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Runder Tisch Nährstoffe im Landkreis Osnabrück: Nährstoffverwertung auf dem richtigen Weg

Unter dem Eindruck der afrikanischen Schweinepest, der Corona- Pandemie und des Milchpreisverfalls mit teilweise dramatischen Folgen für die wirtschaftliche Situation vieler landwirtschaftlicher Betriebe, sowie bedingt durch anstehende düngerechtliche Regelungen in nitrat- und phosphatsensiblen Gebieten großer Unsicherheiten auf den Betrieben hat sich der Runde Tisch Nährstoffe im Landkreis Osnabrück am 08. Oktober 2020 bereits zu seiner 4. Sitzung getroffen.

Die Teilnehmer, neben Landvolk und Landwirtschaftskammer Vertreter des Landkreises Osnabrück, der Landesbehörden LBEG und NLWKN, der Wasserversorger, der Beratungsringe, des Maschinenringes Artland sowie des Landhandels, repräsentieren das gesamte Spektrum der Institutionen und Organisationen, die sich mit der Nährstoffsituation der Landwirtschaft im Landkreis Osnabrück auseinandersetzen.

Zentraler Inhalt war der im Februar 2020 veröffentlichte aktuelle Nährstoffbericht, ergänzt durch speziell auf den Landkreis Osnabrück bezogene Zahlen. Ein bereits in den Vorjahren zu beobachtender positiver Trend setzt sich weiter fort. Ursachen dafür sind sowohl der rückläufige Anfall an Wirtschaftsdüngern und Gärresten, als auch der weiter rückläufige Mineraldüngerabsatz. Unter Berücksichtigung der Verbringung von Wirtschaftsdüngern und Gärresten in andere Regionen liegt die Ausbringung organischer N-Dünger auf Kreisebene deutlich unter der rechtlich zulässigen Menge von 170 kg N/ha, innerhalb des Landkreises bestehen auf Gemeindeebene jedoch durchaus Unterschiede. Um den Bedarf der Pflanzen nicht zu überschreiten verbleibt im Ergebnis dennoch ein Minderungsbedarf an Stickstoff im Landkreis Osnabrück von 4.125 t bzw. 35 kg/ha.

Kritisch muss nach wie vor auch die in Bezug auf die Phosphatabfuhr zu hohe Phosphataufbringung gesehen werden. Diese bewegt sich landkreisweit etwa 800 t P2O5 oberhalb der Abfuhr.

Erneut wurde die Güte von Grund- und Oberflächengewässern und deren Belastung durch diffuse Nährstoffeinträge thematisiert. Grundwasserkörper in einem schlechten Zustand nach WRRL finden sich überwiegend auf Geeststandorten mit Sandböden. Auf diesen sind unter Ackerbau einzelflächenbezogene Nitratwerte unter 50 mg/l Sickerwasser nicht zu erreichen. Die Teilnehmer waren sich einig, dass zur Sicherung der Grundwassergüte auf solchen Standorten deshalb großflächigere Betrachtungen mit Verdünnungsflächen (Grünland, Wald, etc.) erforderlich sind.

Auf große Resonanz in der Landwirtschaft im Landkreis Osnabrück sind die im Herbst 2017 und im Januar 2020 durchgeführten Informationsveranstaltungen zu aktuellen düngerechtlichen Änderungen sowie zu nährstoffreduzierten Fütterungskonzepten gestoßen. Weitere Veranstaltungen sollen stattfinden, um den Betrieben insbesondere bei der Umsetzung der novellierten Düngeverordnung in den nitrat- und phosphatsensiblen Gebieten Handlungsoptionen aufzuzeigen.

Den eingeschlagenen Weg will der Runde Tisch konsequent fortsetzen, um die Existenz der landwirtschaftlichen Betriebe, auch als Wirtschaftsfaktor im Landkreis Osnabrück, abzusichern.


Kontakt:
Jörg Schomborg
Leiter Bezirksstelle Osnabrück
Telefon: 0541 56008-125
Telefax: 0541 56008-99125
E-Mail:


Stand: 29.10.2020