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Ergebnisse der Landessortenversuche Öko-Winterweizen 2020

Im Ökolandbau hat der Winterweizen eine große Bedeutung im Anbau, sowohl als Backweizen, als auch als Futterweizen. Allerdings ist gegenwärtig der Futterweizenmarkt angespannt. Backweizenpartien sind dagegen gefragt. Die Erträge und Qualitäten 2020 schneiden auf den Versuchsstandorten der Anbaugebiete 2 (sandige Standorte Nord-West), 3 (lehmige Standorte West) und 9 (Marsch) überwiegend gut bis sehr gut ab. 

Bei der Auswahl der geeigneten Öko-Weizensorten steht primär die Verwertungsrichtung im Raum. Soll gezielt Konsumweizen oder Futterweizen angebaut werden? Gute Backqualitäten zu erzielen ist im Ökolandbau immer wieder eine Herausforderung. Eine ganze Reihe von Parametern beeinflussen die Backqualitäten. Neben Sorte, Standort, Fruchtfolge und Erntezeitpunkt sind die Stickstoff- und letztlich die Wasserversorgung zentrale Faktoren. Der für gute Feuchtkleber- und Rohproteinwerte erforderliche Stickstoff kann nicht immer bedarfsgerecht und in ausreichender Höhe bereitgestellt werden. Das liegt daran, dass die N-Mineralisation organischen Materials wie beispielsweise von Leguminosenrückständen und auch die N-Versorgung über Wirtschaftsdünger in hohem Maße witterungsabhängig ist. Eine zentrale Stellung nimmt aber die Sortenwahl ein. Überwiegend kommen E-Sorten für den Öko-Backweizenanbau in Frage. Vereinzelt eignen sich auch Sorten aus dem A-Segment. Die für die Vermarktung entscheiden Parameter ist der Feuchtklebergehalt und die Fallzahl.

Beim Futterweizen kommt, neben der eigenen Verwertung im viehhaltenden Betrieb, die Nachfrage von Futtermischwerken, oder im Rahmen von Futter-Mist-Kooperationen. Auch Betriebe, die sich in der Umstellung auf Ökolandbau befinden, können in den ersten zwei Jahren nur Futtergetreide erzeugen. Hier bietet sich in Abhängigkeit der Bodengüte der Anbau von Futterweizen an. In den Öko-Landessortenversuchen werden dazu Sorten aus dem A-, B- bzw. C-Weizensegment geprüft.

Unabhängig von der Verwertungsrichtung sind unter Bedingungen des Ökolandbaus folgende Parameter bei der Sortenwahl besonders zu berücksichtigen: ausgeprägte Blatt- und Ährengesundheit (besonders Rostkrankheiten und Ährenfusarium), Hohes Unkrautunterdrückungsvermögen durch gute Bodendeckung, Frohwüchsigkeit und Pflanzenlänge, Halmstabilität und sichere Winterhärte.

Die Ergebnisse und Sortenempfehlungen der Landessortenversuche Öko-Winterweizen 2020 können am Ende dieses Beitrages heruntergeladen werden.

Beachten Sie bitte auch die Versuchsergebnisse zur Regulierung des Weizensteinbrands und zur möglichen Saatgutbehandlung  im Ökolandbau. Den Bericht finden Sie unter dem Webcode: 01037383

Ergebnisse zu weiteren Öko-Versuchen auch aus zurückliegenden Jahren finden Sie unter: ISIP

Saatgut aus ökologischer Erzeugung

Laut der EG-Verordnung Ökologischer Landbau gilt , dass grundsätzlich nur Bio-Saat- und Pflanzgut zu verwenden ist. Einen guten Überblick über das bundesdeutsche Gesamtangebot erhält man schnell und tagesaktuell im Internet. Unter http://www.organicxseeds.de/sind alle ökologisch erzeugten, vertriebsberechtigten Saatgutpartien sortenspezifisch aufgelistet. Ist dort kein Saatgut der gewünschten Sorte gelistet, darf nach Antrag bei der Kontrollstelle auch konventionell erzeugte, ungebeizte Ware zum Einsatz kommen.

Informationen zum Anbau von Sortenmischungen:

Um Krankheiten zu unterdrücken und Backqualitäten zu stabilisieren wird häufig der Anbau von Sortenmischungen empfohlen. Der Fachbereich Ökologischer Landbau der LWK Niedersachsen hat hierzu von 2016 bis 2019 einen Versuch durchgeführt. Informationen hierzu finden sie unter https://www.lwk-niedersachsen.de/index.cfm/portal/6/nav/346/article/35866.html.

 

 


Kontakt:
Markus Mücke
Berater Ökologischer Landbau, Umstellungsberatung, Versuchswesen Ökologischer Landbau
Telefon: 0511 3665-4378
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Stand: 08.10.2020