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Ergebnisse der Landessortenversuche Öko-Speisekartoffel 2019

Kartoffeln haben in Niedersachsen seit jeher eine besondere Bedeutung, deutschlandweit wird der Großteil hier produziert. Auch bei den ökologischen Kartoffeln liegt Niedersachsen vorne- jede 4. Ökokartoffel wird hier erzeugt. Die Kartoffel stellt konventionell wie auch ökologisch angebaut eine gewinnbringende Kultur dar, weswegen der erfolgreiche Anbau häufig eine Sonderstellung auf den Betrieben einnimmt. Da Landwirte bei der ökologischen Produktion durch den eingeschränkten Einsatz von Düngern und Pflanzenschutzmittel verstärkt auf die Sortenwahl angewiesen sind, gibt der Landesortenversuch Aufschluss über die Eignung der einzelnen Sorten im Ökolandbau. Der Fokus wird hier, neben dem Ertrag, vor allem auf Eigenschaften wie geringe Krautfäuleanfälligkeit, frühe Ertragsbildung und geringe Anfälligkeit gegen Rhizoctonia gelegt. Aber auch Parameter wie Eisenfleckigkeit, Schorfbefall und früher Reihenschluss zur erfolgreichen Unkrautunterdrückung werden bonitiert.

Im Gegensatz zur konventionellen Kartoffelproduktion gab es im ökologischen Anbau in Niedersachsen 2019 keine Ausdehnung der Anbaufläche. Diese liegt seit einigen Jahren auf einem Niveau um die 2400 ha. Die Preise für Biokartoffeln lagen bei Markteinstieg mit 100 €/dt hoch, pendelten sich aber anschließend auf einem konstanten Niveau von rund 65 €/dt ab Hof ein. Wie auch im Vorjahr waren die Erträge auf beregneten Flächen überdurchschnittlich gut, auf unberegneten Flächen lagen die Erträge im unterdurchschnittlichen Bereich, dazu kamen Probleme mit der Qualität der Ernteware.

Die aktuellen Ergebnisse unserer Öko-Landessortenversuche Öko-Speisekartoffel 2019 stehen am Ende des Beitrages zur Verfügung.

Öko-Pflanzgut ist vorgeschrieben

Beim Öko-Pflanzgutbezug ist die Kartoffel der Kategorie I zugeordnet. Die Eingruppierung in Kategorie I besagt, dass ausreichend Öko-Pflanzgut dieser Kultur zur Verfügung steht und deshalb keine Ausnahmegenehmigungen zur Verwendung von konventionell erzeugtem Saatgut gemäß Art. 45 (5) der VO (EG) 889/2008 oder eine allgemeine Genehmigung gemäß Art. 45 (8) der VO (EG) 889/2008 erteilt werden können. Das bedeutet, dass Ausnahmen gegeben werden können, falls die gewünschte Kartoffelsorte nicht ökologisch vermehrt zur Verfügung steht. Dafür muss die Kartoffelsorte allerdings bis zum 31.01.2020 bestellt sein. Anschließend gilt erneut die Kat. I für Kartoffeln, d.h. es dürfen nur noch ökologisch vermehrte Kartoffelsorten bestellt werden. Wir empfehlen deshalb dringend, sich frühzeitig Gedanken um die Sortenwahl zu machen. Eine Übersicht zu den verfügbaren ökologisch vermehrten Sorten finden Sie unter: www.organicxseeds.de

Ergebnisse zu weiteren Versuchen im Ökologischen Landbau, bzw. Sortenversuche der zurückliegenden Jahre finden Sie unter: ISIP


Kontakt:
Irina Michler
Beraterin Ökokartoffel und Betreuung LUPINEN-NETZWERK
Telefon: 0581 8073-116
Telefax: 0581 8073 159
E-Mail:
Markus Mücke
Berater Ökologischer Landbau, Umstellungsberatung, Versuchswesen Ökologischer Landbau
Telefon: 0511 3665-4378
Telefax: 0511 3665-994378
E-Mail:


Stand: 11.12.2019