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Investitionsförderung im Rahmen des Investitions- und Zukunftsprogramms (IuZ) vom BMEL startet 2021

Das neue Investitionsförderprogramm als Teil des Investitions- und Zukunftsprogramms (IuZ) vom BMEL startet 2021. Ab dem 11. Januar 2021 ist die Antragstellung online möglich. Da die verfügbaren Mittel nach dem Windhundverfahen vergeben werden, ist eine schnelle Antragstellung wichtig. Weitere Informationen finden Sie im folgeden Artikel.

Das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) hat ein neues Investitionsförderprogramm für die Landwirtschaft geschaffen. Ziel ist es, mit einem Mittelvolumen von insgesamt einer Milliarde Euro, die Landwirte in den anstehenden Transformationsprozessen, wie der Umsetzung der neuen Düngeverordnung, zu unterstützen. Das Geld steht für die Jahre 2021 bis 2024 zur Verfügung und wird auf verschiedene Programme verteilt: 816 Mio. Euro werden für Investitionsmaßnahmen, 140 Mio. Euro für Agrarumweltmaßnahmen, 24 Mio. Euro für die Innovationsförderung und 20 Mio. Euro für die Digitalisierung bereitgestellt. 

Förderberechtigte

Von den Gesamtmitteln der Investitionsmaßnahmen können 2021 207 Mio. Euro genutzt werden. Grundsätzlich sind landwirtschaftliche Betriebe, landwirtschaftliche Lohnunternehmen und gewerbliche Maschinenringe antragsberechtigt. Darüber hinaus sind vom Zuwendungsempfänger entsprechende berufliche Qualifikationen und der Nachweis für ein wirtschaftlich stabiles Unternehmen, durch die Einreichung der letzten zwei Jahresabschlüsse oder Einnahmenüberschussrechnungen und die Bestätigung der Hausbanken zu erbringen. Abweichend davon können Hofnachfolger, bei denen noch kein eigener Jahresabschluss vorliegt, die der vorhergehenden Betriebsführung einreichen. Eine GV-Grenze gibt es nicht.

Fördergegenstand

Gefördert werden Maßnahmen, die zur Verbesserung der Produktions- und Arbeitsbedingungen führen, Produktionskosten möglichst senken, die Wertschöpfung steigern und vor allem zum Umwelt- und Klimaschutz beitragen. Dazu zählt der Kauf von Maschinen und Geräten zur umweltschonenden Dünger- oder Pflanzenschutzausbringung sowie zur mechanischen Unkrautbekämpfung. Weiterhin werden Bauten zur emissionsarmen Lagerung von Wirtschaftsdüngern und Separationsanlagen für flüssige Wirtschaftsdünger gefördert. Die konkreten Fördermaßnahmen werden in einer Positivliste zentral bei der Rentenbank aufgeführt. Diese ist in der stetig aktualisierten Fassung auf der Internetseite der Landwirtschaftlichen Rentenbank abrufbar.

Förderhöhe

Die Zuwendung stellt eine Kombination aus einem direkten Zuschuss und einem zinsgünstigen Programmkredit der Rentenbank dar. Der Zuschuss beläuft sich für landwirtschaftliche Betriebe auf bis zu 40 % der förderfähigen Investitionssumme und auf bis zu 10 % bzw. 20 % der förderfähigen Investitionssumme für landwirtschaftliche Lohnunternehmen und gewerbliche Maschinenringe. Die Darlehenshöhe muss mindestens 60 % der förderfähigen Investitionssumme betragen. Die Umsatzsteuer kann nur berücksichtigt werden, wenn im Unternehmen kein Vorsteuerabzug vorgenommen wird (pauschalierende Betriebe). Innerhalb des Förderzeitraums 2021 bis 2024 wird das förderfähige Investitionsvolumen eines Antragsstellers auf 2 Mio. Euro begrenzt. Der maximale Zuschuss für landwirtschaftliche Betriebe ist auf 500.000 € gedeckelt.

Antragsverfahren

Die begrenzten Haushaltsmittel führen dazu, dass den Antragstellern nicht automatisch ein Anspruch auf die Gewährung der Zuwendung eingeräumt wird. Das bedeutet, dass die Fördermittel nach dem Windhundverfahren vergeben werden. Die Antragsfrist startete am 11. Januar 2021. Aufgrund einer Vielzahl an Zuschussanträgen am Starttag sind bereits die für das 1. Halbjahr 2021 zur Verfügung stehenden Haushaltsmittel für Maschinen und Geräte der Außenwirtschaft sowie für Wirtschaftsdüngerlager ausgeschöpft. Die zweite Antragsphase wird nicht, wie zunächst kommuniziert, ab dem 1. Juli 2021 starten, sondern bereits ab Anfang März. Das genaue Datum steht noch nicht fest. Bis dahin ist eine Registrierung im Online-Portal der Rentenbank möglich. Anträge können noch nicht vorbereitet werden. Die Antragstellung für Separationsanlagen hat noch nicht begonnen.

Vor der Antragsstellung ist zu prüfen, ob das Investitionsvorhaben mit der Positivliste der landwirtschaftlichen Rentenbank übereinstimmt. Anschließend ist eine Absprache mit der Hausbank notwendig. Anschließend kann der Antrag online bei der Rentenbank gestellt werden. Sobald diese Antragsdaten in Papierform an die Hausbank übermittelt wurden, kann das Darlehen aufgenommen werden. Mit der Umsetzung des Investitionsvorhabens darf jedoch erst begonnen werden, wenn der Zuwendungsbescheid der Rentenbank vorliegt. Die Auszahlung der Förderung erfolgt nach dem Hochladen des Verwendungsnachweises.

Bei Zuwendungsbeträgen unter 100.000 Euro müssen jeweils drei Vergleichsangebote für alle Aufträge über 3.000 Euro vorliegen. Bei Zuwendungen ab 100.000 Euro ist ein Ausschreibungsverfahren nötig. Alle Angebote müssen in Textform vorliegen. Telefonische Absprachen bzw. Gesprächsvermerke sind nicht ausreichend. Screenshots von Online-Händlern und Angebote per E-Mail sind zulässig. Weitere Informationen können der Richtlinie und dem Fragen-Antwort-Katalog auf der Seite der Rentenbank entnommen werden.

Außerdem können Sie sich gerne an unsere Berater*innen wenden. Wir begleiten Sie gerne bei Ihrem Investitionsvorhaben und helfen Ihnen bei der Erstellung des Verwendungsnachweises und weiterer Unterlagen. 


Kontakt:
Laura Jans-Wenstrup
Fachreferentin Betriebswirtschaft
Telefon: 0441 801-426
Telefax: 0441 801-313
E-Mail:


Stand: 15.01.2021