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Steckrüben - ausgezeichnetes Wintergemüse

Die Steckrüben hatten es nicht leicht, ihr Image von den Rüben für Notzeiten in delikates Powergemüse für die kalte Jahreszeit zu steigern. Doch sie haben es geschafft und wurden in diesem Jahr zum Gemüse des Jahres gekürt. Die Rüben punkten neben ihren guten inneren Werten mit vielseitigen Verwendungsmöglichkeiten in der Küche und einem günstigen Preis.

 

Die Auszeichnung der Steckrüben

Steckrüben waren früher ein fester Bestandteil des Essens ärmerer Leute. Sie haben in Notzeiten den Hunger vieler Deutschen gestillt. Nach ihnen wurde der Winter gegen Ende des 1. Weltkrieges benannt – der Steckrübenwinter. Kein Wunder also, dass unsere Großeltern sie in besseren Zeiten nicht so richtig schätzen konnten. Mittlerweile werden sie jedoch als wohlschmeckendes Wintergemüse sogar von Sterneköchen geschätzt. Die alte Kulturpflanze wurde vom Verein zur Erhaltung der Nutzpflanzenvielfalt (VEN) zum Gemüse des Jahres 2017 und 2018 gekürt.
 

Vitaminreich und kalorienarm

Die inneren Werte der Kohlrüben können sich sehen lassen. Neben Traubenzucker, etwas Eiweiß und Senfölen enthalten sie Mineralstoffe und die Vitamine ß-Carotin, Vitamin C sowie einige B-Vitamine. Schon 250 g frische Steckrüben decken die täglich empfoh­lene Zufuhrmenge an Vitamin C. Vielleicht hat dieser Vitamingehalt zusammen mit dem süßlichen Geschmack und dem gelben Fruchtfleisch ihnen die Bezeichnung „ostfriesische Ananas" eingebracht. Wie dem auch sei, auf jeden Fall sind Steckrüben aufgrund ihres minimalen Fettgehaltes von Natur aus kalorienarm. Durch eine fettreiche Zubereitung jedoch kann ein Steckrübengericht zu einer energiereichen, schwerverdaulichen Mahlzeit werden.

Den leicht herben süßlichen Geschmack der Rüben mögen bereits die ganz Kleinen. Das ist gut so, denn aus dem reichlich enthaltenen ß-Carotin wird im Körper Vitamin A gebildet. Dieses Vitamin stärkt die Abwehrkräfte und trägt zum Hautschutz bei.
 

Steckrüben-Saison

Steckrüben werden hauptsächlich von Oktober bis November geerntet. Sie sind jedoch den ganzen Winter über im saisonalen Gemüseangebot.
 

Einkaufs- und Zubereitungstipps

Obwohl Steckrüben bis zu 2 Kilogramm auf die Waage bringen können, gilt für den Geschmack: je kleiner desto zarter und wohlschmeckender. Große Exemplare können holzig sein. Beim Einkauf sollte darauf geachtet werden, dass die Schale der Rübe glatt und prall aussieht und keine Beschädigungen aufweist. Ohne nennenswerte Qualitätsverluste zu erleiden, kann sie bis zu 10 Tage im Gemüsefach des Kühlschranks aufbewahrt werden.

Für die Zubereitung gilt: Die Steckrübe gründlich unter fließendem Wasser waschen, anschließend den Stilansatz entfernen und die Rübe halbieren. Die Hälften werden großzügig geschält und je nach den Vorgaben des Rezeptes geraspelt, gewürfelt oder in Scheiben geschnitten.
 

Küchentipps

Steckrüben schmecken roh, fein geraspelt in Rohkostsalaten, gekocht in Suppen und Eintöpfen. Als Püree mit Kartoffeln im Bunde sind sie perfekt für Fisch- und Fleischgerichte. Wie Kartoffeln oder Süßkartoffeln lassen sie sich zu Pommes frites frittieren. In Scheiben geschnitten und mit Paniermehl und geriebenen Käse ummantelt schmeckt sie als Vegetarierschnitzel.

Wichtig ist, das Gemüse nicht zu lange zu garen. Es kann leicht zu einem kohligen Geschmack kommen.
 

Der Steckrübeneintopf – einst ein Gericht für jeden Tag

Der Steckrübeneintopf ist ein typisch norddeutscher Eintopf. Traditionell handelt es sich um ein Gericht aus Steckrüben, Kartoffeln und Möhren mit verschiedenen Sorten geräuchertem oder gepökeltem Fleisch und Wurstwaren, wie Kasseler und Mettenden (Kochwurst). Gelegentlich wurden auch Kochbirnen mitgegart. Der wärmende Eintopf wurde in den verschiedenen Regionen Norddeutschlands unterschiedlich gekocht. In Schleswig-Holstein ist der Eintopf mit Kochwurst und Kasseler als "Rübenmalheur" bekannt. Mit Zwiebeln, Schweinebauch oder -nacken wird er im Lübecker Raum als "Lübecker National" und in Hamburg als "Hamburger National" bezeichnet.

Auf vielen Bauernhöfen wurde dieses Gericht, neben Bratkartoffeln, praktisch täglich zubereitet, daneben gab es dann aber oft noch ein zweites, täglich wechselndes Essen. Aus diesem Grund wird es besonders im Stader Raum noch heute als Tokokers (Zugekochtes) bezeichnet.


Wer frisches Wintergemüse direkt vom Bauern kaufen möchte, findet unter www.service-vom-hof.de weitere Informationen zu Adressen, Wochenmärkten und Aktionen.


Kontakt:
Karin Nichter-Wolgast
Ernährung, Lebensmittelqualität, Verbraucher
Telefon: 0441 801-818
Telefax: 0441 801-819
E-Mail:


Stand: 21.11.2018



PDF: 30925 - 22.0107421875 KB   Rezept mit Steckrüben   - 22 KB