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Ergebnisse der Landessortenversuche Öko-Sommergerste 2019

Beim Anbau von Öko-Sommergerste steht die Verwertung als Braugerste im Vordergrund. Da von der abnehmenden Hand bestimmte Sorten für die Verarbeitung favorisiert werden, sollten diese im Vorfeld mit den Abnehmern abgesprochen werden. Neben Keimfähigkeit, Hektolitergewicht und Siebsortierung spielt in erster Linie der Proteingehalt bei der Vermarktung eine zentrale Rolle.

Um die Brauqualität nicht zu gefährden ist die Stellung in der Fruchtfolge und das N-Mineralisierungspotential auf den Anbauflächen zu beachten. Zu hohe Rohproteingehalte können die Gärung beeinträchtigen, die Filtration erschweren oder Ausflockungen im Bier verursachen. Die Obergrenze liegt bei 11,5 Prozent und die Untergrenze bei 9,0 Prozent Rohprotein. Zu niedrige Rohproteingehalte unter 9 Prozent können sich negativ auf Geschmack und Schaumstabilität des Bieres auswirken.

In 2019 wurden die Rohproteinanforderungen für Braugerste in den Versuchen teilweise erreicht. Am Standort Wätzum, in der Hildesheimer Börde, wurden im Schnitt 10,0 Prozent erzielt. Am Standort Oldendorf II ist mit 12,7 Prozent Protein die Obergrenze überschritten worden. In Alsfeld bewegen sich die Werte mit 9,0 Prozent auf der Untergrenze und einzelne Sorten auch darunter.

Für den gezielten Anbau von Futtergerste steht bei der Sortenwahl die Ertragsstabilität auf überdurchschnittlichem Niveau im Vordergrund. Daneben sind auch die Parameter Halmstabilität, Frohwüchsigkeit und Blattgesundheit zu beachten.

Die Ergebnisse der Landessortenversuche Öko-Sommergerste 2019 können am Ende dieses Beitrages heruntergeladen werden.

Ergebnisse zu weiteren Öko-Versuchen auch aus zurückliegenden Jahren finden Sie unter:  ISIP

Saatgut aus ökologischer Erzeugung

Laut der EG-Verordnung Ökologischer Landbau gilt , dass grundsätzlich nur Bio-Saat- und Pflanzgut zu verwenden ist. Einen guten Überblick über das bundesdeutsche Gesamtangebot erhält man schnell und tagesaktuell im Internet. Unter www.organicxseeds.de sind alle ökologisch erzeugten, vertriebsberechtigten Saatgutpartien sortenspezifisch aufgelistet. Ist dort kein Saatgut der gewünschten Sorte gelistet, darf nach Antrag bei der Kontrollstelle auch konventionell erzeugte, ungebeizte Ware zum Einsatz kommen.

 


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Berater Ökologischer Landbau, Versuchswesen Ökologischer Landbau
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Telefax: 0511 3665-994378
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Berater Ökologischer Pflanzenbau
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Stand: 20.12.2019