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Ergebnisse des Landessortenversuchs Öko-Speisekartoffeln 2020

Kartoffeln haben in Niedersachsen seit jeher eine besondere Bedeutung, deutschlandweit wird der Großteil hier produziert. Auch bei den ökologischen Kartoffeln liegt Niedersachsen vorne - jede vierte Ökokartoffel wird hier erzeugt. Die Kartoffel stellt konventionell wie auch ökologisch angebaut eine gewinnbringende Kultur dar, weswegen der erfolgreiche Anbau häufig eine Sonderstellung auf den Betrieben einnimmt. Da Landwirte bei der ökologischen Produktion durch den eingeschränkten Einsatz von Düngern und Pflanzenschutzmittel verstärkt auf die Sortenwahl angewiesen sind, gibt der Landesortenversuch Aufschluss über die Eignung der einzelnen Sorten im Ökolandbau. Der Fokus wird hier, neben dem Ertrag, vor allem auf Eigenschaften wie geringe Krautfäuleanfälligkeit, frühe Ertragsbildung und geringe Anfälligkeit gegen Rhizoctonia gelegt. Aber auch Parameter wie Eisenfleckigkeit, Schorfbefall und früher Reihenschluss zur erfolgreichen Beikrautunterdrückung werden bonitiert.

Nachdem die Anbaufläche für Biokartoffeln in Niedersachsen einige Jahre bei um die 2400 ha stagnierte, führte die jüngste Umstellungswelle bei Marktfruchtbetrieben zu einer deutlichen Ausweitung von gut 2600 ha in 2019 auf über 3000 ha in 2020. Die gesteigerte Anbaufläche in Verbindung mit häufig zufriedenstellenden Erträgen führte zu einer guten Versorgung des Marktes, so dass die Preise im Verlauf des Jahres bis auf 35 €/dt einbrachen. Aktuell stabilisieren sich die Preise um die 40 €/dt, es wird zu einer Einlagerung geraten. Eine gewisse Erholung des Marktes zum Frühjahr ist zu erwarten, allerdings werden die Preise das Vorjahresniveau vermutlich nicht wieder erreichen.

Der Anbau von Speisekartoffeln erfreut sich wachsender Beliebtheit bei Niedersachsens Ökobetrieben, setzt jedoch viel an Wissen und Können der Erzeuger voraus. Die Wahl der passenden Sorte ist der Grundstein für einen erfolgreichen Anbau. 

Die aktuellen Ergebnisse des Öko-Landessortenversuchs Öko-Speisekartoffel 2020 stehen am Ende des Beitrages zur Verfügung.

Öko-Pflanzgut ist vorgeschrieben

Beim Öko-Pflanzgutbezug ist die Kartoffel der Kategorie I zugeordnet. Die Eingruppierung in Kategorie I besagt, dass ausreichend Öko-Pflanzgut dieser Kultur zur Verfügung steht und deshalb keine Ausnahmegenehmigungen zur Verwendung von konventionell erzeugtem Saatgut gemäß Art. 45 (5) der VO (EG) 889/2008 oder eine allgemeine Genehmigung gemäß Art. 45 (8) der VO (EG) 889/2008 erteilt werden können. Bis zum 31.01.2021 können Ausnahmen gegeben werden, falls die gewünschte Kartoffelsorte ökologisch vermehrt nicht verfügbar ist. Bis zum 31.01.2021 muss die Kartoffelsorte, für die eine Ausnahme gegeben wurde, auch bestellt worden sein. Anschließend gilt erneut die Kat. I für Kartoffeln, d.h. es dürfen nur noch ökologisch vermehrte Kartoffelsorten bestellt werden. In den darauffolgenden Jahren gilt für den Zeitraum 1.10.20xx bis zum 31.01.20xx (bzw. danach) gleichlautend das hier beschriebene Verfahren für Kartoffeln. Eine Übersicht zu den verfügbaren ökologisch vermehrten Sorten finden Sie unter: www.organicxseeds.de

Ergebnisse zu weiteren Versuchen im Ökologischen Landbau, bzw. Sortenversuche der zurückliegenden Jahre finden Sie unter: ISIP


Kontakt:
Meike May
Beraterin Pflanzenschutz
Telefon: 0531 28997-326
Telefax: 0531 28997-241
E-Mail:
Christian Kreikenbohm
Ökologischer Landbau
Telefon: 0511 3665-4194
Telefax: 0511 4005-2120
E-Mail:


Stand: 16.12.2020