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Ergebnisse der Landessortenversuche Öko-Körnermais 2020

Körnermais ist in der Öko-Tierhaltung eine nachgefragte Komponente in der Fütterung. Zudem ist das Ertragspotential von Öko-Körnermais interessant. Die Kornerträge erreichen in der Praxis häufig den doppelten Getreideertrag des Standortes, nicht selten liegen sie auch darüber. Erträge über 80 dt/ha sind unter Praxisbedingungen keine Seltenheit.

Somit lassen sich mit dieser Frucht lohnende Deckungsbeiträge erzielen. Mit der gestiegenen Anzahl von Öko-Betrieben wurde auch der Öko-Körnermaisanbau ausgedehnt. Dadurch hat sich das Erzeugerpreisniveau gesenkt. Marktexperten gehen aber eher von einer Belebung der Nachfrage aus. Grundsätzlich sollten deshalb die Marktentwicklungen kontinuierlich im Blick behalten werden. Der Anbau von Ökomais ist von Unsicherheiten begleitet. Sekundärschädlinge (Drahtwurm, Fritfliege, oder Saatenfliege) und Vogelfraß durch Krähen und Dohlen können zu hohen Pflanzenausfällen führen. Der Anbauerfolg ist zudem erheblich vom Beikrautregulierungserfolg abhängig.

Sicher abreifende Sorten anbauen

Unter ökologischen Anbaubedingungen ist es deshalb wichtig, dass der Mais einen zügigen Aufgang und eine zügige Jugendentwicklung durchläuft. So ist er widerstandsfähiger gegenüber Auflaufkranheiten (Fusarien, Phytium sp. und Rhizoctonia), Sekundärschädlingen und der Beikrautkonkurrenz. Für einen schnellen Aufgang ist es entscheidend, dass der Boden zur Saat eine Temperatur von mindestens 8 bis 10 °C erreicht hat und die Aussaat in eine möglichst anhaltende warme Witterungsphase erfolgt. Für die Aussaatplanung sind deshalb die Wetterprognosen kontinuierlich im Blick zu behalten. Frühe Saaten im April sind im Ökolandbau selten erfolgsversprechend. Aussaaten Anfang Mai können passen, aber auch hier ist der weitere Witterungsverlauf entscheidend. Häufig ist es besser Ruhe zu bewahren und im Zweifelsfall die Aussaat erst um Mitte Mai nach den „Eisheiligen" vorzunehmen.

Bei späteren Saaten im Mai muss bei der Sortenwahl die sichere Abreife vor den Ertrag gestellt werden. Dann sind Sorten der frühen Reifegruppe mit einer Reifezahl bis maximal K 220 zu bevorzugen. Neben dem Ertrag wird die Rentabilität des Körnermaisanbaus maßgeblich durch die Trocknungskosten beeinflusst. Diese können sich in feuchten Jahren schnell in Bereichen von 400,- bis über 500,- Euro je Hektar bewegen.

Öko-Saatgut ist vorgeschrieben

Beim Saatgutbezug sind Körner- und Silomais der Kategorie I zugeordnet. Die Eingruppierung in Kategorie I besagt, dass ausreichend Öko-Saatgut dieser Kultur zur Verfügung steht und deshalb keine Ausnahmegenehmigungen zur Verwendung von konventionell erzeugtem Saatgut gemäß Art. 45 (5) der VO (EG) 889/2008 oder eine allgemeine Genehmigung gemäß Art. 45 (8) der VO (EG) 889/2008 erteilt werden können.  Vor diesem Hintergrund ist es besonders wichtig, von ökologisch vermehrten Sorten das Leistungspotential in Öko-Sortenversuchen zu überprüfen. Eine Übersicht zu den verfügbaren ökologisch vermehrten Sorten finden Sie unter: www.organicxseeds.de

Die aktuellen Ergebnisse unserer Öko-Landessortenversuche Körnermais 2017 bis 2020 stehen am Ende des Beitrages zur Verfügung.

Außerdem stehen Informationen zur Nährstoffversorgung im ökologischen Maisanbau und dreijährige Versuchsergebnisse zur Elektronenbehandlung von Öko-Maissaatgut zum Download zur Verfügung.

Informationen zur mechanischen Unkrautregulierung im Mais finden Sie unter

Mechanische Unkrautregulierung im Öko-Mais

Mais als Dammkultur

Ergebnisse zu weiteren Versuchen im Ökologischen Landbau, bzw. Sortenversuche der zurückliegenden Jahre finden Sie unter: ISIP 


Kontakt:
Markus Mücke
Berater Ökologischer Landbau, Umstellungsberatung, Versuchswesen Ökologischer Landbau
Telefon: 0511 3665-4378
Telefax: 0511 3665-994378
E-Mail:


Stand: 30.11.2020