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Chicorée

Die Gemüsegarten-Saison beginnt und es ist Zeit für die Anbauplanung. Wie wäre es in diesem Jahr mit Chicorée?  Eine nützliche Pflanze, nicht nur für die Zubereitung in der Küche, sondern vielleicht auch als Dauerblüher im Garten.

Chicorée unterscheidet sich von allen anderen Gemüsearten dadurch, dass er nicht direkt nach der Ernte im Garten verwendet werden kann, sondern noch ein weiterer Arbeitsgang erfolgen muss, um die zapfenförmigen Knospen, den Chicorée ernten zu können. Die rübenartige Pflanze wird im Herbst, wenn die Blätter vergilben, geerntet und das Laub daumenbreit abgeschnitten. Die Wurzeln sind circa 15 Zentimeter lang und drei bis sechs Zentimeter dick. Wurzeln unter drei Zentimeter Durchmesser eignen sich nicht für die Treiberei. 

Für den Hausgebrauch werden die Wurzeln dafür beispielsweise in einen Eimer gestellt und mit Erde aufgefüllt. Die Deckschicht über den Wurzeln sollte zehn Zentimeter dick sein, damit kein Licht eindringt. Eine lichtundurchlässige Folie erfüllt den gleichen Zweck. Nach drei bis fünf Wochen kann der Chicorée geerntet werden. Da sich die Sprossen im Temperaturbereich zwischen 12°C bis 18°C Grad entwickeln, lässt sich die Ernte über den ganzen Winter ausdehnen, indem die Behälter kühler gelagert und nach und nach in wärmere Räume zum Treiben geholt werden.

Chicorée sollte auch nach der Ernte dunkel, am besten im Gemüsefach des Kühlschranks aufbewahrt werden. So bleibt die Knospe frisch und die Blattränder verfärben sich nicht grün. Die lichtbedingte Grünverfärbung erhöht den Anteil an Bitterstoffen. Sie sind der begrenzende Faktor bei der Gruppe der Chicorée-Liebhaber.                                                 

Dieser bittere Geschmack lässt sich abmildern, indem der Strunk entfernt wird. Notfalls kann Chicorée dann noch 5 Minuten in warmes Wasser oder Milch gelegt werden. Auch in gegarter Form, als gedünstetes Gemüse oder Auflauf, verliert er an Bitterkeit. Als Rohkost, möglichst in feinere Streifen geschnitten, eignet er sich in Kombination mit Obst. Und durch Soßen auf Milchproduktebasis oder Dressings mit Honig, kann der bitteren Note entgegengewirkt werden.                                                                                                   

Grundsätzlich haben Bitterstoffe aber auch positive Funktionen, indem sie u.a. die Bildung von Gallensäuren ankurbeln, was sich positiv auf die Verdauung im Darm auswirkt. Obwohl Chicorée ohne Sonnenlicht heranwächst, hat er wie andere Gemüsearten einiges an Vitaminen und Mineralstoffen zu bieten.

Übrigens: Lassen Sie im Herbst doch einfach ein paar Wurzeln im Garten stehen. Im zweiten Jahr bildet die Pflanze dann einen bis zu 1,5 Meter hohen, mehrfach verzweigten Blütenstand, mit blauen Blüten wie bei der Wegwarte, denn diese ist die Stammform, aus der sich der Chicorée entwickelte.
 

Chicorée-Apfel-Auflauf (4 Portionen)

  • 3 große Chicorée - waschen, vierteln und den innernen Strunk entfernen
  • 12 Scheiben geräucherter Schinken - jedes Chicorée-Viertel mit einer Scheibe Schinken umwickeln und mit einem Zahnstocher befestigen   
  • 1 säuerlicher Apfel - waschen, entkernen und in Scheiben schneiden
  • 1 EL Rapsöl - eine Auflaufform mit dem Öl auspinseln. Die Chicoréeviertel und Apfelscheiben abwechselnd in die Form schichten
  • 200 g geriebener Käse - den Auflauf mit dem Käse bestreuen
  • 2 EL Kürbiskerne - die Kürbiskerne darüber verteilen und den Auflauf 30 - 35 Minuten bei 170°C im Ofen backen

 


Kontakt:
Annegret Nitsch
Ernährung, Lebensmittqualität, Ausbildereignung, LandFrauenarbeit
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Stand: 26.03.2021