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Bejagungsschneisen und Biodiversitätsstreifen

Um Schwarzwildbestände besser regulieren zu können, ist hinsichtlich des förderrechtlichen Aspekts, die Anlage von Bejagungsschneisen ab 2019 in Niedersachsen erleichtert worden. Dieses gilt auch für die Anlage von Biodiversitätsstreifen.

Bei der Antragstellung ist in ANDI 2019 lediglich unter den Hauptangaben im Flächenverzeichnis ein Haken „Bejagungsschneise/ Biodiversitätsstreifen“ bei dem entsprechenden Teil-/Schlag zu setzen.

Diese Bejagungsschneisen/ Biodiversitätsstreifen sind Teil einer ansonsten einheitlich bewirtschafteten Ackerfläche und können gezielt begrünt oder der Selbstbegrünung überlassen werden. Eine Begrünung, beispielsweise mit Blühpflanzen, kann im Zusammenhang mit der Aussaat erfolgen oder auch nachträglich vorgenommen werden. Diese Schneisen werden nach Räumung der Hauptkultur wieder im Rahmen der Bestellung mit einer Folgefrucht in die normale Bewirtschaftung übernommen. Sie können nur auf bewirtschafteten Ackerflächen angelegt werden. Dauergrünlandflächen oder Bracheflächen sind hiervon ausgenommen.

Bejagungsschneisen/ Biodiversitätsstreifen gehören zum beantragten Teil-/Schlag und können innerhalb oder am Rande des Teil-/Schlages angelegt werden. Diese Steifen und Teilflächen dürfen nur einen untergeordneten Anteil am Schlag ausmachen, es gilt als Richtwert ein maximaler Flächenanteil von 20 Prozent. Der Umfang, also Länge und Breite, muss sinnvoll, funktionell und ortsüblich sein. Ökologische Vorrangflächen sind jedoch von diesen Regelungen ausgenommen. Die Bejagungsschneisen bzw. Biodiversitätsstreifen können nicht gleichzeitig als ökologische Vorrangfläche ausgewiesen werden, da hier die beabsichtigte Umweltleistung, die biologische Vielfalt, abgeschwächt werden würde.

Das bedeutet: eine Bejagungsschneise/ ein Biodiversitätsstreifen in Verbindung mit ÖVF 54 (Waldrandstreifen), ÖVF 55 (Ufervegetation), ÖVF 58 (Feldrand-/Pufferstreifen), ÖVF 59 (KUP), ÖVF 61 (Aufforstungsflächen), ÖVF 62, 65,66 (Honig-/Brachen) sowie ÖVF 64,65 (Dauerkulturen: durchwachsene Silphie und Miscanthus) ist im Rahmen der Beantragung unzulässig.
 

Als Ausnahme ist hierbei die Grasuntersaat (ÖVF 53) als ökologische Vorrangfläche einschließlich einer Bejagungsschneise möglich. Bei einer Grasuntersaat (ÖVF 53) wird keine Einschränkung der Umweltwirkung der biologischen Vielfalt gesehen, da hier die Bejagungsschneise/ der Biodiversitätsstreifen bereits die Grasuntersaat ist. Ebenfalls gilt diese Ausnahme auch bei einer Zwischenfrucht (ÖVF 52) als ökologische Vorrangfläche, da bei der Anlage der Zwischenfrucht die Hauptkultur bereits abgeerntet wurde und daher auch keine Bejagungsschneise/ kein Biodiversitätsstreifen mehr vorhanden ist.

Die Bejagungsschneisen/ Biodiversitätsstreifen sind in einem guten landwirtschaftlichen und ökologischen Zustand zu halten. Die Hauptkultur mit Bejagungsschneisen/ Biodiversitätsstreifen wird im Hinblick auf die Erhaltung der organischen Substanz im Boden und den Schutz der Bodenstruktur sowie für die Anbaudiversifizierung genauso eingestuft, wie die Hauptkultur.

Für die Bejagungsschneisen sind in vollem Umfang alle CC-relevanten Vorgaben und alle darüber hinaus gehenden fachrechtlichen Bestimmungen einzuhalten. Dieses gilt z.B. für die Anwendung von Dünge- und Pflanzenschutzmitteln.

Flächen mit Bejagungsschneisen/Biodiversitätsstreifen sind ebenfalls nicht gleichzeitig mit Agrarumweltmaßnahmen (AUM) förderfähig, wenn sie in Hauptkulturen angelegt werden und die Hauptkultur in einer AUM beantragt wird.

Das gilt nicht, wenn z. B. Bejagungsschneisen in Gerste angelegt waren und die Fläche für AL2 (Winterbegrünung mit Zwischenfrüchten und Untersaaten) beantragt wird. Hier gibt es keinen Konflikt mit AUM.


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Stand: 02.08.2019