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Forstliche Förderung in Niedersachsen

Die forstliche Förderung des Landes Niedersachsen beinhaltet die Förderung des Waldbaus und die Förderung von forstwirtschaftlichen Zusammenschlüssen. Hier erhalten Sie einen kurzen Überblick über die geförderten Maßnahmen.

Der Wald in Niedersachsen erfüllt für die Gesellschaft wichtige Aufgaben wie beispielsweise Trinkwasserschutz, Klimaschutz, Schutz vor Erosion und Hochwasser. Außerdem wird er von der Bevölkerung zur Erholung und für etliche Freizeitaktivitäten genutzt. Die Waldbesitzerinnen und Waldbesitzer stellen durch die Pflege und nachhaltige Bewirtschaftung der Wälder diese vielfältigen Aufgaben sicher. Um Nachteile durch geringe Flächengröße oder verstreuten Besitz auszugleichen und den Wald fit für den Klimawandel zu machen, werden für bestimmte Maßnahmen finanzielle Fördermittel bereitgestellt.

Auf Grundlage der Gemeinschaftsaufgabe „Verbesserung der Agrarstruktur und des Küstenschutzes“ (GAK) wurde die Richtlinie über die Gewährung von Zuwendungen zur Förderung forstwirtschaftlicher Maßnahmen im Land Niedersachsen veröffentlicht und ist mit Wirkung vom 16. Oktober 2015 in Kraft getreten. Obwohl die Fördergelder ausschließlich vom Land Niedersachsen und dem Bund getragen werden, muss die Richtlinie auch von der EU-Kommission genehmigt werden. 

Stetige Weiterentwicklungen in Wissenschaft und Technik erfordern regelmäßig Anpassungen der Richtlinie an die forstliche Praxis. Die letzte Änderung (Waldbau-Richtline und Anlage 4 Verzeichnis der förderfähigen Baumarten) trat mit Wirkung zum 1. Mai 2018 in Kraft.

 

Grundsätzlich gilt:

Wer finanzielle Fördermittel in Anspruch nehmen möchte, muss diese vor Durchführung der Maßnahme schriftlich beantragen. Erst nachdem ein Bewilligungsbescheid vorliegt, darf mit den Arbeiten begonnen werden.

Deshalb lautet unser Rat: Nehmen Sie frühzeitig Kontakt mit Ihrer betreuenden Försterei auf. Dort wird über Fördermöglichkeiten umfassend beraten und Hilfestellung bei der Beantragung einer Fördermaßnahme gegeben.

 

Im Folgenden geben wir Ihnen einen Überblick über die Richtlinie.

Förderfähige Maßnahmen:

  • Erstaufforstung:
    • Erstellung Standortgutachten
    • Kulturbegründung
    • Nachbesserung
    • Kulturpflege  
  • Naturnahe Waldbewirtschaftung:
    • Vorarbeiten (Strukturdatenerfassung)  
    • Kulturbegründung einschließlich Naturverjüngung
    • Nachbesserung  
    • Kulturpflege  
    • Jungbestandspflege 
    • Bodenschutzkalkung
  • Forstwirtschaftliche Infrastruktur:
    • Ausbau vorhandener oder unzureichend befestigter forstwirtschaftlicher Wege
    • Grundinstandsetzung nach überregionalen Schadereignissen
    • Bau von Holzkonservierungsanlagen  

Antragsberechtigung:

  • Personen und Verbände mit Besitz land- und forstwirtschaftlicher Flächen in Niedersachsen
  • Kommunale Körperschaften wie Städte und Gemeinde 
  • Anerkannte forstwirtschaftliche Zusammenschlüsse

Antragsverfahren:

  • Schriftlicher Antrag mit den jeweils gültigen Formularen
  • Mindestzuwendung je Antrag von 1.000 EUR (Bagatellgrenze)
  • Zweckbindungsfristen
    • 5 Jahre: Bodenschutzkalkung
    • 10 Jahre: Erstaufforstung, Naturnahe Waldbewirtschaftung und Forstwirtschaftliche Infrastruktur
  • Antragstellung im Rahmen einer Stichtagsregelung (Termine siehe unten)

 

Bei Aufforstungen sind standortgemäße Baumarten zu verwenden. Ein hinreichender Anteil standortheimischer Baumarten, der sich über den jeweiligen Waldentwicklungstyp (WET) ergibt (Anlage 1 und 2), ist ebenso einzuhalten. Je nach Ausgangssituation sind die in Anlage 3 genannten Pflanzenzahlen je Hektar auf der Pflanzfläche zu berücksichtigen. In Anlage 4 sind die förderfähigen Baumarten aufgelistet. Bei der Waldrandgestaltung sind heimische Bäume und Sträucher zu verwenden.

 

Nach Durchführung der Maßnahme stellen Sie einen Auszahlungsantrag mit Verwendungsnachweis welcher Angaben über geleistete zuwendungsfähige Ausgaben enthält. Die Mehrwertsteuer wird bei der Berechnung der Zuwendung nicht berücksichtigt. Es werden folgende Fördersätze gewährt:

Erstaufforstung:

  • bis zu 80 % für Mischkulturen mit mindestens 30 % Laubbaumanteil
  • bis zu 90 % für Laubbaumkulturen mit maximal 20 % Nadelbaumanteil
  • bis zu 100 % für reine Laubbaumkulturen

Naturnahe Waldbewirtschaftung:

  • bis zu 70 % bei Mischkulturen mit mindestens 30 % Laubbaumanteil
  • bis zu 85 % bei Laubbaumkulturen mit maximal 20 % Nadelbaumanteil

Forstwirtschaftliche Infrastruktur: 

  • bei Betrieben mit einer Forstbetriebsfläche bis 1.000 ha bis zu 70 %
  • bei Betrieben mit einer Forstbetriebsfläche über 1.000 ha bis zu 42 %

 
Termine für die Abgabe von Förderanträgen bei der Bewilligungsstelle (Regionalstellen) für forstliche Förderung der Landwirtschaftskammer Niedersachsen:

bis zum 31. März des Jahres

  • Forstwirtschaftliche Infrastruktur
  • Strukturdatenerfassung

bis zum 30. April des Jahres

  • Bodenschutzkalkung

bis zum 30. Juni des Jahres

  • Kulturbegründung und Nachbesserung   
  • Kulturpflege  
  • Jungbestandspflege

bis zum 30.September des Jahres

  • Kulturbegründung und Nachbesserung  
  • Jungbestandspflege
  • Bodenschutzkalkung
  • Forstwirtschaftliche Infrastruktur

 

Im Rahmen des Niedersächsischen Hilfsprogramms zu Sturm "Friederike" ist die Frist zur Antragstellung von Kulturmaßnahmen für Herbstkulturen einmalig bis zum 31. Juli 2018 verlängert worden.

 


Anwendung des Vergaberechts

Bei den Maßnahmen Wegeausbau, Bodenschutzkalkung und Strukturdatenerfassung sind in der Regel die Vorgaben des Vergaberechts zur berücksichtigen. Bei Maßnahmen des Waldbaus gelten die Vorgaben ab einer bestimmten Zuwendungshöhe. Um Fehler zu vermeiden sollten die erforderlichen Verfahrensschritte schon bei der Antragstellung geklärt werden. Informationen dazu erhalten Sie bei den im Anhang genannten Regionalstellen.

 


Förderung forstwirtschaftlicher Zusammenschlüsse (FWZ)

Der niedersächsische Privatwald ist durch Strukturmängel wie z. B. geringe Besitzgröße und Besitzzersplitterung gekennzeichnet. Die durchschnittliche Betriebsgröße beträgt nur rd. 12 Hektar. Die strukturellen Nachteile können mittel- bis langfristig nur durch überbetriebliche Maßnahmen überwunden werden. Daher kommt der freiwilligen Zusammenarbeit der privaten Waldbesitzer in forstwirtschaftlichen Zusammenschlüssen eine besondere Bedeutung zu. Das Land Niedersachsen unterstützt finanziell den Aufbau und die Entwicklung forstwirtschaftlicher Zusammenschlüsse. Darüber hinaus können anerkannte forstwirtschaftliche Zusammenschlüsse Fördermittel für die Betreuung ihrer Mitglieder durch Forstfachkräfte erhalten.

 


Erschwernisausgleich Wald

Zu diesem Thema verweisen wir auf eine gesonderte Veröffentlichung, die Sie unter folgendem Link aufrufen können: EA-Wald


Förderung des Einsatzes von Pferden bei der Holzernte

Informationen zur Richtlinie und zum Antragsverfahren finden Sie unter folgendem Link: Pferde bei der Holzernte


Gebühren

Die Landwirtschaftskammer erhebt für die Antragstellung Gebühren. Der Gebührenrahmen bewegt sich für die Bearbeitung von Einzelanträgen zwischen 34 und 134 € und bei der Bearbeitung von Sammelanträgen zwischen 156 und 335 €. Die genaue Höhe kann für jeden Einzelfall erfragt werden.

 


Informationen werden auch auf der Internetseite des Niedersächsischen Ministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz eingestellt. Homepage ML


Nähere Auskünfte erhalten Sie bei den Regionalstellen (siehe Anhang) und der zentralen Bewilligungsstelle in Hannover. 


Kontakt:
Micha Maisenbacher
Forstliche Förderung
Telefon: 0511 3665-1132
Telefax: 0511 3665-1518
E-Mail:
Lilly Kicker
Forstliche Förderung, Erschwernisausgleich Wald, Personalratsmitglied
Telefon: 0511 3665-1450
Telefax: 0511 3665-1518
E-Mail:


Stand: 01.06.2018



PDF: 29935 - 100.392578125 KB   Waldbau-Richtlinie 2018   - 100 KB  
PDF: 24313 - 52.1650390625 KB   Anlage 1 WET-Katalog   - 52 KB  
PDF: 29254 - 27.8837890625 KB   Anlage 5 Zuwendungspauschalen   - 28 KB  
PDF: 24454 - 32.318359375 KB   Bestandessorten Tafeln   - 32 KB  
PDF: 29270 - 50.9384765625 KB   FWZ-Richtlinie 2017   - 51 KB