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Rhabarberzeit

Wussten Sie, dass Rhabarber gar kein Obst ist?  Er zählt zu den Stielgemüsen, weil er botanisch eine Staude ist. Trotzdem schmeckt er uns als Kompott oder Tortenbelag lecker! Ein Phänomen der Pflanze ist außerdem: Die Stiele sind nahrhaft und die Blätter giftig.

Inhaltsstoffe: Der Vitamingehalt ist nicht besonders hoch, aber die Mineralien, voran Kalium, Magnesium, Phosphor und Eisen und etwas Jod haben ein ausgesprochen herz- und kreislauffreundliches Verhältnis zueinander. Ganz entscheidend ist auch die reichlich vorhandene Zitronen- und Apfelsäure, verschiedene Glykoside, Gerbstoffe, ätherische Öle und auch das sehr darmfreundliche Pektin.
Außerdem enthält Rhabarber „Anthrachinone“, das sind Wirkstoffe, die sich auch in Sennesblätter und Aloe finden und die das Galle-Leber-System und die Darmschleimhaut reizen und dadurch unterschiedlich stark abführend wirken. 

Rhabarber enthält aber auch sehr viel Oxalsäure, die z.B. den Zahnschmelz angreift und sich auch mit Kalzium aus der Nahrung oder dem Blut verbindet. Deshalb soll Rhabarber immer nur mäßig und nicht täglich während der Saison gegessen werden. Menschen mit Neigung zu Nierensteinen, Gicht, Rheuma und Arthritis sollten besser auf Rhabarber verzichten. 

Küchentipps

  1. Zur Verringerung von Oxalsäure: Nach dem Schälen und Kleinschneiden die Rhabarberstücke kurz in kochendem Wasser blanchieren und das Wasser wegschütten.
  2. Den Rhabarber mit milchhaltigen Speisen kombinieren, wie z.B. Vanillesoße, Joghurt oder Pudding. Das mildert die Säure und gleicht auch das Kalzium im Körper wieder etwas aus. 
  3. Rhabarber nicht in einem Aluminiumtopf zubereiten, denn die Säure kann Aluminium lösen, das dann in den Organismus gelangen kann.


Der erste Rhabarber kommt schon ab Dezember aus Treibhäusern. Doch es ist vorteilhaft bis März/April zu warten, denn dann ist Freilandware von heimischen Betrieben bis zum Ende der Saison im Juni im Handel. Es gibt verschiedene Sorten, wer milden Geschmack bevorzugt, sollte rotstielige, rotfleischige Stiele kaufen.  
 


Kontakt:
Edda Möhlenhof-Schumann
Beraterin Ernährung, Lebensmittelqualität, Erzeuger-Verbraucher-Dialog, Landfrauen
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Stand: 26.04.2021