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Im Reinen mit der Tierseuchenkasse? - Die Gefahr durch die Afrikanische Schweinepest steigt -

Artikel von Wiebke Müller, Maria Kopka (nach: Friedrich-Löffler-Institut, Greifswald)

Von der anzeigepflichtigen Tierseuche „Afrikanische Schweinepest“ (ASP) sind Haus- und Wildschweine betroffen. In den afrikanischen Ursprungsländern übertragen Lederzecken das ASP-Virus, welche jedoch in Deutschland nicht zu finden sind. In unseren Breitengraden findet die Übertragung über 3 Wege statt:

  • direkter Kontakt mit infizierten Tieren (Sekrete, Blut, Sperma)
  • indirekt über die Aufnahme von Speiseabfällen oder Schweinefleischerzeugnissen bzw. –zubereitungen
  • andere indirekt Wege, wie Fahrzeuge, kontaminierte Ausrüstungsgegenstände einschl. Jagdausrüstung, landwirtschaftlich genutzte Geräte und Maschinen, Kleidung.

Nach einer Infektion entwickeln die Tiere sehr schwere, aber unspezifische Allgemeinsymptome, die in kurzer Zeit bis zum Tod des betroffenen Tieres führen können. Da ASP keine Zoonose ist, also nicht zwischen Tier und Mensch übertragbar, bleibt sie für den Menschen ungefährlich. Für die Betriebe, die Schweine halten, kann es unter Umständen sehr gefährlich werden, da sie ihren Bestand verlieren können.

Laut FLI wird das aktuelle Risiko der Kontamination auf illegalem Wege als hoch und durch den Jagdtourismus als mäßig eingestuft. Die Fälle der Infektion von Wild- und Hausschweinen rücken von Osteuropa her immer näher und sind bereits in der Tschechischen Republik angekommen.

 

Abb. 1: Verbreitung der gemeldeten Fälle der Infektion mit ASP in Osteuropa bei Haus- und Wildschweinen (Quelle: FLI, 18.12.17)

 

Angesichts des aktuellen ASP-Seuchenverlaufes in Europa (siehe Karte) und der voranschreitenden Verbreitung in unsere Richtung, ist neben den vorbeugenden Maßnahmen (Vermeidung der Kontamination und Einschleppung) unbedingt auch darauf zu achten, sich für den Ernstfall zu rüsten. Biosicherheit im eigenen Stall und auf dem Stallgelände haben oberste Priorität! Es ist schließlich nicht nur ein wirtschaftlicher Schaden, sondern auch großes Tierleid damit verbunden!


Kontakt:
Maria Kopka
Wirtschaftsberatung Biogas und Tierproduktion, Arbeitskreis Milchvieh, Arbeitskreis Biogas
Telefon: 0531 28997-123
Telefax: 0531 28997-111
E-Mail:


Stand: 13.02.2019