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Tomaten reifen nicht mehr aus

Im Herbst kommt es beim Anbau von Tomaten häufig zu einer mangelnden Ausfärbung der Früchte. Dies liegt unter anderem daran, dass Tomaten zum Ausreifen der Früchte Wärme, Wasser und Nährstoffe brauchen. Während Wasser und Nährstoffe den Pflanzen meist ausreichend zur Verfügung gestellt werden, ist die Wärme in diesem Fall der die Reife beeinflussende Faktor.

Temperaturen unter 16 Grad C hemmen die Ausbildung des Farbstoffes Lycopin, der für die Rotfärbung in den Früchten verantwortlich ist. Bei der Intensität der Rotfärbung spielt dann auch das Licht eine maßgebliche Rolle. In unbeheizten Gewächshäusern kann daher die Reifung nicht wirklich beschleunigt werden. Mit den kürzer werdenden Tagen im Herbst reicht meist trotz des genügenden Wasser- und Nährstoffangebots die vorhandene Wärme nicht mehr aus, um alle Tomaten zum Ausreifen zu bringen. Um die Anzahl der sich bildenden Früchte im optimalen Bereich zu halten, sollten Seitentriebe, sogenannte Geize, deshalb kontinuierlich entfernt werden. Ca. 4-6 Wochen vor dem Ernteende sollten die Tomatenpflanzen dann „geköpft“ werden, d.h. der Trieb wird auf den letzten Blütenstand mit bereits angesetzten Früchten gestutzt. Um das Platzen der Früchte zu verhindern, müssen ein bis zwei Blätter über dem Blütenstand am Trieb verleiben, so dass der Wasser- und Nährstofftransport noch ungehindert weitergehen kann.

Sollte die Ausbildung von Lycopin in unreifen Früchten durch zu niedrige Außentemperaturen noch nicht gehemmt sein, so reifen unreife Tomaten, an einem hellen warmen Ort gelagert, noch zu einem gewissen Grad nach. Fördernd für die Ausfärbung ist dabei die direkte Lagerung neben Äpfeln.

Unreife grüne Früchte enthalten, wie alle grünen Pflanzenteile der Tomate, das Alkaloid Solanin, das, in größerer Menge verzehrt, Kopfschmerzen und andere Beschwerden hervorrufen kann. Mit zunehmendem Größenwachstum nimmt der Gehalt in der Frucht ab.

Es gibt diverse Rezepte, in denen auch die grünen Tomaten noch Verwendung finden. Ob diese allerdings angesichts des Solanin-Gehaltes empfehlenswert ist, kann hier nicht beantwortet werden.

Aus „Pflanzenschutzhinweise für den Haus- und Kleingarten

 

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Stand: 08.10.2020