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Für den Fall der Fälle: der Notfallordner

Im Team fällt ein Mitarbeiter plötzlich aus. Die anderen Teammitglieder müssen dies auffangen. Das erfordert einen hohen Einsatz an Zeit und Wissen. Eine besondere Lücke entsteht, wenn der Betriebsleiter ausfällt. Jeder Betriebsleiter sollte rechtzeitig entsprechende Vorsorge treffen.

Wie kann diese Vorsorge aussehen?
Mitarbeiter und Familienangehörige sollten jederzeit über alle Belange des Betriebes informiert sein. Sie sollten sich im Büro, mit den Maschinen und den Tieren gut auskennen. Ein Notfallordner bewahrt das Wissen des Betriebsleiters. Zusätzlich helfen Ordnung im Büro und Betrieb, Lagepläne und eine Beschilderung im Betrieb.

Ein Ersatzmann benötigt Hinweise auf Futterzusammensetzung, Bestandsregister, Schlagkartei, Betriebsmittel, Lagepläne, Informationen über Kunden, Mitarbeiter, Aushilfen, Liefertermine und vieles mehr. In den Notfallordner gehört auch eine Liste von Ansprechpartnern, die für das Alltagsgeschäft des Betriebes wichtig sind.

Damit der Betrieb weiter agieren kann und laufende Rechnungen und Gehälter bezahlt werden können, sind Vollmachten ganz besonders wichtig. Eine Vorsorgevollmacht für die betrieblichen und persönlichen Belange ist ebenso unerlässlich wie eine Bank- oder Kontovollmacht. Vollmachten sollten stets über den Tod hinaus gelten.

Doch wenn der Betriebsleiter ausfällt, benötigt nicht nur der Betrieb Organisation. Persönliche Informationen könnten notwendig werden. Welche Versicherungen bestehen? Bestehen Geldanlagen oder Darlehen? Wenn ja, bei welchen Instituten? Wer ist der mögliche Vormund für die Kinder? Wo werden wichtige Verträge und das Testament verwahrt?

Gute Planung ist sinnvolle Vorsorge. Die Familie und die Mitarbeiter werden es dem Chef danken.

Die sozioökonomischen Berater der Landwirtschaftskammer Niedersachsen haben einen Notfallordner entwickelt. Er bietet Orientierung und Unterstützung im Ernstfall und ist darüber hinaus bei der Einarbeitung von neuen Mitarbeitern und Urlaubsvertretern von Nutzen. Der Ordner wird im Rahmen eines Beratungsgesprächs auf dem Betrieb erstellt und auf die betriebsspezifischen und familiären Besonderheiten zugeschnitten. Weiterhin werden in jedem Winterhalbjahr Seminare angeboten, die an verschiedenen Orten in Niedersachsen stattfinden.


Kontakt:
Anneken Kruse
Sozioökonomie, Cross Compliance, Förderung
Telefon: 04181 9304-14
Telefax: 04181 9304-24
E-Mail:


Stand: 24.02.2017