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Wer an "Morgen" denkt, heizt heute schon mit Holz

Weg vom Öl und Gas – hin zu nachhaltiger Energieversorgung. Dieser Schritt fällt leichter, wenn außer den ökologisch und politisch motivierten Argumenten auch der Blick auf die Kosten zeigen kann:
Der nachwachsende, lokale Energieträger Holz ist nicht nur annähernd klimaneutral, vielleicht rechnet er sich auch noch.

Der Energieträgerwechsel wird im Regelfall dann sinnvoll, wenn neben vermuteten niedrigeren Brennstoffkosten auch der Ersatz des Heizkessels erforderlich wird, egal ob der Schornsteinfeger es verlangt oder die Heizung reparaturanfällig wird. Dann sind alle Kosten „variabel“ und der Vergleich zwischen einem neuen Heizkessel, der mit dem bisherigen Brennstoff betrieben wird, und den heiztechnischen Alternativen wird sinnvoll.

Der beste Weg, die Heizkosten nachhaltig zu senken und gleichzeitig ökologisch verträglicher zu gestalten, ist zunächst einmal das Verringern des Wärmebedarfs bei der Beheizung vor allem älterer Wohngebäude durch energetische Sanierungsmaßnahmen wie Dämmung oder Fensterwechsel.

Auch wenn die Preise für die Hauptenergieträger Öl und Gas durch die Corona-bedingten Nachfragerückgänge derzeit stark unter Druck sind und sich den historischen Tiefständen nähern, die Vorräte bei beiden Energieträger bleiben endlich und damit wird es bald wieder zu steigenden Kosten für Heizstoffe kommen. Diese bewirken, dass die laufenden Kosten einen wesentlich höheren und vor allem auch weiter zunehmenden Anteil an den Gesamtkosten der Wärmeversorgung haben als die Festkosten. Weil sich dadurch die bislang wesentlich höheren Festkosten des Heizens mit Holz stärker relativieren, lohnt sich der Kostenvergleich mit alternativen Heizsystemen umso mehr.

Die folgenden Vollkostenanalysen der Investitionsalternativen für das Heizen mit Öl, Gas und Holz in Scheit-, Hackschnitzel- und Pelletform sollen anhand von Beispielen Aufschluss über das günstigste Heizsystem geben.

Die Ausgangssituation:

Der Gesamtwärmebedarf wird auf 100.000 kWh/Jahr geschätzt und wurde bislang durch ca. 12.050 l Heizöl pro Jahr gedeckt. Nach heutigem Stand der Technik werden davon von neuen Ölheizungen „nur noch“ ca. 7 % aufgrund des verbesserten Wirkungsgrades gegenüber alten Kessel (im Beispiel bislang 12%) sprichwörtlich „ungenutzt in die Luft geblasen“.

In der Übersicht 1 sind für die denkbaren Anlagenalternativen Öl, Gas, Scheitholz, Holz-Hackschnitzel und Holzpellets außer dem (hypothetischen) Investitionsbedarf auch die zu erwartende Nutzungsdauer und das im Rahmen einer Annuitätenfinanzierung über diesen Zeitraum im Durchschnitt gebundene Kapital dargestellt (Annahme zum Finanzierungszins: 2,0%). Ferner werden der Kesselwirkungsgrad sowie in Abhängigkeit davon der Brennstoffbedarf und die unter Berücksichtigung der Brennstoffpreise (für Öl, Gas und Pellets: Ø der letzten 3 Jahre) daraus resultierenden Brennstoffkosten ausgewiesen. Aktuell sind die Preise sämtlicher Energieträger zwar deutlich niedriger, aber Sie wollen doch investieren und sich eigentlich 15 Jahre darüber freuen, dass Sie 2021 bei der Wahl des Heizsystems alles „richtig gemacht“ haben, deswegen rate ich zur Zugrundelegung eines Durchschnittspreises und nicht des aktuellen Preisniveaus.

Die Heiztechnik-Varianten im Vergleich:

Variante Öl: Ein neuer Ölheizkessel wird mit 19.200 € Investitionsbedarf und einer Lebensdauer von 18 Jahren veranschlagt. Aus dem Wärmeenergiebedarf und dem Wirkungsgrad des zukünftigen Kessels von 94 % ergibt sich bei einem Energiegehalt von ca. 10 kWh/l Öl für die neue Ölheizung ein Brennstoffverbrauch von ca. 10.638 l pro Jahr. Daraus resultieren bei einem Ölpreis von ca. 0,638 €/l insgesamt Brennstoffkosten von 6.787 € pro Jahr.

 

Variante Gas: Für die alternative Gasheizung mittels Brennwerttherme werden 17.400 € Investitionsbedarf (inklusive Neuanschluss an das Gasnetz), 20 Jahre Nutzungsdauer und ein Wirkungsgrad von 96% angenommen. Deshalb sind pro Jahr bei einem durch­schnittlichen spezifischen Brennwert von 10,2 kWh/m3 H-Gas ca. 10.212 m3 Gas erfor­derlich. Sie kosten bei einem Gaspreis von umgerechnet etwa 0,6222 €/m3 (ermittelt in einem reinen Arbeitspreis-Tarif ohne Grundpreis) insgesamt 6.354 € pro Jahr.

 

Variante Scheitholz: Soll die künftige Wärmeerzeugung aus Scheitholz erfolgen, müssen 27.700 € investiert werden, wobei die Brennstoffzufuhr hier immer noch manuell erfolgen muss und deshalb über die Jahre einen deutlich höheren Zeitbedarf verursacht. Die Haltbarkeit wird mit 15 Jahren angenommen. Der Wirkungsgrad ist zwar in den vergangenen Jahren deutlich gestiegen, mit 87 % aber immer noch erheblich geringer als bei Öl- und Gasheizkesseln, so dass hier mit fast 115.000 kWh der höchste Primärenergiebedarf entsteht.

Insgesamt werden 65 Raummeter Scheitholz benötigt, die bei einem Ansatz von 56 €/rm (Vollkosten der Eigenwerbung, z.T. mit Lohnmaschinen) Brennstoffkosten in Höhe von 3.576 €/Jahr verursachen. Dies ist das untere Niveau der uns bekannten Verkaufspreise für 1B-Ware, die nicht immer die „Norm“ erfüllt, aber genauso gut brennt. Auch wer sein Holz selbst birgt und aufbereitet, sollte den Eigenverbrauch mit diesem Preis kalkulieren, denn das Nutzungskostenprinzip gibt, sofern eine Verkaufsoption besteht, diesen Ansatz vor, weil durch die „Selbstnutzung“ der potenzielle Verkaufserlös verloren geht.

 

Variante Holz-Hackschnitzel: Bei Holz-Hackschnitzeln entsteht wegen der aufwändigen mechanischen Zuführtechnik mit 33.700 € der höchste Investitionsbedarf. Der mit 89 % etwas höhere Wirkungsgrad erklärt sich aus dem gleichmäßigeren Brennverhalten, so dass hier 112.360 kWh/Jahr an Primärenergiemenge erforderlich werden. Dafür sind bei einem effektiven Heizwert von 760 kWh/m3 insgesamt 148 m3 Holz-Hackschnitzel erforderlich, die mit 3.918 €/Jahr zu Buche schlagen.

 

Variante Holzpellets: Wer über den Einsatz von Holzpellets nachdenkt, könnte dafür optional auch einen Kessel in Erwägung ziehen, mit dem unter Umständen bei entsprechender Kesselauslegung auch das Verbrennen von Getreidekorn und Strohpellets möglich wäre. Dies ist aktuell aus Kosten- und Genehmigungsgründen (wird der Schornsteinfeger eine entsprechende Zulassung erteilen?) zwar kein Thema; falls es aber doch wieder zur kostengünstigen Alternative wird, ist man dafür vorbereitet. Darüber nachzudenken lohnt sich, wenn Getreidepartien nur Preise von maximal 130 €/t erzielen. Dies ist aktuell zwar unwahrscheinlich, da auch die Biogas-Konkurrenz den Markt aufmerksam beobachtet, zukünftig aber nicht immer auszuschließen. Allerdings gibt es nur noch wenige Hersteller, die ihre Pellet-Kessel dafür freigeben, weil Getreideverbrennung nicht nur ethisch grenzwertig ist sondern auch korrosiv wirkt. Diese Möglichkeit ist bei den Hackschnitzel-Kesseln eher gegeben. Für die Pellet-Heizung liegt der Investitionsbedarf bei ca. 30.600 €, wobei die Kesselhaltbarkeit auf 15 Jahre geschätzt wird. Die Brennstoffkosten liegen bei Holzpellets mit 5.248 €/Jahr (3-Jahres Ø-Preis: etwa 220 €/t) deutlich höher als bei Scheitholz und Hackschnitzeln. Komfort hat leider seinen Preis.

 

Ohne Berücksichtigung anderer Kosten ergibt sich bei den reinen Brennstoffkosten zurzeit ein leichter Vorteil für die Holz-Hackschnitzel, gefolgt von Scheitholz. Holzpellets, Gas und Öl weisen deutlich höhere Brennstoffkosten auf.

 

Sämtliche Kosten unter die Lupe genommen:

In der Übersicht 2 wird die Kostenkalkulation in zwei Stufen zur Vollkostenbetrachtung erweitert. Dazu wird zunächst der Aufwand für Wartung und Reparaturen, Gebühren und anteilige Versicherung sowie für den Betrieb (Strom), den Lohnansatz (besonders relevant bei der manuellen Zufuhr des Scheitholzes) und den erforderlichen, bei Holz möglichst staubdichten Lagerräumen für die Brennstoffe (Ausnahme: Gas) ermittelt und addiert.

Trotz des hohen Lagerraumbedarfs und der höheren Abschreibung liegen die Holz-Hackschnitzel bei den so errechneten variablen Kosten (inklusive Brennstoff) als günstigste Variante immer noch auf Platz 1. Sie können den Brennstoff Scheitholz aufgrund der Lohnkostenunterschiede ganz knapp (<1%) unterbieten. Das Ranking der arbeitswirtschaftlich sehr aufwändigen Scheitholzfeuerung hängt allerdings stark vom Lohn(anspruch) ab. Wer die Beschickung bezahlen muss, heizt teuer, wer das aus gesundheitlichem Interesse als „Sport“ statt „Arbeit“ ansieht, kommt dann viel günstiger weg (knallharte Kalkulierer würden sich sogar noch den Jahresbeitrag des Fitness-Studios „gutschreiben“). 

Holzpellets haben eine geringe Preisvariabilität, sind in der Betrachtung der variablen Kosten etwas teurer als Gas, aber günstiger als Öl.

Ergebnisse der Vollkostenbetrachtung:

Am günstigsten ist mit 8.420 €/Jahr die Gasheizung, gefolgt vom Scheitholz, das mit 9.145 € derzeit etwa 8,6% teurer würde. Wer den Gasnutzer durch günstigeren Brennstoffeinkauf unterbieten will, müsste die Scheite für unter 45 €/rm einkaufen oder selbst erzeugen (aus der Zeile „Schwellenpreis zu Gas“). In der Vollkostenermittlung fallen die anfänglichen Kostenvorteile der Hackschnitzel- und Scheitholz-Heizungen weg. Grund sind die erheblich höheren Festkostenbelastungen. Unterm Strich ergeben sich nach Abzug von Abschreibung und Zins(-anspruch) derzeit für Scheitholzheizungen mit 9.145 €/Jahr Gesamtkosten, die günstiger sind als die der Ölheizungen. Der Einsatz von Holz-Hackschnitzeln wird mit 9.555 € (+1.135 €/J. zu Gas) an jährlichen Kosten sogar noch teurer. Die Pellet-Heizung verursacht (derzeit) mit 9.827 €/Jahr die höchsten Gesamtkosten und ist mit 1.407 €/J. deutlich teurer als die Gasheizung, aber auch ohne Förderung schon 29 €/Jahr günstiger als eine Ölheizung.

Weisen als „umweltfreundlicher“ eingestufte Energien Kostennachteile auf, wird nach Förderung gerufen. Dies war bei Pellet-Heizungen auch so und wurde erhört: Es gibt 35% generellen Investitionszuschuss für Alt- und Neuanlagen und wer seine alte Ölheizung „rausschmeißt“, bekommt sogar 45% der Investition erstattet. Da dies auf Endkunden abzielt, umfasst die Erstattung auch die Umsatzsteuer. Gegenüber „Gas“ verbleibt nach 35% Förderung ein Nachteil von 573 €/Jahr, wird eine alte Ölheizung ersetzt, beträgt der Nachteil gegenüber einer neuen Gasheizung „nur noch“ 335 €/Jahr. Wem ein gutes Gewissen diese Beträge wert sind, sollte diese Förderung mitnehmen (die Anlagenverkäufer helfen i.d.R. beim Antrag stellen). Und wer gar keinen Gasnetz-zugang hat und auf Öl angewiesen wäre, hätte vor Förderung etwa Kostengleichheit und mit 45% Förderung einen Anreiz von ca. 1.100 €/J. für eine Umstellung.

Wer keinen Gasnetz-Anschluss hat und meint, Flüssiggas wäre eine Alternative, wird feststellen, dass dies in der Summe mit ca. 9.500 €/Jahr etwa 1.100 €/J. teurer wird als Netzgas und „nur“ etwa 300 €/J. günstiger wird als eine Pelletheizung ohne Förderung.

 

Wann kippt die Vorzüglichkeit?

Durch Sensitivitätsanalysen, bei denen die Brennstoffpreise variieren, kann ermittelt werden, bei welchen Preisrelationen die Vorteilhaftigkeit zwischen den Brennstoffen wechselt. Einige dieser Ergebnisse befinden sich schon im unteren Bereich der Übersicht 2. Hier wird zunächst danach gefragt, welchen Preis der jeweilige Brennstoff maximal haben dürfte, um mit der günstigsten Alternative „Gas“ kostenmäßig gleichzuziehen.

Bei einem Gaspreis von 0,061 €/kWh dürfte Öl derzeit maximal 0,503 €/l kosten. Für Scheitholz könnten maximal 44,65 €/rm ausgegeben werden, Holz-Hackschnitzel müssten für maximal 18,82 €/m3 bzw. Holzpellets für 160,79 €/t beschaffbar sein. Alle drei Preise sind aktuell zwar nicht unrealistisch, aber die Gas- und Ölpreise sind derzeit auch deutlich niedriger.

Wird der Ölpreis als Referenz angenommen, weil z. B. Gas zwar theoretisch am günstigsten wäre, aber nicht verfügbar ist, dann dürften Scheitholz maximal 67,17 €/rm, Holz-Hackschnitzel bis zu 28,54 €/m3 und Holzpellets höchstens 220,91 €/t kosten, um bei einem Ölpreis von 0,638 €/l mithalten zu können (vorletzte Zeile der Übersicht 2).

 

Ab welchem Heizbedarf lohnt die Umstellung?

Aber was wäre denn günstiger, wenn mein Energiebedarf dann doch nicht so hoch ist? Dieser Frage wird in der letzten Zeile der Übersicht 2 nachgegangen. Dort wird ermittelt, ab welcher Brennstoffmenge sich eine Umstellung von Öl auf Gas oder auf die Holzbrennstoffe rechnet.

Eine Umstellung von Öl auf Gas erscheint aus ökonomischer Sicht eigentlich immer sinnvoll, da sowohl die variablen Kosten als auch die Festkosten niedriger sind als beim Öl. Andererseits ist die Aussicht, vielleicht doch mal im Kalten zu sitzen, wenn die Krisen zwischen der Ukraine (und der EU) und Russland weiter eskaliert und die „Schröder“-Pipeline zwar betriebsbereit ist, aber aus taktischen Gründen nicht genutzt wird, nicht besonders beruhigend.

Gegenüber einer Ölheizung amortisieren sich die höheren Festkosten eines entsprechenden Scheitholzkessels bereits ab einer Verbrauchsmenge von ca. 20 Raummetern pro Jahr (31,3% Auslastung), während bei Holz-Hackschnitzeln dafür mindestens 115 m3 verbrannt werden müssen (77,7% Auslastung). Bei Holzpellets ergeben sich ca. 23 t/J. (96,2% Auslastung).

Gegenüber einer Gasheizung können unter den derzeitigen Rahmenbedingungen zwar entsprechende Gleichgewichtsmengen ermittelt werden, die aber zu unrealistischen Überlastungen der Heizkessel führen würden. Da bei Pelletheizungen ohne Förderung und mit 35% Förderung sowohl die Festkosten als auch die variablen Kosten höher sind als bei Gasheizungen, kann eine Auslastungssteigerung die höheren Festkosten nicht ausgleichen. Bei 45% Förderung entsteht eine kuriose Situation: Die Festkosten der Pelletheizung sind um 6 Euro geringer als die der Gasheizung. Da die variablen Kosten der Pellets aber höher sind, liegt das rechnerische Gleichgewicht bei 442 kg Pelletverfeuerung. Wird mehr verbrannt, wird die Pelletanlage teurer, wird sie geringer ausgenutzt, bleibt sie günstiger: anders gesagt: Wer eine 50 kW-Anlage installieren will, um sie nicht zu nutzen, sollte eine Pelletanlage kaufen (aber das wäre ziemlich unsinnig), für die anderen rechnet es sich bei den angenommenen Energiepreisrelationen nicht.

Bei Hackschnitzeln und Scheitholz hat die Investitionsförderung den gewünschten Effekt: Das Heizen mit diesen Energieträgern wird bis zu 245 €/Jahr (Holzscheitheizung mit 45% Förderung) günstiger als das Heizen mit Gas aus dem Netz.

 

Was wäre, wenn ….?

Diese Frage erfordert meist Szenario-Berechnungen, in denen die Auswirkungen der Änderung einzelner Parameter auf das Ergebnis analysiert werden. Da die zentrale erfolgsbestimmende Größe der Brennstoffpreis ist, werden in der Übersicht 3 die Ergebnisse entsprechender Analysen für verschiedene Ölpreise gezeigt. Dazu werden in zeilenweiser Darstellung zu dem jeweiligen Ölpreis, die Preise der anderen Brenn-stoffe wiedergegeben, bei denen die Wirtschaftlichkeit beider Brennstoffe gleich ist.

Kostet Öl 0,64 €/l, so sind Holz-Hackschnitzel-Heizungen wirtschaftlich, solange der Hackschnitzelpreis unter 28,54 €/m3 liegt. Holzpellets sind bis zu einem Preis von 220,91 €/t günstiger und mit Holzscheiten heizt man kostengünstiger als mit Öl, wenn diese unter 67,14 €/rm kosten.

Bei 0,46 €/l Öl (aktueller Preisstand Anfang November 2020 sogar knapp darunter) bleibt Gasheizung günstiger, wenn das Gas weniger als 0,058 €/kWh kostet. Pelletheizungen könnten konkurrieren, wenn die Pellets für (unrealistische) 140 €/t zu kaufen wären (mit 45% geförderte Anlagen könnten etwa 44 €/t mehr ausgeben, was in 11/2020 eher als realistischer Preis erscheint).

Bei Ölpreisen von mehr als 0,70 €/l werden die Pelletheizungen wieder deutlich attraktiver - aus Sicht der Anlagenverkäufer leider nur dort, wo kein Gasnetzanschluss vorhanden ist. Der Grund: Die Pelletpreise schwanken zwar auch, aber nicht im gleichen prozentualen Umfang wie die Ölpreise.

 

Fazit:

Bei den derzeit günstigen Öl- und Gaspreisen (<0,50 €/l Öl) ist es schwierig, für die nachhaltigen Heizsysteme mit Holz ohne Förderung eine betriebswirtschaftliche Vorzüglichkeit zu ermitteln. Zurzeit ergibt sich hier gegenüber H-Gas aus dem Netz selbst bei der sehr großzügigen Investitionsförderung ein sehr differenziertes Bild: Während Scheitholz trotz der vielen damit verbundenen Handarbeit bei 45% Förderung einen Vorteil von 245 €/Jahr erreicht, bleiben Holzpellets derzeit selbst bei Förderung um 573 €/Jahr (35% Förderung) bzw. 335 €/Jahr (45% Förderung) teurer.

Gegenüber Öl ist der Nachteil deutlich geringer und durch die Mitnahme der aktuellen Investitionsförderung ausgleichbar.

Sobald der Ölpreis aber wieder über 0,65 €/l steigen wird, wird das Heizen mit Holz – egal ob mit Scheiten, Hackschnitzeln oder Pellets – auch ohne Investitionsförderung neben der Unabhängigkeit und der Nachhaltigkeit, weil selbst regional mehr nachwächst als verheizt wird, auch wieder einen wirtschaftlichen Vorteil besitzen.


Kontakt:
Dr. Mathias Schindler
Unternehmensberatung, Betriebswirtschaft
Telefon: 0511 3665-1350
Telefax: 0511 3665-99-1350
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Stand: 04.01.2021