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Blüh- Bejagungs- und Biodiversitätsstreifen für 2021 jetzt schon anlegen

Die beiden letzten trockenen Frühjahre 2019 und 2020 haben gezeigt, dass Aussaaten von Blühmischungen im März/April/Mai oft nicht die gewünschten Bestände bilden konnten. Alternativ wird daher vorgeschlagen, die Aussaat bereits im Herbst vorzunehmen und selbst bei eigentlich einjährigen Blühelementen mit überständigen Kulturen zu arbeiten.

Ziel der Herbstaussaat ist es, durch die Ausnutzung der Herbst- und Winterfeuchte dichte Bestände auszubilden, die im Frühjahr/Frühsommer einer möglichen Trockenheit durch ausreichend Wurzelmasse trotzen können und so einen wesentlichen Vegetationsvorsprung haben. Wichtig ist es, die Mischungen so anzupassen, das mehrjährige Pflanzen enthalten sind, um Bestände zu entwickeln, die in 2021 wieder austreiben und dann Bestandsbildner sind.

Diese Blühmischungen werden dabei wie Blühstreifen behandelt, die erst im Frühjahr ausgesät werden. Sie können im Herbst 2021 bzw. im Zuge der Ernte 2021 mit beseitigt werden. Wichtig für die förderrechtliche Ausgestaltung ist die Angabe im Flächenantrag – hier 2021:

Angabe als Biodiversitäts-/Bejagungsschneisen:

Vorteil dieser Variante ist, dass diese Blühstreifen im Antrag 2021 nicht mit einer eigenen Geometrie versehen werden müssen. Der gesamte Schlag inclusive Streifen wird mit dem Kulturcode der Hauptkultur angegeben. Es muss bei der Antragstellung nur der Haken bei Bejagungs- und Biodiversitätsstreifen gesetzt werden.

Die Streifen werden im Herbst zusammen mit der Winterung angelegt oder gemeinsam mit einer einfachen Zwischenfrucht, wenn eine Sommerung folgen soll.

Leider ist diese technisch einfache und gleichzeitig ökologische sinnvolle Variante nicht statthaft, wenn der gesamte Schlag 2020 als ÖVF-Zwischenfruchtfläche gemeldet wurde, da solche Flächen im Frühjahr 2021 komplett mit einer Hauptkultur bestellt werden müssen. Hier ist also nur eine Frühjahrsbestellung des Blühstreifens zulässig.

Angabe als begrünte Bracheflächen, Feld- und Waldrandstreifen oder Honigbrache (ÖVF 2021):

Das Anlegen dieser Elemente kann auch in der Herbstaussaat erfolgen und muss dann nur in 2021 mit einer eigenen Geometrie und entsprechenden Nutzungscode (NC) im Antrag gekennzeichnet werden. Daher ist bei der Anlage darauf zu achten, dass Größe und Lage genau ermittelt werden und für die Antragstellung 2021 bereitliegen.

Im Zusammenhang mit der Honigbrache ist dabei darauf zu achten, eine Mischung einzusetzen, die für die zweijährige Honigbrache vorgesehen ist.

Es können auch Bracheflächen 2021 (NC 590; 062, 058) aus ÖVF-Zwischenfruchtflächen hervorgehen. Hierzu muss diese Fläche in 2021 lagegenau eingezeichnet und die Vorgaben zur Mindestgröße (1.000 m²) beachtet werden. Es ist auch möglich, die ÖVF-Zwischenfruchtfläche in 2021 zu teilen (Hauptkultur und Brache ÖVF). Hierzu muss der Teil für die Hauptkultur nach dem 15.02.2021 umgebrochen und neu angesät werden. Auf dem Flächenteil, der als Brache/Blühstreifen liegengelassen wird, darf nach dem 01.01.2021 keine Bearbeitung mehr erfolgen.

 

Angabe als Agrarumweltmaßnahme Blühstreifen BS11und BS12 (einjährig) und BS2 (ein mehrjährig):

Die Herbstaussaat ist bei den Maßnahmen BS1 (BS11/BS12) nicht zulässig, da diese Streifen im Jahr der Verpflichtung angelegt werden müssen. Das bedeutet, dass ein Blühstreifen BS11 der für 2021 gewertet werden soll, im Zeitraum 01.01.2021 bis 15.04.2021 eingesät werden muss.

Bei der Maßnahme BS2 ist die Herbstaussaat zulässig. Dies erfolgt dann im Herbst der Antragstellung und damit vor Beginn der Verpflichtung. Dazu muss allerdings bis zum 15.05. 2020 ein NAU-Antrag BS2 mit dem Verpflichtungszeitraum 2021 bis 2025 gestellt worden sein.

Fazit:

Es ist sinnvoll, die eher feuchten Bedingungen der Spätsommer-/Herbstwitterung mit ausreichend Niederschlägen und noch entsprechend warmen Tagen zu nutzen, um den Blühflächen für das nächste Jahr einen entsprechenden Vorsprung zu gewähren.

Bei einigen Maßnahmen ist dies jedoch förderrechtlich nicht möglich. Insbesondere bei der Anlage von Biodiversitätsstreifen im Herbst an ÖVF-Zwischenfruchtflächen sollten die förderrechtlichen Anforderungen aus fachlicher und ökologischer Sicht geändert werden. Hier ist die Politik gefragt.


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Stand: 04.09.2020