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Coronavirus: Aktuelle Informationen zur Ausbildung und zu Prüfungen

Das Coronavirus stellt uns derzeit alle vor Herausforderungen und wirft viele Fragen auf. Hier beantworten wir Ihnen die wichtigsten Fragen zur Ausbildung.

 

Berufsschulbesuch und überbetriebliche Ausbildungsmaßnahmen

Die Berufsschulen stellen ihr Unterrichtsangebot um. Die Wiederaufnahme des Präsensunterrichts ist ab dem 27.04.2020 in der Fachstufe 2 erfolgt.  Für übrige Klasen gilt seit dem 22.04.2020 das „verbindliche Lernen zu Hause“. Nach Rücksprache mit dem Kultusministerium und gemäß § 15 BBiG sind die Auszubildenden durch den Ausbildungsbetrieb, den Träger, die jeweilige Einrichtung im Umfang von 6 Zeitstunden dafür freizustellen. Alles, was darüber hinaus geht, ist eine Frage der innerbetrieblichen Absprache.


Die überbetrieblichen Ausbildungsstätten der Landwirtschaftskammer Niedersachsen nehmen ab dem 04. Mai 2020 ihren Lehrgangsbetrieb wieder auf. Zum Schutz der Gesundheit aller Beteiligten erfordert die derzeitige Corona-Pandemie die Einhaltung besonderer Schutz- und Hygienemaßnahmen (PDF, 564 KB). Unter anderem werden zur Wahrung des Mindestabstandes von 1,5 m die Lehrgangsgrößen verringert und die Schulungszeiträume in die Sommerferien hinein verlängert. Ersatztermine für bisher ausgefallene überbetrieblichen Ausbildungsmaßnahmen, sofern organisatorisch möglich, werden rechtzeitig mitgeteilt. Die Zulassung zur Abschlussprüfung für Auszubildende des 3. Ausbildungsjahres, die nicht mehr an einer vorgesehenen überbetrieblichen Ausbildungsmaßnahme teilnehmen können, bleibt davon unberührt und ist somit möglich.


 Anwesenheit der Auszubildenden im Betrieb

Die Pflicht zur Ausbildung wird grundsätzlich nicht berührt. Bei Schließung der Berufsschule muss der Auszubildende an den Berufsschultagen, sofern nicht ein Online-Unterricht erfolgt, im Betrieb erscheinen. Dies gilt nicht, wenn er unter Quarantäne gestellt ist oder der Ausbildungsbetrieb dem Auszubildenden untersagt, den Betrieb zu betreten. Bitte beachten Sie, dass gemäß den aktuellen Rechtsvorgaben auch bei der Ausbildung, wo immer möglich, ein Mindestabstand von 1,50 Metern zwischen 2 Personen einzuhalten ist. Im Einzelfall kann ein Arbeitgeber bei einer konkreten Gefährdung im Rahmen seiner Fürsorgepflicht, den Auszubildenden von der Arbeit freistellen oder Teile der Ausbildung (zum Beispiel das Führen des Berichtsheftes, Lernen von Inhalten des Berufsschulunterrichtes) zu Hause erlauben. Die Freistellung und das Arbeiten im Homeoffice muss im Ausbildungsnachweis/ Berichtsheft notiert werden. Die Freistellung ist kein Urlaub und sollte sinnvoll mit Themen rund um die Ausbildung gefüllt werden. Bei betriebsbedingten, längeren Freistellungszeiten ist, unter Fortzahlung der Ausbildungsvergütung, auf Antrag des Auszubildenden eine Verlängerung der Ausbildungszeit möglich. Dies gilt insbesondere, wenn das Ausbildungsziel in der noch zur Verfügung stehenden Zeit nicht erreicht werden konnte. Im Einzelfall kommt ggfls. auch eine Umstellung auf eine Teilzeitausbildung in Betracht.

Insbesondere während der Ferienzeit kann auch Urlaub in Anspruch genommen werden. Bereits beantragter Urlaub ist zu genehmigen. Weitere Urlaubstage sowie ggfls. der Abbau von Überstunden können im gegenseitigen Einvernehmen vereinbart werden. Auszubildende können allerdings nicht entgegen ihrem Einverständnis pauschal in den „Zwangsurlaub“ geschickt werden.


Kurzarbeit und Kündigung

Für Auszubildende kann in der Regel keine Kurzarbeit beantragt werden. Es besteht seitens der Betriebe die Verpflichtung alle Ausbildungsinhalte zu vermitteln. Dafür kommen gegebenenfalls auch die Umstellung des Ausbildungsplanes und der Verbund mit einem anderen Ausbildungsbetrieb in Frage. Der Verbund kann kurzfristig vereinbart werden und ist der Landwirtschaftskammer zur Genehmigung vorzulegen. Nur im Ausnahmefall kann Auszubildenden gegenüber Kurzarbeit angeordnet werden. Sie haben aber auch dann gem. § 19 Abs.1 Nr.2 BBiG Anspruch auf Zahlung der vollen Ausbildungsvergütung für mindestens 6 Wochen.

Die vorübergehende Einstellung der Arbeit in einem Betrieb oder eine Kurzarbeit stellt keinen Grund für die Kündigung eines Ausbildungsverhältnisses dar. Erst wenn die Arbeit und damit auch die Durchführung der Ausbildung über einen längeren Zeitraum nicht mehr ausgeführt werden kann oder bei Schließung des Betriebes ist eine Kündigung möglich. In dem Fall besteht aber die Verpflichtung sich rechtzeitig um einen anderen Betrieb, in dem die Ausbildung fortgesetzt werden kann, zu bemühen. Hierbei unterstützen die jeweiligen Ausbildungsberater*innen der Landwirtschaftskammer.


Prüfungen

Mit Ausnahme des Gartenbaus (schriftliche Zwischenprüfungen starten in der 22. KW) entfallen für den Bereich der Landwirtschaftskammer Niedersachsen die angesetzten Zwischenprüfungen bis zum 31.07.2020 ersatzlos. Die Zwischenprüfung gilt somit als abgelegt bzw. teilgenommen und die Zulassungsvoraussetzung zur Abschlussprüfung trotzdem als erfüllt. Zwischenprüfungen, die nach dem 31.07.2020 geplant sind, sollen nach derzeitigem Stand hingegen stattfinden (z.B. die Zwischenprüfung Pferdewirt/in).

Die Durchführung von Abschlussprüfungen wird ab dem 04. Mai 2020 wieder erfolgen. Zum Schutze der Gesundheit aller Prüfungsbeteiligten erfordert die derzeitige Corona-Pandemie die Einhaltung besonderer Schutz- und Hygienemaßnahmen (PDF, 711 KB). Im Einzelfall können nach Anweisung der jeweiligen Geschäftsführung vor Ort je nach Situation weitere Maßnahmen erforderlich sein. Alle Prüflinge, Prüfungsausschussmitglieder, Prüfungsbetriebe und sonstige Beteiligte sollten dringend diese Maßnahmen beachten.

Ihre Ansprechpartner*innen in den Regionen und zu den Berufen finden Sie hier.


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Kontakt:
Christa Hallmann-Rosenfeldt
Stellv. Leiterin Fachbereich Aus- und Fortbildung, Landjugend
Telefon: 0441 801-815
Telefax: 0441 801-204
E-Mail: