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Die neue Agrarförderung kommt statt 2021 erst 2023

Entgegen den ursprünglichen Planungen kommt die neue Agrarförderung wohl erst 2023. Die Jahre 2021 und 2022 werden Übergangsjahre sein, in der die "alten" Regelungen weitgehend weiterbestehen. Hier eine kurze Zusammenfassung des aktuellen Planungsstandes.

Die Übergangsjahre 2021 und 2022
 - Die Zahlungsansprüche bleiben bestehen.
 - Die Basis- /Greening-, Umverteilungs- und Junglandwirteprämie bleiben erhalten.
 - Die Summe aus Basis- und Greeningprämie wird sich von 258 Euro in 2020 auf erwartet 250 Euro verringern.

Neue Regeln ab 2023
 - Wichtigstes Ziel ist die Stärkung von Umwelt- und Klimaschutz in der Landwirtschaft
 - Zu Steigerung der Effizienz werden künftig die Nationalstaaten in eigenen Strategieplänen die detaillierten Regelungen festlegen.
 - Zur Sicherung der Umwelt- und Klimaziele und zur Wahrung der Wettbewerbsgleichheit müssen die Strategiepläne von der EU
   genehmigt werden. 

Die neue Architektur der GAP ab 2023 (führt die alte -verschärft - weiter)

  1 Einkommensgrundsicherung (früher Basisprämie)
    - Sie ist gebunden an die Einhaltung der Konditionalität (zu deutsch Bedingungen).
    - Die Konditionalität umfasst die bisherigen CC-Regeln, das -verschärfte - Greening und zusätzliche Standards.

  2 Eco-Schemes (zu deutsch Öko-Regelungen)
    - entspricht praktisch 1-jährigen Agrar-Umwelt- und Klimamaßnahmen.
    - Die Mitgliedstaaten müssen den Landwirten Angebote machen.
    - Im Gespräch sind u. a. zusätzliche unproduktive Flächen, Blüh- und Altgrasstreifen und die Extensivierung von Dauergrünland
    - Landwirte können freiwillig daran teilnehmen und dafür eine Eco-Schemes-Prämie erhalten.

  3 Agrarumweltmaßnahmen (wie bisher)
    - 5-jährige bundeslandspezifische Maßnahmen

  4 Die Umverteilungsprämie und die Junglandwirteprämie wird es - wohl leicht verändert - weiter geben.

Strittig ist insbesondere ...
 - die Verteilung der finanziellen Mittel zwischen der Einkommensgrundsicherung und den Eco-Schemes
 - die Schärfe der Konditionalität bezüglich des "Fruchtwechsels" (echter Fruchtwechsel oder nur Einhaltung von Fruchtanteilen)
   und der "unproduktiven Flächen" (mit oder ohne Anrechnung von Zwischenfrüchten und Eiweißpflanzen)
 - das konkrete Angebot an Eco-Schemes

Die Summe aus künftiger Einkommensgrundsicherung und Eco-Schemes-Prämie könnte sich je nach Szenario zwischen 215 Euro und 250 Euro bewegen. Soll auf die Eco-Schemes-Prämie verzichtet werden, könnte die ausschließliche Einkommensgrundsicherung zwischen 115 Euro und 195 Euro liegen.

Umfangreichere Informationen zu den Verhandlungspositionen finden Sie hier.


Kontakt:
Hermann Diekmann
Außenstellenbeauftragter Außenstelle Lingen
Telefon: 0591 9665669-111
Telefax: 0591 9665669-125
E-Mail:


Stand: 17.12.2020