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Getreidemarkt: Preisentwicklung kurz vor der Ernte und Anbauflächen in Niedersachsen

In einigen wenigen Tagen werden die ersten Gerstenschläge gedroschen sein. Aktuell sorgt jedoch das Wetter zum Teil mit heftigen anhaltenden Niederschlägen für Unsicherheit. Zum Teil wird von Lagerbildung und Beeinträchtigungen der Qualitäten berichtet. Ersten Druschergebnissen zufolge gibt es gute Erträge mit geringer Qualität. Doch das sind zurzeit nur einzelne Momentaufnahmen, die nicht verallgemeinert werden können. Unterm Strich bleiben die Prognosen optimistisch. Die preisliche Entwicklung für die neue Ernte blieb zuletzt weitgehend stabil. Für die Futtergerste pendeln die Preise um 160 – 170 EUR/t, für den B-Weizen wurden Gebote um 180 – 185 EUR/t genannt.

US-Agrarministerium sorgte für Aufschwung

Damit wurde der letzte Aufschwung an den Warenterminbörsen nicht umgesetzt. Die Anbauflächenschätzung sowie die Schätzung der Quartalsbestände des US-Agrarministeriums hatten die Kurse heftig in die Höhe getrieben. Zum Wochenstart blieb die US-Börse geschlossen und ohne den Einfluss aus Übersee gaben die Weizenkurse in Paris weiter nach. Damit hatten die Erzeugerpreise kaum eine Chance weiter zu steigen. Nun bleibt es abzuwarten, ob die Meldungen vom Weltmarkt ausreichen, einen erneuten Anstieg herbeizuführen.

Anbauflächen in Niedersachsen

Zum Ende des vergangenen Monats wurden die Zahlen des Invekos (Integriertes Verwaltungs- und Kontrollsystem) ausgewertet. Damit ist nun ein Überblick über die Anbauflächen der verschiedenen Kulturen möglich. Betrachtet wurden dabei die Flächen der Betriebe mit Betriebssitz in Niedersachsen sowie die Flächen in Niedersachsen von Betrieben in anderen Bundesländern (Abb. 1).

Beim Getreide führt weiterhin der Winterweizen das Feld an, gefolgt von Winterroggen, der in diesem Jahr sogar die Wintergerste überholte. Positiv hat sich auch die Rapsanbaufläche entwickelt. Den größten Flächenanteil nimmt jedoch der Mais mit den verschiedenen Verwendungsmöglichkeiten für sich in Anspruch.

Bei der Betrachtung der prozentualen Veränderung (Abb. 2) zum Vorjahr fällt eine deutliche Ausweitung der Anbauflächen für Dinkel und den Leguminosen auf (Stichworte: Superfood, heimisches Eiweiß). Im Kartoffel-Sektor hat die Anbaufläche über alle Verwertungsbereiche lediglich um 0,6% abgenommen. Differenzierter betrachtet ist dabei jedoch der Speisekartoffel-Anbau deutlich um mehr als 6% gesunken. Hier machen sich die Corona-bedingt schwachen Absatzmöglichkeiten aufgrund der Schließung von Restaurants und Gastronomie bemerkbar.


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Stand: 07.07.2021