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Tagung Saatgut & Sorten 2016

Die Bezirksstelle Uelzen FG 3 hat am 04.02.2016 zur Infoveranstaltung Saatgut & Sorten 2016 nach Veerßen eingeladen.

Schwerpunktthema war in diesem Jahr die Kartoffel. Herr Dr. Grocholl konnte über 80 Interessierte aus dem landwirtschaftlichen Umfeld in der Deutschen Eiche begrüßen. Zu Beginn der Veranstaltung wurde Herr Hans-Joachim Siebert nach 45 Dienstjahren in den Ruhestand verabschiedet.

Als Einstieg in die Vortragsveranstaltung gab Herr Knieke (Bezirksstelle Uelzen) einen kurzen Rückblick über die Vermehrungszahlen für Mähdruschfrüchte in Deutschland und Niedersachsen.

Im Anschluss berichtete Herr Thiel (Leiter der Anerkennungsstelle Hannover) über aktuelle Zahlen und Veränderungen bei den Pflanzkartoffelvermehrungen in Deutschland und Niedersachsen. Die weitestgehend abgeschlossene Virustestung zeigt mit rund 3% eine etwas höhere Aberkennungsrate in Niedersachsen gegenüber den Vorjahren. Gerade Y-Virus anfällige Sorten zeigten teilweise deutlich erhöhte Virusbelastungen.

Herr Thiel berichtete weiterhin über aktuelle Änderungen bei der Pflanzkartoffelverordnung.

Die neue Pflanzkartoffelverordnung hat bereits Auswirkungen auf die amtliche Feldbesichtigung. Zukünftig wird bei der Virusansprache im Feldbestand kein Unterschied mehr zwischen schwerer und leichter Symptomausprägung gemacht. Zertifiziertes Pflanzgut wird wie bereits auf Europäischer Ebene in die Klasse A und neu in die Klasse B eingeteilt. Die Anzahl der Feldgenerationen ist für Zertifiziertes Pflanzgut auf zwei begrenzt. Für die Virustestung entfällt auch die Differenzierung nach der Symptomausprägung schwer/leicht. Die Grenzwerte liegen für Z-Pflanzgut der Virusnorm A bei 8 % und in der Klasse B 10 %, auch damit geht eine gewisse Verschärfung der Virusnormen einher.

Bei der Bonitur auf weitere Knollenkrankheiten und äußere Mängel kommen als zusätzliche Parameter der Befall mit Rizoctonia, Pulverschorf, Silberschorf mit ins Blickfeld. Auch werden zukünftig geschrumpelte Knollen was auch im Zusammenhang mit Silberschorf steht bewertet.

Durch diese Normverschärfung in vielen Bereichen bzw. die Hinzunahme weiterer Parameter, ist auch eine weitere Qualitätsverbesserung des Pflanzgutes zu erwarten.

Als nächster Referent wurde Herr Walter als Geschäftsführer des Züchterhauses Norika begrüßt.

Thema seines Vortrages war „Deutschlands Chancen auf dem Europäischen Kartoffelmarkt“. Durch seine langjährige Tätigkeit im Kartoffelbereich glänzte er mit Fachwissen und berichtet über die Warenströme für Kartoffeln im Europäischen Umfeld. Durch den weiterhin abnehmenden Frischverzehr zeigte er neue Trends und Möglichkeiten auf, wo die Kartoffel als Veredelungsprodukt beim Käufer Anklang findet.

Herr Dr. Zahn als Sachgebietsleiter für Virologie, Bakteriologie beim Pflanzenschutzamt in Hannover berichtet von einer Erfolgsstory bei den Kartoffelerzeugenden Betrieben. Er zeigte anhand von Grafiken wie über die letzten Jahre die Quarantänekrankheiten wie Bakterienringfäule oder Schleimkrankheiten in den landwirtschaftlichen Betrieben weitestgehend vermindert werden konnten. Dies ist nicht nur der Lohn für nachhaltigen Neu Bezug von Pflanzkartoffel sondern auch die Auflage seinen eigenen Nachbau untersuchen zu lassen.

Zum letzten Programmpunkt brachte Herr Dr. Peters als Sachgebietsleiter für die Kartoffel von der Versuchsstation Dethlingen das Publikum mit der Aussage „Vermehrungsbetrieb 2015 – wo stehen wir?“ in Erwartungshaltung. Er zeigte auf an welchen „Schräubchen“ auf diesen spezialisierten Betrieben noch Möglichkeiten bestehen um sich mit Top Qualitäten auf dem umkämpften Markt absetzten zu können. Er gab Beispiele für gravierende Ackerbauliche Fehler und zeigte oft einfachste und schnell umsetzbare Lösungsansätze, die allerdings durch die zunehmenden Betriebsgrößen ins Hintertreffen geraten. Alleine die zunehmende Kartoffeldurchwuchsproblematik durch ausbleibende Winter wird zunehmend ein Problem. Hier kann man beispielsweise durch entsprechende Maschineneinstellungen bei der Kartoffelernte den Knollenverlust minimieren.

 


Kontakt:
Jens Knieke
Berater Pflanzenbau, Saatenanerkennung
Telefon: 0581 8073-118
Telefax: 0581 8073-159
E-Mail:


Stand: 08.04.2016