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Unternehmer informieren sich umfassend

An zwei Tagen Ende Januar kamen Landwirte und Landwirtinnen aus dem südlichen Teilen Niedersachsens zusammen, um sich auf den Unternehmertagen in Duderstadt Informationen aus den unterschiedlichsten Bereichen einzuholen.

Der erste Tag begann mit einem Vortrag von Dr. Yelto Zimmer zum Thema "agribenchmark - Wettbewerbsfähigkeit unserer Landwirtschaft". Der Koordinator des agri benchmark Netzwerkes vom Thünen-Institut erläuterte, dass Deutschland zwar eine hohe Intensität aufbringe im Bereich der Direktkosten wie Saatgut, Pflanzenschutz etc. aber dennoch durchaus wettbewerbsfähig sei aufgrund der erzielten Produktivität. Im Bereich der Vollkosten, also unter Hinzuziehung der gesamt anfallenden Kosten inklusive der Entlohnung der eigenen eingesetzten Arbeit, des Bodens und des Kapitals sind jedoch Länder wie Russland und die Ukraine an vorderster Stelle. Die deutsche Landwirtschaft ist zwar international gut aufgestellt, so sein Fazit, die Kostensenkung ist und bleibt jedoch eine strategische Herausforderung, die es zu meistern gilt.

Der emeritierte Professor der Technischen Universität München Dr. Alois Heißenhuber plädierte für eine Wissenschaft, die nicht nur ins Detail geht und der der Überblick über das Ganze verloren geht. Seiner Ansicht nach müssen Theorie und Empirie stärker miteinander verbunden werden. Das Recht der Öffentlichkeit sei es, die Wissenschaft mit zu beeinflussen.

An der sich anschließenden Podiumsdiskussion zum Thema "Gemeinsame Agrarpolitik nach 2020" nahmen er sowie Prof. Dr. Peter Weingarten (Thünen-Institut), Jan Plagge als Präsident des Bioland-Verbandes sowie Kreislandwirt Dr. Thomas Stadler teil. In seinem Eingangsstatement unterstrich Prof. Weingarten wie sinnvoll er eine gezielte Honorierung für Gemeinwohlleistungen durch die Agrarförderung ansieht. Da eine Kürzung des EU-Agrarbudgets in der kommenden Periode nach 2020 als sehr wahrscheinlich gilt, mache es seiner Aufassung nach Sinn, die Direktzahlungen schrittweise abzubauen. Generell meint er, müssten die Mitgliedstaaten mit mehr Entscheidungskompetenz ausgestattet werden und endlich die Bürokratie vereinfacht werden.

Jan Plagge sprach sich dafür aus, die einzelnen Umweltleistungen der Betriebe kennen zu lernen und ggf. zu hinterfragen. Seiner Meinung nach, sollten die Entgelder für Umwelt-, Klima- und Tierschutz bspw. alle zusammengefasst werden und die erste und zweite Säule der Agrarpolitik miteinander verschnitten werden.

Laut Dr. Stadler sollte es einen Kostenausgleich für ordnungsgemäße Landbewirtschaftung geben und sachgerechte Nachhaltigskeitsindikatioren eingeführt werden. "Naturschutz der Landwirte solle künftig nach Leistung und Qualität bezahlt werden", so der Kreislandwirt.

Abends berichtete der aus dem Wendland stammende Christoph Brünger anschaulich über seinen landwirtschaftlichen Betrieb in Lettland.

Am zweiten Tag referierte Dr. Stephan Deike von der Landberatung Sachsen-Anhalt über die pflanzenbaulichen Herausforderungen des nächsten Jahrzehnts. Er legte den Unternehmer/innen nahe, dass die Optimierung statt Intensivierung im Ackerbau und Ertragsstabilität statt Ertragssteigerung künftig wichtiger denn je werde. Witterungsschwankungen und Resistenzentwicklungen hätten bereits jetzt negative Effekte auf die Anbausysteme. Innovationen in der Verfahrens- und Anbautechnik können mittelfristig helfen die bestehenden Probleme zu entschärfen. Vor dem Hintergrund der neuen Düngeverordnung sollte seiner Meinung nach jeder Landwirt seine betriebliche Nährstoffversorgung kritisch bewerten und entsprechend reagieren.

Prof. Dr. Jan-Henning Feil von der Universität Göttingen stellte den Nutzen moderner Farm-Managementsysteme für ökonomische Auswertungen dar und machte deutlich, welche Vorteile eine so genannte Prozesskostenrechnung bietet.

Martin Vaupel (LWK in Oldenburg) referierte über die verschiedenen Führerscheinklassen und das Güterkraftverkehrsgesetz. Anhand der vielen gestellten Fragen der Seminrateilnehmer wurde deutlich, dass hier in vielen Bereichen noch Unklarheiten bestehen.

 

 


Kontakt:
Katrin Arnemann
Beraterin Wirtschaftsberatung
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Stand: 02.03.2018