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Das EU-Projekt FAirWAY - Landwirtschaftsbetriebe, die für gute Trinkwasserqualität sorgen

Das EU-Projekt FAirWAY

Das am 01.06.2017 gestartete Projekt FAirWAY beschäftigt sich mit vielversprechenden Ansätzen an der Schnittstelle Landwirtschaft und Trinkwasserschutz in Europa. Zentrales Element sind 13 sogenannte „Fallstudien“ aus zehn EU-Ländern, in denen zum Teil seit Jahrzehnten aktiver Trinkwasserschutz betrieben wird. Die Gebiete unterscheiden sich in Bezug auf die Art der betrachteten Wasserkörper (Grundwasser, Oberflächenwasser), ihrer Größe und Fördermenge, ihrer Belastungssituation (Nitrat, Phosphat, Pestizide, …), der jeweiligen Landnutzung sowie der wirtschaftlichen Ausrichtung der landwirtschaftlichen Betriebe (Tierhaltung, Ackerbau).

Ziel ist es, von erfolgreichen Ansätzen zu lernen (Best Practice), diese in Hinblick auf ihren Erfolg zu analysieren und schließlich Handlungsempfehlungen für Politik und Praxis abzuleiten. Ein besonderes Augenmerk liegt hierbei auf der Zusammenarbeit der lokalen Interessensvertreter in den verschiedenen Fallstudien (den sogenannten „Multi-actor platforms“).

Weiterhin sollen Indikatoren, die eine potentielle Belastung der Wasserkörper vermuten lassen, identifiziert und bewertet werden und erfolgreiche Maßnahmen zur gewässerschonenden Landbewirtschaftung zusammengestellt werden.

Auch die im Rahmen der Wasserschutzberatung eingesetzten EDV-basierten Entscheidungshilfen, die zum Teil große Praxisrelevanz besitzen, werden im Projektverlauf zusammengetragen beziehungsweise weiterentwickelt.

Schließlich werden auch die bestehenden rechtlichen Grundlagen auf den verschiedenen Ebenen (EU, nationale Ebene, WSG-Ebene, …) gesichtet und in Bezug auf die Fallstudien analysiert.

Insgesamt sind 22 europäische Projektpartner aus Wasserwirtschaft, Landwirtschaft, Forschung und Wissenschaft sowie Projektmanagement und Öffentlichkeitsarbeit involviert. Für Deutschland nimmt Niedersachsen als Projektregion teil, Projektpartner sind hier die LWK Niedersachsen und das Thünen Institut in Braunschweig.

 

Das Verbundprojekt Wirtschaftsdüngermanagement als FAirWAY-Fallstudie

In Niedersachsen gibt es einige Regionen, die hohe Wirtschaftsdüngerüberschüsse aufweisen und vor der Herausforderung stehen die Nitratbelastung in Grund- und Oberflächenwasser zu minimieren.

Das Verbundprojekt "Wirtschaftsdüngermanagemant Niedersachsen",

das von der Landwirtschaftskammer Niedersachsen koordiniert und fachlich betreut wird, erarbeitet praxisnahe Lösungsansätze diesem Problem konstruktiv gegenüberzutreten. So wird in Zusammenarbeit mit interessierten Betrieben unter anderem geprüft, inwieweit die Verbringung von Wirtschaftsdüngern aus den viehstarken Veredlungsregionen in entferntere Ackerbauregionen in der Praxis umsetzbar ist. Aber auch die Konsensfindung zwischen den Vertretern der Gebietskörperschaften, der Landwirtschaft sowie der Wasserverbände und Naturschutzorganisationen auf Sitzungen von Runden Tischen zum Nährstoffmanagement werden im Rahmen des Verbundprojekts angeregt.

Darüber hinaus arbeitet das Verbundprojekt mit dem Feldversuchswesen, weiteren beteiligten Behörden (LBEG, NWLKN, …) und der TU Braunschweig zusammen.

Das Verbundprojekt stellt eine der 13 FAirWAY-Fallstudien und informiert hier besonders über die Arbeit der Runden Tische sowie die auf den Betrieben eingesetzte Software zur Düngeplanung.

Weiterhin wird fortlaufend geprüft, welche in anderen Ländern praktizierten Ansätze und innovativen Elemente in die Arbeit des Verbundprojekts einfließen können.

Der intensive Austausch zwischen den Projektpartnern und die Information der Öffentlichkeit sind Kernanliegen des Projekts.

Das Projekt FAirWAY wird über das Horizon 2020-Forschungs- und Innovationsprogramm (Förderschwerpunkt Gesellschaftlicher Wandel im Bereich Land- und Forstwirtschaft) der EU finanziert (Projekt-ID (EU): 727984). Das Projekt hat eine vierjährige Laufzeit und endet am 31.05.2021.

FAirWAY-Homepage: https://www.fairway-project.eu


Kontakt:
Linda Tendler
Telefon: 0531 28997-245
Telefax: 0531 28997-241
E-Mail:
Thomas Beiss-Delkeskamp
Telefon: 0531 28997-240
Telefax: 0531 28997-241
E-Mail:


Stand: 15.10.2018