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Nutzung der ökologischen Vorrangflächen mit Zwischenfruchtmischungen

Derzeit sind zwei Änderungsentwürfe der Direktzahlungen-Durchführungsverordnung und der Agrarzahlungen-Verpflichtungenverordnung im Gesetzgebungsverfahren. Diese sehen eine Änderung bei der Nutzung der ökologischen Vorrangflächen (öVF) mit Zwischenfruchtmischungen vor. Eine Nutzung wäre nach Inkrafttreten der Verordnungen und nach Ablauf eines betriebsindividuellen Zeitraums von acht Wochen möglich.

In Niedersachsen und Bremen kann auf Grund der durch die ungünstigen Witterungsbedingungen eingetretenen Futterknappheit in 2018 im Einzelfall eine öVF mit Zwischenfruchtanbau (ÖVF-Typ 52) nach Beendigung eines Zeitraumes von Ablauf von acht Wochen, der mit Beendigung der Aussaat der jeweiligen Zwischenfruchtmischung beginnt, durch Beweidung mit Tieren aller Arten oder durch Schnittnutzung genutzt werden.

Wenn die Zwischenfrüchte auch genutzt werden dürfen, bleibt es aber dabei, dass auch auf diesen öVF die Zwischenfrüchte bis zum 15.02.2019 stehen bleiben müssen. D.h. eine frühzeitige Einarbeitung nach der Nutzung ist nicht erlaubt.

Ob die Festsetzung des betriebsindividuellen Zeitraums durch den Betriebsinhaber beantragt werden muss oder es nur einer schriftlichen Anzeige bedarf, ist noch nicht endgültig entschieden. Zuständig wäre in jedem Fall die zuständige Bewilligungsstelle der Landwirtschaftskammer Niedersachsen.

Der Achtwochenzeitraum beginnt am Tag nach der Aussaat der Zwischenfruchtmischung auf der letzten öVF eines Betriebes, die zu Futterzwecken genutzt werden soll. Insofern ist eine angemessene Dokumentation der Aussaat sehr wichtig. In jedem Fall ist die Aussaat der Zwischenfruchtmischungen auf gemeldeten ökologischen Vorrangflächen in geeigneter Weise zu dokumentieren, zum Beispiel durch Fotos mit automatischer Ort- und Datumsangabe oder Rechnung eines Dritten (Lohnunternehmen).

Auf den öVF mit Zwischenfruchtmischungen gilt nach wie vor, dass für die Einsaat der   Kulturpflanzenmischung eine Mischung zu verwenden ist, die aus der in der Anlage 3 der Direktzahlungen-Durchführungsverordnung aufgeführten Arten besteht. Keine Art darf in einer Kulturpflanzenmischung einen höheren Anteil als 60 Prozent an den Samen der Mischung haben. Der Anteil von Gräsern an den Samen der Kulturpflanzenmischung darf nicht über 60 Prozent liegen.

Auch Betriebe ohne Tierhaltung können die Regelung im Rahmen der Nachbarschaftshilfe nutzen. Der Achtwochenzeitraum beginnt am Tag nach der Aussaat der Zwischenfruchtmischung auf der letzten öVF eines Betriebes, die zu Futterzwecken genutzt werden soll. Insofern ist eine angemessene Dokumentation der Aussaat sehr wichtig.


Kontakt:
Thomas Lihl
Leiter Fachbereich Direktzahlungen
Telefon: 0511 3665-1348
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Stand: 16.08.2018