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Getreidemarkt: USDA-Bericht Juni 2021

Das US-Agrarministerium veröffentlichte am 10. Juni 2021 seinen monatlichen Bericht zur Angebots- und Nachfrageeinschätzung am Getreide- und Ölsaatenmarkt. Insbesondere beim Mais haben die Analysten im Vorfeld mit Abwärtskorrekturen der Endbestände gerechnet. Diese sind zum Teil sogar stärker ausgefallen als erwartet. Die wichtigsten Ergebnisse finden Sie im folgenden Bericht. 

Weizen: Globale Produktion, aber auch der Verbrauch erreichen Rekordhöhen
Das US-Agrarministerium erwartet für das kommende Jahr die Erhöhung der Weizenproduktion auf eine Rekordmenge von 794,4 Mio. t. Ausschlaggebend für dieses gute Ergebnis sind die erwarteten Ernten in der EU, Russland und der Ukraine. Innerhalb der EU werden insbesondere in Deutschland, Frankreich und Rumänien höhere Erntemengen erwartet. Die EU-Weizenproduktion beläuft sich demnach auf 137,5 Mio. t. In Russland wird die Rekordmenge auf 86 Mio. t geschätzt. Doch auch der globale Verbrauch klettert auf einen neuen Rekordwert. Dieser wird von den US-Analysten auf 791,1 Mio. t beziffert. Dennoch steigen auch die Endbestände an und erreichen mit einem Plus von 1,8 Mio. t eine Menge von 296,8 Mio. t. Dabei ist jedoch zu beachten, dass von den ermittelten Endbeständen ca. 48% in China lagern und dem Weltmarkt kaum zur Verfügung stehen.
Für den US-Weizen schätzt das US-Agrarministerium für das Wirtschaftsjahr 21/22 eine Erhöhung des US-Angebots durch eine höhere Produktion. Gleichzeitig steigen auch der Verbrauch und die US-Endbestände sinken. Demnach fallen sie mit 770 Mio. bu noch um 10% geringer aus als im Vorjahr. 

Mais: Chinas Importbedarf bleibt auch im kommenden Wirtschaftsjahr unverändert hoch
Die Welt-Maisproduktion bleibt in 21/22 laut USDA mit 1.189,85 Mrd. t unverändert zur Vormonatsschätzung. Für das laufende Wirtschaftsjahr senkte das USDA die Produktionserwartung in Brasilien aufgrund der geringeren Safrinha-Ernte auf 98,5 Mio. t. Die globalen Endbestände wurden entsprechend für 20/21 noch einmal nach unten korrigiert und erreichen 280,6 Mio. t. Im Vergleich zum Vorjahr wird mit einem Bestandsaufbau im kommenden Wirtschaftsjahr auf 289,4 Mio. t gerechnet. Damit wurden die Erwartungen im Vorfeld leicht übertroffen. Die Importhöhe Chinas wird auch für die kommende Saison auf 26 Mio. t geschätzt. 
Ein hoher Verbrauch für die Ethanolherstellung und den Export lassen die US-Endbestände für das laufende Wirtschaftsjahr sinken und diese wirken sich als geringe Anfangsbestände auch auf die Versorgungsbilanz des kommenden Wirtschaftsjahres aus. Bei einem unverändert hohen Verbrauch in 21/22 korrigierten die US-Analysten die US-Endbestände im Vergleich zum Vormonat nach unten.

Gerste: EU-Exportmenge steigt
Für die EU wird eine höhere Gerstenproduktion erwartet. Eine Erhöhung der Erntemengen in Deutschland und Frankreich steht jedoch einer erwarteten Senkung in Spanien gegenüber. Auch für die Türkei wurde die Gerstenproduktion nach unten korrigiert. Im kommenden Wirtschaftsjahr wird mit einer erhöhten EU-Exportmenge und steigenden Importen Chinas gerechnet. 

Sojabohnen: Leichte Entspannung der Versorgungsbilanz
Das US-Agrarministerium erwartet im kommenden Wirtschaftsjahr im Vergleich zum Vorjahr einen Anstieg der globalen Produktion um deutliche 21 Mio. t auf 385,52 Mio. t. Die Weltendbestände erhöhen sich auf 92,55 Mio. t nach 88 Mio. t im Vorjahr. Sowohl die größeren Erntemengen in den USA aber auch in Südamerika sind für dieses Ergebnis verantwortlich. Der Importbedarf Chinas erhöht sich ebenfalls und übersteigt mit 103 Mio. t das Vorjahresergebnis um 3 Mio. t.
Für die USA wurden die Endbestände sowohl für das laufende als auch für das kommende Wirtschaftsjahr noch oben korrigiert und lagen damit sogar über den Erwartungen der Analysten. In 21/22 wird mit einem höheren Verbrauch aber auch geringeren Exportmengen gerechnet. Das ermöglicht einen Bestandsaufbau in den USA von 140 Mio. bu.

Raps: Aufwärtskorrektur der Erntemengen in der EU und Australien
Die Rapsproduktion in der EU wurde auf 17,2 Mio. t nach oben korrigiert. Ausschlaggebend sind dafür die guten Ertragsaussichten in Deutschland, Frankreich und Polen. Für Australien wurde die Erntemenge aufgrund einer größeren Anbaufläche auf 3,7 Mio. t nach oben korrigiert.

 

Globale Getreide- und Sojabestände (Quelle: USDA, Juni 2021)
 

USDA Juni 21

Erwartungen

USDA Mai 21

Weizen

Weltendbestände 20/21 (Mio. t)

293,48 (-) 294,41 294,67

Weltendbestände 21/22 (Mio. t)

296,80 (+) 294,49 294,96

US-Endbestände 20/21 (bn bu)

0,852 (-) 0,869 0,872

US-Endbestände 21/22 (bn bu)

0,770 (-) 0,783 0,774

Mais

Weltendbestände 20/21 (Mio. t)

280,60 (-) 280,82 283,53

Weltendbestände 21/22 (Mio. t)

289,41 (+) 289,20 292,30

US-Endbestände 20/21 (bn bu)

1,107 (-) 1,207 1,257

US-Endbestände 21/22 (bn bu)

1,357 (-) 1,423 1,507

Soja

Weltendbestände 20/21 (Mio. t)

88,00 (+) 87,14 86,55

Weltendbestände 21/22 (Mio. t)

92,55 (+) 91,22 91,10

US-Endbestände 20/21 (bn bu)

0,135 (+) 0,122 0,120

US-Endbestände 21/22 (bn bu)

0,155 (+) 0,146 0,140

(-) unter Erwartungen

(+) Über Erwartungen

 

 

Quelle: USDA

 


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Stand: 11.06.2021