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Mutterkuhhaltung für Einsteiger - Hobby oder Betriebszweig?

Im Rahmen des Weiterbildungsangebotes der Landwirtschaftskammer Niedersachsen wurde dieses Jahr zum ersten Mal ein zweitätiges Seminar für Einsteiger in die Mutterkuhhaltung von der Bezirksstelle Oldenburg-Nord angeboten.

Freizeit-Tierhalter und Nebenerwerbsbetriebe sehen in der Mutterkuhhaltung oft eine Möglichkeit, in kleinerem Maßstab in die landwirtschaftliche Produktion einzusteigen und Einkünfte zu erzielen. Doch auch mancher Haupterwerbsbetrieb beschäftigt sich damit, Mutterkühe zu halten oder gar die Milchkühe durch sie zu ersetzen.

   

Am Dienstag, den 27. Februar 2018 fanden sich 16 interessierte Teilnehmer im Lehrsaal der Versuchsstation in Wehnen ein, um sich zunächst mit der Theorie zu beschäftigen. Im ersten Schritt wurde ein Überblick über die rechtlichen Anforderungen an Haltung und Dokumentation gegeben. Die Agrarförderungen für Landwirte und die möglichen Kontrollen, die auf einen Tierhalter zukommen können wurden ebenfalls thematisiert. Es folgte ein Vortrag zum Thema Zucht und Vermarktung. Es stellte sich eindeutig heraus, dass die Wahl der zum Betrieb passenden Rasse entscheidend für den Erfolg ist. Die Auswahl sollte hinsichtlich des Umgangs und Temperaments der Tiere passieren. Ferner wurden Vermarktungsmöglichkeiten aufgezeigt. Um weiter beurteilen zu können, ob sich die Mutterkuhhaltung als eigenständiger Betriebszweig behaupten kann, wurden im Rahmen eines Vortrags interaktiv verschiedene Deckungsbeiträge ausgerechnet und die Wirtschaftlichkeit bewertet. Im letzten Vortrag wurden den Teilnehmern des Seminars die Grundlagen einer wiederkäuergerechten Fütterung und die Besonderheiten in der Mutterkuhhaltung nähergebracht.

Da es im Bereich der Mutterkuhhaltung viele verschiedene Betriebskonzepte gibt, bietet es sich an, im Rahmen eines Exkursionstages den Praxisbezug herzustellen. Dies passierte am Samstag, den 10. März 2018, dem zweiten Seminartag. Besichtigt wurden eine Welsh-Black Herde, ein Limousin Zuchtbetrieb, Wasserbüffel, die zur Landschaftspflege eingesetzt werden und ein Arche-Hof, der zum Arterhalt u.a. der bedrohten Rassen Angler Rotvieh und Hinterwälder Rinder beiträgt. Die Betriebe unterschieden sich hinsichtlich Ihrer Konzepte und Intensivität der Haltung sehr und boten daher ein breites Informationsfeld. Während des Rundgangs wurden die einzelnen Haltungssysteme sowie das jeweilige Vermarktungskonzept vorgestellt und diskutiert. Vielen herzlichen Dank nochmal an dieser Stelle an die Betriebe, die einen Einblick in Ihre Ställe gewährt haben und den Teilnehmern all ihre Fragen beantworteten: Mit welcher Rasse lässt sich ein Einstieg in die Mutterkuhhaltung realisieren? Wie lassen sich alte Stallgebäude umfunktionieren? Ist ein Einstieg in die Bio-Fleischproduktion ratsam? Wie wurden die Anfänge bestritten? Wo und in welchem Maße gab es Probleme? Auf was muss bei der Vermarktung geachtet werden? Auf all diese Fragen gibt es keine Pauschalantwort, vielmehr muss jeder Mutterkuhhalter oder diejenigen, die es werden wollen, eigene Lösungen finden. Ein Rat steht aber fest: Sich informieren und den Austausch mit Praktikern zu suchen, ist ein erster wichtiger Schritt sein Konzept zu finden.

An einem Samstag im März 2019 wird eine weitere Exkursion unter dem Motto "Sehen, wie es woanders läuft" stattfinden, zu der Sie sich bereits unter folgendem Webcode informieren und anmelden können: 33002457.

Außerdem bieten wir ein Tagesseminar zum Einstieg in die Direktvermarktung am 19.02.2019 an. Der Webcode um zur Veranstaltung zu gelangen lautet: 33002630.


Kontakt:
Madlen Wolski
Beraterin Tierproduktion, Arbeitskreise
Telefon: 0441 34010-128
Telefax: 0441 34010-170
E-Mail:
Tjade Gronau
Berater Unternehmensberatung, Tierproduktion
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Stand: 02.10.2018