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Richtwerte für die Berechnung des Nährstoffvergleichs und der Düngebedarfsermittlung

Für die Aufzeichnungpflichten gemäß Düngeverordnung (DüV) sind nach dem Inkrafttreten der Novellierung vom 02.06.17 aktualisierte Nährstoffanfallzahlen zu verwenden. Dies betrifft Nährstoffvergleiche mit dem Bezugsraum Kalenderjahr 2018 bzw. Wirtschaftsjahr 2017/2018. Auch bei den maximal anrechenbaren Stall-, Lagerungs- und Ausbringungverlusten habe sich durch die Novellierung Änderungen ergeben.

In den zum Download angebotenen Tabellen sind die überarbeiteten Nährstoff-, Gülle- und Jaucheanfallzahlen sowie Nährstoffgehalte im Erntegut gemäß Düngeverordnung (DüV) vom 26.05.2017 dargestellt. Grundlage der Anfallzahlen ist Tabelle 1, Anlage 2 der DüV bzw. der DLG Band 199: Bilanzierung der Nährstoffausscheidungen landwirtschaflticher Nutztiere, 2. Auflage (2017). Nur in begründeten Einzelfällen und in Abstimmung mit dem Nds. Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (ML) wurde von der in die DüV aufgenommenen Datenbasis abgewichen.

Die aktualisierte Nährstoffanfallzahlen sind verpflichtend zu verwenden ab dem Nährstoffvergleich Kalenderjahr 2018 bzw. Wirtschaftsjahr 2017/2018.  

Für die Berechnung der Gesamtstickstoffmenge gem. DüV §6 (4) (max. 170 kg Gesamtstickstoff je Hektar und Jahr) der im Betrieb anfallenden Wirtschaftsdüngern tierischer Herkunft einschließlich des Weideganges und Düngemitteln, bei denen es sich um Gärrückstände aus dem Betrieb einer Biogasanlage handelt, dürfen gemäß DüV lediglich Stall- und Lagerungsverluste abgezogen werden (siehe Tabelle 1, Spalte 2 und 3). Wichtig: Bei dem Analysewert eines Gärrestes sind die Lagerungsverluste bereits abgezogen und können somit bei dieser Berechnung nicht geltend gemacht werden.

Im Rahmen der Nährstoffbilanz (Nährstoffzufuhr – Nährstoffabfuhr) können weiterhin die N-Ausbringungsverluste angerechnet werden (siehe Tabelle 1, Spalte 4, 5 und 6 bzw. Tabelle 2).

Tabelle 1: Kennzahlen für die sachgerechte Bewertung zugeführter Stickstoffdünger (gemäß Anlage 2 DüV vom 26.05.2017) 

  Anzurechnende Mindestwerte in Prozent der Ausscheidungen an Gesamtstickstoff in Wirtschaftsdüngern
tierischer Herkunft und andere Kenngrößen
1   Ausbringung Zufuhr
2   nach Abzug der Stall- und Lagerungsverluste nach Abzug der Stall-, Lagerungs- und Aufbringungsverluste
3 Tierart/Verfahren Gülle, Gärrückstände Festmist, Jauche, Weidehaltung² Gülle, Gärrückstände Festmist, Jauche Weidehaltung ²
4 1 2 3 4 5 6
5 Rinder 85% 70% 70%
ab 1.1.2020: 75%
60% 25%
6 Schweine 80% 70% 70%
ab 1.1.2020: 75%
60% 25%
7 Geflügel   60% 60% 50% 25%
8 andere Tierarten
(z.B. Pferde, Schafe)
  55%   50% 25%
9 Betrieb einer
Biogasanlage
95%   85%    
  1) Basis: Stickstoffausscheidung abzüglich der Lagerungsverluste bzw. Ermittlung des Stickstoffgehaltes vor der Ausbringung.
2) Weidetage sind anteilig zu berechnen. Über die Weidehaltung sind geeignete Aufzeichnungen zu führen, die der nach Landesrecht zuständigen Stelle auf Verlangen vorzulegen sind.

 

Tabelle 2: Maximal anrechenbare N-Ausbringungsverluste

Organischer Nährstoffträger N-Ausbringungsverluste
1 2
Rindergülle, separierte Rindergülle
(feste/flüssige Phase)
18%
ab 1.1.2020: 12%
Schweinegülle, separierte Schweinegülle
(feste/flüssige Phase)
13%
ab 1.1.2020: 6%
Mischgülle 15%
Rindermist / -jauche 14%
Schweinemist / -jauche 14%
Geflügelmist / -trockenkot     17%
Schaf- / Pferdemist 9%
Gärrest,
separierter Gärrest (feste/flüssige Phase)
11%
Sonstige organische und organisch-mineralische Düngemittel 0%

3) DüV §3 (5)

Wichtig: Für Klärschlamm, Kompost und sonstige organische Düngemittel können keine Ausbringungsverluste geltend gemacht werden.

Die Liste zu den Nährstoffausscheidungen und dem Dunganfall in der Rinderhaltung wurde aktulisiert. Es wurden neue Datensätze aufgenommen, die im pdf-Dokument mit blauer Schriftart dargestellt sind. Es handelt sich um die Verfahren:

  • Färse, Grünlandbetrieb, konventionell; 5 bis 12 Monate
  • Färse, Grünlandbetrieb, extensiv; 5 bis 12 Monate
  • Färse, Ackerfutterbau, Weide; 5 bis 12 Monate
  • Färse, Ackerfutterbau, Stallhaltung; bis 12 Monate
  • Mastbullen, 675 kg Endgew. (Holstein, Braunvieh); 5 bis 12 Monate
  • Mastbullen, 675 kg Endgew. (Holstein, Braunvieh);5 bis 19 Monate
  • Mastbullen, 750 kg Endgew. (Fleischrassen, Fleckvieh); 5 bis 12 Monate
  • Mastbullen, 750 kg Endgew. (Fleischrassen, Fleckvieh); 5 bis 19 Monate

Die Datensätze können ab dem Nährstoffvergleich 2018 bzw. WJ 2017/2018 verwendet werden.

Änderungen:

  • Die Datei Nährstoffaufnahme von Wiederkäuern aus Grobfutter wurde am 09.04.19 um zwei Datensätze in der Kälbermast ergänzt:
    • Kälbermast, MAT+KF, Vormast bis 6 Wo., 7,5 Umtr.
    • Kälbermast MAT+KF, 7-26 Wo., 2,48 Umtr.
  • Am 01.07.2019 wurden Datensätze im Bereich Rinderhaltung mit aufgenommen (Milchkühe, alle Leistungsklassen; Laufstall Strohbox) und im Bereich Geflügel wurden die Puten-Datensätze neu sortiert. Es wurden keine Änderungen an den Zahlen vorgenommen.
  • Zum 16.09.2019 wurden die Fruchtartenlisten Nährstoffvergleich und Düngebedarf im Zuge der Onlineschaltung ENNI aktualisiert. Um eine bessere Übersicht zu erreichen wurden die Tabellen unterteilt.
    • Nährstoffvergleich: Fruchtartenliste für den Nährstoffvergleich; Stand 16.09.2019
    • Düngebedarf:
      • Stickstoffbedarfswerte mit Zu- und Abschlägen sowie P2O5-Gehalte der Ackerbaukulturen; Stand 16.09.2019
      • Stickstoffbedarfswerte mit Zu- und Abschlägen sowie P2O5-Gehalte von Grünland/Feldfutter; Stand 16.09.2019
      • Stickstoffbedarfswerte mit Zu- und Abschlägen sowie P2O5-Gehalte im Gemüsebau; Stand 16.09.2019

 


Kontakt:
Tim Eiler
Leiter Sachgebiet Düngerecht
Telefon: 0441 801-735
Telefax: 0441 801-440
E-Mail:
Hartwig Fehrendt
Düngegesetz, Düngeverordnung und Richtwerte
Telefon: 0441 801-435
Telefax: 0441 801-440
E-Mail:


Stand: 24.09.2019