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3. Phase Initiative Tierwohl - Anmeldung seit dem 15. September 2020 möglich

Bei der branchenweiten Initiative Tierwohl (ITW) laufen für Schweinehalter seit September 2020 sie Anmeldungsmöglichketen für die dritte Programmrunde. Langfristig wird auf eine neue Art der Finanzierung umgestellt.

Bei der Initiative Tierwohl (ITW) läuft die Anmeldungsphase zur dritten Runde im Bereich Schwein.Teilnehmen können alle Schweinehalter, die in Deutschland Mastschweine, Ferkel oder Sauen halten und auf Basis des QS-Systems (Status „lieferberechtigt“ in der QS-Datenbank) produzieren. Eine Anmeldung ist für alle Betriebe verpflichtend, auch wenn sie bereits teilnehmen. Die Teilnahme ist freiwillig. Jede Anmeldung erfolgt über einen Bündler, der die Registrierung zur Teilnahme am ITW-Programm 2021 - 2023 übernimmt.

Finanzierung umgestellt

Grundsätzlich sind die Stammdaten des Betriebes wie VVVO-Nummer, Produktionsart, Adresse oder Betriebsleiter sowie eine Teilnahmeerklärung einzureichen. Zudem ist der Umsetzungszeitpunkt anzugeben, ab dem der Tierhalter die Anforderungen der ITW nachweislich umsetzt.

Für die dritte Runde der ITW ist ein Tierwohlaufschlag in Höhe von 5,28 € je Mastschwein geplant. Dieser wird befristet bis zum 30. Juni 2021 durch einen Übergangsfonds ausgezahlt. Anschließend soll auf die Marktfinanzierung über den abnehmenden Schlachthof umgestellt werden. Ferkelaufzüchter erhalten über die gesamte Laufzeit einen Tierwohlaufschlag von 3,07 € je Ferkel aus einem Übergangsfonds der Trägergesellschaft. Sollte es zu einer Überzeichnung des Fonds kommen, wird, wie in der ersten Periode der ITW, gelost. Dabei ist die zeitliche Reihenfolge der Anmeldungen nicht von Bedeutung. Für den Sauenhalter wurde ein Tierwohlaufschlag von 1,80 € je Ferkel festgelegt. Dieser zahlt der abnehmende Ferkelaufzüchter. Die Zulassung zur ITW und der damit verbundene Anspruch auf das Tierwohlentgelt erfolgt mit Freigabe des Programmaudits. Betriebe, die mehrere Standorte über eine VVVO-Nummer anmelden, werden bei der Zulassung gemeinsam berücksichtigt.

Zusätzliche 50 Mio. Euro der Schwarz-Gruppe werden an ITW-Betriebe ausgezahlt

Im Dezember 2020 hat die Schwarz-Gruppe (Lidl und Kaufland) der ITW eine zusätzliche finanzielle Förderung in Höhe von 50 Mio. Euro zugesagt. Diese soll allen schweinehaltenden Betrieben, die an der Programmphase 2021 bis 2023 teilnehmen und das ITW-Audit bis spätestens 30. Juni 2021 bestanden haben, als Einmalzahlung von 3.000 € zugehen. Darüber hinaus werden die ursprünglich festgelegten Entgelte durch diese Gelder erhöht. ITW Ferkelerzeuger erhalten über die gesamte Programmlaufzeit der dritten Phase ein erhöhtes Entgelt von 3,57 € pro Ferkel. Schweinemäster erhalten für alle Mastschweine, die im Zeitraum vom 1. Juli 2021 bis 31. Dezember 2021 geschlachtet werden ebenfals einen Euro mehr als ursprünglich von der ITW festgelegt, also 6,28 € pro Mastschwein.  

Anmeldung in Phasen

Für die dritte ITW-Runde gibt es drei Anmeldephasen (Tabelle 1 im Anhang). Die erste begann am 15. September und endete mit dem 3. Dezember 2020. In diesem Zeitraum konnten sich bereits teilnehmende Tierhalter anmelden. Ebenfalls war eine Vorabanmeldung des Kriteriums „Raufutter“ für die aktuelle Periode 2018 - 2020 von diesen Betrieben möglich, um ein erhöhtes Entgelt zu erhalten.

Neue Betriebe anmelden

In der ersten Anmeldephase konnten sich außerdem neue Mäster anmelden, die vom 1. Januar bis 30. Juni 2021 den ITW-Aufschlag aus dem Übergangsfonds beziehen möchten. In Registrierungsphase II ist eine kontinuierliche Anmeldung neuer Schweinemastbetriebe ab dem 1. Januar 2021 möglich. Diese neuen Betriebe erhalten den Aufschlag von Anfang an vom Schlachtunternehmen (Marktlösung). Neu teilnehmende Ferkelerzeuger (Sauenhalter und Ferkelaufzüchter) können sich in Registrierungsphase III anmelden. Für Sauenhalter ist die Anmeldung kontinuierlich ab dem 1. Februar 2021 und für Ferkelaufzüchter vom 1. Februar 2021 bis zum 1. März 2021 möglich. Eine getrennte Anmeldung der Ferkelerzeuger ist erforderlich. Weitere Vorgaben sind der Tabelle 1 aus dem Anhang zu entnehmen.

Finanzierungslösung für bereits teilnehmede Sauenhalter

In Einzelfällen können die gestaffelten Anmeldungsphasen dazu führen, dass Tierhalter, die im Programm 2018 bis 2020 mit der Sauenhaltung teilgenommen haben, mit dieser früher in das neue Programm starten als die zugehörige Ferkelaufzucht. Um eine Finanzierungslück zu vermeiden wird folgende Lösung von der ITW publiziert: Absetzferkel, die in dieser Zwischenzeit an die nachfolgende, aber noch nicht auditierte Ferkelaufzucht abgegeben werden, können trotzdem für den Tierwohl-Preisaufschlag berücksichtigt werden. Dazu können die Sauenhalter sich an den Bündler wenden, sobald die Ferkelaufzucht das Programmaudit absolviert hat. Die Ferkel, die zwischen dem Teilnahmebeginn der Sauenhaltung und der Freigabe des Ferkelaufzüchters bereits verbracht wurden, können über den Bündler der Trägergeselschaft gemeldet werden. Der Preisaufschlag wird dann an den Ferkelaufzüchter ausgezahlt, der 1,80 € pro Ferkel an den Sauenhalter weitergeben muss. 

Die Teilnahme an dem neuen Programm ist auf drei Jahre begrenzt und endet spätestens am 30. Juni 2024. Eine ordentliche Kündigung kann mit einer Frist von drei Monaten zum Monatsende erfolgen. Die kontinuierliche Umsetzung der vorgegebenen Tierwohlkriterien sowie damit verbundene Kontrollen bilden die Grundlage für die Auszahlung eines Preisaufschlags. Für alle Basiskriterien ist es bei leichten Abweichungen möglich, eine Korrekturmaßnahme zu vereinbahren. Der Betrieb ist jedoch erst mit  Umsetzung und Freigabe der Korrekturen berechtigt, die ITW-Entgelte zu erhalten. Bei groben Verstößen gegen die dokumentierten und zertifizierten Anforderungen bestehen Tierhalter das Tierwohlaudit nicht und die Teilnahme an der ITW-Periode gilt als beendet. Eine erneute Anmeldung ist möglich.

Der Kriterienkatalog für die Periode 3 steht fest. Es gibt nur noch Pflichtkriterien. Tabelle 2 stellt diese für die einzelnen Bereiche Sauenhaltung, Ferkelaufzucht und Schweinemast dar. Neben den Kriterien zur Einhaltung der QS-Vorgaben, der Umsetzung des QS-Antibiotika-Monitoring, Stallklima- und Tränkwassercheck oder ausreichendem Tageslichteinfall, gibt es Neuerungen. In allen drei Bereichen muss den Tieren Raufutter angeboten werden. Dieses definiert die ITW als rohfaser- und strukturreiches Futtermittel, das fressbar, kaubar, untersuchbar, beweg- und bearbeitbar ist. Beispiele sind Stroh und Heu in Lang-, Kurz- oder Pelletform, Silagen, Luzerne, Getreidekleien oder Miscanthus. Nicht anerkannt werden CCM, Holz, Jutesäcke oder Lecksteine. Die Raufuttergabe ist über eine separate Futterstelle umzusetzen, um den Tieren eine Auswahl anzubieten. Neu ist auch, dass die Tierhalter einmal jährlich an einer fachspezifischen Fortbildungsmaßnahme teilnehmen müssen. Die erste Teilnahme ist vor dem Programmaudit nachzuweisen (Ausnahme: Das Programmaudit wird vor dem 30. Juni 2021 absolviert). Ein starkes Entscheidungskriterium für oder gegen die Teilnahme an der ITW ist auch das Kriterium „10 % mehr Platz“. Dieses müssen nur Sauenhalter und Mäster realisieren. Ferkelaufzüchter müssen ITW-Ferkel beziehen, aber kein erhöhtes Platzangebot bereitstellen. Durch die verringerte Anzahl an Sauen reduziert sich bei eigener Aufzucht die Anzahl der Ferkel in der Ferkelaufzucht automatisch.

Tabelle 2: Pflichtkriterien der ITW 3.0

Fazit:

- Bei der initiative Tierwohl ist im Schweinebereich eine dritte Runde im Zeitraum 2021 - 2023 vorgesehen.
- Es gibt drei Anmeldephasen, die erste beginnt am 15. September 2020.
- In der dritten Runde gibt es ausschließlich Pflichtkriterien.
- Dazu gehören für Mast und Sauenhaltung 10 % mehr Platz und für alle Tiere das Vorhalten von Raufutter.
- Für Schweinemäster gibt es 5,28 € pro Mastschwein. Nach einer Übergangszeit werden sie über den Schlachthof ausgezahlt.
- Ferkelaufzüchter erhalten 3,07 € je Ferkel, davon sind an den Sauenhalter 1,80 e je Ferkel abzugeben.

 

 

 

 

 

 

 

 


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Kontakt:
Laura Jans-Wenstrup
Fachreferentin Betriebswirtschaft
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Stand: 26.04.2021