FAQ Düngebehörde

Wir haben häufig gestellte Fragen und Antworten rund um das Düngerecht für Sie zusammengefasst. Der Katalog dient der Dokumentation von Rechts- und Fachfragen der Düngung im Zusammenhang mit der düngerechtlichen Überwachung auf der Basis bundes- und landesrechtlicher Vorgaben.

Er soll Landwirten, Dienstleistern und Beratern bei der rechtskonformen Umsetzung des Düngerechts auf dem konkreten Betrieb und im konkreten Sachverhalt unterstützen und Planungs- und Rechtssicherheit geben.

Weitere Fragen von allgemeiner Bedeutung werden fortlaufend in den Katalog aufgenommen und sollten schriftlich bei der Düngebehörde vorgelegt werden. Alle Antworten stehen unter dem Vorbehalt möglicher Änderungen durch die Weiterentwicklung der Rechtsauslegung und der Rechtsanwendung durch Bund und Land (z.B. durch Mustervollzugshinweise oder durch die Rechtsprechung).

      Begriffsdefinitionen

    Wie ist die N-Ausnutzung für Düngemittel definiert?

    lfd. Nr: 167-0255 Stand: 26.08.2020

    Für die Dokumentation der Düngungsmaßnahmen nach § 10 Absatz 2 DüV sowie zur Einhaltung der bedarfsgerechten Düngung gemäß § 3 Absatz 3 DüV ist die N-Ausnutzung zu verwenden. 

    Für die Ausnutzung des Stickstoffs im Jahr des Aufbringens sind gemäß § 3 Absatz 5 DüV 

    1. bei mineralischen Düngemitteln die darin enthaltenen Stickstoffmengen in voller Höhe anzusetzen.                    
    2. bei organischen oder organisch-mineralischen Düngemitteln die Werte nach Anlage 3 (Mindestwirksamkeit), mindestens jedoch die Gehalte an verfügbarem Stickstoff oder Ammoniumstickstoff, anzusetzen. Aufgrund der unterschiedlichen Mindestwirksamkeiten ist zwischen der Aufbringung auf Ackerland und Grünland zu differenzieren.

    Die N-Ausnutzung ist der jeweils höchste Wert aus Mindestwirksamkeit, N-Verfügbar oder NH4-N. 

    Wie ist die Verwertungsrichtung Industriekartoffel abzugrenzen?

    lfd. Nr: 167-0279 Stand: 15.10.2021

    Speise- und Stärkekartoffeln sind als Stammdatensätze bei der Bedarfermittlung und in ENNI hinterlegt und auch, je nach Verwertungsrichtung, auszuwählen. Die Abgrenzung erfolgt über die Verwertungsrichtung.
    Kartoffeln, welche zu Pommes und Chips weiterverarbeitet werden, können als Industriekartoffeln bei der Bedarfsermittlung und in ENNI angegeben werden.

    Was bedeutet N-verfügbar bei Düngemitteln?

    lfd. Nr: 167-0254 Stand: 21.07.2020

    N-Verfügbar:                    
    in Wasser oder in 0,0125 molarer Calciumchloridlösung gelöster Stickstoff                    
    1. auf Grund vorgeschriebener Kennzeichnung,                    
    2. auf Grundlage von Richtwerten der Düngebehörde,                    
    3. auf Grundlage wissenschaftlich anerkannter Messmethoden (Analysen).                    
    Stickstoff aus Mineraldüngern ist  zu 100% verfügbar. Bei organischen oder organisch-mineralischen Düngemitteln (z.B. Wirtschaftsdünger, Gärreste, Kompost, Klärschlamm) ist der in Wasser oder in 0,0125 molarer Calciumchloridlösung gelöste Stickstoff anzusetzen (i.d.R. die Summe aus Nitrat- und Ammoniumstickstoff. Da die genannten org. Dünger nur kaum messbare Nitrat-Gehalte aufweisen, entspricht der NH4-N-Gehalt hier dem verfügbaren N-Gehalt.).                    
     

    Was ist die Mindestwirksamkeit von Stickstoff in organisch und organisch-mineralischen Düngemitteln?

    lfd. Nr: 167-0252 Stand: 21.07.2020

    Mindestwerte für die Ausnutzung des Stickstoffs aus organischen oder organisch-mineralischen Düngemitteln im Jahr des Aufbringens in % des Gesamtstickstoffgehaltes aus Anlage 3 zu § 3 Absatz 5 DüV. Aufgrund der unterschiedlichen Mindestwirksamkeiten ist zwischen der Aufbringung auf Ackerland und  Grünland zu differenzieren.

    Tabelle: Mindestwerte für die Ausnutzung des Stickstoffs aus organischen oder organisch-mineralischen Düngemitteln im Jahr des Aufbringens, die aus folgenden Ausgangsstoffen bestehen (Anlage 3 DüV)

    Ausgangsstoff des Düngemittels Mindestwirksamkeit im Jahr des Aufbringens*
    in % des Gesamtstickstoffgehaltes
    Rindergülle 1. bei Aufbringen auf Ackerland: 60%
    2. bei Aufbringen auf Grünland: 50%
    Rindergülle separiert 60% - flüssige Phase <15%TS
    30% - feste Phase ≥15% TS
    Schweinegülle 1. bei Aufbringen auf Ackerland: 70%
    2. bei Aufbringen auf Grünland: 60%
    Schweinegülle separiert 70% - flüssige Phase <15%TS
    30% - feste Phase ≥15% TS
    Mischgülle
    (Rinder- und Schweinegülle)
    1. bei Aufbringen auf Ackerland: 65 %
    2. bei Aufbringen auf Grünland: 55%
    Mischgülle separiert
    (Rinder- und Schweinegülle)
    65% - flüssige Phase <15%TS
    30% - feste Phase ≥15% TS
    Legehennengülle 60%
    Rindermist 25%
    Schweinefestmist 30%
    Mischmist (Rinder- und Schweinemist) 30%
    Schaf- und Ziegenfestmist 25%
    Hühnertrockenkot 60%
    Geflügelmist 30%
    Kaninchenfestmist 30%
    Pferdefestmist 25%
    Rinderjauche 90% 
    Schweinejauche
    Klärschlamm flüssig (< 15 % TM) 30%
    Klärschlamm fest (≥ 15 % TM) 25%
    Pilzsubstrat 10%
    Grünschnittkompost 3%
    Sonstige Komposte 5%
    Biogasanlagengärrückstand flüssig 1. bei Aufbringen auf Ackerland: 60%
    2. bei Aufbringen auf Grünland: 50%
    Biogasanlagengärrückstand fest (≥15%TS) 30%
    Biogasanlagengärrückstand separiert, getrocknet 60% - flüssige Phase <15% TS
    30% - feste Phase ≥15% TS
    Stallreinigungswasser Gehalt verfügbarer Stickstoff
    oder Ammoniumstickstoff gem. Analyse
    Kartoffelfruchtwasser Gehalt verfügbarer Stickstoff
    oder Ammoniumstickstoff gem. Analyse
    PPL Gehalt verfügbarer Stickstoff
    oder Ammoniumstickstoff gem. Analyse
    Fleisch-/Knochenmehl  Gehalt verfügbarer Stickstoff
    oder Ammoniumstickstoff gem. Analyse
    sonstige organische Düngemittel Gehalt verfügbarer Stickstoff
    oder Ammoniumstickstoff gem. Analyse

    *) Gemäß DüV sind für die Ausnutzung des Stickstoffs im Jahr des Aufbringens bei organischen oder organisch-mineralischen Düngemitteln die abgebildeten Werte, mindestens jedoch der ermittelte Gehalt an verfügbarem Stickstoff oder Ammoniumstickstoff, anzusetzen.

    Was ist die N-Ausbringung gem. DüV?

    lfd. Nr: 167-0256 Stand: 21.07.2020

    Das ist der anzurechnende Mindestwerte [%] der Ausscheidungen an Gesamtstickstoff in Wirtschaftsdüngern tierischer Herkunft und andere Kenngrößen. Das ist der N-Anteil nach Abzug der Stall- und Lagerungsverluste.

    Tabelle: Kennzahlen für die sachgerechte Bewertung zugeführter Stickstoffdünger1 (gemäß Anlage 2 DüV vom 30.04.2020) 

    Tierart/Verfahren

    Ausbringung
    nach Abzug der Stall- und Lagerungsverluste

    Gülle, Gärrückstände

    Festmist, Jauche, Weidehaltung²

    Rinder 85% 70%
    Schweine 80% 70%
    Geflügel   60%
    andere Tierarten (z.B. Pferde, Schafe)   55%

    Betrieb einer Biogasanlage

    95%  

    1) Basis: Stickstoffausscheidung abzüglich der Lagerungsverluste bzw. Ermittlung des Stickstoffgehaltes vor der Ausbringung.
    2) Weidetage sind anteilig zu berechnen. Über die Weidehaltung sind geeignete Aufzeichnungen zu führen, die der nach Landesrecht zuständigen Stelle auf Verlangen vorzulegen sind.

     

      § 13a DüV

    Wie ist in roten Gebieten ein Nmin-Wert zu Raps zu ermitteln?

    lfd. Nr: 168-0465 Stand: 14.10.2021

    Zu Winterraps im roten Gebiet dürfen abweichend von § 6 (9) DüV im Herbst Düngemittel mit einem wesentlichen N-Gehalt nur gedüngt werden, wenn die im Boden verfügbare Stickstoffmenge auf dem jeweiligen Schlag oder der jeweiligen Bewirtschaftungseinheit 45 kg N je ha nicht überschreitet.

    Der Nmin-Wert ist durch eigene Analysen nach Ernte der Getreidevorfrucht vor der Rapsaussaat in 0 – 60 cm Bodentiefe zu ermitteln.

    Hierbei können vom Betriebsinhaber im roten Gebiet liegende Rapsflächen mit Getreidevorfrucht (Stoppelweizen, anderes Getreide) und gleicher Hauptbodenart (Sand, Lehm/Ton und anmoorige Böden/Moor) zu Bewirtschaftungseinheiten zusammen gefasst werden.

    Wann ist von einer Futternutzung der Zwischenfrucht auszugehen, sodass ein Düngebedarf im Herbst besteht?

    lfd. Nr: 168-0261 Stand: 14.10.2021

    Von einer Futternutzung der Zwischenfrucht kann ausgegangen werden, wenn die Zwischenfrucht aktiv geerntet wird oder infolge einer Beweidung nur noch geringe Weidereste zurückbleiben. Die aktive Ernte oder die Beweidung muss dabei im Ansaatjahr erfolgen.

    Was gilt als Zwischenfrucht vor Sommerung?

    lfd. Nr: 168-0262 Stand: 14.12.2020

    Die zu etablierenden Zwischenfrüchte müssen aktiv ausgesät werden und einen flächendeckenden Bestand aufweisen, sodass eine Nährstoffaufnahme über die Herbst- bzw. Wintermonate möglich ist. Ausfallraps nach Winterraps sowie der Aufwuchs einer Untersaat entsprechen einer aktiven Aussaat einer Zwischenfrucht, wenn sie einen flächendeckenden Bestand aufweisen.

    Hinweis: Bei der Nutzung von Ausfallraps als Zwischenfrucht ist zu beachten, dass bestimmte Schaderreger gefördert werden, wenn diese auf der Fläche vorkommen (z. B. Schnecken, Mäuse,  Rübenzystennematoden, Kohlhernie u. a.).

    Ist ein spätester Aussaattermin beim verpflichteten Anbau von Zwischenfrüchten definiert?

    lfd. Nr: 168-0263 Stand: 14.12.2020

    Nein, die Zwischenfrucht muss gem. § 13a (2) Nr. 7 DüV im Herbst angebaut werden. Die zu etablierenden Zwischenfrüchte müssen aktiv ausgesät werden und einen flächendeckenden Bestand aufweisen, sodass eine Nährstoffaufnahme über die Herbst- bzw. Wintermonate möglich ist. 

    Wird bei der Anbauverpflichtung von Zwischenfrüchten nach winterharten / nicht winterharten Zwischenfrüchten differenziert?

    lfd. Nr: 168-0264 Stand: 14.12.2020

    Nein, es wird nicht differenziert, es ist beides zulässig.

    Wird bei der Anbauverpflichtung von Zwischenfrüchten ein Leguminosenanteil definiert?

    lfd. Nr: 168-0265 Stand: 14.12.2020

    Nein

    Wie ist der Nachweis über die grundwasserschonende Bewirtschaftung (< 160 kg Ges.-N /ha *a u. davon < 80 kg N / ha*a mineralisch) in nitratsensiblen Gebieten gem. § 13a (2) Nr. 1 DüV zu führen?

    lfd. Nr: 168-0266 Stand: 14.12.2020

    Die Dokumentation der Düngung gem. § 10 (2) DüV (Aufzeichnung der Ist-Düngung) genügt als Nachweis. Der Nachweis ist für das jeweils abgelaufene Düngejahr zu führen.

    Wie ist nachzuweisen, dass auf der Fläche Versorgungsleitungen liegen? Und kann grundsätzlich für den ganzen Betrieb so verfahren werden, dass für die Schicht 60-90 cm immer der Richtwert Düngebehörde verwendet wird?

    lfd. Nr: 168-0490 Stand: 14.10.2021

    Der Bewirtschafter ist verpflichtet, sich Kenntnis über die Lage von Versorgungsleitungen zu verschaffen. Nmin ist grundsätzlich in 0-90 cm Bodentiefe zu ziehen. Für die Schicht 60-90 cm immer den Richtwert der LWK zu verwenden, ist nicht möglich, diese Regel gilt nur für Ausnahmen. Weiterhin besteht die Möglichkeit, Bewirtschaftungseinheiten-Nmin zu bilden.

    Können bei der Bildung von Bewirtschaftungseinheiten-Nmin (BEW-Nmin) auch Flächen im Grünen Gebiet einbezogen werden?

    lfd. Nr: 168-0486 Stand: 14.10.2021

    Die Bildung von BEW-Nmin kann unabhängig davon erfolgen, ob die Flächen sich im Roten oder Grünen Gebiet befinden. Entscheidend sind auch hier die angebaute Vorfrucht und Hauptfrucht sowie die Bodenart.

    Können bei Tauschflächen Bewirtschaftungseinheiten-Nmin (BEW-Nmin) gebildet werden? 

    lfd. Nr: 168-0487 Stand: 14.10.2021

    Ja, BEW-Nmin können auch bei Tauschflächen gemäß den bekannten Vorgaben gebildet werden. Maßgeblich ist, dass die Fläche im aktuellen Düngejahr vom Betrieb bewirtschaftet wird.

    Eine Nmin-Probe ist für eine frühe Sommerung (Kartoffel) erfolgt), witterungsbedingt kann die Kartoffel erst als späte Sommerung gelegt werden. Muss nochmal eine Nmin-Probe gezogen werden?

    lfd. Nr: 168-0488 Stand: 14.10.2021

    Nein, eine neue Probenahme ist nicht erforderlich, wenn die "frühe" nicht vor dem 15.2. gezogen wurde. 

    Nach der Grasernte wird sofort Gülle gefahren und Mais bestellt, so dass nicht genügend Zeit für eine Nmin-Beprobung besteht. Kann aufgrund dieser Tatsache der Nmin-Wert von Maisflächen ohne Grasvorfrucht genommen werden, die gleichfalls auf dem Betrieb vorhanden sind?

    lfd. Nr: 168-0491 Stand: 14.10.2021

    Eine Verwendung des Nmin-Wertes von Maisflächen ohne Grasvorfrucht ist nicht zulässig. Die Nmin-Probenahme ist nach der Grasernte und vor der Maisbestellung durchzuführen.

    Bei Ernte einer Frucht bis zum 01.10. gibt es de facto bei nachfolgender Sommerung eine Begrünungspflicht (indirekt über die Auflage, die nachfolgende Sommerung sonst nicht düngen zu dürfen).
    Wie ist in diesem Zusammenhang zu verfahren, wenn ein Schlag bis einschließlich 01.10. nur teilweise geerntet worden ist? Zählt hier nur der Tag des Ernteabschlusses der Gesamtfläche oder gibt es eine Teilbegrünungspflicht, ggf. ab welcher Teilflächengröße/ab welchem Teilflächenanteil?

    lfd. Nr: 168-0471 Stand: 07.09.2021

    Diese Regelung ist eine Stichtagsregelung und betrifft auch Teilflächen. Auf allen (Teil-)flächen, die bis 24h am 01.10. beerntet sind, darf eine nachfolgende Sommerung nur gedüngt werden, wenn zuvor auf dieser (Teil-)fläche eine Zwischenfrucht stand, die nicht vor dem 15. Januar umgebrochen wurde.

    Häufig liegen Versorgungsleitungen im Boden, sodass eine Probenahme 0-90 cm nicht möglich ist. Was muss ich tun? Wie ist die Schicht 60-90 cm zu berücksichtigen, wenn bei der DBE die aktuellen Jahresrichtwerte der Düngebehörde noch nicht vorliegen?

    lfd. Nr: 168-0489 Stand: 14.10.2021

    Auf Flächen, auf denen nachweislich Entsorgungs- und Versorgungsleitungen verlaufen, ist die Nmin-Beprobung in 0-60 cm Bodentiefe durchzuführen und der Nmin-Wert in 60-90 cm analog zu drainierten Flächen über Richtwerte abzubilden. Eine vorläufige DBE ist mit dem 5-jährigen Mittelwert (Schicht 60-90 cm) möglich. Liegt der aktuelle Nmin-Wert zum Zeitpunkt der Düngung noch nicht vor, so ist die Düngung so zu bemessen, dass der tatsächlich festgestellte Nmin-Wert nachträglich entsprechend berücksichtigt werden kann, ohne dass der N-Düngebedarf überschritten wird.

    Können eigene Nmin-Proben von Flächen in Roten Gebieten auch für Flächen in Grünen Gebieten auf dem Betrieb verwendet werden?

    lfd. Nr: 168-0483 Stand: 14.10.2021

    Eine Verwendung der Nmin-Werte, die im Rahmen der Verpflichtung zur jährlichen Nmin-Probenahme und Untersuchung ermittelt wurden, ist auch auf Betriebsflächen möglich, die im Grünen Gebiet liegen. Zu beachten ist, dass die Schläge die gleiche Hauptbodenart, gleiche Vorfrucht und gleiche Hauptfrucht haben müssen (vgl. Systematik in Ausführungshinweise - Nmin).

      Fragen zu Bodenuntersuchungen - § 4, Abs. 2 u. Abs. 4, § 6, Abs. 8 DüV

    Wie sind Bodenuntersuchungsergebnisse zur Ermittlung des P-Gehaltes herangezogen werden, die nicht der CAL-Methode entsprechen. Die Düngeverordnung gibt dort im §3 (3) und (4) keine weiterführenden Definitionen, sodass auch z.B. Kinsey-Analysen möglich wären. Ist dies in Niedersachsen möglich oder gibt es eine Beschränkung auf bestimmte Labore/Untersuchungsmethoden, die als Grundlage für eine Düngebedarfsermittlung herangezogen werden können? Wie ist, weiterführend, mit solchen Analysen in ENNI umzugehen? Dort wird explizit die CAL-Methode verlangt.

    lfd. Nr: 144-0281 Stand: 14.10.2021

    Eine andere Methode als CAL kann nur anerkannt werden, wenn auf dem Laborbefund auch ein (umgerechneter) Wert in CAL angegeben ist.

    Wie sind Abweichungen in der Bodenart zwischen den Einzelergebnissen zu ermitteln?

    lfd. Nr: 144-0138 Stand: 30.04.2019

    Hinsichtlich der Bodenart ist der überwiegende Teil (Flächengröße) anzusetzen.

    Wie wird es gehandhabt, wenn für einen Schlag mehrere Bodenproben vorliegen?

    lfd. Nr: 144-0022 Stand: 30.04.2019

    In diesem Fall werden die Untersuchungsergebnisse arithmetisch gemittelt. Beispiel: Gehalt 1 + Gehalt 2 + Gehalt 3 / (Anzahl Proben) z.B. (12 + 15 + 11) / 3 = 12,6 = 13 (ab 0,5 nach oben runden)

    Können Betriebspools in Hinblick auf repräsentative Proben gebildet werden?

    lfd. Nr: 144-0076 Stand: 30.04.2019

    Betriebspools können nicht gebildet werden. Getrennte Betriebe (Mustermann GbR und Mustermann KG) gelten als getrennte Betriebe. Repräsentative Proben müssen vom gleichen Betrieb stammen.

    Wie ist der Begriff „stark humos“ definiert?

    lfd. Nr: 144-0024 Stand: 30.04.2019

    Flächen mit einem Humusgehalt > 4 % werden gem. DüV Anlage 4 Tabelle 6 als stark humos eingestuft. Das entspricht den Humusklassen h, sh, a, H in der Bodenuntersuchung.

    Wenn ein Schlag laut Bodenuntersuchung stark humos ist, aber laut Bewirtschafter keine Anzeichen von einem erhöhten Humusgehalt aufweist, wie ist dieser Boden dann einzustufen?

    lfd. Nr: 144-0025 Stand: 30.04.2019

    In diesem Fall ist eine Humusanalyse durchzuführen.

    Wird der Prüfdienst die Richtigkeit der N-Abschläge für den Humusgehalt in der Düngebedarfsermittlung prüfen, indem er die Ergebnisse der Bodenuntersuchung auf pH-Wert und Grundnährstoffe heranzieht?

    lfd. Nr: 144-0026 Stand: 30.04.2019

    Ja, zur Überprüfung werden die in den Bodenuntersuchungserbnissen ausgewiesenen Humuseinstufungen berücksichtigt.

    Wie ist mit der Messunsicherheit bei der Humusbestimmung nach der Fingerprobe umzugehen? Ein Landwirt könnte den von der LUFA über die Fingerprobe festgestellten Humusgehalt in Zweifel ziehen.

    lfd. Nr: 144-0027 Stand: 30.04.2019

    Wenn der Landwirt das Ergebnis einer Fingerprobe anzweifelt, muss eine Humusanalyse durchgeführt werden.

    Ist zur Erstellung der Düngebedarfsermittlung eine Humusuntersuchung erforderlich?

    lfd. Nr: 144-0028 Stand: 30.04.2019

    Für die korrekte Düngebedarfsermittlung muss der Humusgehalt bekannt sein. Sollte keine Bewertung des Humus in der Bodenuntersuchung vorliegen, muss zusätzlich eine Humusanalyse durchgeführt werden. 

    Wird eine neue Bodenuntersuchung nach Grünlandumbruch (Nutzungsart: W zu Nutzungsart: A) benötigt, auch wenn die vorhandene Probe noch keine sechs Jahre alt ist.

    lfd. Nr: 144-0030 Stand: 30.04.2019

    Nein, da zwar die Nutzungsart eine andere, der Boden aber derselbe ist. Allerdings sollte beachtet werden, dass Grünland nur auf 10 cm Tiefe beprobt wird und Ackerland auf Pflugtiefe. Daher sollte zeitnah neu beprobt werden.

    Ist auf Schlägen mit unterschiedlichen Humusgehalten eine teilschlagbezogene Düngung erforderlich? Wenn ja, gibt es Mindestgrößen für eine teilschlagbezogene Düngung?

    lfd. Nr: 144-0031 Stand: 22.06.2020

    Eine teilschlagbezogene Düngebedarfsermittlung ist nicht notwendig. Bei mehreren Untersuchungsergebnissen ist der überwiegende Humusgehalt bzw. Humusklasse zu verwenden.

    Wie ist bei mehreren Bodenanalysen und unterschiedlicher Einschätzung des Humusgehaltes vorzugehen?

    lfd. Nr: 144-0070 Stand: 30.04.2019

    Bei Bodenart und Humusgehalt ist der überwiegende Anteil (Flächengröße) anzunehmen. Bei gleichem Flächenanteil ist von dem höheren Humusgehalt auszugehen, oder der Schlag zu unterteilen. Hinweis: Bei einigen Bodenuntersuchungsbefunden bedeutet die Nichtausweisung des Humusgehalt kleiner 4% Gehalt. Auskunft darüber muss das jeweilige Labor erteilen. Grundsätzlich sollte für jeden Schlag eine Probe alle 6 Jahre vorliegen.

    Ist die DUMAS- oder auch die Glühverlust-Methode für die Analyse des Humusgehaltes zugelassen?

    lfd. Nr: 144-0071 Stand: 30.04.2019

    Die genannten Methoden sind zugelassen.

    Können ggf. auch Karten des LBEG bei widersprüchlichen Einschätzungen des Humusgehaltes hinzugezogen werden?

    lfd. Nr: 144-0072 Stand: 30.04.2019

    Nein, in diesem Fall ist eine tatsächliche Untersuchung vorzunehmen.

    Welche Bodenarten können zusammengefasst werden?

    lfd. Nr: 144-0074 Stand: 30.04.2019

    Es kann über die Hauptbodenart (z.B. Sand/Lehm/Ton) zusammengefasst werden. Bsp.: lS und S können zusammengefasst werden, sL und lS dagegen nicht.

    Können Betriebspools in Hinblick auf repräsentative Proben gebildet werden?

    lfd. Nr: 144-0077 Stand: 22.06.2020

    Betriebspools können nicht gebildet werden. Getrennte Betriebe (Mustermann GbR und Mustermann KG) gelten als getrennte Betriebe. Repräsentative Proben müssen vom gleichen Betrieb stammen.

    Kann der P-Gehalt bei einer Schlagteilung auf beide Teilschläge übertragen werden?

    lfd. Nr: 144-0141 Stand: 30.04.2019

    Ja, bei einer Schlagteilung wird der P-Gehalt auf beide Teilschläge übertragen.

    Gibt es eine Liste der Labore, die akkreditiert sind, um Nmin-Proben zu analysieren?

    lfd. Nr: 144-0484 Stand: 01.10.2021

    Ja, eine Liste kann auf der Website der Deutschen Akkreditierungsstelle eingesehen werden: https://www.dakks.de/de/akkreditierte-stellen-suche.html. Als Suchbergriff sollte „Bestimmung von mineralischem Stickstoff“ eingegeben werden. Danach wird die Liste der Prüflabore angezeigt, die zur Prüfung akkreditiert sind. Die Auswahl der Labore ist nicht auf Niedersachsen beschränkt.

      Nmin - §4 Abs. 4 DüV

    Wie ist in roten Gebieten ein Nmin-Wert zu Raps zu ermitteln?

    lfd. Nr: 152-0465 Stand: 14.10.2021

    Zu Winterraps im roten Gebiet dürfen abweichend von § 6 (9) DüV im Herbst Düngemittel mit einem wesentlichen N-Gehalt nur gedüngt werden, wenn die im Boden verfügbare Stickstoffmenge auf dem jeweiligen Schlag oder der jeweiligen Bewirtschaftungseinheit 45 kg N je ha nicht überschreitet.

    Der Nmin-Wert ist durch eigene Analysen nach Ernte der Getreidevorfrucht vor der Rapsaussaat in 0 – 60 cm Bodentiefe zu ermitteln.

    Hierbei können vom Betriebsinhaber im roten Gebiet liegende Rapsflächen mit Getreidevorfrucht (Stoppelweizen, anderes Getreide) und gleicher Hauptbodenart (Sand, Lehm/Ton und anmoorige Böden/Moor) zu Bewirtschaftungseinheiten zusammen gefasst werden.

    Wie ist im Zusammenhang mit den Nmin – Richtwerten die Vorfrucht „Blattfrucht“ definiert?

    lfd. Nr: 152-0278 Stand: 27.05.2021

    Als Vorfrucht Blattfrucht gelten folgende Kulturen: Raps, Zuckerrüben, Kartoffeln, Mais, Gemüse, Leguminosen und mehrschnittiges Feldfutter sowie mehrjährige Brache.

    Hinweis: Feldfutter, das als Zwischenfrucht mit max. 2 Nutzungen angebaut wurde, ist nicht mehrschnittig und ist als Vorfrucht Zwischenfrucht zu werten.

    Ab wann darf eine Nmin Probenahmen zu Winterungen und Sommerungen erfolgen?

    lfd. Nr: 152-0276 Stand: 16.09.2021

    Eine Nmin Probenahme soll aus fachlicher Sicht möglichst nahe am Aussaattermin liegen. Die Düngebehörde hat hierzu die frühesten zulässigen Termine für die Nmin Probenahme konkretisiert. Damit die Ergebnisse der Nmin Probenahme anerkannt werden, ist diese frühestens möglich ab:

    01.01. zu Winterungen

    15.02. zu Aussaat/Pflanzung März für Sommerungen wie Sommergetreide, ZR, K

    15.03. zu Aussaat/Pflanzung April für Mais, Gemüse

    Wie ist auf Standorten bei der Nmin-Beprobung zu verfahren, wenn die Böden eine Probenahme bis 90 cm nicht zulassen?

    lfd. Nr: 152-0029 Stand: 01.06.2020

    Auf flachgründigen Böden, bei denen eine Probenahme bis 90 cm nachweislich (z.B. aufgrund einer Gesteinsschicht) nicht möglich ist, dürfen die N-Gehalte in den nicht durchwurzelbaren Bodenschichten unberücksichtigt bleiben. Werden untere Bodenschichten nicht berücksichtigt, obwohl dies vom Bodenaufbau her möglich wäre, wird die Düngebedarfsermittlung als nicht korrekt eingestuft.

    Können Betriebspools in Hinblick auf repräsentative Proben gebildet werden?

    lfd. Nr: 152-0148 Stand: 30.04.2019

    Betriebspools können nicht gebildet werden. Getrennte Betriebe (Mustermann GbR und Mustermann KG) gelten als getrennte Betriebe.

    Können die fünfjährigen Nmin-Mittelwerte endgültig für die Düngebedarfsermittlung herangezogen werden.

    lfd. Nr: 152-0146 Stand: 19.08.2021

    Eine Vorplanung ist mit dem 5 jährigen Mittelwert möglich. Es dürfen die durchschnittlichen Nmin-Werte im mehrjährigen Mittel verwandt werden, wenn der aktuelle Nmin-Wert nicht mehr als 10 kg Nmin/ha vom mehrjährigen Mittelwert abweicht. Liegt der aktuelle Nmin-Wert zum Zeitpunkt der Düngung noch nicht vor, so ist die Düngung so zu bemessen, dass der tatsächlich festgestellte Nmin-Wert nachträglich entsprechend berücksichtigt werden kann, ohne dass der N-Düngebedarf überschritten wird.

    Bitte beachten Sie die Nmin-Untersuchungspflicht gem. Landesdüngeverordnung (NDüngGewNPVO) für Schläge bzw. Bewirtschaftungseinheiten die in den nitratbelasteten Gebieten (rote Gebiete) liegen. 

    Müssen die Nmin Werte in der Düngebedarfsermittlung immer angepasst werden, auch wenn ich bereits vor der Bekanntgabe z.B. mit dem 5 jährigen Mittelwert gerechnet oder geplant habe?

    lfd. Nr: 152-0238 Stand: 22.06.2020

    Ja, Nmin-Werte müssen angepasst werden, wenn zunächst mit den 5 jährigen Werten gerechnet wurde, aber nach Veröffentlichung des aktuellen 2020er-Wertes noch weitere N-Düngungen vorgesehen sind (z. B. 2. und 3. Gabe in Getreide, Nachdüngungen in Mais…)

    Wie ist der Begriff repräsentative Proben (gemäß DüV § 4 (4) Nmin-Probenahme) definiert?

    lfd. Nr: 152-0147 Stand: 30.04.2019

    Die Vorgaben des VDLUFA sind zu berücksichtigen.

    Welche Bodenarten können Rahmen der Nmin-Probenahme zusammengefasst werden?

    lfd. Nr: 152-0150 Stand: 30.04.2019

    Es kann über die Hauptbodenart (z.B. Sand/Lehm/Ton) zusammengefasst werden.

    Muss beim Anbau einer Zweitkultur der Nmin-Gehalt des Bodens nach der Erstkultur berücksichtigt werden (Sommer Nmin)?

    lfd. Nr: 152-0061 Stand: 22.06.2020

    Nach §4 (4) Satz 1 muss der Nmin-Gehalt im Boden mindestens einmal jährlich ermittelt werden. Derzeit gibt es kein validiertes Verfahren zum Sommer/Herbst Nmin. Das Angebot und die -Nachlieferung von Stickstoff aus dem Bodenvorrat ist daher pauschal bei den von der Düngebehörde herausgegebenen Düngeempfehlungen für Zweitkulturen bereits berücksichtigt.

    Wie ist vorzugehen, wenn zu einer Boden-Klima-Raum (BKR)-Anbaukombination kein Nmin-Richtwert veröffentlicht ist?

    lfd. Nr: 152-0067 Stand: 22.06.2020

    Es kann der Nmin-Richtwert eines benachbarten BKR mit vergleichbaren Bodenverhältnissen genutzt werden. Liegt kein vergleichbarer Referenzwert vor, so sollte auf eine eigene Nmin-Untersuchung zurückgegriffen werden.

    Wie bzw. nach welchen Kriterien werden die Böden in den BKR voneinander abgegrenzt?

    lfd. Nr: 152-0068 Stand: 30.04.2019

    Die Abgrenzung nach BKR wurde von der BBA (Biologische Bundesanstalt für Land- und Forstwirtschaft) – heute Julius-Kühn-Institut – Bundesforschungsinstitut für Kulturpflanzen - festgelegt und gilt für ganz Deutschland.

    Wie ist vorzugehen, wenn die Bodenverhältnisse offensichtlich nicht denen des BKR entsprechen?

    lfd. Nr: 152-0069 Stand: 30.04.2019

    Weicht die Bodenart von dem BKR ab, so können benachbarte BKR mit vergleichbarer Bodenart herangezogen werden. Entscheidend ist die Hauptbodenart, die aus den Bodenuntersuchungen hervorgeht.

    Muss zu jeder Kultur ein Nmin-Wert vorliegen oder können z.B. auch Wintergetreide-Arten zusammengefasst, aber nach Vorkultur unterschieden werden?

    lfd. Nr: 152-0073 Stand: 15.10.2019

    Die Übernahme von Nmin-Werten auf vergleichbaren Flächen ist bei gleicher Frucht, Vorfrucht und Bodenart möglich. Früchte mit vergleichbaren Nähstoffansprüchen wie z.B. Wintergetreide können hierbei zusammengefasst werden.

    Müssen repräsentative Proben zwangsläufig vom gleichen Betrieb stammen?

    lfd. Nr: 152-0149 Stand: 30.04.2019

    Ja.

    Gibt es eine Liste der Labore, die akkreditiert sind, um Nmin-Proben zu analysieren?

    lfd. Nr: 152-0484 Stand: 01.10.2021

    Ja, eine Liste kann auf der Website der Deutschen Akkreditierungsstelle eingesehen werden: https://www.dakks.de/de/akkreditierte-stellen-suche.html. Als Suchbergriff sollte „Bestimmung von mineralischem Stickstoff“ eingegeben werden. Danach wird die Liste der Prüflabore angezeigt, die zur Prüfung akkreditiert sind. Die Auswahl der Labore ist nicht auf Niedersachsen beschränkt.

    In roten Gebieten ist je Schlag bzw. Bewirtschaftungseinheit eine Nmin-Probe zu ziehen/untersuchen. Bewirtschaftungseinheiten-Nmin (BEW-Nmin) können gebildet werden, wenn u.a. die gleiche Vorfrucht angebaut wurde. Muss bei einem Anbau von Getreide mit Zwischenfrucht zusätzlich unterschieden werden, ob diese abgefahren oder abgefroren/nicht abgefroren ist und wann diese ggf. eingearbeitet wurde?

    lfd. Nr: 152-0485 Stand: 14.10.2021

    Für die Bildung von Bewirtschaftungseinheiten zur Nmin-Beprobung ist nur entscheidend, ob eine Zwischenfrucht angebaut wurde oder nicht. 
    Die entsprechende N-Nachlieferung aus einem Zwischenfruchtanbau wird im Rahmen der Düngebedarfsermittlung (Abzüge nach DüV Anlage 4 Tabelle 7) berücksichtigt, nicht bei der Nmin-Beprobung.

     

    Wie ist nachzuweisen, dass auf der Fläche Versorgungsleitungen liegen? Und kann grundsätzlich für den ganzen Betrieb so verfahren werden, dass für die Schicht 60-90 cm immer der Richtwert Düngebehörde verwendet wird?

    lfd. Nr: 152-0490 Stand: 14.10.2021

    Der Bewirtschafter ist verpflichtet, sich Kenntnis über die Lage von Versorgungsleitungen zu verschaffen. Nmin ist grundsätzlich in 0-90 cm Bodentiefe zu ziehen. Für die Schicht 60-90 cm immer den Richtwert der LWK zu verwenden, ist nicht möglich, diese Regel gilt nur für Ausnahmen. Weiterhin besteht die Möglichkeit, Bewirtschaftungseinheiten-Nmin zu bilden.

    Können bei der Bildung von Bewirtschaftungseinheiten-Nmin (BEW-Nmin) auch Flächen im Grünen Gebiet einbezogen werden?

    lfd. Nr: 152-0486 Stand: 14.10.2021

    Die Bildung von BEW-Nmin kann unabhängig davon erfolgen, ob die Flächen sich im Roten oder Grünen Gebiet befinden. Entscheidend sind auch hier die angebaute Vorfrucht und Hauptfrucht sowie die Bodenart.

    Können bei Tauschflächen Bewirtschaftungseinheiten-Nmin (BEW-Nmin) gebildet werden? 

    lfd. Nr: 152-0487 Stand: 14.10.2021

    Ja, BEW-Nmin können auch bei Tauschflächen gemäß den bekannten Vorgaben gebildet werden. Maßgeblich ist, dass die Fläche im aktuellen Düngejahr vom Betrieb bewirtschaftet wird.

    Eine Nmin-Probe ist für eine frühe Sommerung (Kartoffel) erfolgt), witterungsbedingt kann die Kartoffel erst als späte Sommerung gelegt werden. Muss nochmal eine Nmin-Probe gezogen werden?

    lfd. Nr: 152-0488 Stand: 14.10.2021

    Nein, eine neue Probenahme ist nicht erforderlich, wenn die "frühe" nicht vor dem 15.2. gezogen wurde. 

    Nach der Grasernte wird sofort Gülle gefahren und Mais bestellt, so dass nicht genügend Zeit für eine Nmin-Beprobung besteht. Kann aufgrund dieser Tatsache der Nmin-Wert von Maisflächen ohne Grasvorfrucht genommen werden, die gleichfalls auf dem Betrieb vorhanden sind?

    lfd. Nr: 152-0491 Stand: 14.10.2021

    Eine Verwendung des Nmin-Wertes von Maisflächen ohne Grasvorfrucht ist nicht zulässig. Die Nmin-Probenahme ist nach der Grasernte und vor der Maisbestellung durchzuführen.

    Wie ist im Zusammenhang mit den Nmin-Richtwerten die Vorfrucht „Blattfrucht“ definiert?

    lfd. Nr: 152-0492 Stand: 14.10.2021

    Als Vorfrucht „Blattfrucht“ gelten u.a. folgende Kulturen: Raps, Zuckerrüben, Kartoffeln, Mais, Gemüse, Leguminosen und mehrschnittiges Feldfutter sowie mehrjährige Brache.
    Hinweis: Feldfutter, das als Zwischenfrucht mit max. 2 Nutzungen angebaut wurde, ist nicht mehrschnittig und ist als Vorfrucht Zwischenfrucht zu werten.

    Welche Früchte sind als Getreidevorfrucht einzustufen?

    lfd. Nr: 152-0493 Stand: 14.10.2021

    Grundsätzlich ist als Getreidevorfrucht nur Getreide im klassischen ackerbaulichen Sinne einzustufen. Mais ist keine Getreidevorfrucht, auch wenn es botanisch dazugehört. Für Gemenge gilt, dass der überwiegende Anteil (> 50 %) der Saatgutmischung Getreide sein muss. Im Umkehrschluss ist alles, was keine Getreidevorfrucht vor ist, eine Blattvorfrucht bzw. Zwischenfrucht.

    Häufig liegen Versorgungsleitungen im Boden, sodass eine Probenahme 0-90 cm nicht möglich ist. Was muss ich tun? Wie ist die Schicht 60-90 cm zu berücksichtigen, wenn bei der DBE die aktuellen Jahresrichtwerte der Düngebehörde noch nicht vorliegen?

    lfd. Nr: 152-0489 Stand: 14.10.2021

    Auf Flächen, auf denen nachweislich Entsorgungs- und Versorgungsleitungen verlaufen, ist die Nmin-Beprobung in 0-60 cm Bodentiefe durchzuführen und der Nmin-Wert in 60-90 cm analog zu drainierten Flächen über Richtwerte abzubilden. Eine vorläufige DBE ist mit dem 5-jährigen Mittelwert (Schicht 60-90 cm) möglich. Liegt der aktuelle Nmin-Wert zum Zeitpunkt der Düngung noch nicht vor, so ist die Düngung so zu bemessen, dass der tatsächlich festgestellte Nmin-Wert nachträglich entsprechend berücksichtigt werden kann, ohne dass der N-Düngebedarf überschritten wird.

    Können eigene Nmin-Proben von Flächen in Roten Gebieten auch für Flächen in Grünen Gebieten auf dem Betrieb verwendet werden?

    lfd. Nr: 152-0483 Stand: 14.10.2021

    Eine Verwendung der Nmin-Werte, die im Rahmen der Verpflichtung zur jährlichen Nmin-Probenahme und Untersuchung ermittelt wurden, ist auch auf Betriebsflächen möglich, die im Grünen Gebiet liegen. Zu beachten ist, dass die Schläge die gleiche Hauptbodenart, gleiche Vorfrucht und gleiche Hauptfrucht haben müssen (vgl. Systematik in Ausführungshinweise - Nmin).

      Düngebedarfsermittlung - § 3, Abs. 2, Abs. 3

    Welchen Düngebedarf haben beim Weizen Sortenmischungen verschiedener Qualitätsstufen?

    lfd. Nr: 147-0475 Stand: 20.09.2021

    Der Stickstoffbedarfswert kann aus dem Mischungsverhältnis errechnet werden und muss anschließend in die Systematik der Düngeverordnung (Verwertungsrichtung) eingruppiert werden. Bei diesem Vorgehen muss dann auf die jeweils naheliegende Vorgabe (Verwertungsrichtung gem. DüV, 210, 230 oder 260 kg N/ha) zurückgegriffen werden.

    Beispiel:

    Aus E-Winterweizen und C-Winterweizen wird eine Mischung im Verhältnis 50 : 50 hergestellt.
    Bedarfswert E-Weizen 260 kg N/ha
    Bedarfswert C-Weizen 210 kg N/ha

    Der errechnete Stickstoffbedarfswert der Mischung liegt bei 235 kg N/ha. Dieser Wert liegt am nächsten an der Verwertungsrichtung A/B Winterweizen (230 kg N/ha). Somit ist die Düngebedarfsermittlung mit einem A/B Winterweizen zu erstellen.

    Ist eine N-Düngung von Faserhanf bzw. Winterhanf als Zweitfrucht zulässig, obgleich der Faserhanf erst im Folgejahr infolge der Feldröste geerntet wird?

    lfd. Nr: 147-0468 Stand: 14.10.2021

    Winterhanf als Zweitkultur, welcher nach der Wintergetreideernte ausgesät und nach der Feldröste im Winter im Folgejahr geerntet wird, kann bis in Höhe des gemäß § 4 der Düngeverordnung ermittelten Düngebedarf im Herbst gedüngt werden (s. Stickstoffbedarfswerte von Ackerbaukulturen, Webcode: 01032851). Beim Anbau von Faserhanf ist ein Abschlag infolge der Vorfruchtwirkung von 20 kg N/ha bei der Folgefrucht vorzunehmen.
    Der Anbau von Faserhanf als Zweitfrucht ist über einen Abnahmevertrag zur Fasernutzung nachzuweisen. Der Abnahmevertrag ist im Rahmen einer Vor-Ort-Kontrolle vorzulegen.
     

    Welche Gründüngungskulturen haben im Frühjahr einen Düngebedarf?

    lfd. Nr: 147-0282 Stand: 28.05.2021

    Eine Gründüngung im Hauptfruchtanbau (GAP Code 941 am 15. Mai) hat im Frühjahr einen Düngebedarf. Wird hier eine Mischung mit Leguminosen angebaut, reduziert sich der Düngebedarf je nach Leguminosenanteil.

    Eine Gründüngung als Zwischenfrucht mit kürzeren Standzeiten und Umbruch vor dem 15. Mai z.B. vor Mais, Kartoffeln oder Zuckerrüben, haben im Frühjahr keinen Düngebedarf.

    Welchen N- Bedarfswert hat Mais, wenn vorher eine (Futter-) Zwischenfrucht oder z.B. Grünroggen (mit Ernte im späten Frühjahr/Frühsommer) angebaut wurde?

    lfd. Nr: 147-0277 Stand: 03.06.2021

    Es ist entscheidend, wann der nachfolgende Mais ausgesät wird:

    bei einer Aussaat im April/Mai nach einer frühräumenden Zwischenfrucht ist bei der Düngebedarfsermittlung ein N-Bedarfswert von 200 anzusetzen, bei einer späteren Aussaat ab Mitte Juni z.B. nach Grünroggen, ist die Standzeit des Mais deutlich kürzer und der N-Bedarfswert beträgt dann 100. Bei Aussaat ab Mitte Juni muss in diesen Fällen kein Nmin-Abzug vom Stickstoffbedarfswert gemacht werden. 

    Wie müssen Ackerflächen mit den GAP-Codes 424 oder 428 (GAP Antrag) bei der Düngebedarfsermittlung berücksichtigt werden?

    lfd. Nr: 147-0271 Stand: 15.04.2021

    Unabhängig davon, mit welchen GAP-Code codiert wurde oder ob eine mit Gras bewachsene Fläche einen Ackerstatus hat oder nicht: es gilt immer die tatsächliche Nutzung. Der förderrechtliche Status spielt im Düngerecht keine Rolle.

    D.h. eine Düngebedarfsermittlung für die Kultur "Ackergras" kann nur erfolgen, wenn auf dieser Fläche auch tatsächlich Ackergras (Welsches- bzw. deutsches Weidelgras in Reinkultur mit 1- oder max. 2-jähriger Nutzung) angebaut wird.

    Alle anderen Nutzungen sind dann als Grünland bzw. Weide/Mähweide anzugeben.

    Wie erfolgt die Stickstoffnachlieferung (Norg. 10 %) bei einer Herbstdüngung von Winterraps und Wintergerste?

    lfd. Nr: 147-0267 Stand: 14.10.2021

    Bei der Düngung von Winterraps und Wintergerste im Herbst muss die N-Ausnutzung (siehe Begriffsbestimmungen) vom Düngebedarf der selbigen Frucht in Vegetationsperiode abgezogen werden. Die 10 % Stickstoffnachlieferung aus der organischen Herbstdüngung zu Winterraps und Wintergerste wird erst bei der nach dem Raps bzw. der Gerste folgenden Kultur abgezogen.

    Beispiel:

    Fruchtfolge: 2021 Winterraps - 2022 Winterweizen

    Herbstdüngung (2020) Winterraps 60 kg Norg/ha (Gesamt-N)
    + Frühjahrsdüngung (2021) Winterraps 120 kg Norg/ha
    = 180 kg Norg Winterraps = 18 kg N-Nachlieferung 

    2022 Winterweizen - hier werden die 18 kg Norg Nachlieferung von der Rapsdüngung bei der Besdarfsermittlung berücksichtigt. 

    In welcher Höhe muss der Mist von Huf- oder Klauentieren bei Herbstausbringung bei der Frühjahrsdüngung angerechnet werden?

    lfd. Nr: 147-0037 Stand: 28.05.2021

    Wird im Herbst Mist von Huf- oder Klauentieren gestreut, der zur Ernährung der Hauptfrucht in der folgenden Vegetationsperiode dient, ist der Stickstoff in Höhe der Mindestwirksamkeit (Anlage 3 DüV) bei der Düngung zur Hauptfrucht zu berücksichtigen.
    Die 10 % Norg-Nachlieferung im Folgejahr (§ 4 Absatz 1 Satz 1 Nummer 5 DüV) ist bei Mist von Huf/Klauentieren im Jahr nach dem Anbaujahr der Hauptfrucht anzurechnen. 

    Beispiel:

    1) Mist von Huf/Klauentieren
    Ausgebracht wurden 100 kg N/ha Rindermist im Herbst 2020,  Anbau Silomais im Jahr 2021, Anbau Sommergetreide 2022

    • Für den Silomais im Jahr 2021 sind 25 kg N/ha anzurechnen (= 100 kg N/ha x 25% Mindestwirksamkeit)
    • die 10% Nachlieferung ist für das Sommergetreide im Jahr 2022 zu berücksichtigen, in diesem Beispiel 10 kg N/ha (100 kg N/ha x 10%).

    Muss bei Grünland und Futterflächen für jede einzelne Düngung nach jedem Schnitt eine eigene Düngebedarfsermittlung erstellt werden?

    lfd. Nr: 147-0039 Stand: 11.11.2020

    Nein, die Düngebedarfsermittlung für mehrschnittige Futterflächen wird einmal im Frühjahr vor der ersten Düngung für die gesamte Vegetationsperiode durchgeführt.

    Q-1

    Auf Schlägen unter 1 ha Größe ist keine Bodenuntersuchung erforderlich. Sind diese Schläge auch von der Düngebedarfsermittlung befreit? Eine ordnungsgemäße Düngebedarfsermittlung muss ja mit Hilfe der Ergebnisse der Bodenuntersuchung erfolgen.

    lfd. Nr: 147-0040 Stand: 30.04.2019

    Für Schläge unter einem ha muss keine Düngebedarfsermittlung für Phosphat erstellt werden. Jedoch besteht auch auf Flächen unter 1 ha die Pflicht der Düngebedarfsermittlung für Stickstoff. Bei fehlender Einschätzung des Humusgehalts muss auf Bodenuntersuchungen von vergleichbaren Schlägen zurückgegriffen werden.

    Zuschläge beim Düngebedarf aufgrund abweichendem Ertragsniveaus (DüV, Anlage 4 Tabelle 3): Wie ist mit höheren Durchschnittserträgen umzugehen? Die Ertragsdifferenz bei Silomais z.B. ist mit 50 dt/ha angegeben. Wenn ich eine Ertragsdifferenz von 30 dt/ha habe, welcher Zuschlag bei der Bedarfsplanung ist damit zulässig?

    lfd. Nr: 147-0041 Stand: 01.12.2020

    Zuschläge bei Ertragsdifferenzen können interpoliert werden: Beispiel Silomais (Standardertrag 450 dt), bei einem zu erwartenden Mehrertrag von 30 dt/ha kann ein Höchstzuschlag von 6 kg N/ha (10 kg N / 50 dt * 30 dt) bei der Düngebedarfsermittlung berücksichtigt werden. Dieser Mehrertrag muss aber über fünf Jahre rückwirkend nachgewiesen werden.

    Abschläge beim Düngebedarf aufgrund abweichendem Ertragsniveaus (DüV, Anlage 4 Tabelle 3): Wie ist mit niedrigeren Durchschnittserträgen umzugehen? Die Ertragsdifferenz bei Silomais z.B. ist mit 50 dt/ha angegeben. Wenn ich eine Ertragsdifferenz von 30 dt/ha habe, muss ich dann auch einen Abschlag bei der Düngung vornehmen?

    lfd. Nr: 147-0042 Stand: 22.07.2020

    Die Stickstoffbedarfswerte sind anzupassen, wenn das tatsächliche Ertragsniveau der angebauten Kulturen im Durchschnitt der letzten fünf Jahre vom Ertragsniveau gem. DüV abweicht (§ 4, Abs, 1). Ein Abschlag ist vorzunehmen, wenn die in Anlage 4 Tab. 3 genannten Einheiten überschritten werden. Geringere Ertragsdifferenzen als nach Anlage 4 Tab. 3 Spalte 2 können auch anteilig berücksichtigt werden.

    Beispiel Silomais (Standardertrag 450 dt; Minderertrag 30 dt/ha): Ein Mindestabschlag von 15 kg N/ha je Einheit ist vorzunehmen, wenn das tatsächliche Ertragsniveau im Durchschnitt der letzten 5 Jahre um ≥ 50 dt/ha abweicht. Bei anteiliger Berücksichtigung der Ertragsdifferenz ist im genannten Beispiel ein Mindestabschlag von 9 kg N/ha (15 kg N/50dt *30dt) bei der Düngebedarfsermittlung zu berücksichtigen.

    Wird bei der Bedarfsermittlung im Frühjahr die Ertragsanpassung linear vorgenommen oder erfolgt eine Auf- oder Abrundung der Erträge (Bsp. Weizenertrag 85 dt/ha = 90 dt-Stufe, 84 dt/ha = 80 dt-Stufe)?

    lfd. Nr: 147-0043 Stand: 01.12.2020

    Eine lineare Ertragsanpassung kann aufgrund der Anlage 4, Tabelle 3 sowohl bei Zu- als auch bei Abschlägen erfolgen. Die stufenweise Anpassung durch Aufrundung der Erträge, wie im obigen Bsp. gezeigt, ist nicht zulässig. Vielmehr kann ein 5jähriger durchschnittlicher Weizenertrag von 85 dt/ha nur einen zusätzl. N-Düngebedarf von 5 kg N/ha generieren, nicht von 10 kg N/ha. Die 10 kg N zusätzlich dürfen erst in Ansatz gebracht werden, wenn das Ertragsniveau tatsächlich bei 90 dt/ha liegt.

    Laut Anlage 4 Tabelle 1 Düngeverordnung ist es zulässig, bei der Düngebedarfsermittlung Zuschläge auf Grund nachträglich eintretender Umstände wie insbesondere Bestandsentwicklung oder Witterungsereignisse anzusetzen. Welchen Nachweis muss der Landwirt zu den nachträglich eintretenden Umständen erbringen?

    lfd. Nr: 147-0044 Stand: 22.06.2020

    Im Falle einer Überschreitung des ermittelten Düngebedarfes aufgrund nachträglich eintretender Umstände hat der Betriebsinhaber die Vorgaben gemäß § 3 Absatz 3 DüV zu beachten und zu dokumentieren. Eine Überschreitung des N-Düngebedarfes aufgrund nachträglich eintretender Umstände bedarf einer vorherigen Zustimmung durch die Düngebehörde. Hierzu erfolgt bei Anwendung des § 3 Abs. 3 DüV eine öffentliche Bekanntgabe durch die Düngebehörde. Diese gibt bekannt, unter welchen Voraussetzungen ein höherer Düngebedarf besteht (Region, Kultur, Witterungsereignisse etc.). Vor dem Aufbringen von Düngemitteln ist der Düngebedarf der Kultur für jeden Schlag oder jede Bewirtschaftungseinheit neu zu ermitteln und zu dokumentieren. Die Überschreitung darf max. 10 % des zuvor ermittelten Düngebedarfs betragen.

    Wann ist eine Zwischenfrucht eine Leguminosen-Zwischenfrucht bei Saatmischungen und muss mit den entsprechenden Nachlieferungswerten bei der Bedarfsplanung im Frühjahr angerechnet werden?

    lfd. Nr: 147-0045 Stand: 30.04.2019

    Bei Saatmischungen ist ab einem Leguminosen-Anteil von 75 % der N-Nachlieferungswert für Leguminosen und bei geringeren Anteilen (< 75 %) der Wert für Nichtleguminosen zu verwenden (Anlage 4 Tabelle 7 DüV). Dabei zählt der Anteil Samen.

    Wann gilt eine Zwischenfrucht oder Zwischenfruchtmischung als abgefroren?

    lfd. Nr: 147-0047 Stand: 03.08.2021

    Frieren Zwischenfrüchte oder Zwischenfruchtmischungen ab, ist kein Abschlag bei der N-Düngebedarfsermittlung vorzunehmen. Hierbei ist jeweils der tatsächliche Bestand im Frühjahr maßgeblich. Ist mehr als die Hälfte des Aufwuchses (überwiegender Anteil) abgefroren, gilt die gesamte Zwischenfrucht auf der Fläche als abgefroren. Im Umkehrschluss gilt die Zwischenfrucht als nicht abgefroren, wenn der überwiegende Anteil nicht abgefroren ist. Die tatsächlichen Gegebenheiten im Frühjahr, vor Anbau der Sommerung, sind maßgeblich.

    Wie erfolgt die Düngebedarfsermittlung für Grünland und Feldfutter?

    lfd. Nr: 147-0051 Stand: 22.06.2020

    Die Düngebedarfsermittlung für Grünland und Feldfutter wird einmal im Jahr für die gesamte Vegetationsperiode erstellt. Je nach Nutzungsintensität fällt oder steigt der Stickstoffbedarfswert (siehe Anlage 4 Tabellen 9 und 10). Darüber hinaus sind weitere Einflussfaktoren auf den Düngebedarf zu berücksichtigen. Dazu zählen der Bodenvorrat und die gebundene Stickstoffmenge durch Leguminosen (siehe Anlage 4 Tabelle 12). Sollte im Einzelfall eine Herbstdüngung nach dem letzten Schnitt zu Grünland mit organischen Düngemitteln erfolgen, dann unterliegen diese zwingend der Anrechnung auf den Düngebedarf entsprechend Anlage 3 der Düngeverordnung (z.B. 60% bei Rindergülle). Zuzüglich sind grundsätzlich zehn Prozent Stickstoff-Nachlieferung des im Vorjahr ausgebrachten Stickstoffs aus organisch und organisch- mineralischen Düngemitteln beim Düngebedarf im Folgejahr anzurechnen.

    Wie hoch ist der Düngebedarf von Sommergerste als Zweitfrucht nach Getreide-Vorfrucht?

    lfd. Nr: 147-0048 Stand: 22.07.2020

    Die Düngeempfehlung für eine Sommergerste als Zweitfrucht beträgt bis zu 80 kg N/ha. Der tatsächlichen Düngung muss eine Bedarfsermittlung vorangehen. Die Abschläge wie Nmin, N-Nachlieferung aus dem Bodenvorrat (Humus >4%), Norg-Vorjahr (10%) von dem N-Bedarfswert sind generell zur ersten Hauptfrucht anzurechnenbei der Zweitfrucht nur abzuziehen, wenn der Abzug nicht schon zuvor zu vorangestellten Hauptfrucht erfolgt ist. Bei den Düngebedarfswerten für Zweitkulturen handelt es sich um Richtwerte zur N-Düngung, bei denen das Angebot und die besagten Abschläge bereits pauschal berücksichtigt sind.

    Wie können Bewirtschaftungseinheiten im Rahmen der Düngebedarfsermittlung gebildet werden?

    lfd. Nr: 147-0144 Stand: 10.09.2019

    Bewirtschaftungseinheiten können nur gebildet werden, wenn die Schläge laut Bodenuntersuchung in der Hauptbodenart, P-Versorgung (P-Gehaltsklasse), dem Humusgehalt, der Vorfrucht, der organischen Düngung im Vorjahr, sowie bei der geplanten Nutzung (Pflanzenart) und den Ertragserwartungen identisch sind.

    Besteht die Möglichkeit, den N-Bedarfswert bei Stärkekartoffeln über den Stärkeertrag anstatt des Knollenertrages zu korrigieren?

    lfd. Nr: 147-0050 Stand: 22.07.2020

    Nein, die Ertragskorrektur kann ausschließlich über den Knollenertrag erfolgen.

    Wie können Ertragszuschläge/Mehrerträge im Rahmen der Düngebedarfsermittlung nachgewiesen werden.

    lfd. Nr: 147-0053 Stand: 22.07.2020

    Bei der Ermittlung des Düngebedarfs müssen die Stickstoffbedarfswerte der Anlage 4 zugrunde gelegt werden. Dabei ist u.a. das tatsächliche Ertragsniveau der letzten fünf Jahre heranzuziehen, welches anhand geeigneter Unterlagen (z.B. Verkaufsbelege) nachweisbar sein muss.

    Welche Regeln gelten für die Düngebedarfsermittlung bei Kulturen, für die keine Richtwerte der Düngebehörde vorliegen?

    lfd. Nr: 147-0054 Stand: 30.04.2019

    Richtwerte für die Stickstoffbedarfsermittlung für nicht erfasste Kulturen müssen bei der zuständigen Behörde angefragt werden.

    Wie wird eine Überschreitung vom errechneten Düngebedarf bei Vorortkontrollen bewertet?

    lfd. Nr: 147-0055 Stand: 30.04.2019

    Wird bei einer Vor-Ort-Kontrolle festgestellt, dass der ermittelte N- und/oder P2O5-Düngebedarf überschritten wurde, handelt es sich um eine bußgeldbewehrte Ordnungswidrigkeit. Ob ein Bußgeldverfahren eingeleitet wird oder nicht, hängt vom Einzelfall ab. Überschreitungen des N-Bedarfswertes sind zudem Cross Compliance-relevant.

    Bei der Berechnung der 170 kg N-Grenze kommt mein Betrieb auf 151 kg N/ha aus organischer Düngung. Warum kann ich bei der Düngebedarfsermittlung nicht einfach pauschal 15 kg N/ha für alle Schläge als Abzug von der organischen Düngung des Vorjahres ansetzen?

    lfd. Nr: 147-0056 Stand: 22.06.2020

    Die 170 kg N-Grenze wird betriebsbezogen berechnet. Der Düngebedarf ist aber je Schlag oder Bewirtschaftungseinheit zu ermitteln. Nur wenn alle Schläge des Betriebs die gleiche Gesamt-N-Menge aus der organischen Düngung im Vorjahr erhalten haben, kann der Abzug pauschal für alle Flächen gleich angesetzt werden. Es ist nicht zulässig, dass auf einer Fläche die im Vorjahr nur mineralisch gedüngt wurde bspw. 15 kg abgezogen werden und auf einer Fläche, die im Vorjahr 50 m3 Gülle mit 4 kg N (= 200 N) ebenfalls 15 kg. Beides wäre falsch. Richtig wären 0 kg und 20 kg.

    Wie wird eine ZF (hier Grünroggen nach Mais) bei der Ermittlung des Stickstoffdüngebedarfs der Folgekultur angerechnet?

    lfd. Nr: 147-0057 Stand: 22.06.2020

    Die Abschläge für Zwischenfrüchte sind von mehreren Faktoren abhängig und ergeben sich aus Anlage 4 Tabelle 7 DüV (Abschläge in Abhängigkeit von Vor- und Zwischenfrucht). In diesem Fall: Grünroggen nach Mais, ist die Nachlieferung im Frühjahr mit 20 kg/ha (VF Mais = 0 und Nichtleguminose, nicht abgefroren = 20 kg/ha) anzusetzen.

    Woher kommen die Abschläge für die Moorstandorte?

    lfd. Nr: 147-0058 Stand: 30.04.2019

    Die Abschläge bei der Höhe der Stickstoffdüngung im Rahmen der Düngebedarfsermittlung auf Moorstandorten resultieren aus dem hohen Gehalt organischer Masse (z.B. Pflanzenreste) im Boden bei Moorstandorten, die insbesondere bei landwirtschaftlicher Nutzung in hohem Maße mineralisiert werden und für erhebliche Stickstofffreisetzungen sorgen. Entsprechend müssen Mindestabschläge bei der Düngebedarfsermittlung für humose Böden und Moorstandorte in Höhe von bis zu 80 kg Stickstoff je Hektar und Jahr gemäß Anlage 4 Tabellen 6 und 11 berücksichtigt werden.

    Muss beim Einsatz von organischen Düngern zur Erstkultur 10 % des Gesamt-N bei der Düngung der Zweitkultur/Zwischenfrucht berücksichtigt werden?

    lfd. Nr: 147-0059 Stand: 30.04.2019

    Nein, die Rücklieferung der Organik bezieht sich auf das Vorjahr bzw. Folgejahr. Die Rücklieferung der Organik-N-Gabe des Anbaujahres muss zu 10% im Folgejahr angerechnet werden. - § 4, Abs. 1

    Welche Düngebedarfsermittlung wird herangezogen, wenn sich die Flächen und die Betriebsstätte nicht in demselben Bundesland befinden, z.B. ST und NI, die nicht die gleiche Vorgehensweise haben?

    lfd. Nr: 147-0062 Stand: 30.04.2019

    Sofern Unterschiede in der Vorgehensweise bestehen, muss bei der Düngebedarfsermittlung die Vorgehensweise des Bundeslandes, in dem die Fläche liegt herangezogen werden.

    Welche Vorgaben bei der Ertragsermittlung gibt es für Betriebe, die die gleiche Kultur auf unterschiedlichen, nicht vergleichbaren Standorten anbauen?

    lfd. Nr: 147-0065 Stand: 22.06.2020

    Nur für Standorte, die eine Bewirtschaftungseinheit bilden (und daher vergleichbare Standortverhältnisse aufweisen), kann eine gemeinsame Ertragsermittlung vorgenommen werden. Werden Erträge ermittelt, die über den Erträgen nach Anlage 4 Tab. 6 liegen, sind diese glaubhaft nachzuweisen (z.B. durch Verkaufsbelege).

    Wie ist die Vorfruchtwirkung und die organische Düngung im Falle einer Schlagzusammenlegung anzurechnen?

    lfd. Nr: 147-0078 Stand: 22.06.2020

    Sofern ein Flächenanteil überwiegt, ist dieser für den gesamten Schlag anzusetzen. Andernfalls ist bei einer Schlagzusammenlegung die durchschnittliche N-Nachlieferung aller Teilschläge anzurechnen.

    Wie ist die Vorfruchtwirkung und die organische Düngung im Falle eines Tausches oder Pächterwechsels anzurechnen?

    lfd. Nr: 147-0079 Stand: 22.06.2020

    Verfügbare Daten zur Vornutzung sind zu verwenden. Liegen keine Daten zur Vornutzung vor und können diese nicht eingeholt werden, muss nach bestem Wissen und Gewissen geschätzt werden.

    Wer haftet im Falle von falschen Informationen durch den Vorbewirtschafter?

    lfd. Nr: 147-0080 Stand: 30.04.2019

    Die DüV regelt keine Falschangaben im Falle eines Flächentausches oder Pächterwechsels durch Dritte. Dies ist privatrechtlich zu regeln.

    Welche Vorgaben gibt es für die Feststellung der Durchschnittserträge einer Anbaufrucht?

    lfd. Nr: 147-0084 Stand: 22.01.2021

    Grundsätzlich gelten die Werte nach Anlage 4 Tab.2 DüV. Sind diese nichtzutreffend, können bei tatsächlich höheren Erträgen eigene Werte verwendet werden, die belegt werden müssen. Bei tatsächlich niedrigeren Erträgen müssen die Werte angepasst werden, sobald die in Anlage 4 Tab.3 genannten Differenzen erreicht werden (z. B. 10 dt/ha weniger bei Getreide, 100 dt/ha weniger bei  Rüben).

    Welche Vorjahre gelten für die 5-jährigen Durchschnittserträge?

    lfd. Nr: 147-0231 Stand: 28.05.2021

    Es gelten die fünf letzten Anbaujahre, z.B.: Düngejahr 2022: Erträge der Erntejahre 2017, 2018, 2019 , 2020 und 2021.

    Dürfen im Falle einer Ertragsabweichung von mehr als 20% gegenüber dem Vorjahr Vorjahreserträge doppelt gewichtet werden?

    lfd. Nr: 147-0083 Stand: 22.06.2020

    Ja (DüV Anlage 4 Tab. 3), weicht das Ertragsniveau in einem der letzten fünf Jahre um mehr als 20 % vom Ertragsniveau des jeweils vorangegangenen Jahres ab, kann statt des tatsächlichen Ertragsniveaus, das im Jahr der Abweichung erreicht wurde, das Ertragsniveau des jeweils vorangegangenen Jahres für die Ermittlung der Ertragsdifferenz herangezogen werden.

    Beispiel 1:

    Erträge der Vorjahre: 2015 – 100 dt/ha, 2016 – 100 dt/ha, 2017 - 100 dt/ha; 2018 - 70 dt/ha; 2019 - 85 dt/ha

    Damit fällt der Ertrag 2018 um > 20% niedriger aus als 2017 und damit kann zur Ermittlung des Ertragsniveaus das Jahr 2017 doppelt herangezogen werden. Berechnung Ertragsniveau 2020 = (100+100+100+100+85)/5 = 97 dt/ha

    Beispiel 2:

    Erträge der Vorjahre: 2015 – 100 dt/ha 2016 – 100 dt/ha, 2017 - 100 dt/ha; 2018 - 75 dt/ha (> -20%); 2019 - 53 dt/ha (> - 20%).

    Damit fällt der Ertrag 2018 um > 20% niedriger aus als 2017 und der Ertrag 2019 um > 20% niedriger als 2018. Somit kann zur Ermittlung des Ertragsniveaus das Jahr 2017 doppelt und das Jahr 2018 einfach herangezogen werden.

    Berechnung Ertragsniveau 2020 = (100+100+100+100+75)/5 = 95 dt/ha

    Wie ist vorzugehen, wenn die Erträge zum Zeitpunkt der Düngebedarfsermittlung noch nicht vorliegen?

    lfd. Nr: 147-0145 Stand: 22.06.2020

    Es ist das betriebliche Ertragsniveau der letzten Jahre heranzuziehen, welches anhand geeigneter Unterlagen (z.B. Verkaufsbelege) nachweisbar sein muss. Wird die Kultur erstmalig angebaut, ist alternativ ist in diesem Fall mit Standarderträgen zu rechnen.

    Wie können Eigenmischer für Futter abweichende Erträge nachweisen?

    lfd. Nr: 147-0085 Stand: 30.04.2019

    Abweichungen von den Standarderträgen müssen plausibel (Rationsberechnung) belegt werden. Zudem sind Normwerte für die Futterverwertung bekannt, welche hinzugezogen werden können.

    Wie ist die Ertragsermittlung bei Schlägen mit unterschiedlichen Ertragsniveaus im Betrieb umzusetzen?

    lfd. Nr: 147-0086 Stand: 30.04.2019

    Die Ertragsermittlung ist für jeden Schlag bzw. jede Bewirtschaftungseinheit zu machen. So können unterschiedliche Niveaus berücksichtigt werden.

    Nach welchem Kriterium wird A/B-, E- und C-Weizen unterschieden?

    lfd. Nr: 147-0087 Stand: 22.07.2020

    Über die Sorte.

    Wie erfolgt die Abgrenzung von Frühkartoffeln gegenüber normalen Kartoffeln?

    lfd. Nr: 147-0088 Stand: 22.07.2020

    Kartoffeln, der Reifegruppen "sfr" (sehr früh), "fr" (früh) und "mfr" (mittelfrüh) gelten als Frühkartoffeln, siehe auch beschreibende Sortenliste Bundessortenamt (BSA).

    Können im Falle von Betriebsübergaben die Erträge des Vorbesitzers für die eigene Kalkulation verwendet werden?

    lfd. Nr: 147-0089 Stand: 30.04.2019

    Ja

    Bezieht sich die 10%ige Anrechnung der organischen Düngung im Vorjahr auf das Kalender- oder Düngejahr?

    lfd. Nr: 147-0090 Stand: 10.07.2020

    Der 10% ige Abschlag für die org. Düngung des Vorjahres bezieht sich auf die Düngung zur Vorkultur des Vorjahres. Mit „Vorjahr" ist das Kalenderjahr gemeint, die Vorkultur ist die Hauptfrucht des Vorjahres. Wenn also bspw. eine DBE im Frühjahr 2021 zu WRaps gemacht wird, sind 10 % der organischen N-Düngung die zur vor dem Raps stehenden Hauptfrucht 2020 (häufig Gerste) gegeben wurde, abzuziehen. Eine evtl. im Herbst 2020 gegebene Düngung zum WRaps bleibt beim 10%-Abschlag unberücksichtigt.

    Muss eine Addition der Wirkung der Vorfrucht und einer folgenden Zwischenfrucht bei der Anrechnung von Vor- und Zwischenfrüchten erfolgen?

    lfd. Nr: 147-0092 Stand: 03.12.2019

    Nein, als Abschlag ist nur die jüngste vorangestellte Frucht (Vorjahr) zu berücksichtigen. In diesem Fall nur der Abschlag für die Zwischenfrucht.

    Gibt es Vorgaben wie ein über die Fruchtfolge kalkulierter P2O5-Bedarf zu dokumentieren ist? Gibt es Vorgaben hinsichtlich der Wahl des Startjahres?

    lfd. Nr: 147-0094 Stand: 22.06.2020

    Es gibt keine Vorgaben. Das Startjahr ist frei wählbar.

    Welche (Referenz-)Erträge sind bei der Bedarfsermittlung anzusetzen, wenn eine Kultur neu aufgenommen wird?

    lfd. Nr: 147-0142 Stand: 30.04.2019

    Wenn für eine im Betrieb neue Kultur noch keine Erträge vorliegen, sollten im ersten Düngejahr die Standarderträge als Referenz herangezogen werden. Bei allg. höherem Ertragsniveau des Gesamtbetriebs können plausible Standort- oder betriebsspezifische Ertragswerte verwendet werden.

    Dürfen Flächen, auf denen Tiere laufen bzw. weiden auch als Ackergras oder Grünlandflächen angesetzt werden oder müssen diese als Mähweiden oder Weiden angesetzt werden? Dürfen Flächen, auf denen Ackergras angebaut ist, die den Ackerstatus haben als Mähweiden oder Grünlandflächen angesetzt werden, wenn auf ihnen Tiere weiden? Darf ich z.B. einen Hühnerauslauf als Ackergras 1 Schnitt oder Grünland 1 Schnitt angeben?

    lfd. Nr: 147-0240 Stand: 22.06.2020

    Unabhängig davon ob eine mit Gras bewachsene Fläche einen Ackerstatus hat oder nicht, zählt immer die tatsächliche Nutzung. Der förderrechtliche Status spielt im Düngerecht keine Rolle. Also: Wenn auf einer Fläche Tiere weiden und dort auch gemäht wird, ist es eine Mähweide.

    Damit können nur Flächen, auf denen tatsächlich Ackergras (Welsches oder deutsches Weidelgras in Reinkultur, 1 oder max. 2 Jahre Nutzung) angebaut wird, als Ackergras angegeben werden. Ein Hühnerauslauf kann als „Grünland eine Nutzung" angegeben werden.

    Wie ist die Verwertungsrichtung Industriekartoffel abzugrenzen?

    lfd. Nr: 147-0280 Stand: 15.04.2021

    Speise- und Stärkekartoffeln sind als Stammdatensätze bei der Bedarfsermittlung und in ENNI hinterlegt und auch, je nach Verwertungsrichtung, auszuwählen. Die Abgrenzung erfolgt über die Verwertungsrichtung.
    Kartoffeln, welche zu Pommes und Chips weiterverarbeitet werden, können als Industriekartoffeln bei der Bedarfsermittlung und in ENNI angegeben werden.

    Wie muss der Zwischenfruchtanbau durch Dritte auf eigenen Flächen dokumentiert werden?

    lfd. Nr: 147-0470 Stand: 07.07.2021

    Gelegentlich werden nach der Getreideernte Ackerflächen anderen Betrieben für einige Monate zum Anbau von Zwischenfrüchten oder Zweitfrüchten zur Verfügung gestellt. Beispiele sind Ackergras oder Gemüse als Zweitfrucht, Zwischenfruchtanbau bei Kartoffel-Tauschflächen.

    Dabei müssen folgende düngerechtliche Regeln beachtet werden, die anhand eines Beispiels verdeutlicht werden:

    • Landwirt Ackermann stellt Landwirt Kuhmann nach der Gerstenernte eine Fläche zum Anbau von Ackergras zur Verfügung und bekommt sie nach der Grasernte zurück. Ggf. existiert ein Vertrag über die Überlassung der Nutzung eines Grasaufwuchses o. ä.
    • Das Ackergras soll mit Gülle/Gärrest gedüngt werden.

    Es gilt der Grundsatz, dass eine Fläche in einem Jahr nur bei einem Landwirt berücksichtigt werden kann und darf.

    Dies ist derjenige, der die Fläche im GAP-Antrag hat, bzw. die Hauptkultur, meistens Getreide, bewirtschaftet und düngt (hier Landwirt Ackermann). Unabhängig davon, ob für die Zeit ein Pachtvertrag zwischen Ackermann und Kuhmann existiert muss folgendermaßen vorgegangen werden

    Die Fläche bleibt die ganze Zeit in der Verfügungsgewalt des Landwirts Ackermann, er muss im Prüfungsfall eine DBE für das Ackergras vorlegen können und schreibt die Gülle- und Mineraldüngermengen die zum Agras gedüngt werden, in seine Ackerschlagkartei. Die Angabe der Fläche bei Kuhmann keinesfalls möglich

    Wenn die Gülle von Landwirt Kuhmann stammt, müssen die Güllemengen als überbetrieblicher Transport in der Wirtschaftsdünger-Datenbank gemeldet werden (Abgeber Kuhmann, Aufnehmer Ackermann)

    Liegt die Fläche im roten Gebiet, ist die flächenscharfe 170 N-Grenze zu beachten. Wenn das Getreide bspw. schon 130 kg Norg bekommen hat, sind nur noch 40 Norg zu den Zwischenfrüchten möglich!

    Liegt die Fläche im gelben Gebiet sind die Auflagen zur P2O5-Düngung zu beachten.

    Wichtig ist, dass im Prüfungsfall die ganze Situation plausibel und nachvollziehbar dargestellt werden kann. Es ist davon auszugehen, dass im Prüfungsfall ein Quercheck des jeweils anderen Betriebes erfolgen wird.

    Förderrechtlich bleibt ein Landwirt der zum 15. Mai einen GAP-Antrag für eine Fläche stellt, bis zum 31.12 des Jahres dafür verantwortlich, dass die CC-Regeln dort eingehalten werden. Ist der Verstoß allerdings einem anderen Landwirt, der auch im gleichen Kalenderjahr einen Antrag auf Agrarförderung gestellt hat, anzulasten, so werden die Verwaltungssanktionen gegenüber dieser Person ausgesprochen.

    Fazit:

    Eine Fläche, die von Landwirt Ackermann nur einige Monate zur Nutzung mit einer Nebenfrucht an einen anderen abgegeben und dann wieder an Ackermann zurückfällt, gehört nährstoffmäßig alleine zu Landwirt Ackermann und kann nicht bei einem anderen in den Düngungsaufzeichnun-gen auftauchen.

    Die Regeln gelten auch bei Gründüngungszwischenfrüchten auf Tauschflächen, die im nächsten Jahr z. B. für Kartoffelanbau von Dritten genutzt werden.

    Ausnahme: Es gibt einen Landpachtvertrag mit Laufzeit ab Getreideernte bis einschließlich Sommer/Herbst des Folgejahres, so dass die Fläche tatsächlich für eine Hauptfrucht neu verpachtet wird. Dann ist der neue Pächter für alles verantwortlich.

    Wann ist die Nutzung einer Zwischenfrucht durch Beweidung als Futterzwischenfrucht zu bewerten?

    lfd. Nr: 147-0482 Stand: 01.06.2020

    Damit die Absicht einer Beweidung z.B. durch Schafe eine Zwischenfrucht zu einer Futterzwischenfrucht macht, die eine entsprechend hohe Düngung, auch im roten Gebiet, legitimiert, muss eine intensive Beweidung erfolgen die kaum Weidereste hinterlässt. 

    In roten Gebieten dürfen Zwischenfrüchte ohne Futternutzung nicht gedüngt werden. In aller Regel ist mit Nutzung eine maschinelle Ernte verbunden. Jedoch kann auch eine intensive Beweidung, bei der nur sehr geringe Weidereste verbleiben, einer Nutzung gleichgestellt werden, so dass dann eine Düngung zulässig wäre.

    Dazu muss der Aufwuchs innerhalb 1-2 Wochen vollständig abgegrast werden. Bei einer Beweidung mit Schafen ist dazu eine Besatzdichte von ca. 200 Schafen je ha erforderlich. Der durch die Schafe zurückgelassene Kot und Harn muss bei der Düngebedarfsermittlung für die Zwischenfrüchte nicht berücksichtigt werden.

    Die Beweidung muss dokumentiert werden. Dazu genügt in der Schlagkartei der betreffenden Fläche der Aufschrieb von Anzahl, Tierart und Weidetagen. Zum Beispiel 300 Schafe, 12 Tage.

    Diese 300 Schafe haben keinen Einfluss auf die schlagbezogene 170 N-Grenze! Bei der schlagbezogenen 170 N-Grenze zählt nur der aktiv ausgebrachte org. Dünger, (Gülle, Mist, Gärrest, Kompost etc ). Die Weidetiere auf dem Schlag müssen nicht in kg N umgerechnet werden!

    Allerdings: Diese 300 Schafe, die ja quasi in Pension genommen wurden, beeinflussen die gesamtbetriebliche 170 N-Grenze und die Tiere müssen auf einen Jahresdurchschnittsbestand umgerechnet werden: 300 Tiere für 12/365 Tage = 10 Schafe die in der gesamtbetrieblichen 170er-Berechnung des Landwirts auftauchen müssen. Der Schäfer kann diese 10 Schafe bei seiner Berechnung weglassen.

      Dokumentation der Düngungsmaßnahmen (§ 10, Ab. 2 DüV)

    Muss die Düngung ab dem 01.05.2020, flächengenau innerhalb von 2 Tagen aufgezeichnet werden? Was ist mit Düngungen, die z.B. im März oder April 2020 erfolgten?

    lfd. Nr: 165-0237 Stand: 26.05.2021

    Die Düngung muss schlaggenau aufgezeichnet werden. Da durch die Düngeverordnung (2020) keine rückwirkende Wirkung entfaltet wird, müssen die Düngungsmaßnahmen, die vor dem 01.05.20 erfolgten, nicht aufgezeichnet werden.

      Gartenbau

    Muss auf jeder Fläche eine Nmin-Probe gezogen werden, wenn auf 5 Flächen Spinat nach Spinat angebaut wird, die Schläge jeweils größer als 2 ha sind, sie in unmittelbarer räumlicher Nähe und ähnlich in den Bodenverhältnissen und der Bewirtschaftung sind oder reicht eine Probe mit Anwendung auf die 5 Schläge?

    lfd. Nr: 185-0429 Stand: 27.05.2021

    Die Flächen sind als eine Bewirtschaftungseinheit zu sehen und somit ist eine Nmin-Probe ausreichend.

    Gibt es einen Nmin-Richtwert den man bei Erdbeeren im Herbst annehmen kann? Oder muss jedes Mal eine Nmin-Probe gezogen werden?

    lfd. Nr: 185-0430 Stand: 27.05.2021

    Es ist kein Nmin-Wert für Erdbeeren im Herbst vorhanden. Daher müssen eigene Proben gezogen werden.

    Wie sollen die Nmin-Richtwerte für das Frühjahr (also die Erstkultur) für den Gemüsebau in Zukunft erhoben und/oder organisiert werden?

    lfd. Nr: 185-0431 Stand: 27.05.2021

    In Ermangelung von Nmin-Richtwerten für Gemüse können die Betriebe des Freilandgemüsebaus zur Düngebedarfsermittlung ab März Nmin-Richtwerte für Sommerungen zum Zwecke der Düngebedarfsermittlung verwenden. Bis die diesjährigen Richtwerte veröffentlicht sind, dürfen die Betriebe auf die entsprechenden Fünfjahresmittel der Sommerungen zurückgreifen.

    Bis Februar dürfen die Nmin-Richtwerte für Winterungen entsprechend verwendet werden. Für Kulturen mit einem Aussaat- bzw. Pflanzzeitpunkt im März bzw. April/Mai sind die Nmin-Richtwerte der Vorfrucht zu verwenden. Bei einer Gemüsevorfrucht sind die Nmin-Werte der VF-Blattfrucht zu nehmen.

    Muss eine Nmin-Probe nach Getreide bei Gemüsebau im Spätsommer genommen werden?

    lfd. Nr: 185-0432 Stand: 27.05.2021

    Da für den Anbau von Gemüse im Spätsommer nach einer Getreidekultur, die im selben Jahr abgeerntet wurde, keine Nmin-Richtwerte vorliegen, muss der Betrieb eigene Nmin-Proben ziehen. Die Nmin-Richtwerte mit VF Getreide aus dem Frühjahr richten sich nach dem Aussaat- bzw. Pflanzzeitpunkt im März bzw. April/Mai. Wenn jedoch Nmin-Richtwerte für Gemüsebau nach Getreide im Spätsommer vorliegen, können diese genommen werden.

    Kann zur N-Düngebedarfsberechnung im Frühjahr ein Mittelwert der Nmin-Werte der letzten 5 Jahre genommen werden?

    lfd. Nr: 185-0433 Stand: 27.05.2021

    Es ist lediglich eine Vorplanung mit dem 5-jährigen Mittelwert möglich, für die eigentliche Düngebedarfsermittlung sind aber die aktuellen Nmin Jahreswerte zu verwenden.

     

    Ist der Nitrachek-Schnelltest erlaubt?

    lfd. Nr: 185-0434 Stand: 13.10.2021

    In Niedersachsen ist im Gemüsebau analog zu Bayern und Nordrhein-Westfalen die Nitrachek-Methode zur Bestimmung des Nitratgehaltes im Boden in reinen Gemüsefruchtfolgen, die im selben Jahr angebaut werden, zulässig. Die Nitracheck-Methode ist für die erste Kultur im Kalenderjahr nicht zulässig. Für die erste Kultur sind Richtwerte oder Nmin-Werte aus einer repräsentativen Probe und anschließender Laboruntersuchung zu verwenden. Bei der Anwendung des Nitracheks sind die Vorgaben zur Nmin-Probenahme zu beachten und die "Verfahrenshinweise zur Nmin-Untersuchung mit Nitrachek" sowie des Herstellers zu beachten und das "Probenahmeprotokoll Nitratschnelltest mit Reflektometer (Nitrachek)" vollständig auszufüllen.

    Der Nitrachek-Schnelltest darf auch in nitratsensiblen Gebieten angewendet werden.

    Ist auf Flächen < 1 ha eine P-Bodenuntersuchung erforderlich?

    lfd. Nr: 185-0436 Stand: 31.05.2021

    Auf Schlägen unter 1 ha Größe ist keine Bodenuntersuchung für Phosphor erforderlich.

    Sind Flächen < 1 ha von der P-Düngebedarfsermittlung befreit?

    lfd. Nr: 185-0437 Stand: 25.05.2021

    Für Schläge unter einem ha muss keine Düngebedarfsermittlung für Phosphat erstellt werden. Jedoch besteht auch auf Flächen unter 1 ha die Pflicht der Düngebedarfsermittlung für Stickstoff. Bei fehlender Einschätzung des Humusgehalt muss auf Bodenuntersuchungen von vergleichbaren Schlägen zurückgegriffen werden.

    Besteht nach Vorfrucht Kartoffeln und Folgefrucht Gemüse noch ein Düngebedarf für das Gemüse?

    lfd. Nr: 185-0439 Stand: 31.05.2021

    Wird das Gemüse nach den Kartoffeln im Herbst bzw. Winter geerntet, ist das Gemüse in diesem Fall die letzte Hauptkultur. Somit kann eine Düngung nach Bedarf erfolgen.

    Wann ist eine Zwischenfrucht eine Leguminosen-Zwischenfrucht bei Saatmischungen und muss mit den entsprechenden Nachlieferungswerten bei der Bedarfsplanung im Frühjahr angerechnet werden?

    lfd. Nr: 185-0441 Stand: 31.05.2021

    Bei Saatmischungen ist ab einem Leguminosen-Samen-Anteil von 75 % der N-Nachlieferungswert für Leguminosen und bei geringeren Leguminosen-Anteilen (< 75 %) der Wert für Nichtleguminosen zu verwenden (Anlage 4 Tabelle 7 DüV).

    Muss im mehrschnittigen Kräuteranbau für jeden Schnitt eine neue Düngebedarfsermittlung erstellt werden? Ist die Anwendung des Nitratschnelltests auch im mehrschnittigen Kräuteranbau erlaubt?

     

    lfd. Nr: 185-0435 Stand: 31.05.2021

    Da im mehrschnittigen Kräuteranbau nach jedem Schnitt eine Düngung der Kultur erfolgt, um den Nährstoffbedarf des Wiederaustriebs zu decken, muss im mehrschnittigen Kräuteranbau zu jedem Schnitt eine neue Düngebedarfsermittlung erstellt werden. Die mineralischen Stickstoffgehalte im Boden können über die Nmin-Beprobung oder den Nitrachek-Schnelltest bestimmt werden.

    Wie können Flächen im Gemüsebau zum Zwecke der DBE zusammengefasst werden?

    lfd. Nr: 185-0438 Stand: 31.05.2021

    Bewirtschaftungseinheit:

    Die Düngeverordnung sieht die Möglichkeit vor, Bewirtschaftungseinheiten zu bilden, um Bedarfsermittlungen zusammenzufassen.

    Bewirtschaftungseinheiten sind definiert als zwei oder mehr Schläge, die vergleichbare Standortverhältnisse aufweisen, einheitlich bewirtschaftet werden und mit der gleichen Pflanzenart oder mit Pflanzenarten mit vergleichbaren Nährstoffansprüchen bewachsen oder zur Bestellung vorgesehen sind.

     

    Zusammenfassen von Kleinstflächen zu 2 ha Stücken: § 3 Absatz 2 Satz 3

    Gemäß § 3 Absatz 2 Satz 3 DüV können Flächen < 0,5 ha für die Düngebedarfsermittlung von Stickstoff zu einer Fläche von maximal 2 ha zusammengefasst werden. Hierbei gibt es keine Vorgaben hinsichtlich Kultur, Bewirtschaftung und Historie der Fläche.

    Wenn auf nach § 3 Absatz 2 Satz 3 zusammengefassten Flächen verschiedene Kulturen angebaut werden, kann gemäß § 4 Absatz 1 Nr. 2 DüV für die Düngebedarfsermittlung entweder ein durchschnittlicher N-Bedarfswert der angebauten Kulturen angenommen werden oder die Ermittlung beispielhaft für drei Gemüsekulturen mit unterschiedlichen N-Bedarfswerten erfolgen (z.B. Stark-, Mittel-, Schwachzehrer).

     

    Satzweiser Anbau von Gemüsekulturen

    Gemäß § 3 Absatz 2 Satz 4 DüV sind beim satzweisen Anbau von Gemüsekulturen bis zu drei DBE im Abstand von höchstens 6 Wochen durchzuführen, bei zusammengefassten Flächen für mindestens 1 der angebauten Kulturen.

    Im Heidelbeeranbau werden häufig größere Mengen an Bodenverbesserungsmaterial (i.d.R. Hochmoortorf und/oder Nadelholzhäcksel) auf bedingt heidelbeerfähige Böden aufgetragen (eine Art Dammkultur). Fällt diese Bodenverbesserungsmaßnahme unter die DüV (welche Sperrfristen sind hier zu beachten?)?

    lfd. Nr: 185-0442 Stand: 25.05.2021

    Die Einstufung dieser Stoffe nach DüMV wird i.d.R als Kultursubstrat vorgenommen. Bei Hochmoortorf und Nadelholzhäcksel ist aufgrund der hohen TS-Gehalte i.d.R. davon auszugehen, dass keine wesentlichen Gehalte an Stickstoff (mehr als 1,5% Gesamt-N bezogen auf der Trockenmasse) enthalten sind. Die Sperrfrist gilt nur für Stoffe mit wesentlichen Gehalten an Stickstoff. Um sicher zu sein, hat der Bewirtschafter vor der Aufbringung dieses Materials die Kennzeichnung dahingehend zu prüfen, ob es sich um ein Düngemittel mit einem wesentlichen Gehalt an Stickstoff handelt und das Material somit den Vorgaben der DüV (§ 5 (!) DüV) unterliegt. Ein Ausbringungsverbot auf gefrorenen Boden gilt auch für Bodenhilfsstoffe und Kultursubstrate.

    Wie ist Pilzkultursubstrat in der Düngeplanung zu berücksichtigen?

    lfd. Nr: 185-0443 Stand: 31.05.2021

    Der Gesamt-N-Gehalt von Pilzkultursubstrat oder Champost wird gem. Anlage 3 DüV mit einer N-Anrechenbarkeit von 10 % im Jahr der Ausbringung und mit insgesamt 10 % N-Nachlieferung (4 %, 3 %, 3 %) für die drei Folgejahre (§ 4 Abs. 1 Ziffer 5.) bewertet.

    Können Winterzwiebeln im Herbst nach Gemüse gedüngt werden?

    lfd. Nr: 185-0447 Stand: 13.10.2021

    Winterzwiebeln haben im Herbst keinen Düngebedarf, da die geringe Nährstoffaufnahme von ca. 20 kg N/ha durch den Nmin-Vorrat im Boden gedeckt werden kann.

    Der N-Bedarfswert im Frühjahr liegt bei 125 kg N/ha

    Kann die Offizialberatung Gartenbau in Fällen, in denen Fragen der Düngebedarfsermittlung nicht geklärt werden können, Bescheinigungen für die ordnungsgemäße Produktion ausstellen?

    lfd. Nr: 185-0449 Stand: 25.05.2021

    Im Falle von Fragen der Düngebedarfsermittlung, für die noch keine abschließende Klärung vorliegt, hat sich der Betriebsinhaber an die Düngebehörde zu wenden, die entsprechende Auskünfte erteilt.

    Kann Tagetes nach Erdbeeren unter Berücksichtigung der DüV gedüngt werden?

    lfd. Nr: 185-0450 Stand: 31.05.2021

    Die Tagetes können als Hauptkultur entsprechend ihres Stickstoffdüngebedarfs gedüngt werden. Tagetes haben in Abhängigkeit vom Aussaatzeitpunkt nach Erdbeeren einen N-Düngebedarf von 100 kg N/ha bei Aussaat im Mai und von 60 kg N/ha bei Aussaat im Juli/August.

    Was ist mit Kulturen, die nicht im Anhang 4 der Düngeverordnung aufgeführt wurden?

    lfd. Nr: 185-0451 Stand: 31.05.2021

    Die Düngebedarfe der jeweiligen Kulturen sind bei der Düngebehörde zu erfragen.

    Wie wird mit den Chicoréeresten zusammen mit der Pflanzerde umgegangen?

    lfd. Nr: 185-0454 Stand: 31.05.2021

    Für die Chicoréetreiberei wird auf ökologisch wirtschaftenden Betrieben aufgedüngte Erde gekauft und mit Chicorée bepflanzt. Nach dem Erntevorgang wird die nun an Dünger verarmte Erde zusammen mit den Chicoréewurzeln auf den Acker aufgebracht. Dies gilt als Ernterest und kann auf eigener, nicht aber auf fremder Fläche ausgebracht werden.

    Wie sind Erdbeeren im Herbst zu düngen? Wann ist der späteste sinnvolle Düngetermin?

    lfd. Nr: 185-0444 Stand: 31.05.2021

    Gemäß DüV beträgt der Düngebedarf einer Erdbeerneupflanzung im Herbst 60 kg N/ha, auch wenn dem im Pflanzjahr kein Ertrag entgegensteht.

    Ebenfalls 60 kg N/ha beträgt der Düngebedarf im Herbst einer bestehenden Erdbeeranlage.

    Der späteste sinnvolle Düngungstermin in Erdbeeren im Freilandanbau ist in etwa Anfang (Mitte) Oktober, wenn die Blütenanlagen angelegt werden.

    In beiden Fällen ist der aktuelle Nmin-Wert in der Schicht 0-30 cm abzuziehen. Es wird empfohlen, eigene Nmin-Untersuchungen oder einen Schnelltest zu machen, da keine Richtwerte vorhanden sind.

    In beiden Fällen sind selbstverständlich auch 20 kg/ha abzuziehen sofern es sich um humose Böden (>4% Humus) handelt.

    Auch abzuziehen sind 10 % der N-Menge aus der organischen Düngung des Vorjahres, aber nur dann, wenn sie nicht schon im Frühjahr (bei alten Erdbeeren) oder der Vorkultur berücksichtigt wurden. In den allermeisten Fällen dürften diese 10 % im Frühjahr schon berücksichtigt worden sein.

    Muss im Gemüsebau die Herbstdüngung auf den Bedarfswert im Frühjahr angerechnet werden?

    lfd. Nr: 185-0445 Stand: 13.10.2021

    Die Düngung im Herbst zu einer überwinternden Gemüsekultur muss im Gemüsebau nicht auf den Bedarfswert im Frühjahr angerechnet werden. Die mittels Düngebedarfsermittlung ermittelten Düngebedarfe für die Herbstdüngung und Frühjahrsdüngung dürfen nicht überschritten werden.

    Gemüsekulturen, die noch im selben Jahr geerntet werden, sind als Hauptfrucht zu betrachten. Die Düngung im Herbst dient daher der Versorgung der letzten Hauptfrucht im Jahr. Der berechnete Düngebedarf ist entsprechend einzuhalten.

    Welche Sperrfristen gelten im Gartenbau für die Ausbringung von Düngemitteln mit wesentlichen Nährstoffgehalten? (siehe § 6 Absatz 9 Nr. 2)

    lfd. Nr: 185-0446 Stand: 31.05.2021

    Abweichend von § 6 Abs. 8 Satz 1 Nr. 1 dürfen zu Gemüse-, Erdbeer- und Beerenobstkulturen bis zum Ablauf des 1. Dezember Düngemittel mit einem wesentlichen Gehalt an Stickstoff bis in Höhe des N-Bedarfs aufgebracht werden.

    In der Zeit vom 2. Dezember bis zum Ablauf des 31. Januar gilt ein Anwendungsverbot für Düngemittel mit wesentlichem Gehalt an Stickstoff. Die Aufbringung von Festmist von Huf- und Klauentieren und Kompost ist in der Zeit vom 01. Dezember bis zum Ablauf des 15. Januar verboten.

    Die Sperrfristen des § 6 Absatz 8 DüV gelten nur auf Acker- und Grünland, nicht auf Zierpflanzen-, Weihnachtsbaum-, Baumschul-, Rebschul, Strauchbeeren und Baumobstflächenflächen, nicht im Ertrag stehende Dauerkulturflächen des Wein- und Obstbaus und schnellwachsende Forstgehölze zu energetischen Nutzung. Für die genannten Flächen gilt jedoch der Bedarfsgrundsatz des § 3 DüV, so dass z. B. eine Gülledüngung im Dezember auf Gartenbauflächen wegen fehlendem Düngebedarf nicht zulässig wäre.

    Das Aufbringungsverbot gem.§ 5 Abs. 1 DüV gilt unabhängig hiervon.

    Welchen Nachweis muss der Landwirt für Zuschläge um max. 10 % aufgrund nachträglich eintretender Umstände erbringen?

    lfd. Nr: 185-0448 Stand: 25.05.2021

    Laut Anlage 4 Tabelle 1 Düngeverordnung ist es zulässig, bei der N-Düngebedarfsermittlung Zuschläge auf Grund nachträglich eintretender Umstände wie insbesondere Bestandsentwicklung oder Witterungsereignisse anzusetzen.

    Im Falle einer Überschreitung des ermittelten Düngebedarfes aufgrund nachträglich eintretender Umstände hat der Betriebsinhaber die Vorgaben gemäß § 3 Absatz 3 DüV zu beachten und zu dokumentieren.

    Zunächst wird ein höherer Düngebedarf durch öffentliche Bekanntgabe der nach Landesrecht zuständigen Fachbehörde attestiert.

    Zudem hat eine Nachweisführung des auf Grund nachträglich eintretender Umstände höheren Düngebedarfes zu erfolgen, d.h. eine Dokumentation auf einzelbetrieblicher Ebene (Bekanntmachung der Düngebehörde, Wetterdaten, Fotos, Pflanzen-/Bodenanalysen etc.).

    Muss für die Erdbeervermehrung eine Düngebedarfsermittlung erstellt werden?

    lfd. Nr: 185-0457 Stand: 31.05.2021

    Ja, für die Erdbeervermehrung ist eine Düngebedarfsermittlung zu erstellen. Der N-Bedarfswert für die Erdbeervermehrung liegt bei einem Ertragsniveau von 350 dt/ha bei 210 kg N/ha, der P2O5-Bedarfswert wird in Versorgungsstufe C mit 48 kg P2O5/ha ausgewiesen.

    Wie wird die Foliennutzung bei der Düngebedarfsermittlung beim Spargel berücksichtigt?

    lfd. Nr: 185-0458 Stand: 26.05.2021

    Im Spargelanbau ist die Foliennutzung keine Verfrühung im Sinne der DÜV und dem damit zusammenhängenden 20 kg N/ha Zuschlag.

    Muss auch für eine Spargel-Vollertragsanlage im 4. Standjahr noch eine DBE erstellt werden, auch wenn sich die Düngemengen meist unterhalb der Aufbringung wesentlicher Nährstoffmengen bewegen?

    lfd. Nr: 185-0460 Stand: 31.05.2021

    Eine DBE ist nur dann zu erstellen, wenn der Kultur eine wesentliche Nährstoffmenge im Sinne d. § 2 Nr. 10. zugeführt wird. Aufgrund des N-Bedarfes und der i.d.R. hohen Nmin-Werte bewegt sich die Düngung der Spargelertragsanlage im 4. Standjahr häufig unterhalb der Aufbringung wesentlicher Nährstoffmengen.

    Sofern keine wesentlichen Nährstoffmengen aufgebracht werden, ist keine DBE erforderlich.

    Müssen gemüsebauliche Ernte- und Putzreste als organische Dünger betrachtet und entsprechend bei der DBE berücksichtigt werden? Kann der anfallende Ernterest während der Vegetation bis zur Sperrfrist ausgebracht werden? Wie werden Rücknahmen aus dem Lebensmitteleinzelhandel eingeordnet?

    lfd. Nr: 185-0452 Stand: 13.10.2021

    Fallen Ernte- und Putzreste bei der Aufbereitung von Gemüse an, das auf betriebseigenen Flächen erzeugt wurde, können die jeweiligen Reste auch in

    Mischungen innerhalb der Sperrfrist auf die jeweiligen Ursprungsflächen gemäß des Nährstoffkreislaufgedankens breitflächig aufgebracht werden.

    Bei der Aufbringung von Ernteresten aus dem Gemüsebau handelt es sich damit nicht um eine Aufbringung im Sinne der DüV, wenn folgende Bedingungen eingehalten werden:

    1. Die im Betrieb anfallenden Erntereste könnten grundsätzlich (insbesondere hinsichtlich Menge und Konsistenz) auch bei Arbeitsschritten auf dem Feld anfallen,

    2. mit Ausnahme einer für die Verteilung evtl. notwendigen Zerkleinerung erfolgt keine weitere Verarbeitung, so dass die Konsistenz der Erntereste im Wesentlichen erhalten bleibt,

    3. die Aufbringung sollte innerhalb von fünf Tagen nach dem Anfall erfolgen und

    4. die anfallenden Erntereste werden wieder auf die gesamte Ursprungsfläche breitflächig verteilt.

    Sind alle diese Punkte erfüllt, handelt es sich nicht um eine Aufbringung im Sinne der DüV, d. h. die Vorschriften zu Sperrfristen, aufnahmefähigem Boden, Dokumentation der Aufbringung gelten nicht.

    Ist einer dieser Punkte nicht erfüllt, handelt es sich um die Aufbringung eines Wirtschaftsdüngers pflanzlicher Herkunft, bei der alle düngerechtlichen Vorschriften beachtet werden müssen.

    Stammen die Putzabfälle nicht vom eigenen Betrieb, sondern von einem Verarbeitungs- oder Lebensmittelbetrieb handelt es sich bei den Putzabfällen um Bioabfälle. Die Vorschriften der Bioabfallverordnung und der Düngeverordnung sind zu beachten.

    Wie ist die Aufbringung von Spargelresten in der DBE zu berücksichtigen?

    lfd. Nr: 185-0453 Stand: 31.05.2021

    Im Rahmen der DBE ist die N-Nachlieferung aus der Ausbringung von Spargelresten anzurechnen.

    Beispiel: Ein Betrieb bringt 30 dt/ha Spargelerntereste (100 dt Spargelertrag x 30%) auf. In der Praxis sind die Mengen an Spargelschälabfällen zu schätzen.  Dieses entspricht einer N-Fracht von ca. 8 kg N/ha. Insofern sind im nachfolgenden Jahr 0,8 kg N/ha im Rahmen der N-Düngebedarfsermittlung zu berücksichtigen. Natürlich fällt dieser Wert auf der Einzelfläche höher aus, wenn der Betrieb die Erntereste konzentriert auf einzelne Flächen ausbringt.

    Können Gemüse- und Putzreste auf dem Feld gelagert werden?

    lfd. Nr: 185-0455 Stand: 15.07.2021

    Aus Vorsorgegründen können Gemüse- und Putzreste kurzfristig und längstens für einen Zeitraum von einer Woche vor der Auf- oder Einbringung auf der dafür vorgesehenen Fläche und mit der dafür benötigten Menge bereitgestellt werden.

    Eine Überschreitung der Wochenfrist ist nur zulässig, sofern die Flächen wegen Nässe temporär nicht befahrbar sind oder eine Aufbringung aufgrund von organisatorischen und logistischen Erfordernissen nicht möglich ist. Unter den vorgenannten Voraussetzungen kann eine Ablage der Gemüsereste bis zu zwei Wochen erfolgen. Dabei ist darauf zu achten, dass keinerlei Sickersäfte in den Boden eindringen.

    Wie kann im Gemüseanbau ein Ertragsniveau nachgewiesen werden?

    lfd. Nr: 185-0461 Stand: 31.05.2021

    Bei der Düngebedarfsermittlung ist die Brutto-Ertragserwartung ausschlaggebend.

    § 4 (1) Insbesondere bei Gemüsekulturen mit nicht gewichtsmäßig erfassten Erträgen (z.B. Bund, Schalen, Stück) sind die Tabellenwerte (Anlage 4 Tabelle 4) anzusetzen, es sei denn, es wird ein Minder- oder Mehrertrag nachgewiesen. Missernten und nicht abgeerntete Flächen sind bei der Berechnung des Jahresmittels zur Berechnung des dreijährigen Mittels auszuschließen.

    Weicht das tatsächliche Ertragsniveau in einem der letzten fünf Jahre um mehr als 20 % vom Ertragsniveau des jeweils vorangegangenen Jahres ab, kann statt des tatsächlichen Ertragsniveaus, das im Jahr der Abweichung erreicht wurde, das Ertragsniveau des jeweils vorangegangenen Jahres für die Ermittlung der Ertragsdifferenz herangezogen werden.

    Wie erfolgt die Ermittlung des Nmin-Wertes bei den in Anlage 4 Tabelle 4 Spalte 3 DüV mit „*“ und „**“ gekennzeichneten Kulturen?

    lfd. Nr: 185-0462 Stand: 13.10.2021

    Die Düngebedarfsermittlung für die Kulturen in Anlage 4 Tabelle 4 DüV mit * oder ** wird mit den Nmin-Richtwerten der LWK Niedersachsen zu Kulturbeginn vor einer Düngung erstellt. Die DBE muss bei den mit „*“ gekennzeichneten Kulturen in der 4. Kulturwoche mit den aktuellen Nmin-Werten aus einer eigenen Nmin-Probe aktualisiert werden. Bei den mit „**“ gekennzeichneten Kulturen muss der Nmin-Wert aus einer eigenen Nmin-Probe in der 6. Kulturwoche aktualisiert werden.

    Hinweis: Die Nmin-Probe muss vor der Kopfdüngung erfolgt sein.

     

      Düngemittel - § 2, § 3, § 6, Abs. 8 DüV

    Ist Kartoffelfruchtwasser auch von den Düngungsbeschränkungen im Herbst betroffen?

    lfd. Nr: 146-0034 Stand: 28.05.2021

    Ja, in der Regel weist Fruchtwasser einen wesentlichen Gehalt an Stickstoff (> 1,5 % N in TM) auf und unterliegt somit der Herbst- und Sperrfristregelung.

    Für welche Düngemittel bzw. Düngemittelmischungen gilt §6 (2) DüV „Harnstoff als Düngemittel darf ab dem 1. Februar 2020 nur noch aufgebracht werden, soweit ihm ein Ureasehemmstoff zugegeben ist oder unverzüglich, jedoch spätestens innerhalb von vier Stunden nach der Aufbringung eingearbeitet wird“?

    lfd. Nr: 146-0155 Stand: 22.06.2020

    Die Regelung hinsichtlich der Zugabe eines Ureasehemmstoffs gilt nur für reinen Harnstoff (46 % N) und physikalisch gemischte Düngemittel aus Harnstoff und anderen Düngemitteln. Diese Regelung gilt nicht für Ammoniumnitrat-Harnstofflösung (AHL) und chemisch gemischten harnstoffhaltigen Düngemitteln (z.B. Piamon).

    Nach der europäischen und der nationalen Düngemittelverordnung sind zurzeit 3 Ureaseinhibitoren (UI) zugelassen

    • N-(2-Nitrophenyl)phosphorsäuretriamid (2-NPT),
    • N-(n-Butyl)-thiophosphortriamid (NBPT)
    • Gemisch aus N-Butyl-thiophosphortriamid und N-Propylthiophosphortriamid

    UI werden in der Regel bei der Produktion des Harnstoffs zugegeben. Sie können aber auch nach der Produktion des Harnstoffs aufgesprüht werden, z.B. bei Importware ohne UI. Bei beiden Varianten ist die Haltbarkeit im und am Harnstoff sehr unterschiedlich. Wird der UI bei der Produktion zugegeben, so sind die deklarierten Gehalte nach max. 12 Monaten noch feststellbar. Aufgesprühte UI sind dagegen max. 4 Monate haltbar. Durch das Aufsprühen eines UI können sich die Streueigenschaften und die Qualität (bei der Einlagerung Feuchtigkeit u.a.) des Harnstoffs verändern.

      Mist-, Kompost-, Pilzkultursubstratdüngung, Klärschlammerden, Grünguthäcksel - § 6, Abs. 8 DüV, Anlage 3 DüV

    Gilt bei der Anwendung von Kompost im roten Gebiet die Einzelschlagregelung von max. 170 kg N/ha und Jahr oder die Regelung 510/kg N/ha innerhalb von drei Jahren? 

    lfd. Nr: 145-0466 Stand: 14.10.2021

    Bei der Anwendung von Kompost in roten Gebieten sind die Vorgaben aus §6 (4) DüV analog auf den Einzelschlag anzuwenden. D.h.: die aufgebrachte Menge an Gesamtstickstoff ist über einen Zeitraum von drei Jahren auf maximal 510 kg N/ha und Schlag zu begrenzen. Diese schlagbezogene N-Obergrenze ist inklusive aller sonstigen org./org.min Dünger einzuhalten.
    Die betriebliche N-Obergrenze berechnet sich hierbei wie gehabt und muss ebenfalls eingehalten werden.

     

    Unterliegen Mist von Huf- und Klauentieren, Kompost, Pilzsubstrat, Klärschlammerde und Grünguthäcksel der 30/60 kg N-Regelung im Herbst?

    lfd. Nr: 145-0018 Stand: 14.10.2021

    Nein, Mist von Huf- und Klauentieren sowie Kompost, Pilzsubstrat, Klärschlammerde und Grünguthäcksel unterliegen nicht der 30/60 N-Regelung im Herbst und können bis zum Beginn der Sperrfrist ausgestreut werden (§6 Abs. 8, S. 2), auch wenn aktuell kein N-Düngebedarf vorliegt. Die Menge hat sich dabei am gesamten Düngebedarf für die volle Vegetationsperiode der nächsten Hauptfrucht zu orientieren und muss in Höhe der N-Ausnutzung angerechnet werden.

    Die Düngung Mist von Huf- und Klauentieren sowie Kompost, Pilzsubstrat, Klärschlammerde und Grünguthäcksel zur Gründüngungszwischenfrucht im Roten Gebiet ist mit max. 120 kg Gesamt-N/ha begrenzt.

    Welche Sperrfrist gilt für Mist von Huf- und Klauentieren, Kompost, Pilzsubstrat, Klärschlammerde und Grünguthäcksel?

    lfd. Nr: 145-0172 Stand: 30.06.2021

    Die Sperrfrist für Mist von Huf- und Klauentieren, Kompost, Pilzsubstrat, Klärschlammerde und Grünguthäcksel ist abhängig vom N- bzw. P2O5-Gehalt in der Trockenmasse (TM) und der zugewiesenen Kulisse (mit Nitrat belastete (Rote) und eutrophierte (Gelbe) Gebiete) gemäß Landesdüngeverordnung (NDüngGewNPVO), in der sich der Schlag befindet, auf dem aufgebracht werden soll.  

    Folgende Sperrfristen sind einzuhalten bei Mist von Huf- und Klauentieren, Kompost, Pilzsubstrat, Klärschlammerde und Grünguthäcksel :

    • Oben genannte Düngemittel mit einem wesentlichen Gehalt an Stickstoff (>1,5% N i.TM.) 
      • Außerhalb Roter Gebiete: 01.12 bis einschl. 15.01. (§6 (8) Satz 2 DüV)
      • In Roten Gebieten: 01.11. bis einschl. 31.01. (§13a (2) Nr. 4 DüV)
         
    • Oben genannte Düngemittel mit einem wesentlichen Gehalt an Phosphat (>0,5% P2O5 i.TM.) 
      • Außerhalb Roter und Gelber Gebiete: 01.12 bis einschl. 15.01. (§6 (8) Satz 3 DüV)
      • In Roten Gebieten: 01.11. bis einschl. 31.01. (§13a (2) Nr. 4 DüV)
      • In Gelben Gebieten: 01.12. bis einschl. 15.02. (§4 Nr. 4. NDüngGewNPVO)
         
    • Die jeweils strengere Sperrfrist in Abhängigkeit von Gebiet und Nährstoffgehalt ist bindend, auch die Kombination. 
      Beispiel: Kompost darf auf einem Schlag im Gelb/Roten Gebiet bei einem wesentlichen N- und P2O5-Gehalt im Zeitraum 01.11. bis einschl. 15.02. nicht aufgebracht werden. 
       
    • Düngemittel mit keinem wesentlichen Gehalt an Stickstoff (≤ 1,5 % N i.TM.) und keinem wesentlichen Gehalt an Phosphat (≤ 0,5 % P2O5  i.TM.) können ganzjährig aufgebracht werden, solange die Kriterien zur Aufnahmefähigkeit der Böden (§ 5 Abs. 1 DüV) eingehalten werden.

    Was gilt es bei wiederholter Aufbringung von Grünguthäcksel zu beachten?

    lfd. Nr: 145-0180 Stand: 26.07.2021

    Bei wiederholter Aufbringung von Grünguthäcksel auf eine bestimmte Fläche ist eine repräsentative Frühjahrs-Nmin Untersuchung der Anwendungsfläche gem. den allgemeinen Richtlinien zur Untersuchung von Bodenproben (VDLUFA) durchzuführen. Die Bodenprobenahme hat durch einen geschulten Probenehmer zu erfolgen. Der ermittelte repräsentative Frühjahrs-Nmin-Wert ist bei der aktuellen Düngebedarfsermittlung der jeweils angebauten Kultur zu berücksichtigen.

    Wie ist die Ausbringung von Mist von Huf- und Klauentieren, Kompost, Pilzsubstrat, Klärschlammerde und Grünguthäcksel im Herbst zu bewerten?

    lfd. Nr: 145-0091 Stand: 01.04.2021

    Wird im Herbst Mist von Huf/Klauentieren, Kompost, Pilzsubstrat, Klärschlammerde und Grünguthäcksel gestreut, der zur Ernährung der Hauptfrucht in der folgenden Vegetationsperiode dient, ist der Stickstoff in Höhe der N-Ausnutzung (siehe FAQ-Düngebehörde - Begriffsbestimmungen) bei der Düngung zur Hauptfrucht zu berücksichtigen.
    Die 10 % Norg-Nachlieferung im Folgejahr (§ 4 Absatz 1 Satz 1 Nummer 5 DüV) ist bei Mist von Huf/Klauentieren im Jahr nach dem Anbaujahr der Hauptfrucht anzurechnen. 
    Die 10 % Norg-Nachlieferung bei Kompost, Pilzsubstrat, Klärschlammerde und Grünguthäcksel muss für drei Folgejahre nach dem Anbaujahr der Hauptfrucht (1. Folgejahr 4 %, 2. Folgejahr 3 %, 3. Folgejahr 3 %) berücksichtigt werden.

    Beispiele:

    (In den Beispielen entspricht die N-Ausnutzung der Mindestwirksamkeit gem. DüV Anlage 3)

    1) Mist von Huf/Klauentieren
    Ausgebracht wurden 100 kg N/ha Rindermist im Herbst 2020,  Anbau Silomais im Jahr 2021, Anbau Sommergetreide 2022

    • Für den Silomais im Jahr 2021 sind 25 kg N/ha anzurechnen (= 100 kg N/ha x 25% N-Ausnutzung)
    • die 10% Nachlieferung ist für das Sommergetreide im Jahr 2022 zu berücksichtigen, in diesem Beispiel 10 kg N/ha (100 kg N/ha x 10%).
       

    2) Kompost, Pilzsubstrate, Klärschlammerde und Grünguthäcksel
    Ausgebracht wurden 100 kg N/ha Kompost im Herbst 2020,  Anbau Silomais im Jahr 2021, Anbau Sommergetreide 2022

    • Für den Silomais im Jahr 2021 sind 5 kg N/ha anzurechnen (= 100 kg N/ha x 5% N-Ausnutzung)
    • die 10% Nachlieferung (10 kg N/ha) ist dann wie folgt zu berücksichtigen:
      2022 (Sommergetreide): 4 kg N/ha / 2023: 3 kg N/ha / 2024: 3 kg N/ha.

    Wie ist Klärschlammerde definiert?

    lfd. Nr: 145-0250 Stand: 29.01.2021

    Klärschlammerde ist Klärschlamm, der eine mehrjährige Behandlung in Pflanzbeeten durchlaufen hat. Die Klärschlammbehandlung in Pflanzbeeten dient der Entwässerung und dem Ab- und Umbau organischer Substanz (Mineralisation) Durch die Behandlung erhält der Schlamm eine erdähnliche Struktur.  

    Das Verfahren zur Klärschlammbehandlung in Pflanzbeeten ist im ATV-DVWK-Reglwerk 2/2001 KA 01/2001 beschrieben. 

    Klärschlammerden, die für die landwirtschaftliche Verwertung bestimmt sind und wie Kompost gem. DüV behandelt werden dürfen, müssen folgende Mindestanforderungen erfüllen:

    • Trockenrückstandsgehalt >= 20%
    • Endprodukt weist einen erdigen Geruch auf
    • Schilfreste sind visuell erkennbar
    • Eindeutige Zuordnung der Anale und des Beetes muss sichergestellt sein
    • Dauer des Verfahrensablaufs mind. 6 Jahre

    Klärschlammerde, die nicht den hier genannten Anforderungen enstspricht, ist bei der landwirtschaftlichen Verwertung wie Klärschlamm gem. DüV zu behandeln.  

    Wie ist Grünguthäcksel definiert?

    lfd. Nr: 145-0251 Stand: 13.01.2021

    Bei Grünguthäcksel handelt es sich um frisches, holziges Material, das nicht kompostiert wurde. Eine Hygienisierung des Materials vor der Ausbringung hat somit nicht stattgefunden. Die Mineralisierung des Materials findet im Boden statt. 

    Es handelt sich um Bioabfall im Sinne des Kreislaufwirtschaftsgesetzes (KrWG). Die abfallrechtlichen Regelungen, insbesondere die Regelungen der BioAbfV finden Anwendung. Im Unterschied zu Kompost liegt im Fall des Grünguthäcksels keine abgeschlossene Abfallbehandlung vor. 

    Unter phytohygienischen Gesichtspunkten sollte sich der Abfall auf die nachfolgend beschriebene Zusammensetzung beschränken. Bioabfälle wie Garten-, Park - und Landschaftspflegeabfälle, die sich überwiegend aus Schnittgut mehrjähriger Pflanzen zusammensetzt, können im Rahmen der regionalen Verwertung zerkleinert als Grünguthäcksel auf Ackerflächen aufgebracht werden.
    Diese Abfälle dürfen keine Erde, Mähgut (u.a. Rasenschnitt, Mähgut aus Gräben), Staudenschnitt, Grün- und Strauchabschnitt von Straßenrändern (Straßenbegleitgrün) oder von Industriestandorten sowei Gemüseabfälle aus Haus- und Kleingärten (z.B. Kartoffelkraut) oder aus der Biotonne enthalten. 

    Welche Stickstoffnachlieferung muss bei der Anwendung von Kompost, Pilzsubstrat, Klärschlammerde und Grünguthäcksel als Abschlag bei der Düngebedarfsermittlung angerechnet werden?

    lfd. Nr: 145-0258 Stand: 19.08.2020

    Die genannten Düngemittel werden in Niedersachsen wegen der geringen N-Verfügbarkeit analog zu Kompost beurteilt. Die Stickstoffnachlieferung muss für drei Folgejahre (1. Folgejahr 4 %, 2. Folgejahr 3 %, 3. Folgejahr 3 %) berücksichtigt werden.

      Herbstdüngung - § 6, Abs. 8 DüV

    Gilt eine Beweidung der Zwischenfrucht als Futternutzung und darf eine entsprechend hohe Düngung, auch im roten Gebiet erfolgen?

    lfd. Nr: 143-0469 Stand: 07.07.2021

    In roten Gebieten dürfen Zwischenfrüchte ohne Futternutzung nicht gedüngt werden. In aller Regel ist mit Nutzung eine maschinelle Ernte verbunden. Jedoch kann auch eine intensive Beweidung, bei der nur sehr geringe Weidereste verbleiben, einer Nutzung gleichgestellt werden, so dass dann eine Düngung zulässig wäre.

    Dazu muss der Aufwuchs innerhalb 1-2 Wochen vollständig abgegrast werden. Bei einer Beweidung mit Schafen ist dazu eine Besatzdichte von ca. 200 Schafen je ha erforderlich. Der durch die Schafe zurückgelassene Kot und Harn muss bei der Düngebedarfsermittlung für die Zwischenfrüchte nicht berücksichtigt werden.

    Die Beweidung muss dokumentiert werden. Dazu genügt in der Schlagkartei der betreffenden Fläche der Aufschrieb von Anzahl, Tierart und Weidetagen. Zum Beispiel 300 Schafe, 12 Tage.

    Diese 300 Schafe haben keinen Einfluss auf die schlagbezogene 170 N-Grenze! Bei der schlagbezogenen 170 N-Grenze zählt nur der aktiv ausgebrachte org. Dünger, (Gülle, Mist, Gärrest, Kompost etc ). Die Weidetiere auf dem Schlag müssen nicht in kg N umgerechnet werden!

    Allerdings: Diese 300 Schafe, die ja quasi in Pension genommen wurden, beeinflussen die gesamtbetriebliche 170 N-Grenze und die Tiere müssen auf einen Jahresdurchschnittsbestand umgerechnet werden: 300 Tiere für 12/365 Tage = 10 Schafe die in der gesamtbetrieblichen 170er-Berechnung des Landwirts auftauchen müssen. Der Schäfer kann diese 10 Schafe bei seiner Berechnung weglassen.

    Fazit: Damit die Absicht einer Beweidung eine Zwischenfrucht zu einer Futterzwischenfrucht macht, die eine entsprechend hohe Düngung, auch im roten Gebiet, legitimiert, muss eine intensive Beweidung erfolgen die kaum Weidereste hinterlässt.

    Wie sind Saatgutbeizen zum Einsatz von Spurennährstoffbeizen bzw. –blattdüngern mit wesentlichem Gehalt an Stickstoff bei der Herbstdüngung zu bewerten?

    lfd. Nr: 143-0260 Stand: 14.10.2021

    Grundsätzlich gelten für die Anwendung von Düngemitteln mit wesentlichen Gehalt an Stickstoff entsprechende Sperrfristen nach DüV bzw. NDüngGewNPVO (LandesDüV).

    Ein wesentlicher Gehalt an Nährstoffen wird entsprechend § 2 Nr. 11 DüV wie folgt definiert:
    Nährstoffgehalt in der Trockenmasse (TM) von mehr als 1,5 % Gesamtstickstoff oder 0,5 % Phosphat.

    Einige als Beize oder Blattdünger verwendeten Spurennährstoffdüngemittel enthalten Stickstoff. Überschreitet der Stickstoffgehalt die Grenze für den wesentlichen Nährstoffgehalt von 1,5 % Gesamtstickstoff in der Trockenmasse, ist nach den Vorgaben der DüV ein Einsatz während der Sperrzeit nicht zulässig.

    Zur Vermeidung eines möglichen Spurennährstoffmangels bei Winterraps und Wintergetreide wird ein Aufbringen o. g. stickstoffhaltiger Spurennährstoffdünger im Rahmen der Saatgutbeizung bzw. Blattdüngung während der Sperrzeiten zugelassen, wenn der Stickstoff nicht aktiv appliziert wird bzw. nicht als eigene Verbindungsform vorliegt (wie z. B. bei der Zugabe von Aminosäuren oder N-Düngemitteln), sondern „passiv“ in den Spurennährstoffverbindungen enthalten ist.

    „Passiv“ kommt Stickstoff immer dann in Ausgangsstoffen von Spurennährstoffdüngemitteln vor, wenn er Bestandteil einer chemischen Verbindung ist. Als Beispiele sind hier Mangannitrat, Borethanolamin bzw. alle chelatisierten Mikronährstoffe zu nennen. In derartigen Produkten ist der Stickstoff damit „unvermeidbarer“ Bestandteil eines Anwendungs-/Formulierungshilfsmittels.

    Derartige Spurennährstoffdünger werden bei der Saatgutbeizung bzw. Blattdüngung in der Regel nur in sehr geringen Mengen eingesetzt. Mit den zugegebenen Mengen dieser Spurennährstoffdünger bzw. den üblichen Saatgut- und Blattdüngungsmengen pro Flächeneinheit ergibt sich je nach Produkt und Aufwandmenge eine Stickstoffzufuhr von 20 - 300 g/ha Stickstoff. Diese Menge ist im Vergleich zur N-Aufnahme der Winterungen marginal.

    Daher wird die Applikation solcher Spurennährstoffdünger während der Sperrzeiten über die o. g. Spurennährstoffformen im Rahmen der Beizung bzw. der Mikronährstoffblattdüngung entsprechend den Vorgaben der guten fachlichen Praxis nicht als Zufuhr von Düngemitteln mit wesentlichem Gehalt an Stickstoff gewertet.

    Wann ist von einer Futternutzung der Zwischenfrucht auszugehen, sodass ein Düngebedarf im Herbst besteht?

    lfd. Nr: 143-0261 Stand: 14.10.2021

    Von einer Futternutzung der Zwischenfrucht kann ausgegangen werden, wenn die Zwischenfrucht aktiv geerntet wird oder infolge einer Beweidung nur noch geringe Weidereste zurückbleiben. Die aktive Ernte oder die Beweidung muss dabei im Ansaatjahr erfolgen.

    Welche Früchte sind als Vorfrucht hinsichtlich der Herbstdüngung einzustufen wie eine Getreidevorfrucht?

    lfd. Nr: 143-0001 Stand: 07.09.2021

    Grundsätzlich ist eine Herbstdüngung auf Ackerland nur nach einer Getreidevorfrucht im klassischen ackerbaulichen Sinne zulässig. Mais ist keine Getreidevorfrucht, auch wenn es botanisch dazugehört. Für Gemenge gilt, dass der überwiegende Anteil (> 50 %) der Saatgutmischung Getreide sein muss.

    Besteht ein Düngebedarf nach einem Grünlandumbruch im Herbst?

    lfd. Nr: 143-0002 Stand: 30.04.2019

    Nein, die Grasnarbe liefert ausreichend Stickstoff nach.

    Besteht ein Düngebedarf nach Umbruch von mehrjährigem Ackergras?

    lfd. Nr: 143-0003 Stand: 30.04.2019

    Nein, da die Vorkultur ausreichend Stickstoff nachliefert.

    Nach der Getreideernte wurde Ackergras angesät und im Herbst noch gemäht. Besteht nach der letzten Schnittnutzung noch ein Düngebedarf?

    lfd. Nr: 143-0004 Stand: 22.06.2020

    Nein, es besteht kein Düngebedarf.

    Besteht nach Vorfrucht Kartoffeln und Folgefrucht Gemüse noch ein Düngebedarf für das Gemüse?

    lfd. Nr: 143-0005 Stand: 30.04.2019

    Das Gemüse ist in diesem Fall die letzte Hauptkultur und somit kann eine Düngung nach Bedarf gegeben werden. Der Düngebedarf ist entsprechend §4 DüV zu ermitteln.

    Hat eine Grasuntersaat in Getreide nach Ernte des Getreides einen Düngebedarf, wenn diese im nächsten Jahr zur Ackergrashauptkultur wird?

    lfd. Nr: 143-0006 Stand: 14.10.2021

    Die Grasuntersaat wird in diesem Fall gleichgesetzt mit dem Feldfutter ohne Beerntung im Ansaatjahr mit folgender erlaubter Stickstoffdüngung nach der Ernte der Hauptfrucht

    • Rote Gebiete: Keine Düngung erlaubt, da keine Nutzung im Ansaatjahr erfolgt!
    • Nicht Rote Gebiete: N-Düngung erlaubt in Höhe des Bedarfs, jedoch maximal 60 kg Gesamt-N/ha und/oder maximal 30 kg NH4 -N/ha (mineralisch + organisch). Die Düngung ist in Höhe der N-Ausnutzung im Frühjahr anzurechnen.

    Hat Grünroggen nach Mais als Gründüngungszwischenfrucht einen N-Düngebedarf?

    lfd. Nr: 143-0007 Stand: 30.04.2019

    Nein, der Grünroggen nach Mais hat keinen Düngebedarf, weil er kein ausreichendes Massenwachstum aufweist und somit auch keine nennenswerte Nährstoffaufnahme mehr hat.

    Besteht ein Düngebedarf, wenn man nach einer frühen Beerntung von Wintergerste noch einen frühreifen Mais bis zum 15.7. aussät?

    lfd. Nr: 143-0008 Stand: 22.06.2020

    Nach unseren Empfehlungen hätte Mais im Zweitfruchtanbau einen N-Düngebedarf von 120 kg N/ha. Dies bezieht sich allerdings auf eine Aussaat nach einem Grünroggen, also bis Mitte Juni. Bei einer Aussaat im Juli hat der Mais ein N-Düngebedarf von 80 kg N/ha.

    Nach der Getreideernte wurde die nachfolgende Zwischenfrucht mit einer Standzeit von 8 Wochen umgebrochen und vor dem 1.10. Wintergerste gesät. Darf im Herbst jeweils zu der Zwischenfrucht und zu der nachfolgenden Wintergerste gedüngt werden und wenn ja in welcher Höhe?

    lfd. Nr: 143-0009 Stand: 14.10.2021

    Hier muss unterschieden werden zwischen nitratbelasteten Gebieten (Rote Gebiete) und nicht mit Nitrat belasteten Gebieten.  

    • In Roten Gebieten darf weder die Gründüngungszwischenfrucht noch die Wintergerste gedüngt werden.
    • In nicht Roten Gebieten darf die Gründüngungszwischenfrucht in Höhe des Bedarfs gedüngt werden, dabei dürfen jedoch max. 60 kg Ges.-N bzw. 30 kg NH4-N/ha (organisch + mineralisch) aufgebracht werden. Die im Anschluss gesäte Wintergerste darf dann nicht gedüngt werden.

    Hat Gras als Untersaat in Mais oder Folgefrucht nach Mais einen Düngebedarf?

    lfd. Nr: 143-0010 Stand: 22.06.2020

    Nein. Nur in Ausnahmejahren (frühe Maisernte im August) kann ggf. ein Düngebedarf bestehen. In diesen Jahren würde die Düngebehörde darüber gesondert informieren.

    Ist es möglich Wintergerste nach dem 01 Okt. zu düngen?

    lfd. Nr: 143-0011 Stand: 30.04.2019

    Der Gesetzestext ist hier eindeutig und lässt keine Düngung nach dem 1.10 auf Ackerland zu. Befreit hiervon sind lediglich die Festmiste von Huf- und Klauentiere als auch Komposte.

    Muss eine gesonderte Dokumentation des Düngebedarfs von Wintergerste, Winterraps, Zwischenfrüchten oder Feldfutter im Herbst erfolgen?

    lfd. Nr: 143-0013 Stand: 30.04.2019

    Ja, diese ist erforderlich, um einen Düngebedarf im Herbst nachzuweisen.

    Hat Rauhafer in Reinsaat als Gründüngungszwischenfrucht einen N-Düngebedarf?

    lfd. Nr: 143-0015 Stand: 01.10.2021

    Hier muss unterschieden werden zwischen nitratbelasteten Gebieten (Rote Gebiete) und nicht mit Nitrat belasteten Gebieten.  

    • In Roten Gebieten darf der Rauhafer als Gründüngungszwischenfrucht nicht gedüngt werden.
    • In nicht Roten Gebieten darf der Rauhafer als Gründüngungszwischenfrucht (Voraussetzung: Vorfrucht Getreide und Aussaat bis 15.09.) in Höhe des Bedarfs gedüngt werden, dabei dürfen jedoch max. 60 kg Ges.-N bzw. 30 kg NH4-N/ha (organisch + mineralisch) aufgebracht werden. 

    Darf Feldfutter, welches nach Winterraps, Frühkartoffel, Feldgemüse oder Erdbeeren angebaut wird noch gedüngt werden?

    lfd. Nr: 143-0016 Stand: 01.10.2021

    Hier muss unterschieden werden zwischen nitratbelasteten Gebieten (Rote Gebiete) und nicht mit Nitrat belasteten Gebieten.  

    • In Roten Gebieten muss die Aussaat des Feldfutters bis inkl. dem 15.08. erfolgt sein, damit ein erntefähiger Ausfwuchs zu erwarten ist. Bei Aussaat nach dem 15.08. darf das Feldfutter nicht mehr gedüngt werden. Das Feldfutter darf nach Bedarf gedüngt werden. 
       
    • In nicht Roten Gebieten muss unterschieden werden zwischen Feldfutter mit Ernte im Ansaatjahr und Feldfutter ohne Ernte im Ansaatjahr.

    a) Bei Feldfutter mit Ernte im Ansaatjahr muss die Aussaat des Feldfutters bis inkl. dem 15.08. erfolgt sein, damit ein erntefähiger Aufwuchs zu erwarten ist. Das Feldfutter darf dann nach Bedarf gedüngt werden. 

    b) Bei Feldfutter mit einem Ausaatzeitpunkt nach dem 15.08. wird davon ausgegangen, dass kein erntefähiger Aufwuchs zu erwarten ist. Damit darf dann das Feldfutter nur gedüngt werden, wenn die Vorfrucht Getreide war und die Aussaat bis zum 15.09. erfolgt ist. Das Feldfutter darf dann in Höhe des Bedarfs gedüngt werden, dabei dürfen jedoch max. 60 kg Ges.-N bzw. 30 kg NH4-N/ha (organisch + mineralisch) aufgebracht werden. 

    Generell gilt: Der tatsächlichen Düngung muss eine Düngebedarfsermittlung vorangehen.

    Neben der 30/60 Regelung zur Obergrenze der Herbstdüngung nach der Hauptkultur nennt Niedersachsen Orientierungswerte zum N-Düngebedarf im Herbst. Technisch ist es schwierig, diese geringen Stickstoffmengen, z.B. mit Gülle, auszubringen. Was ist daher zu beachten?

    lfd. Nr: 143-0017 Stand: 30.04.2019

    Grundsätzlich ist bei der Herbstdüngung die zuerst erreichte Obergrenze bei der Stickstoffausbringung (30 kg/ha Ammonium-N-Grenze, 60 kg/ha Gesamt-N-Grenze oder N-Düngebedarf) limitierend. Wenn diese geringen zulässigen Ausbringmengen für Stickstoff technisch nicht eingehalten werden können, dann muss eine Ausbringung unterbleiben.

    Ist es zulässig die Zwischenfrucht schon mehrere Wochen vor der Aussaat der Nachkultur umzubrechen, so lange die Saattermine 8 Wochen auseinanderliegen?

    lfd. Nr: 143-0020 Stand: 30.04.2019

    Nein, eine gedüngte Zwischenfrucht muss eine Mindeststandzeit von 8 Wochen aufweisen. Für ungedüngte Zwischenfrüchte gibt es keine Mindeststandzeit.

    Darf Grünland nach dem letzten Schnitt noch gedüngt werden?

    lfd. Nr: 143-0167 Stand: 22.06.2020

    Ja, es ist zulässig, auch nach der letzten Nutzung bis zum Termin der Sperrfrist eine moderate Menge Gülle/Gärrest auf Grünland auszubringen. Die Menge muss dabei auf max. 80 kg Ges.-N/ha beschränkt bleiben. Sie trägt vorrangig zur Stärkung der mehrjährigen Kultur bei, hierbei insbesondere zur Verbesserung der Narbe und der Winterfestigkeit. Diese N-Menge ist bei der Abdeckung des ermittelten N-Düngebedarfs im Düngejahr zu berücksichtigen.

    Ist die Herbstdüngung zu Winterraps und Wintergerste auf den N-Bedarfswert im folgenden Frühjahr anzurechnen?

    lfd. Nr: 143-0233 Stand: 01.10.2021

    Ja, bei der Frühjahrs-Düngebedarfsermittlung zu Wintergerste und Winterraps ist der im Herbst ausgebrachte Stickstoff in Höhe der N-Ausnutzung anzurechnen. Die N-Ausnutzung ist der jeweils höchste Wert aus Mindestwirksamkeit, N-Verfügbar oder NH4-N.

    Wann ist die Nutzung einer Zwischenfrucht durch Beweidung als Futterzwischenfrucht zu bewerten?

    lfd. Nr: 143-0482 Stand: 01.06.2020

    Damit die Absicht einer Beweidung z.B. durch Schafe eine Zwischenfrucht zu einer Futterzwischenfrucht macht, die eine entsprechend hohe Düngung, auch im roten Gebiet, legitimiert, muss eine intensive Beweidung erfolgen die kaum Weidereste hinterlässt. 

    In roten Gebieten dürfen Zwischenfrüchte ohne Futternutzung nicht gedüngt werden. In aller Regel ist mit Nutzung eine maschinelle Ernte verbunden. Jedoch kann auch eine intensive Beweidung, bei der nur sehr geringe Weidereste verbleiben, einer Nutzung gleichgestellt werden, so dass dann eine Düngung zulässig wäre.

    Dazu muss der Aufwuchs innerhalb 1-2 Wochen vollständig abgegrast werden. Bei einer Beweidung mit Schafen ist dazu eine Besatzdichte von ca. 200 Schafen je ha erforderlich. Der durch die Schafe zurückgelassene Kot und Harn muss bei der Düngebedarfsermittlung für die Zwischenfrüchte nicht berücksichtigt werden.

    Die Beweidung muss dokumentiert werden. Dazu genügt in der Schlagkartei der betreffenden Fläche der Aufschrieb von Anzahl, Tierart und Weidetagen. Zum Beispiel 300 Schafe, 12 Tage.

    Diese 300 Schafe haben keinen Einfluss auf die schlagbezogene 170 N-Grenze! Bei der schlagbezogenen 170 N-Grenze zählt nur der aktiv ausgebrachte org. Dünger, (Gülle, Mist, Gärrest, Kompost etc ). Die Weidetiere auf dem Schlag müssen nicht in kg N umgerechnet werden!

    Allerdings: Diese 300 Schafe, die ja quasi in Pension genommen wurden, beeinflussen die gesamtbetriebliche 170 N-Grenze und die Tiere müssen auf einen Jahresdurchschnittsbestand umgerechnet werden: 300 Tiere für 12/365 Tage = 10 Schafe die in der gesamtbetrieblichen 170er-Berechnung des Landwirts auftauchen müssen. Der Schäfer kann diese 10 Schafe bei seiner Berechnung weglassen.

    Welche düngerechtlichen Sperrfristen sind einzuhalten?

    lfd. Nr: 143-0481 Stand: 14.10.2021

    Durch die verschiedenen Regelungen in der Düngeverordnung (DüV) und der Landesdüngeverordnung (NDüngGewNPVO) ist es schwierig einen Überblick über die einzuhaltenden Sperrfristen zu behalten. Die Düngebehörde bietet Ihnen mit der folgenden Tabelle einen Überblick über die im Herbst/Winter 2021/2022 einzuhaltenden Sperrfristzeiträume:

    Sperrfristen Herbst/Winter 2021/2022

    Düngemittel und Kultur

    Grünes Gebiet

    Rotes Gebiet

    Gelbes Gebiet

    Düngemittel mit einem wesentlichen Gehalt an Stickstoff (>1,5% N i.TM.)

     

     

    Einordnung nach Grünem oder Rotem Gebiet

    auf Ackerland

    nach Ernte d. letzten HF
    – 31. Januar

    nach Ernte d. letzten HF
    – 31. Januar

     

    wenn Herbstdüngung zulässig
    siehe Schaubilder Herbstdüngung 2021

    2. Oktober – 31. Januar

    1. Oktober – 31. Januar

     

    zu Gemüse-, Erdbeeren, Beerenobst

    1. Dezember – 31. Januar

    1. Dezember – 31. Januar

     

    auf Grünland, mehrjähriger Feldfutterbau

    1. November – 31. Januar

    1. Oktober – 31. Januar

     

    Mist von Huf- und Klauentieren, Kompost, Pilzsubstrat, Klärschlammerde und Grünguthäcksel

    1. Dezember – 15. Januar

    1. November – 31. Januar

     

    Düngemittel mit einem wesentlichen Gehalt an Phosphat (>0,5% P2O5 i.TM.)

    1. Dezember – 15. Januar

    1. Dezember – 15. Januar

    01. Dezember – 15. Februar

    Die jeweils strengere Sperrfrist in Abhängigkeit von Gebiet und Nährstoffgehalt ist bindend, auch in Kombination.
    Beispiel: Kompost darf auf einem Schlag im Gelb/Roten Gebiet bei einem wesentlichen N- und P2O5-Gehalt im Zeitraum 01.11. bis einschl. 15.02. nicht aufgebracht werden.

    Die Sperrfrist gilt schlagbezogen.

    Keine Sperrfristverschiebung in roten/gelben Gebieten!

    Düngemittel mit keinem wesentlichen Gehalt an Stickstoff (≤ 1,5 % N i.TM.) und keinem wesentlichen Gehalt an Phosphat (≤ 0,5 % P2O5  i.TM.) können ganzjährig aufgebracht werden, solange die Kriterien zur Aufnahmefähigkeit der Böden (§ 5 Abs. 1 DüV) eingehalten werden.

      Sperrfristen - § 6 DüV, Abs. 8, Abs. 9

    Gibt es weiterhin die Möglichkeit zur Verschiebung der Sperrfrist?

    lfd. Nr: 148-0096 Stand: 30.04.2019

    Ja, auf Einzelantrag für Grünland (§ 6 Abs. 10).

    Welche düngerechtlichen Sperrfristen sind einzuhalten?

    lfd. Nr: 148-0481 Stand: 14.10.2021

    Durch die verschiedenen Regelungen in der Düngeverordnung (DüV) und der Landesdüngeverordnung (NDüngGewNPVO) ist es schwierig einen Überblick über die einzuhaltenden Sperrfristen zu behalten. Die Düngebehörde bietet Ihnen mit der folgenden Tabelle einen Überblick über die im Herbst/Winter 2021/2022 einzuhaltenden Sperrfristzeiträume:

    Sperrfristen Herbst/Winter 2021/2022

    Düngemittel und Kultur

    Grünes Gebiet

    Rotes Gebiet

    Gelbes Gebiet

    Düngemittel mit einem wesentlichen Gehalt an Stickstoff (>1,5% N i.TM.)

     

     

    Einordnung nach Grünem oder Rotem Gebiet

    auf Ackerland

    nach Ernte d. letzten HF
    – 31. Januar

    nach Ernte d. letzten HF
    – 31. Januar

     

    wenn Herbstdüngung zulässig
    siehe Schaubilder Herbstdüngung 2021

    2. Oktober – 31. Januar

    1. Oktober – 31. Januar

     

    zu Gemüse-, Erdbeeren, Beerenobst

    1. Dezember – 31. Januar

    1. Dezember – 31. Januar

     

    auf Grünland, mehrjähriger Feldfutterbau

    1. November – 31. Januar

    1. Oktober – 31. Januar

     

    Mist von Huf- und Klauentieren, Kompost, Pilzsubstrat, Klärschlammerde und Grünguthäcksel

    1. Dezember – 15. Januar

    1. November – 31. Januar

     

    Düngemittel mit einem wesentlichen Gehalt an Phosphat (>0,5% P2O5 i.TM.)

    1. Dezember – 15. Januar

    1. Dezember – 15. Januar

    01. Dezember – 15. Februar

    Die jeweils strengere Sperrfrist in Abhängigkeit von Gebiet und Nährstoffgehalt ist bindend, auch in Kombination.
    Beispiel: Kompost darf auf einem Schlag im Gelb/Roten Gebiet bei einem wesentlichen N- und P2O5-Gehalt im Zeitraum 01.11. bis einschl. 15.02. nicht aufgebracht werden.

    Die Sperrfrist gilt schlagbezogen.

    Keine Sperrfristverschiebung in roten/gelben Gebieten!

    Düngemittel mit keinem wesentlichen Gehalt an Stickstoff (≤ 1,5 % N i.TM.) und keinem wesentlichen Gehalt an Phosphat (≤ 0,5 % P2O5  i.TM.) können ganzjährig aufgebracht werden, solange die Kriterien zur Aufnahmefähigkeit der Böden (§ 5 Abs. 1 DüV) eingehalten werden.

      Betriebliche N-Obergrenze (170-N) - § 6, Abs. 4 DüV

    Wie erfolgt die Umsetzung des § 6 Abs. 4 DüV, Restriktionsflächen bei 170 N im Betriebsdurchschnitt? Wie sind Restriktionsflächen bei Berechnung der betrieblichen N-Obergrenze (170) zu berücksichtigen?

    lfd. Nr: 164-0259 Stand: 27.05.2021

    Mit Änderung der DüV zum 01.Mai 2020 sind Flächen, auf denen die N-Düngung beschränkt oder verboten ist bei der 170 N-Berechnung zu berücksichtigen. Im Verordnungstext heißt es dazu in § 6 Abs. 4 S. 5 und 6 DüV:

    Flächen, … auf denen die Aufbringung von stickstoffhaltigen Düngemitteln, einschließlich Wirtschaftsdüngern, nach anderen als düngerechtlichen Vorschriften oder vertraglich verboten ist, sind vor der Berechnung des Flächendurchschnitts von der zu berücksichtigenden Fläche abzuziehen. Flächen, auf denen die Aufbringung von stickstoffhaltigen Düngemitteln, einschließlich Wirtschaftsdüngern, nach anderen als düngerechtlichen Vorschriften oder vertraglich eingeschränkt ist, dürfen bei der Berechnung des Flächendurchschnitts bis zur Höhe der Düngung berücksichtigt werden, die nach diesen anderen Vorschriften oder Verträgen auf diesen Flächen zulässig ist.

    Mit “Aufbringung“ ist hier auch die Beweidung mit Nutztieren gemeint. Das bedeutet:

    Solange eine Beweidung ohne Einschränkung zulässig ist und der Betrieb Weidetiere hält, zählt eine Grünlandfläche zu 100 % bei der 170 N-Grenze mit. Unabhängig davon, ob die organische oder mineralische Düngung eingeschränkt ist.

    Ist die Beweidung eingeschränkt, bspw. „max. 1 GV/ha“ muss diese Einschränkung in kg N umgerechnet werden. Bezüglich dieser Umrechnung entspricht eine GV 80 kg N.

    Gemäß § 6 Abs. 4 Satz 1 liegt der Sinn und Zweck der Norm darin, eine Einschränkung von organischen und organisch-mineralischen Düngemitteln zu erreichen. Unter Berücksichtigung dieses Regelungszwecks sind die Sätze 5 und 6 des § 6 Abs. 4 so zu verstehen, dass sich die Beschränkung nur auf N-haltige organische bzw. organisch-mineralische Düngemittel bezieht und nicht auf alle N-haltigen Düngemittel.

    Damit sind folgende Fälle denkbar, wobei immer davon ausgegangen wird, dass der Betrieb Weidetiere hält:

    1. Verbot sämtlicher aktiver N-Düngung, Weideverbot
      - Fläche zählt mit 0 kg N/ha
       
    2. Verbot sämtlicher aktiver N-Düngung, Weide ohne Einschränkung erlaubt
      - Fläche zählt mit 170 kg N/ha
       
    3. Verbot sämtlicher aktiver N-Düngung, Weide mit Einschränkung 1 GV/ha erlaubt
      - Fläche zählt mit 1 GV/ha = 80 kg N/ha
       
    4. Verbot eines bestimmten N-Düngemittels, andere org. / org.-min. Dünger ohne Einschränkung erlaubt, Weideverbot
      - Fläche zählt mit 170 kg N/ha
       
    5. Verbot eines bestimmten N-Düngemittels, die Aufbringung aller anderen org./org.-min. Dünger ist eingeschränkt (bspw. 120 N org.), Weideverbot
      - Fläche zählt mit der Einschränkung des genannten Düngemittels = 120 kg N/ha
       
    6. Verbot eines bestimmten N-Düngemittels, die Aufbringung anderer org./org.-min. Dünger ist eingeschränkt, (bspw. 120 N org.), Weide ohne Einschränkung erlaubt
      - Fläche zählt mit 170 kg N/ha
    1. Verbot eines bestimmten N-Düngemittels, die Aufbringung anderer org./org.-min. Dünger ist eingeschränkt, (bspw. 120 N org.), Weide mit Einschränkung erlaubt (bspw. 1 GV/ha)
      - Fläche zählt mit der Summe der Einschränkungen, (120 + 80 = 200), also 170 kg N/ha
       
    2. Verbot der Beweidung, Verbot jeglicher org./org.-min. Düngung, N-Mineraldüngung zulässig
      - Fläche zählt mit 0 kg N/ha

    Möglicherweise gibt es noch weitere Kombinationen, aber grundsätzlich gilt:

    Eine Fläche zählt trotz N-Düngungs-Restriktionen bei 170 N immer dann voll mit, sobald die Einschränkungen bzw. Verbote nicht alle organischen N-Aufbringungsmöglichkeiten (org./org.-min. Düngung, Beweidung) betrifft, sondern zumindest eine völlig freigestellt und für den Betrieb nutzbar ist. Ansonsten greifen die Restriktionen.

    Die 170 N-Berechnung unter Berücksichtigung der Restriktionsflächen gilt für alle Düngejahre, die mit/nach dem 01.05.2020 beginnen.

    Wie wird nach Wegfall des Nährstoffvergleichs die 170 kg N-Grenze berechnet?

    lfd. Nr: 164-0230 Stand: 22.06.2020

    Die seit Jahren geltende sog. 170 N-Grenze, wonach im Betriebsdurchschnitt nicht mehr als 170 kg Gesamt-N je ha aus organischen und organisch-mineralischen Düngern ausgebracht werden dürfen, ist unabhängig vom Düngebedarf und gilt gemäß Nitratrichtlinie EU-weit. Die Berechnung erfolgt prinzipiell wie bisher nach den bekannten Regeln, eine Berechnung mittels Aufsummierung der in Einzelschlagkarteien dokumentierten gestreuten Tonnagen und der N-Gehalte je m3 oder t ist nicht zulässig. Entscheidend ist also weiterhin die durchschnittlich gehaltene Anzahl der Tiere in Verbindung mit deren in der DüV festgelegten N-Ausscheidungswerten je belegtem Platz.

    Neu ist, dass bei der Berechnung des Betriebsdurchschnitts Flächen, auf denen eine Düngungsbeschränkung für N-Dünger besteht (z. B. Vertragsnaturschutz, Kompensationsflächen, Wasserschutzbeschränkungen) diese Flächen nur bis in Höhe der zulässigen Stickstoffmenge berücksichtigt werden dürfen. Für welche N-haltigen Dünger diese Beschränkung gilt, ob organisch oder mineralisch, ist dabei ohne Belang.

    Beispiel:

    Ein 100 ha-Betrieb mit 4 ha Naturschutzflächen, auf denen pro Jahr maximal 80 kg Ges.-N je ha ausgebracht werden dürfen, darf im Betriebsdurchschnitt 96 x 170 + 4 x 80 = 16640 kg N organisch ausbringen, entsprechend im Schnitt 166 kg N/ha.

    Wie werden die belegten Stallplätze in der Hähnchnemast ermittelt?

    lfd. Nr: 164-0168 Stand: 04.06.2020

    In der Hähnchenmast wird nach Mastdauer bzw. Mastendgewicht differenziert. Die durchschnittlich gehaltenen Tiere können anhand der nach Mastdauer unterschiedlichen Umtriebe je Jahr ermittelt werden:

    verkaufte Tiere ÷ Umtriebe je Jahr = Jahresdurchschnittsbestand

    • Mast bis 29 Tage, 1,55 kg Zuwachs je Tier: 8,9 Umtriebe
    • Mast 30 bis 33 Tage, 1,85 kg Zuwachs je Tier: 8,4 Umtriebe
    • Mast 34 bis 38 Tage, 2,30 kg Zuwachs je Tier: 7,6 Umtriebe
    • Mast über 39 Tage, 2,60 kg Zuwachs je Tier: 7,0 Umtriebe

    Für Verfahren, bei denen ein Teil schlachtreifer Tiere vorzeitig ausgestallt wird (Vorgriff) sind die niedrigeren Endgewichte durch die Wahl der entsprechenden Verfahren anteilsmäßig zu berücksichtigen.

    Beispiel: 40.000 er Hähnchenstall, Mastverfahren bis 38 Tage, 300.000 verkaufte Tiere insgesamt, Vorgriff von 25 % der Tiere am 29. Masttag. Im Nährstoffvergleich ergeben sich daraus folgende Tierzahlen:

    • 75 % von 300.000 = 225.000 ÷ 7,6 Durchgänge = 29605 Tiere bis 38 Tage
    • 25 % von 300.000 =   75.000 ÷ 7,6 Durchgänge =   9868 Tiere bis 29 Tage

    Die Zahl der Umtriebe orientiert sich auch bei den „Vorgriff-Tieren“ immer am Verfahren der schweren Tiere.
    Der Anteil Vorgriff muss entsprechend der Lieferscheine/Verkaufsbelege/Buchführung nachvollziehbar sein.

    Dürfen Flächen, die keinen Düngebedarf und keinen Ernteentzug haben z.B. 5 jährige Honigbrache BS 2, einjährige Blühflächen BS 1, Wildäsungsflächen, Ausläufe für Geflügel und Ausläufe für Nutztiere auf die 170 kg Grenze voll angerechnet werden?

    lfd. Nr: 164-0239 Stand: 22.06.2020

    • Honigbrache nein, da Brache und kein N-Düngebedarf besteht
    • einjährige Blühflächen/Wildäsungsflächen (< 75 % Leguminosenanteil) ja, da zur Etablierung der Ansaat ein N-Düngebedarf von 40-60 N besteht
    • einjährige Blühflächen//Wildäsungsflächen (> 75 % Leguminosenanteil) nein, da kein N-Düngebedarf besteht
    • Geflügelauslauf ja, weil dort Tiere laufen und Kot und Harn hinterlassen. Gilt nur solange es sich um Grünland handelt.
    • Paddocks sind keine LF, ebenfalls sind die dauerhaft schwarzen Bereiche direkt am Hühnerstall keine LF.

    Wie sollen Betriebe, die sich im Rahmen des Baugenehmigungsverfahrens zu einem RAM Fütterungskonzept verpflichtet haben, den Nährstoffanfall ermitteln?

    lfd. Nr: 164-0253 Stand: 21.07.2020

    Betriebe die ein genehmigtes RAM Fütterungskonzept in der Schweinhaltung erfüllen wollen, müssen eine stark N/P-reduzierte Fütterung durchführen. Wenn dieses umgesetzt wird, können in diesen Fällen auch die Nährstoffanfallswerte der Sauen-, Ferkel-, und Mastschweinehaltung gemäß DüV Anlage 1 Tabelle 1 (stark N/P-reduzierte Fütterung) in Ansatz gebracht werden..

    Betriebe die das Fütterungskonzept nach RAM in der Hähnchen-, Putenmast und Legehennenhaltung erfüllen wollen, müssen N/P-reduziert füttern, sodass die jeweiligen Nährstoffanfallswerte gemäß DüV Anlage 1 Tabelle 1 (N/P-reduzierte Fütterung) verwendet werden können.

      Lagerraum - § 12 DüV

    Besteht weiterhin die Möglichkeit Lagerraum zu pachten?

    lfd. Nr: 150-0119 Stand: 30.04.2019

    Ja diese Möglichkeit gibt es weiterhin (§12 Abs. 5).

    Muss Lagerraum nachgewiesen werden, wenn die anfallenden Wirtschaftsdünger nicht als Düngemittel zur Aufbringung auf landw. Flächen vorgesehen sind?

    lfd. Nr: 150-0120 Stand: 22.06.2020

    Nein, werden die anfallenden Wirtschaftsdünger nicht zu Düngungszwecken an Dritte abgegeben (z. B. Biogasanlage, Aufbereitung, Erdenwerk) sind die Lagerraumverpflichtungen für diese Mengen nicht anzusetzen. Dies gilt aber nur dann, wenn sichergestellt ist, dass der Wirtschaftsdünger nicht auf landwirtschaftlichen Nutzflächen ausgebracht wird. Eine Abgabe an einen Vermittler/Verteiler entbindet nicht von der Verpflichtung Lagerraum nachzuweisen.

    Ist eine Zwischenlagerung auf dem Feld noch möglich?

    lfd. Nr: 150-0121 Stand: 30.04.2019

    Ja, eine Feldzwischenlagerung (gemäß Erlass Feldrandlagerung) ist für Mist von Huf- und Klauentieren und allen Geflügelmisten noch möglich, aber es befreit die tierhaltenden Betriebe nicht davon, den entsprechenden Lagerraum gemäß §12 nachzuweisen.

    Wird eine mobile Lagerstätte für Festmist (z. B. Container), der regelmäßig entleert wird, als Lagerraum anerkannt?

    lfd. Nr: 150-0122 Stand: 22.06.2020

    In der Regel ja, wenn sichergestellt ist, dass keine Sickersäfte austreten. Die Zuständigkeit liegt bei den Baubehörden. Diese können ggf. weitere Auflagen formulieren.

     

    Muss für einen Tieflaufstall für Huf- und Klauentiere, welcher nur ein bzw. zweimal im Jahr ausgemistet wird, noch zusätzlicher Lagerraum vorgehalten werden, obwohl im Stall mehr als zwei Monate gelagert werden kann?

    lfd. Nr: 150-0123 Stand: 22.06.2020

    Nein, es muss kein zusätzlicher Lagerraum vorgehalten werden, wenn der Stall nachweislich die angegebene Mistmenge für mindestens zwei Monate lagern kann.

    Muss eine Mistlagerfläche nachgewiesen werden, wenn Huf- und Klauentiere das ganze Jahr auf der Weide stehen?

    lfd. Nr: 150-0124 Stand: 22.06.2020

    Nein, da kein Mist im Stall anfällt.

    Wie lange muss laut der neuen Düngeverordnung Mist in ortsfesten Anlagen sicher gelagert werden können?

    lfd. Nr: 150-0125 Stand: 22.06.2020

    Mist von Huf- und Klauentieren muss mindestens zwei Monate sicher gelagert werden können.

    § 12 (2) Satz 1: Bezieht sich der Begriff „…. flüssige Wirtschaftsdünger, wie Jauche oder Gülle, oder Gärrückstände … flüssigen Wirtschaftsdünger oder Gärrückstände …" nur auf flüssige Gärrückstände, oder sind hier flüssige und auch feste (abgepresste) Gärrückstände gemeint?

    lfd. Nr: 150-0126 Stand: 22.06.2020

    § 12 (2) bezieht sich auf flüssige Wirtschaftsdünger, wie Jauche oder Gülle und im Weiteren auf alle Gärrückstände. Für Gärrückstände sieht die Düngeverordnung keine Differenzierung in „flüssig oder fest" vor. Somit müssen auch für alle Gärrückstände, egal ob flüssig oder fest, mindestens neun Monate Lagerkapazität vorgehalten werden.

    Für Festmist ist eine Mindestlagerkapazität vorzuhalten. Wird als Lagerplatz eine Siloplatte anerkannt, auf der zeitweise Mais gelagert wird? Muss jeder Betrieb über eigene Lagerungsmöglichkeiten verfügen, oder reicht eine schriftliche Vereinbarung über eine überbetriebliche Lagerung? Gibt es Ausnahmen für Kleinbetriebe?

    lfd. Nr: 150-0127 Stand: 22.06.2020

    Ausnahmen für Kleinbetriebe sind in der Düngeverordnung nicht vorgesehen. Verfügt der Betrieb nicht über eigene Lagerkapazitäten, kann er Lagerfläche zupachten. Dies ist durch Vorlage von entsprechenden Verträgen zu belegen. Ein als Siloplatte genehmigter Lagerplatz kann nicht zeitgleich als Mistlager dienen. Dies wäre nur möglich, wenn es eine Betonplatte mit seitlicher Einfassung und einem geregelten Flüssigkeitsauffang ist, die gar nicht mehr zur Silagelagerung verwendet wird.

    Fließt die Weidehaltung in die Lagerraumberechnung ein?

    lfd. Nr: 150-0128 Stand: 18.03.2020

    Nein, die Weidehaltung fließt nur in Ausnahmefällen z.B. ganzjährige Weidehaltung im Zusammenhang mit Robustrassen in die Lagerraumrechnung mit ein.

    Kann Gärrestlagerraum (Behälter) bei der Separation von Gärresten eingespart werden?

    lfd. Nr: 150-0129 Stand: 22.06.2020

    Ja, die feste Phase des Gärrestes muss dann ordnungsgemäß in einem Festmistlager gelagert werden, die abgepressten Kubikmeter können vom Flüssiglagerraum abgezogen werden. Die flüssige Phase muss weiterhin gelagert werden. Unabhängig davon, ob feste oder flüssige Gärreste vorliegen, ist eine Mindestlagerungskapazität für den Zeitraum von 9 Monaten vorzuhalten.

      Sonstiges - § 5, Abs. 2 DüV u. § 6, Abs. 9

    Wann muss der Gewässerabstand von einem bzw. von fünf Metern gewählt werden?

    lfd. Nr: 151-0130 Stand: 15.04.2021

    An oberirdischen Gewässern ist ein Mindestabstand von 5 m zwischen dem Rand der durch die Streubreite bestimmten Aufbringungsfläche und der Böschungsoberkante einzuhalten (z. B. Schleuderstreuer, Güllebreitverteilung, Miststreuer). Der Abstand kann dann auf 1 m verringert werden, wenn eine Grenzstreueinrichtung eingesetzt wird (z.B. Grenzstreuscheibe beim Düngerstreuer) oder der Dünger platziert ausgebracht werden kann (Schleppschlauch-, schleppschuh-, Injektionstechniken, Flüssigdüngerausbringung mit Feldspritzen). Der Gewässerabstand von 5 m (anstatt 4 m) ergibt sich aus der Auffangregelung gem. § 13a (5) DüV.

    Welche Abstandsauflagen zu oberirdischen Gewässern gelten bei Flächen mit Hangneigung?

    lfd. Nr: 151-0234 Stand: 14.10.2021

    Hinsichtlich der Abstandsregelungen zu Gewässern auf hängigem Gelände gelten sehr differenzierte Abstandsregelungen und Einarbeitungsauflagen (vgl. § 5 Abs. 3). Die Abstandsauflagen sind in nachfolgender Tabelle zusammengestellt.

    Folgendes ist künftig aus wasserrechtlicher Sicht zu beachten:

    „Eigentümer und Nutzungsberechtigte haben auf landwirtschaftlich genutzten Flächen, die an Gewässer angrenzen und innerhalb eines Abstandes von 20 Metern zur Böschungsoberkante eine Hangneigung zum Gewässer von durchschnittlich mindestens fünf Prozent aufweisen, innerhalb eines Abstandes von fünf Metern landseits zur Böschungsoberkante des Gewässers eine geschlossene, ganzjährig begrünte Pflanzendecke zu erhalten oder herzustellen."

    Tabelle 1: Abstandsauflagen Hangneigung (Änderungen DüV vom 28.04.2020)

    Durchschnittliche Hangneigung in % (innerhalb eines Abstandes bis ...zur BÖK1)

    Keine Düngung erlaubt Düngung mit zusätzlichen Auflagen Zusätzliche Auflagen unter folgenden Bedigungen
    Innerhalb eines Abstandes von ... zur BÖK1 Auflage zur Gabenteilung Auflagen unbestellte Flächen Auflagen bestellte Flächen (innerhalb des Abstandes von 20 bzw. 30 m zur BÖK1)
    < 5%

    5 m 3)
    (bei präziser Ausbring-
    technik 1 m)

    - - - -
    ab 5% bis < 10%

    5 m 3)
    (bei präziser Aus-
    bringtechnik 3 m)

    5 - 20 m 3)
    (bei präziser Ausbringtechnik
     3 – 20 m)

    - sofortige Einarbeitung

    a) Reihenkultur mit Abstand > 45 cm:
    nur bei ausreichend entwickelter Untersaat oder sofortiger Einarbeitung

    b) ohne Reihenkultur: nur bei hinreichender Bestandsentwicklung oder

    c) bei Anbau im Mulchsaat-/ Direktsaatverfahren

    ab 10% bis < 15%
    (bis 20 m)

    10 m 3)

    10 - 30 m 3)

    Gabenteilung2
    erforderlich auf max. 80 kg N/ha
    sofortige Einarbeitung auf der Gesamtfläche (gilt hier auch bei nicht hinreichend entwickeltem Pflanzenbestand)

    > 15%
    (bis 30 m)

    10 m 10 - 30 m

    1) BÖK = Böschungsoberkante
    2) wenn ermittelte Gesamtdüngermenge > 80 kg N/ha, dann Gabenteilung erforderlich. 

    3) Seit dem 01.01.2021 neue Abstandsauflagen aufgrund der landesweiten, flächendeckenden Anwendung der „Auffangregelung“ nach § 13a Abs. 3 Satz 3 Nr. 4 DüV

    (Als präzise Ausbringungstechnik gilt = platzierte Düngung über Schleppschlauch, -schuh, Schlitz- oder Injektionstechnik, Flüssigdüngerausbringung mit Feldspritze oder eine Grenzstreueinrichtung beim Düngerstreuer)

     

    Ausbringung von Wirtschaftsdüngern mittels Schleppschuhe auf Ackerland. Gilt dies als Einarbeitung?

    lfd. Nr: 151-0132 Stand: 30.04.2019

    Eine Schleppschuhausbringung auf Ackerland wird nicht mit einer Einarbeitung gleichgestellt. Bei dieser Ausbringtechnik wird der Wirtschaftsdünger nicht mit dem Boden vermischt bzw. in den Boden eingebracht. Die mit der Pflicht zur Einarbeitung verbundene Zielsetzung zur Minimierung der gasförmigen Ammoniak-Stickstoffverluste wird nur mit der Schleppschuhausbringung noch nicht erreicht.

    Muss die Kennzeichnung über die von Dritten gelieferten Wirtschaftsdünger bei der Ausbringung auf dem Schlepper mitgeführt werden?

    lfd. Nr: 151-0133 Stand: 30.04.2019

    Nein, die Kennzeichnung (Deklaration) über aufgenommene Güllen, Miste, Gärreste muss aber dem Landwirt vor Beginn der Düngemaßnahme ausgehändigt worden sein und er muss sie im Prüfungsfall vorgelegen können.

    Darf ein Landwirt bei einer Aufnahme von kleinen Mengen Pferdemist Richtwerte für die Nährstoffgehalte verwenden?

    lfd. Nr: 151-0134 Stand: 30.04.2019

    Bei Lieferung von Wirtschaftsdüngern ist ab einer Menge von 1 t dem aufnehmenden Landwirt vom Inverkehrbringer eine Kennzeichnung auszuhändigen. Es gibt in der Düngemittelverordnung aber eine Bagatellregelung, wonach bei Lieferung von Wirtschaftsdüngern von Landwirt zu Landwirt eine Kennzeichnung nicht erforderlich ist, wenn der Abgeber nicht mehr als 200 t/Jahr abgibt. In diesem Fall, in dem der Aufnehmer keine Kennzeichnung bekommen hat, darf der Aufnehmer für den aufgenommen Wirtschaftsdünger Richtwerte verwenden.

    Muss die bodennahe Gülleausbringung auch auf Ackergras erfolgen?

    lfd. Nr: 151-0181 Stand: 06.05.2020

    Die Pflicht bodennah auszubringen gilt auf bestelltem Ackerland, aber nicht auf Grünland und mehrschnittigem Feldfutterbau. Unter mehrschnittigem Feldfutterbau sind in aller Regel Ackergras, Kleegrasbestände zu verstehen, und zwar auch dann, wenn sie erst im Herbst 2019 gesät wurden. Mehrschnittig heißt: mehr als 1 Schnitt. Beispiele:

    • Gras nach Gerste im August 2019 gesät, im Herbst 1 x gemäht, soll im Mai 1 x gemäht werden, kann im Frühjahr 2020 mit Breitverteilung gedüngt werden.
    • Gras nach Mais im Oktober 2019 gesät, im Herbst keine Ernte, soll im Laufe des Jahres 2020 mind. 2 x  gemäht werden, kann im Frühjahr 2020 mit Breitverteilung gedüngt werden
    • Gras nach Mais im Oktober 2019 gesät, im Herbst keine Ernte, soll im Mai 1 x gemäht werden, muss im Frühjahr 2020 bodennah gedüngt werden.

    Nur Grasbestände auf Ackerland, bei denen offensichtlich keine Mahd möglich/plausibel ist oder nur maximal einmal geschnitten werden, müssen zwingend bodennah gedüngt werden. Dies betrifft z.B. die Grasuntersaaten in Mais, die maximal einmal gemäht werden.

    Müssen die Nährstoffvergleiche für das WJ 19/20 (Zeitraum 01.07.2019-30.06.2020) und KJ 2020 (Zeitraum 01.01.2020- 31.12.2020) noch gerechnet werden?

    lfd. Nr: 151-0244 Stand: 22.06.2020

    Mit dem Inkrafttreten der novellierten DüV wurde der Nährstoffvergleich gestrichen. Damit war der NV 2019 der letzte, der gerechnet werden musste. Ein NV für das WJ 2019/20 oder das KJ 2020 muss nicht gerechnet werden.

    Wann darf auf gefrorenem Boden gedüngt werden?

    lfd. Nr: 151-0241 Stand: 22.06.2020

    Bisher war es möglich, auf gefrorenen Boden, der tagsüber oberflächlich auftaut - und somit aufnahmefähig wurde - stickstoff- und phosphathaltige Düngemittel aufzubringen. Nach der neuen Regelung ist dieses aus Gründen des Oberflächengewässerschutzes nicht mehr möglich. Eine Düngung ist damit nur noch bei komplett frostfreiem Boden möglich.

    Dürfen Flächen, auf denen Tiere laufen bzw. weiden auch als Ackergras oder Grünlandflächen angesetzt werden oder müssen diese als Mähweiden oder Weiden angesetzt werden? Dürfen Flächen, auf denen Ackergras angebaut ist, die den Ackerstatus haben als Mähweiden oder Grünlandflächen angesetzt werden, wenn auf ihnen Tiere weiden? Darf ich z.B. einen Hühnerauslauf als Ackergras 1 Schnitt oder Grünland 1 Schnitt angeben?

    lfd. Nr: 151-0245 Stand: 22.06.2020

    Unabhängig davon ob eine mit Gras bewachsene Fläche einen Ackerstatus hat oder nicht, zählt immer die tatsächliche Nutzung. Der förderrechtliche Status spielt im Düngerecht keine Rolle. Also: Wenn auf einer Fläche Tiere weiden und dort auch gemäht wird, ist es eine Mähweide.

    Damit können nur Flächen, auf denen tatsächlich Ackergras (Welsches oder deutsches Weidelgras in Reinkultur, 1 oder max. 2 Jahre Nutzung) angebaut wird, als Ackergras angegeben werden. Ein Hühnerauslauf kann als „Grünland eine Nutzung" angegeben werden.

    Die Mindestwerte für die Ausnutzung des Stickstoffs aus Gülle und Gärrest sind bei Ackerland höher als bei Grünland (Anlage 3 DüV). Wie ist die N-Anrechnung dieser Stoffe bei Ausbringung zu mehrschnittigem Feldfutter anzusetzen?

    lfd. Nr: 151-0246 Stand: 25.06.2020

    Für die Gülle/Gärrestdüngung von mehrschnittigem Feldfutter (Kleegras, Ackergras…) ist die Mindestwirksamkeit für Grünland anzusetzen. Grund ist, dass auf Flächen mit mehrschnittigem Futterbau, genau wie bei Grünland, noch eine Gülledüngung mit Breitverteiltechniken und entsprechend hohen Verlusten zulässig ist.

    Was ist beim Zwischenfruchtanbau durch Dritte auf eigenen Flächen zu beachten?

    lfd. Nr: 151-0479 Stand: 01.06.2020

    Eine Fläche, die von einem Landwirt A nur einige Monate zur Nutzung mit einer Nebenfrucht an einen Landwirt B abgegeben und dann wieder an den Landwirt A zurückfällt, gehört nährstoffmäßig alleine zu Landwirt A und kann nicht bei Landwirt B in den Düngungsaufzeichnungen auftauchen.

    Die Regeln gelten auch bei Gründüngungszwischenfrüchten auf Tauschflächen, die im nächsten Jahr z. B. für Kartoffelanbau von Dritten genutzt werden.

    Ausnahme: Es gibt einen Landpachtvertrag mit Laufzeit ab Getreideernte bis einschließlich Sommer/Herbst des Folgejahres, so dass die Fläche tatsächlich für eine Hauptfrucht neu verpachtet wird. Dann ist der neue Pächter für alles verantwortlich.

    Beispiel: 

    Landwirt Ackermann stellt Landwirt Kuhmann nach der Gerstenernte eine Fläche zum Anbau von Ackergras zur Verfügung und bekommt sie nach der Grasernte zurück. Ggf. existiert ein Vertrag über die Überlassung der Nutzung eines Grasaufwuchses o. ä. 
    Das Ackergras soll mit Gülle/Gärrest gedüngt werden.

    Es gilt der Grundsatz, dass eine Fläche in einem Jahr nur bei einem Landwirt berücksichtigt werden kann und darf.

    Dies ist derjenige, der die Fläche im GAP-Antrag hat, bzw. die Hauptkultur, meistens Getreide, bewirtschaftet und düngt (hier Landwirt Ackermann). Unabhängig davon, ob für die Zeit ein Pachtvertrag zwischen Ackermann und Kuhmann existiert muss folgendermaßen vorgegangen werden.

    Die Fläche bleibt die ganze Zeit in der Verfügungsgewalt des Landwirts Ackermann, er muss im Prüfungsfall eine DBE für das Ackergras vorlegen können und schreibt die Gülle- und Mineraldüngermengen die zum Ackergras gedüngt werden, in seine Ackerschlagkartei. Die Angabe der Fläche bei Kuhmann keinesfalls möglich.

    Wenn die Gülle von Landwirt Kuhmann stammt, müssen die Güllemengen als überbetrieblicher Transport in der Wirtschaftsdünger-Datenbank gemeldet werden (Abgeber Kuhmann, Aufnehmer Ackermann).

    Liegt die Fläche im roten Gebiet, ist die flächenscharfe 170 N-Grenze zu beachten. Wenn das Getreide bspw. schon 130 kg Norg bekommen hat, sind nur noch 40 Norg zu den Zwischenfrüchten möglich!

    Liegt die Fläche im gelben Gebiet sind die Auflagen zur P2O5-Düngung zu beachten.

    Wichtig ist, dass im Prüfungsfall die ganze Situation plausibel und nachvollziehbar dargestellt werden kann. Es ist davon auszugehen, dass im Prüfungsfall ein Quercheck des jeweils anderen Betriebes erfolgen wird.

    Förderrechtlich bleibt ein Landwirt der zum 15. Mai einen GAP-Antrag für eine Fläche stellt, bis zum 31.12 des Jahres dafür verantwortlich, dass die CC-Regeln dort eingehalten werden. Ist der Verstoß allerdings einem anderen Landwirt, der auch im gleichen Kalenderjahr einen Antrag auf Agrarförderung gestellt hat, anzulasten, so werden die Verwaltungssanktionen gegenüber dieser Person ausgesprochen.