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Ergebnisse der Landessortenversuche Öko-Winterweizen 2018

Die langanhaltende Trockenheit hat auch in den Landessortenversuchen Öko-Winterweizen ihre Spuren hinterlassen. Besonders auf den leichteren Standorten im Anbaugebiet 2 sind gegenüber den Vorjahren Ertragseinbußen von rund 50 Prozent zu verzeichnen. Auf den lehmigeren Versuchsstandorten im Anbaugebiet 3 zeigen sich ebenfalls trockenheitsbedingte Ertragsausfälle. Sie fallen aber größtenteils nicht ganz so stark aus wie im ABG 2. Flankierend haben sich auf einigen Versuchsstandorten auch die ungünstigen Aussaatbedingungen im nassen Herbst 2017 negativ ausgewirkt. Die Standorte Lundsgaard und Osnabrück sind aufgrund zu starker Streuung der Einzelergebnisse nicht wertbar. Der Marsch-Standort Schoonorth ist bereits im Herbst durch Nässe ausgefallen.

Die Erzeugung eines hochwertigen Öko-Backweizens ist im Ökolandbau eine besondere Herausforderung. Der Feuchtklebergehalt ist der wesentliche Parameter für die Preisbildung. Flankierend spielt auch die Fallzahl eine weitere wichtige Rolle.

Über die Sortenwahl, die organische Düngung und die Fruchtfolge kann auf die Klebergehalte des Weizens Einfluss genommen werden.

Sorten die vergleichsweise sicher überdurchschnittliche Feuchtklebergehalte unter ökologischen Anbaubedingungen erzielen, stehen der Praxis zur Verfügung. Häufig stammen sie aus ökologischer Züchtung. Allerdings sind bei einem Großteil dieser Sorten Abstriche beim Ertrag hinzunehmen. Um diese monetär auszugleichen, müssen entsprechende Qualitäts-Preisaufschläge realisiert werden.

Der für ausreichende Feuchtklebergehalte erforderliche Stickstoff kann unter ökologischen Anbaubedingungen nicht mit absoluter Sicherheit bedarfsgerecht und in ausreichender Höhe bereitgestellt werden. Das liegt daran, dass die N-Mineralisation beispielsweise von Leguminosen-Ernterückständen oder die N-Verfügbarkeit über Wirtschaftsdünger in hohem Maße witterungsabhängig ist. Im extrem trockenen Jahr 2018 wurde das besonders deutlich. Die Feuchtkleberwerte in den Versuchen fallen teilweise sehr differenziert aus. Im ABG 2 enttäuschen sie größtenteils. Offensichtlich ist die N-Mineralisation trockenheitsbedingt unzureichend gewesen. Auf den lehmigeren Standorten des ABG 3, mit besserer Wasserführung, schneiden die Feuchtklebergehalte besser ab. Aber auch hier überraschen die Standorte Hilligsfeld, Frankenhausen und Belecke mit auffällig schwachen Feuchtkleberwerten. Die Fallzahlen liegen in diesem Jahr in allen Versuchen auf einem hohen Niveau. Aufgrund der niederschlagsarmen Witterung überrascht das nicht.

Die Ergebnisse und Sortenempfehlungen der Landessortenversuche Öko-Winterweizen 2018 können am Ende dieses Beitrages heruntergeladen werden.

Beachten Sie bitte auch die anliegenden Versuchsergebnisse zur Saatgutbehandlung gegen Steinbrand / Stinkbrand im Ökolandbau.

Ergebnisse zu weiteren Öko-Versuchen auch aus zurückliegenden Jahren finden Sie unter: ISIP


Kontakt:
Markus Mücke
Berater Ökologischer Landbau, Umstellungsberatung, Versuchswesen Ökologischer Landbau
Telefon: 0511 3665-4378
Telefax: 0511 3665-994378
E-Mail:


Stand: 20.09.2018



PDF: 30474 - 686.990234375 KB   Weizensteinbrandregulierung   - 687 KB