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Ergebnisse der Landessortenversuche Öko-Sommergerste 2020

Beim Anbau von Öko-Sommergerste steht die Verwertung als Futtergerste oder Braugerste im Vordergrund. Davon ist auch die Sortenwahl abhängig. Da bei der Braugerste nur bestimmte Sorten für die Verarbeitung favorisiert werden, sollte dies im Vorfeld mit der aufnehmenden Hand abgesprochen werden.

Neben Hektolitergewicht und Siebsortierung spielt in erster Linie der Proteingehalt bei der Braugersten-Vermarktung eine zentrale Rolle. Um die Brauqualität nicht zu gefährden ist die Stellung in der Fruchtfolge und das N-Mineralisierungspotential auf den Anbauflächen zu beachten. Zu hohe Rohproteingehalte können die Gärung beeinträchtigen, die Filtration erschweren oder Ausflockungen im Bier verursachen. Die Obergrenze liegt bei 11,5 Prozent und die Untergrenze bei 9,0 Prozent Rohprotein. Zu niedrige Rohproteingehalte unter 9 Prozent können sich negativ auf Geschmack und Schaumstabilität des Bieres auswirken.

Im Versuchsjahr 2020 wurden die Rohproteinanforderungen für Braugerste auf allen drei Versuchsstandorten eingehalten. Am Standort Wätzum, in der Hildesheimer Börde, wurden im Schnitt 10,0 Prozent erreicht. Am Standort Oldendorf II sind 10,7 Prozent Protein ermittelt worden. In Alsfeld bewegen sich die Werte mit 9,2 Prozent auf der Untergrenze und einzelne Sorten auch darunter.

Neben der Verwertungsrichtung und den Qualitäten steht bei der Sortenwahl die Ertragsstabilität, Frohwüchsigkeit, Halmstabilität und die Blattgesundheit im Vordergrund.

Die Ergebnisse der Landessortenversuche Öko-Sommergerste 2020 können am Ende dieses Beitrages heruntergeladen werden.

Ergebnisse zu weiteren Öko-Versuchen auch aus zurückliegenden Jahren finden Sie unter:  ISIP

Saatgut aus ökologischer Erzeugung

Laut der EG-Verordnung Ökologischer Landbau gilt , dass grundsätzlich nur Bio-Saat- und Pflanzgut zu verwenden ist. Einen guten Überblick über das bundesdeutsche Gesamtangebot erhält man schnell und tagesaktuell im Internet. Unter www.organicxseeds.de sind alle ökologisch erzeugten, vertriebsberechtigten Saatgutpartien sortenspezifisch aufgelistet. Ist dort kein Saatgut der gewünschten Sorte gelistet, darf nach Antrag bei der Kontrollstelle auch konventionell erzeugte, ungebeizte Ware zum Einsatz kommen.

 


Kontakt:
Markus Mücke
Berater Ökologischer Landbau, Versuchswesen Ökologischer Landbau
Telefon: 0511 3665-4378
Telefax: 0511 3665-994378
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Stand: 22.12.2020