diese Schwankungen sind im Wesentlichen auf die Standort- und Bewirtschaftungsbedingungen, wie z.B. besondere Bodenverhältnisse, eine langjährige organische Düngung oder den Anbau einer Leguminose als Vorfrucht zurückzuführen. Sofern davon auszugehen ist, dass es im Einzelfall zu deutlichen Abweichungen von den Nmin-Richtwerten kommt, sind eigene Nmin-Untersuchungen empfehlenswert.

Beprobung der Ackerflächen beendet

Die Beprobung der Flächen für die Sommerungen mit Aussaatzeitpunkt April begann in der zweiten Märzhälfte und ist mittlerweile abgeschlossen. Insgesamt wurden etwa 200 Flächen zur Mais- bzw. späten Kartoffel-, Zuckerrüben- und Gemüsebestellung untersucht, sodass der Probenumfang im Vergleich zum letzten Jahr gesteigert werden konnte. Damit liegen nun alle Richtwerte für die Düngebedarfsermittlung 2021 vor.

Sofern für eine Kultur in einem Bodenklimaraum (BKR) kein Nmin-Wert angegeben sein sollte, kann auf einen Nmin-Wert eines vergleichbaren Bodenklimaraumes zurückgegriffen werden.

Analog zu den Nmin-Richtwerten zu Sommerungen mit Aussaatzeitpunkt März ergeben sich auch bei den Richtwerten zu Sommerungen mit Aussaatzeitpunkt April Änderungen in der Darstellungsweise.

Die Richtwerte für die Bodenklimaräume 45 und 47, sowie 48 und 50 werden zusammengefasst. Die Darstellung erfolgt in Abhängigkeit von der Vorfrucht. Es wird zwischen Getreide- und Blattvorfrüchten unterschieden. Bei der Vorfrucht Getreide wird zusätzlich das Kriterium des Zwischenfruchtanbaus berücksichtigt. 

Teilweise setzt sich der schon bei den Nmin-Richtwerten für die Sommerungen mit Aussaatzeitpunkt März beobachtete Trend der höheren Nmin-Werte im Vergleich zum Vorjahr fort. Unabhängig von der Vorfrucht wurden im BKR 11; 34 (schwere Lehmböden, Hügelland) tendenziell geringere Nmin-Werte im Vergleich zum Vorjahr ermittelt, wobei die Unterschiede innerhalb der Fehlergrenze der Nmin-Methode liegen.

Aktuelle Nmin-Werte

In Tabelle 1 sind die Nmin-Werte für die Sommerungen mit Aussaattermin im April sowie die Nmin-Werte zu Sommerungen mit Aussaattermin März differenziert nach Vorfrüchten und Bodenklimaräumen dargestellt. 

Tabelle 1: Nmin Richtwerte für Sommerungen 2021 (Hinweis: Hier finden Sie diese Tabelle als pdf-Datei zum Download)

Bodenklimaraum Schicht Sommerungen Aussaat /Pflanzung März Sommerungen Aussaat /Pflanzung April
Vorfrucht Blattfrucht Vorfrucht Getreide mit Zwischenfrucht Vorfrucht Getreide ohne Zwischenfrucht Vorfrucht Blattfrucht Vorfrucht Getreide mit Zwischenfrucht Vorfrucht Getreide ohne Zwischenfrucht
[cm] [kg Nmin/ha] [kg Nmin/ha] [kg Nmin/ha] [kg Nmin/ha] [kg Nmin/ha] [kg Nmin/ha]
9; 46; 51
sandige Böden (Ost)
 0-30 18 17 19 14 16 15
30-60  11 9 10 10 10 10
60-90  10 8 13 10 7 13
0-90   39 (25) 34 (22) 42 (21) 34 (23) 33 (22) 38 (21)
Spanne 17 - 88 15 - 83 27 - 50 14 - 83 18 - 55 25 - 63
48; 50
sandige Böden (West)
 0-30 13 18 - 10 18 17
30-60  9 12 - 9 19 13
60-90 11 7 - 8 14 8
0-90   33 (22) 37 (36)  - (26)  27 (26) 51 (20) 38 (20)
Spanne 15 - 67 21 - 60 - 9 - 61 27 - 73 12 - 61
45; 47
Lehmböden, leichte Lehmböden
 0-30  - 21 20 10 19 17
30-60  - 14 19 11 17 16
60-90  - 10 19 12 12 18
0-90    - (30) 45 (33) 58 (37) 33 (42) 48 (43) 51 (16)
Spanne - 20 - 90 24 - 87 11 - 94 12 - 138 24 - 90
11; 34
schwere Lehmböden, Hügelland (>200m)
 0-30  - 15 - 12 17 11
30-60  - 12 - 11 13 9
60-90  - 12 - 9 13 13
0-90   39 (27)  - (49) 32 (39) 43 (46) 33 (43)
Spanne - 25 - 54 32 24 - 54 21 - 44
52
Marschen, Tonböden
 0-30  18 21 15 14 17 11
30-60  20 16 18 13 19 13
60-90  22 12 17 11 14 14
0-90   60 (49) 49 (26) 50 (31) 38 (41) 50 (38) 38 (20)
Spanne 37 - 98 24 - 93 27 - 69 18 - 69 21 - 89 23 - 60
Sofern keine Angabe zu einer Kultur vorhanden ist, wurde keine Fläche im BKR beprobt.
Werte in Klammern: Nmin-Werte des Vorjahres

Nmin-Werte nach Blattvorfrüchten

Die ermittelten Nmin-Werte nach Blattvorfrüchten liegen im Mittel zwischen ca. 25 – 40 kg Nmin/ha. Dabei liegen die Werte auf den sandigen Böden (BKR 48; 50 und BKR 9; 46; 51) oberhalb der Werte aus dem letzten Jahr. Auf den Lehm- und Tonböden sowie den Marschen wurden niedrigere Nmin-Gehalte im Vergleich zum letzten Jahr ermittelt. Die Unterschiede zu den Vorjahreswerten liegen in beiden Fällen in einem Bereich von ca. 10 kg Nmin/ha. Der Stickstoff ist gleichmäßig über alle Bodenschichten verteilt.

Nmin-Werte nach Vorfrucht Getreide mit Zwischenfrucht- und ohne Zwischenfruchtanbau

Unabhängig von dem Anbau einer Zwischenfrucht wurden, mit Ausnahme des BKR 11; 34 (schwere Lehmböden, Hügelland), höhere Nmin-Werte nach Getreide im Vergleich zum letzten Jahr ermittelt. In allen BKR sind die Stickstoffgehalte im Boden gleichmäßig über alle Bodenschichten (0 – 90 cm) verteilt. Eine Verlagerung von Stickstoff in tiefere Bodenschichten ist nicht erkennbar.

Die Nmin-Gehalte im Boden bei Anbau einer Zwischenfrucht liegen im Mittel aller BKR zwischen ca. 30 und 50 kg Nmin/ha, wobei auf den sandigen Böden im BKR 48; 50 ein deutlicher Unterschied zum Vorjahreswert zu beobachten ist. Insbesondere auf Flächen mit Zwischenfruchtanbau kam es vermutlich in Folge der tiefen Temperatur im Februar und dem anschließenden Temperaturanstieg zu einer N-Freisetzung aus dem Zwischenfruchtauswuchs und dem N-Bodenvorrat, sodass ein Anstieg der Nmin-Gehalte nach dem Anbau von Zwischenfrüchten zu verzeichnen ist. Dieser Effekt war im Osten Niedersachsens (BKR 9; 46; 51) nicht zu erkennen, was vermutlich auf eine geringere N-Freisetzung aus dem bodenbürtigen N-Vorrat zurückzuführen ist.

Die Gehalte an mineralischem Stickstoff im Boden bei Getreide ohne nachfolgenden Zwischenfruchtanbau liegen im Mittel aller BKR ebenfalls zwischen ca. 30 – 50 kg Nmin/ha. Die hohe Abweichung zum Vorjahreswert im BKR 45; 47 ist dabei teilweise auf die Zusammenlegung der beiden BKR zurückzuführen. Im letzten Jahr wurde ausschließlich ein Wert für den BKR 45 (leichte Lehmböden) ermittelt.

Eine pauschale Aussage, wie sich der Zwischenfruchtanbau auf die Nmin-Werte im Boden im Jahr 2021 auswirkt, kann anhand der vorliegenden Werte nicht getroffen werden, da der Effekt des Zwischenfruchtanbaus in den jeweiligen BKR nicht gleichgerichtet verlief.

Düngebedarfsermittlung für das Jahr 2021 endgültig abschließen

Mit den vorliegenden Nmin-Werten sind die Untersuchungen für die Nmin-Richtwerte im Jahr 2021 abgeschlossen. Sollten zur Vorplanung die fünfjährigen Mittelwerte, bzw. für Sommerungen die Vorjahreswerte verwendet worden sein, sollte die Düngebedarfsermittlung abschließend für alle Kulturen mit den veröffentlichten Werten aktualisiert werden. Die Dokumentation der Düngebedarfsermittlung ist verpflichtend vorgegeben und damit CC-relevant. Außerdem ist es notwendig, die erstellten Dokumente sieben Jahre aufzubewahren, um diese im Rahmen einer möglichen Vor-Ort-Kontrolle vorlegen zu können.

Autoren: Tim Eiler; Karen Peters


Kontakt:
Düngebehörde
Telefon: 0441 801-750
Telefax: 0441 801-440
E-Mail:


Stand: 15.04.2021



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