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Rote Gebiete 2021 veröffentlicht

Die Roten Gebiete und die dazugehörigen landesspezifischen Maßnahmen wurden mit Veröffentlichung vom 07. Mai 2021 neu festgelegt.

Lesen Sie hier welche Änderungen auf Sie zukommen und wie der Status der eigenen Flächen ermittelt werden kann.

Niedersächsische Landesdüngeverordnung und Ausweisung der „Roten Gebiete“ (gültig ab 08.05.2021)

Am 08.05.2021 ist die neue Landesdüngeverordnung veröffentlicht und damit rechtsgültig geworden. Diese regelt sowohl für welche Fläche in Niedersachsen die „Rote-Gebiete-Regelungen“ gelten, als auch welche Maßnahmen Niedersachsen zusätzlich zu den sieben bundeseinheitlichen Maßnahmen für diese Gebiete erlässt. Die alte Landesdüngeverordnung (NDüngGewNPVO, 2019) und die Auffangkulisse sind damit außer Kraft gesetzt.


Seit Mai letzten Jahres gelten  folgende sieben bundeseinheitlichen Regelungen für alle Flächen in Roten Gebieten. Einzelne Regelungen wie zum Beispiel die Zwischenfruchtpflicht vor Sommerungen greifen in diesem Herbst das erste Mal.


Bundesregelungen:

  1. Verringerung des N-Düngebedarfs um 20% im Durchschnitt der Flächen des Betriebes in NO3-sensiblen („roten“) Gebieten: Für die in einem roten Gebiet befindlichen Flächen eines Betriebes wird der N-Düngebedarf im laufenden Düngejahr (bis 31.03.) gesondert berechnet und zu einem Gesamtdüngebedarf zusammengefasst. Der gesondert berechnete Gesamtdüngebedarf muss dann um 20% reduziert werden. Diese N-Gesamtmenge darf auf den Flächen im roten Gebiet nicht überschritten werden. Eine Befreiung von der pauschalen Reduzierung des Düngebedarfs gilt für sog. gewässerschonend wirtschaftende Betriebe. Diese werden definiert als solche Betriebe, die weniger als 160 kg Gesamt-N/ha und Jahr [davon maximal 80 kg N mineralisch] im ø auf den „roten Flächen“ ausbringen. Die Flächen eines Betriebes, die außerhalb der roten Gebiete liegen, sind von der oben beschriebenen „20%-Abzugsregelung“ nicht betroffen!

 

  1. Für die Ausbringung von organisch bzw. organisch-mineralischen Düngemitteln gilt eine schlagbezogene Obergrenze von 170 kg Gesamt-N/ha. Die Ausnahme für sog. gewässerschonend wirtschaftende Betriebe [max. 160 kg Gesamt-N/ha und Jahr, davon max. 80 kg N/ha mineralisch;  s.o.] gilt auch hier.
  1. Zu Winterraps, Wintergerste und Zwischenfrüchten ohne Futternutzung gilt zukünftig ein Herbstdüngungsverbot.
  • Eine Ausnahme besteht für Winterraps, wenn über eine Bodenuntersuchung eine verfügbare Stickstoffmenge (Nmin-Wert) im Boden von < 45 kg N/ha festgestellt wird.
  • Eine weitere Ausnahme gilt auch für Zwischenfrüchte ohne Futternutzung. Hier dürfen Festmiste von Huf- und Klauentieren oder Kompost bis max. 120 kg Gesamt-Stickstoff ausgebracht werden.
  1. Düngung zu Kulturen mit Aussaat/Pflanzung nach dem 01.02.: Zu dieser Kultur ist eine Stickstoffdüngung im Frühjahr nur dann möglich, wenn auf der betroffenen Fläche im Vorjahr nach der Ernte eine Zwischenfrucht angebaut wurde.
  • Im Fall von späträumenden Kulturen [Ernte der Vorfrucht nach dem 01.10.] oder in ausgesprochen trockenen Gebieten [Niederschlag im langjährigen Mittel < 550 mm] gilt diese Regelung nicht.
  • Da diese Regelung ab dem 01.01.2021 gilt, muss somit erstmals im Herbst 2021 eine Zwischenfrucht vor der im Frühjahr 2022 folgenden Sommerung ausgesät werden.
  1. Verlängerung der Sperrfristen für alle Düngemittel mit einem wesentlichen Gehalt an Stickstoff: 01.10. - 31.01.
  1. Verlängerung der Sperrfrist für die Ausbringung von Festmisten von Huf- und Klauentieren und Kompost: 01.11. – 31.01.
  1. Die Ausbringung flüssiger organischer Düngemittel auf Grünland ist begrenzt auf max. 60 kg N/ha vom 01.09. bis 01.10. (= Sperrfristbeginn).

Mit der neuen Landesverordnung hat die Landesregierung nun folgende drei zusätzliche Maßnahmen für die niedersächsischen Landwirte beschlossen. Die Ausführungsbestimmungen sind im Detail noch nicht veröffentlicht und werden in Kürze folgen.


Landesregelungen:

  1. Pflicht zur Nmin-Probenahme zum Zeitpunkt der Düngung und vor dem Aufbringen wesentlicher Mengen an Stickstoff (> 50 kg N/ha und Jahr), mindestens einmal im Jahr (gilt nicht für Grünland, Dauergrünland, mehrschnittiger Feldfutterbau sowie Flächen nach § 10 Abs. 3 DüV – Flächen, die von der Verpflichtung der Düngebedarfsermittlung und der Aufzeichnung der Düngung ausgenommen sind). Die Möglichkeit zur Zusammenfassung von Bewirtschaftungseinheiten und der Probenahme wird sich nach derzeitigem Kenntnisstand am bisherigen Nmin-
    Richtwertsystem orientieren.
  1. Einarbeitungspflicht für organische und organisch-mineralische Düngemittel auf unbestelltem Ackerland innerhalb einer Stunde nach Beginn des Aufbringens.
  1. Elektronische Meldepflicht für Betriebe. Im Rahmen dieser Meldepflicht wird erstmalig zum 01.04.2022 für das abgelaufene Düngejahr durch Eingabe in die bereitgestellte Datenbank elektronisch zu melden sein:
  • Der Düngebedarf je Schlag
  • Die Gesamtsumme Düngebedarf der Schläge
  • Die Düngungsmaßnahmen je Einzelschlag unter Angabe des Datums der einzelnen Düngungsmaßnahmen und bei Stickstoff unter Berücksichtigung der Ausnutzung im Jahr des Ausbringens
  • Die Angaben zur Weidehaltung
  • Die jährliche betriebliche Gesamtsumme des Nährstoffeinsatzes und
  • Die Angaben zur betrieblichen N-Obergrenze (170 kg N Grenze).  

Dies gilt für alle Betriebe deren landwirtschaftlich genutzte Flächen vollständig in der Gebietskulisse Grundwasser oder der Gebietskulisse Oberflächengewässer liegen oder deren landwirtschaftlichen Flächen nur teilweise in der Gebietskulisse Grundwasser oder der Gebietskulisse Oberflächengewässer liegen. Teilweise bedeutet hier:

  • mindestens 30 % der landwirtschaftlich genutzten Fläche des Betriebes und zugleich 10 ha
  • oder mindestens 30 ha

 



Kontakt:
Holger Hoffstall
Leiter Fachgruppe Pflanze
Telefon: 05931 403-206
Telefax: 05931 403-222
E-Mail:


Stand: 18.05.2021