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Ergebnisse der Landessortenversuche Öko-Winterweizen 2019

Die Trockenheit hat wie in der Praxis auch in den Landessortenversuchen Öko-Winterweizen ihre Spuren hinterlassen. Allerdings fallen auf den meisten Standorten der beiden Anbaugebiete 2 und 3 die Erträge bei weitem nicht so stark ab wie im heißen und trockenen Vorjahr 2018. Die niedersächsischen Standorte Osnabrück und Hilligsfeld sind aufgrund zu starker Streuung der Einzelergebnisse bei den Erträgen leider nicht wertbar.

Wie schon im Jahr 2018 fallen auch im wiederholt trockenen Jahr 2019 die Feuchtkleber- und Rohproteinergebnisse zwischen den einzelnen Versuchsstandorten extrem unterschiedlich aus. Teilweise enttäuschen sie, weil offensichtlich die N-Mineralisation trockenheitsbedingt unzureichend ausgefallen ist. Die Fallzahlen liegen in diesem Jahr in allen Versuchen auf einem hohen Niveau.

Bei der Auswahl der geeigneten Öko-Weizensorten steht primär die Verwertungsrichtung im Raum. Soll gezielt Speiseweizen oder Futterweizen angebaut werden? Gute Backqualitäten zu erzeugen ist im Ökolandbau immer wieder eine Herausforderung. Der wichtigste Parameter für die Preisbildung beim Öko-Backweizen ist der Feuchtklebergehalt. Flankierend spielt auch die Fallzahl eine wichtige Rolle. Dabei beeinflussen eine ganze Reihe von Parametern das Niveau der Backqualitäten. Neben Standort, Fruchtfolge, Witterung und Erntezeitpunkt ist die Stickstoffversorgung ein zentraler Faktor. Der für gute Feuchtkleber- und Rohproteinwerte erforderliche Stickstoff steht nicht immer bedarfsgerecht und in ausreichender Höhe zur Verfügung. Das liegt daran, dass die N-Mineralisation organischen Materials wie beispielsweise Rückstände einer legumen Vorfrucht und auch die N-Versorgung über Wirtschaftsdünger in hohem Maße witterungsabhängig ist. Im Mittelpunkt steht jedoch zweifellos die Sortenwahl. Größtenteils lassen sich die geforderten Speisequalitäten unter ökologischen Anbaubedingungen ausschließlich mit Sorten aus dem E-Sortiment erreichen. Nur vereinzelt ist das auch mit A-Sorten realisierbar.

Beim Futterweizen kommt, neben der eigenen Verwertung im viehhaltenden Betrieb, die Nachfrage von Futtermischwerken, oder im Rahmen von Futter-Mist-Kooperationen. Auch Betriebe, die sich in der Umstellung auf Ökolandbau befinden, können in den ersten zwei Jahren nur Futtergetreide erzeugen. Hier bietet sich in Abhängigkeit der Bodengüte der Anbau von Futterweizen an. In den Öko-Landessortenversuchen werden dazu Sorten aus dem A-, B- bzw. C-Weizensegment geprüft.

Unabhängig von der Verwertungsrichtung sind unter Bedingungen des Ökolandbaus folgende Parameter bei der Sortenwahl besonders zu berücksichtigen: ausgeprägte Blatt- und Ährengesundheit (besonders Rostkrankheiten und Ährenfusarium), Hohes Unkrautunterdrückungsvermögen durch gute Bodendeckung, Frohwüchsigkeit und Pflanzenlänge, Halmstabilität und sichere Winterhärte.

 

Die Ergebnisse und Sortenempfehlungen der Landessortenversuche Öko-Winterweizen 2019 können am Ende dieses Beitrages heruntergeladen werden.

Beachten Sie bitte auch die anliegenden Versuchsergebnisse zur Saatgutbehandlung gegen Steinbrand / Stinkbrand im Ökolandbau.

Ergebnisse zu weiteren Öko-Versuchen auch aus zurückliegenden Jahren finden Sie unter: ISIP

 


Kontakt:
Markus Mücke
Berater Ökologischer Landbau, Umstellungsberatung, Versuchswesen Ökologischer Landbau
Telefon: 0511 3665-4378
Telefax: 0511 3665-994378
E-Mail:
Florian Rohlfing
Berater Ökologischer Landbau, Umstellungsberatung, Versuchswesen Ökologischer Landbau
Telefon: 0511 3665-4294
Telefax: 0511 3665-994378
E-Mail:


Stand: 27.09.2019



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