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Unfallverhütung anders betrachtet

Ausbilder erhalten spannende Einblicke ins „Rinderflüstern“

Berufsgenossenschaft auf neuen Wegen - beeindruckender Vortrag von Manfred Eggers und Ludwig Brackebusch am 15.02.2019 in Schneeren. 20 Landwirt/innen erleben einen Tag lang alltagstaugliche Wissensvermittlung auf hohem Niveau.

Sehr beeindruckend, sehr unterhaltsam, kenntnisreich und anschaulich multipliziert die Berufsgenossenschaft Rinderflüsterer-Wissen und leistet damit wichtigen Beitrag zum Wohl der Tiere und zur Prävention bei Landwirt/innen.

 

Wie ticken Kühe?

„Der schnellste Weg mit dem Rind zu arbeiten, ist so langsam wie möglich“, erklärt Manfred Eggers. Tägliche Abläufe sollten, wenn möglich nicht verändert werden, denn die wiederkehrenden Arbeiten zu immer gleichen Zeiten zu verrichten entspannt die Tiere und ermöglicht ein wirtschaftliches und sicheres Arbeiten. „Gute Langeweile ist das Beste für jede Kuh!“, so Eggers. Gestresstes Verhalten von Landwirten überträgt sich auf die Tiere, daher können durch Ruhe im Stall Fehler bei den durchzuführenden Arbeiten vermieden werden. Zudem hilft das Wissen über die Sinnes-Wahrnehmung und das Instinktverhalten der Rinder sehr bei der Einschätzung von Gefahrenquellen im Stall.

 

„Akuhpressur“ im Stall – der Praxisteil

Das gehörte Wissen in der Praxis umzusetzen steht am Nachmittag auf dem Programm. Stefan Ruhnow-Thieße gewährt uns einen Einblick in seinen Stall und alle können erleben, wie das, was wir bis dahin gehört wurde, tatsächlich funktioniert.

Ein Druckpunkt am Ohr der Kuh bringt sie in kürzester Zeit in die Entspannung und in den direkten Kontakt zur Bezugsperson. Durch diese Stressfreiheit wird der Umgang mit Rindern ungefährlicher und die täglichen Arbeiten fallen leichter. „Wenn wir uns nicht wie ein Raubtier im Stall verhalten, geben wir dem Rind die Chance sich nicht wie ein Fluchttier verhalten zu müssen.“, erklärt Eggers. Denn die Rinder agieren meistens nicht, sondern reagieren auf das, was mit ihnen getan wird. Dies wird gut sichtbar am Beispiel des Führens und Treibens von Rindern ganz ohne Strick. Weitere Praxistipps gibt es für den Umgang mit Kälbern: das Wissen über deren Bewegungsverhalten ist hilfreich bei Untersuchung des Nabels oder beim Enthornen. Herr Brackebusch demonstriert zudem einfache Methoden, Kälber zu tragen, ohne dass sie zappeln sowie das Anlegen von einfachen Strickhalftern.

 

Was kann verbessert werden, auch wenn es schon gut ist?

Am Ende des Tages fällt das Fazit aller Teilnehmenden sehr positiv aus: es konnte viel gelernt werden über neue bzw. andere Wege der Kommunikation zwischen Rind und Mensch. Deutlich wurde den Teilnehmenden, dass der Umgang mit Rindern die volle Präsenz im Stall erfordert. Auch wenn vieles bereits gut läuft in den Ställen der Landwirt/innen, nehmen alle Ideen und Anregungen mit nach Hause, um tiergerechter im eigenen Stall zu handeln.

 

Interessenten an einer solchen Schulung können sich bei uns melden.


Kontakt:
Andreas Teichler
Berater Berufsbildung Landwirt/in, Fachkraft Agrarservice
Telefon: 0511 4005-2261
Telefax: 0511 4005-2213
E-Mail:


Stand: 19.02.2019