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Zwischenfruchtanbau durch Dritte auf eigenen Flächen

Gelegentlich werden nach der Getreideernte Ackerflächen anderen Betrieben für einige Monate zum Anbau von Zwischenfrüchten oder Zweitfrüchten zur Verfügung gestellt. Beispiele sind Ackergras oder Gemüse als Zweitfrucht, Zwischenfruchtanbau bei Kartoffel-Tauschflächen.
Dabei müssen folgende düngerechtliche Regeln beachtet werden, die anhand eines Beispiels verdeutlicht werden:

Landwirt Ackermann stellt Landwirt Kuhmann nach der Gerstenernte eine Fläche zum Anbau von Ackergras zur Verfügung und bekommt sie nach der Grasernte zurück. Ggf. existiert ein Vertrag über die Überlassung der Nutzung eines Grasaufwuchses o. ä.

Das Ackergras soll mit Gülle/Gärrest gedüngt werden.

Es gilt der Grundsatz, dass eine Fläche in einem Jahr nur bei einem Landwirt berücksichtigt werden kann und darf.

Dies ist derjenige, der die Fläche im GAP-Antrag hat, bzw. die Hauptkultur, meistens Getreide, bewirtschaftet und düngt (hier Landwirt Ackermann). Unabhängig davon, ob für die Zeit ein Pachtvertrag zwischen Ackermann und Kuhmann existiert muss folgendermaßen vorgegangen werden.

Die Fläche bleibt die ganze Zeit in der Verfügungsgewalt des Landwirts Ackermann, er muss im Prüfungsfall eine DBE für das Ackergras vorlegen können und schreibt die Gülle- und Mineraldüngermengen die zum Ackergras gedüngt werden, in seine Ackerschlagkartei. Die Angabe der Fläche bei Kuhmann keinesfalls möglich.

Wenn die Gülle von Landwirt Kuhmann stammt, müssen die Güllemengen als überbetrieblicher Transport in der Wirtschaftsdünger-Datenbank gemeldet werden (Abgeber Kuhmann, Aufnehmer Ackermann).

Liegt die Fläche im roten Gebiet, ist die flächenscharfe 170 N-Grenze zu beachten. Wenn das Getreide bspw. schon 130 kg Norg bekommen hat, sind nur noch 40 Norg zu den Zwischenfrüchten möglich!

Liegt die Fläche im gelben Gebiet sind die Auflagen zur P2O5-Düngung zu beachten.

Wichtig ist, dass im Prüfungsfall die ganze Situation plausibel und nachvollziehbar dargestellt werden kann. Es ist davon auszugehen, dass im Prüfungsfall ein Quercheck des jeweils anderen Betriebes erfolgen wird.

Förderrechtlich bleibt ein Landwirt der zum 15. Mai einen GAP-Antrag für eine Fläche stellt, bis zum 31.12 des Jahres dafür verantwortlich, dass die CC-Regeln dort eingehalten werden. Ist der Verstoß allerdings einem anderen Landwirt, der auch im gleichen Kalenderjahr einen Antrag auf Agrarförderung gestellt hat, anzulasten, so werden die Verwaltungssanktionen gegenüber dieser Person ausgesprochen.

Fazit:

Eine Fläche, die von Landwirt Ackermann nur einige Monate zur Nutzung mit einer Nebenfrucht an einen anderen abgegeben und dann wieder an Ackermann zurückfällt, gehört nährstoffmäßig alleine zu Landwirt Ackermann und kann nicht bei einem anderen in den Düngungsaufzeichnungen auftauchen.

Die Regeln gelten auch bei Gründüngungszwischenfrüchten auf Tauschflächen, die im nächsten Jahr z. B. für Kartoffelanbau von Dritten genutzt werden.

Ausnahme: Es gibt einen Landpachtvertrag mit Laufzeit ab Getreideernte bis einschließlich Sommer/Herbst des Folgejahres, so dass die Fläche tatsächlich für eine Hauptfrucht neu verpachtet wird. Dann ist der neue Pächter für alles verantwortlich.


Kontakt:
Düngebehörde
Telefon: 0441 801-750
Telefax: 0441 801-440
E-Mail:


Stand: 14.10.2021