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Coronavirus: Aktuelle Informationen zur Ausbildung und zu Prüfungen

Das Coronavirus stellt uns derzeit alle vor Herausforderungen und wirft viele Fragen auf. Hier beantworten wir Ihnen die wichtigsten Fragen zur Ausbildung.

Berufsschulbesuch und überbetriebliche Ausbildungsmaßnahmen

Die gesamtgesellschaftlichen Einschränkungen in Wirtschaft, Kultur und bei sozialen Kontakten werden fortgesetzt und sogar noch verschärft, deshalb ist auch in den kommenden Wochen ein weitergehender Beitrag des Bildungsbereiches zur Kontaktreduzierung erforderlich. Bis zum Ende des Schulhalbjahres gelten die Regelungen für berufsbildende Schulen, im Szenario C (Distanzlernen) zu unterrichten, wo es pädagogisch und organisatorisch sinnvoll umsetzbar ist. Auch hier können Lerngruppen, in denen im laufenden Schuljahr Abschlussprüfungen vorgesehen sind, im Szenario B (Wechselunterricht) unterrichtet werden.

Im Falle des „verbindlichen Lernens zu Hause" sind die Auszubildenden nach Rücksprache mit dem Kultusministerium und gemäß § 15 BBiG durch den Ausbildungsbetrieb, den Träger, die jeweilige Einrichtung im Umfang von 6 Zeitstunden dafür freizustellen. Alles, was darüber hinaus geht, ist eine Frage der innerbetrieblichen Absprache.

Das Landwirtschaftliche Bildungszentrum Echem schließt seinen Bildungsbetrieb aufgrund des verlängerten Corona-Lockdowns vorerst bis zum 31. Januar 2021.


 Anwesenheit der Auszubildenden im Betrieb

Die Pflicht zur Ausbildung wird grundsätzlich nicht berührt. Bei Schließung der Berufsschule muss der Auszubildende an den Berufsschultagen, sofern nicht ein Online-Unterricht erfolgt, im Betrieb erscheinen. Dies gilt nicht, wenn er unter Quarantäne gestellt ist oder der Ausbildungsbetrieb dem Auszubildenden untersagt, den Betrieb zu betreten. Bitte beachten Sie, dass gemäß den aktuellen Rechtsvorgaben auch bei der Ausbildung, wo immer möglich, ein Mindestabstand von 1,50 Metern zwischen 2 Personen einzuhalten ist. Im Einzelfall kann ein Arbeitgeber bei einer konkreten Gefährdung im Rahmen seiner Fürsorgepflicht, den Auszubildenden von der Arbeit freistellen oder Teile der Ausbildung (zum Beispiel das Führen des Berichtsheftes, Lernen von Inhalten des Berufsschulunterrichtes) zu Hause erlauben. Die Freistellung und das Arbeiten im Homeoffice muss im Ausbildungsnachweis/ Berichtsheft notiert werden. Die Freistellung ist kein Urlaub und sollte sinnvoll mit Themen rund um die Ausbildung gefüllt werden. Bei betriebsbedingten, längeren Freistellungszeiten ist, unter Fortzahlung der Ausbildungsvergütung, auf Antrag des Auszubildenden eine Verlängerung der Ausbildungszeit möglich. Dies gilt insbesondere, wenn das Ausbildungsziel in der noch zur Verfügung stehenden Zeit nicht erreicht werden konnte. Im Einzelfall kommt ggfls. auch eine Umstellung auf eine Teilzeitausbildung in Betracht.

Insbesondere während der Ferienzeit kann auch Urlaub in Anspruch genommen werden. Bereits beantragter Urlaub ist zu genehmigen. Weitere Urlaubstage sowie ggfls. der Abbau von Überstunden können im gegenseitigen Einvernehmen vereinbart werden. Auszubildende können allerdings nicht entgegen ihrem Einverständnis pauschal in den „Zwangsurlaub“ geschickt werden.


Kurzarbeit und Kündigung

Für Auszubildende kann in der Regel keine Kurzarbeit beantragt werden. Es besteht seitens der Betriebe die Verpflichtung alle Ausbildungsinhalte zu vermitteln. Dafür kommen gegebenenfalls auch die Umstellung des Ausbildungsplanes und der Verbund mit einem anderen Ausbildungsbetrieb in Frage. Der Verbund kann kurzfristig vereinbart werden und ist der Landwirtschaftskammer zur Genehmigung vorzulegen. Nur im Ausnahmefall kann Auszubildenden gegenüber Kurzarbeit angeordnet werden. Sie haben aber auch dann gem. § 19 Abs.1 Nr.2 BBiG Anspruch auf Zahlung der vollen Ausbildungsvergütung für mindestens 6 Wochen.

Die vorübergehende Einstellung der Arbeit in einem Betrieb oder eine Kurzarbeit stellt keinen Grund für die Kündigung eines Ausbildungsverhältnisses dar. Erst wenn die Arbeit und damit auch die Durchführung der Ausbildung über einen längeren Zeitraum nicht mehr ausgeführt werden kann oder bei Schließung des Betriebes ist eine Kündigung möglich. In dem Fall besteht aber die Verpflichtung sich rechtzeitig um einen anderen Betrieb, in dem die Ausbildung fortgesetzt werden kann, zu bemühen. Hierbei unterstützen die jeweiligen Ausbildungsberater*innen der Landwirtschaftskammer.


Prüfungen

Aufgrund des verlängerten Lockdowns werden alle anstehenden Prüfungen vorerst bis zum 31. Januar 2021 abgesagt. Ebenso werden in Anlehnung an die geltenden Corona-Regelungen zum Schulunterricht die Vorbereitungskurse (z.B.: 45.2 -, Meisterkurse) innerhalb dieses Zeitraums in Präsenz ausgesetzt.


Fördermöglichkeiten

In Erweiterung der bundesweiten Förderprogramme können in Niedersachsen jetzt Ausbildungsbetriebe und Auszubildende unter bestimmten Voraussetzungen eine finanzielle Unterstützung beantragen. Im Einzelnen handelt es sich um folgende Fördermöglichkeiten: Mobilitätsprämie Auszubildende, Entlastung Ausbildungsbetriebe, Einstellung und Übernahme von Ausbildungsbetrieben aus Insolvenzbetrieben und Lehrgänge der überbetrieblichen Berufsausbildung. Alle Förderungen sind bei der Niedersächsischen N-Bank zu beantragen. Dort können auch weitere Auskünfte erfragt werden.


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Kontakt:
Christa Hallmann-Rosenfeldt
Stellv. Leiterin Fachbereich Aus- und Fortbildung, Landjugend
Telefon: 0441 801-815
Telefax: 0441 801-204
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