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Wildfrüchte- ein herbstlicher Genuss vom Wegesrand!

Das Angebot an Obst aus aller Welt ist so groß wie noch nie. Exotische Früchte üben einen großen Reiz auf uns Verbraucher aus. Auch wenn wir über ihren Anbau sehr oft nichts wissen und sie zum großen Teil weite Transportwege haben, sind sie vielen im Geschmack und Gebrauch geläufiger als unsere wildwachsenden Obstarten aus Wald und Flur, die zur Zeit am Wegesrand mit leuchtenden Farben grüßen.

Wildfrüchte sind essbare oder bedingt essbare Früchte von zumeist wildwachsenden Hecken, Sträuchern oder Bäumen. Dazu zählen Aroniabeeren, Brombeeren, Berberitzen, Ebereschen, Felsenbirnen, Hagebutten, Heidelbeeren, Himbeeren, Holunder, Kornelkirschen, Sanddorn, Schlehen, Preiselbeeren oder Wachholderbeeren.

Vorsicht

Nicht alle Wildfrüchte eignen sich zum Naschen oder sind in der Küche verwertbar, einige Arten sind schwach bis stark giftig, wie z.B. die Rauschbeere, die Früchte des Gemeinen Ligusters, des Faulbaums oder  Ilex, der Eibe oder Tollkirsche. Aus Unsicherheit verzichtet so mancher darauf, Wildfrüchte zu pflücken und zu verbrauchen. Dabei sind es wirkliche Superfoods bei richtiger Verwendung. Sie unterstützen uns gesund durch den Winter zu kommen, da sie eine Menge gesunder Inhaltsstoffe enthalten.

Wertvolle Inhaltsstoffe

Wildfrüchte sind sehr vitamin- und mineralstoffreich und enthalten ausgesprochen viele sekundäre Pflanzenstoffe, die abwehrstimulierend, entzündungshemmend, blutzuckerregulierend, antimikrobiell, antioxidativ wirken können.
Die Eberesche enthält z.B. hohe Mengen an Vitamin C, außerdem die bakterien- und entzündungshemmende Sorbinsäure, sowie viel Pektin und Provitamin A. Sirup aus Ebereschen, hilft rasch bei Husten. Holunderbeeren sollten, wie die Eberesche, nicht roh verzehrt werden. Heißer Holundersaft wird in der Erkältungszeit vielfach empfohlen.  Die „Medizin der armen Leute“, wie man Holunder früher bezeichnete, wirkt harn- und schweißtreibend, schleimlösend, blutreinigend und fiebersenkend. Zudem enthält er sehr viel Provitamin A, Vitamin B1, B2, B6 und C, sowie die Mineralstoffe Kalium, Magnesium, Phosphor und Selen. 

Hagebutten sind die Früchte verschiedener Heckenrosen. Manche Sorten sind die reinsten Vitamin C- Bomben. Die Pillnitzer Vitaminrose z.B. enthält durchschnittlich 1150 mg Vitamin C je 100 g entkernte Fruchtsubstanz. Im Vergleich dazu enthalten Äpfel je nach Sorte zwischen 15 und 45 mg Vitamin C auf 100 g Frucht. Auch die Brombeere lohnt sich zu pflücken, obwohl es sich dabei um eine dornige Angelegenheit handelt. Besonders erwähnenswert ist, dass sie den höchsten Carotingehalt unter den Beerenfrüchten enthält, außerdem viele gesunde Fruchtsäuren und die krebshemmende Ellagsäure, die nur in Walnüssen in noch größeren Mengen enthalten ist.

Darauf sollten Sie achten

Wer sich auf den Weg macht, Früchte in Feld und Flur zu sammeln, sollte nur bekannte Früchte mitnehmen, um Verwechslungen mit Eiben, Schneeball, Ilex etc. auszuschließen. Wildfrüchte an verkehrsreichen Straßen sind den Abgasen des Autoverkehrs ausgesetzt und sollten nicht gepflückt werden. Gehen Sie schonend mit Pflanzen und Hecken um, denn sie geben vielen Tieren Nahrung und ein Zuhause.

Rezept für einen Haustee, der Sie dabei unterstützt gesund durch den Winter zu kommen:

2 Teile Hagebuttenschale, 2 Teile Hagebuttenkerne, 1 Teil Lindenblüten, 1 Teil Holunderblüten. 1 flacher Esslöffel in 1 große Tasse, mit kochendem Wasser überbrühen und 10 Minuten ziehen lassen


Kontakt:
Edda Möhlenhof-Schumann
Beraterin Ernährung, Lebensmittelqualität, Erzeuger-Verbraucher-Dialog, Landfrauen
Telefon: 04271 945-223
Telefax: 04271 945-222
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Stand: 02.10.2020