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Ergebnisse der Landessortenversuche-Öko-Silomais 2020

Silomais zeichnet sich durch seine hohe Energiekonzentration aus, die von kaum einer anderen Futterpflanze erreicht wird. Auch Ökobetriebe mit Rinderhaltung schätzen Silomais als energiereiches Grundfutter, weshalb er eine willkommene Komponente bei der Rationsgestaltung in der Fütterung ist. Weitere Vorteile liegen beispielsweise in der guten Konservierbarkeit. Allerdings ist der Anbau von Ökomais von Unsicherheiten begleitet. Tierische Schaderreger und Vogelfraß können zu hohen Pflanzenausfällen führen. Der Anbauerfolg ist zudem erheblich vom Beikrautregulierungserfolg abhängig.

 

 

Sicher abreifende Sorten anbauen

Unter ökologischen Anbaubedingungen ist es wichtig, dass der Mais einen zügigen Aufgang und eine schnelle Jugendentwicklung durchläuft. So ist er widerstandsfähiger gegenüber der Beikrautkonkurrenz, Auflaufkrankheiten (Fusarien, Phytium sp. und Rhizoctonia) und tierischen Schaderregern (z.B. Drahtwurrn, Saaten- oder Wurzelfliege). Für einen schnellen Aufgang ist es entscheidend, dass der Boden zur Saat eine Temperatur von mindestens 8 bis 10 °C erreicht hat und die Aussaat in eine möglichst anhaltende warme Witterungsphase erfolgt. Für die Aussaatplanung sind deshalb die Wetterprognosen kontinuierlich im Blick zu behalten. Frühe Saaten im April sind im Ökolandbau selten erfolgsversprechend. Aussaaten Anfang Mai können passen, aber auch hier ist der weitere Witterungsverlauf entscheidend. Häufig ist es besser Ruhe zu bewahren und im Zweifelsfall die Aussaat erst um Mitte Mai nach den „Eisheiligen" vorzunehmen. Sofern noch eine Kleegrasnutzung vorgesehen ist, verschiebt sich die Maisaussaat häufig in die letzte Maidekade.

Bei der Sortenwahl muss auf eine sichere Abreife geachtet werden. Vor allem dann, wenn spätere Aussaaten geplant sind. Sorten aus der frühen Reifegruppe sind zu bevorzugen. Nur mit einer ausgereiften Sorte lässt sich auch ein guter Stärkegehalt und –ertrag einfahren. Besonders bei grasbetonten Grundfutterrationen in der Milchviehfütterung ist auf eine hohe Energiekonzentration, sowie hohen Stärkegehalt und –ertrag zu achten. Ziel ist es, dass die optimale Silierreife bei einem Trockenmassegehalt zwischen 32 und 35 % erreicht wird. Spät abreifende Sorten bergen das Risiko einer nicht abgeschlossenen Stärkeeinlagerung. Zudem kann eine unbefriedigende Abreife eine verstärkte Sickerwasserbildung, höhere Gärverluste und daraus resultierend Energie- und Qualitätsbeeinträchtigungen nach sich ziehen.

Die aktuellen Ergebnisse unserer Öko-Landessortenversuche Silomais 2020 stehen am Ende des Beitrages zur Verfügung.

Außerdem stehen Informationen zur Nährstoffversorgung im ökologischen Maisanbau und dreijährige Versuchsergebnisse zur Elektronenbehandlung von Öko-Maissaatgut zum Download zur Verfügung.

Öko-Saatgut ist vorgeschrieben

Beim Saatgutbezug sind Körner- und Silomais der Kategorie I zugeordnet. Die Eingruppierung in Kategorie I besagt, dass ausreichend Öko-Saatgut dieser Kultur zur Verfügung steht und deshalb keine Ausnahmegenehmigungen zur Verwendung von konventionell erzeugtem Saatgut gemäß Art. 45 (5) der VO (EG) 889/2008 oder eine allgemeine Genehmigung gemäß Art. 45 (8) der VO (EG) 889/2008 erteilt werden können.  

Vor diesem Hintergrund ist es besonders wichtig, von ökologisch vermehrten Sorten das Leistungspotential in Öko-Sortenversuchen zu überprüfen. Eine Übersicht zu den verfügbaren ökologisch vermehrten Sorten finden Sie unter: www.organicxseeds.de

Informationen zur mechanischen Unkrautregulierung im Mais finden Sie unter

Mechanische Unkrautregulierung im Öko-Mais

Mais als Dammkultur

Ergebnisse zu weiteren Versuchen im Ökologischen Landbau, bzw. Sortenversuche der zurückliegenden Jahre finden Sie unter: ISIP


Kontakt:
Markus Mücke
Berater Ökologischer Landbau, Versuchswesen Ökologischer Landbau
Telefon: 0511 3665-4378
Telefax: 0511 3665-994378
E-Mail:


Stand: 08.12.2020